Kiefermutation? ---> Pinus rigida
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Kiefermutation? ---> Pinus rigida
Wir haben mit meinem Vater im Wald einen sehr merkwürdigen Baum gefunden und würde gerne wissen, was das für einer ist bzw. ob das eine Mutation einer Kiefer ist. Es wachsen Nadelbüschel von oben bis unten aus dem Stamm und aus den Ästen. Der ganze Baum sieht somit aus, als wäre er mit Fell überzogen.
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Das ist ja höchst interessant
!
Pinus canariensis ist so ziemlich die einzige Kiefernart, die dafür bekannt ist, nach zB Waldbränden am Stamm nennenswert wieder austreiben zu können.
Daher wäre es vielleicht erstmal gut zu wissen, wo ihr lebt bzw. wo ihr die Kiefer entdeckt habt
. Weil da aber Birken im Hintergrund stehen, wird es wohl eher nicht auf den Kanaren und somit keine P. canariensis sein.
Aber wie dem auch sei: Liegen Zapfen unter der Kiefer? Die wären für eine Bestimmung des Baumes auch sehr hilfreich
.
Falls das eine "normale" Pinus sylvestris ist, habt Ihr da was ganz besonderes gefunden, was eigentlich für Liebhaber vermehrt gehört
!
Pinus canariensis ist so ziemlich die einzige Kiefernart, die dafür bekannt ist, nach zB Waldbränden am Stamm nennenswert wieder austreiben zu können.
Daher wäre es vielleicht erstmal gut zu wissen, wo ihr lebt bzw. wo ihr die Kiefer entdeckt habt
Aber wie dem auch sei: Liegen Zapfen unter der Kiefer? Die wären für eine Bestimmung des Baumes auch sehr hilfreich
Falls das eine "normale" Pinus sylvestris ist, habt Ihr da was ganz besonderes gefunden, was eigentlich für Liebhaber vermehrt gehört
Hallo Andreas,
zunächst einmal, nein wir bzw. meine Eltern wohnen nicht auf den Kanaren sondern in Deutschland, genauer gesagt in Brandenburg in der Nähe der Stadt Finsterwalde. Auch gebrannt hat es in diesem Wäldchen noch nie. Meine Mutter und ich haben uns gleich mal auf den Weg gemacht und ein paar Zapfen von diesem Baum gesammelt und dabei ist uns aufgefallen, dass es definitiv keine "normale" Kiefer sein kann, denn die Zapfen haben Dornen. Meine Mutter hat sich gerade ganz schön gepikt.
zunächst einmal, nein wir bzw. meine Eltern wohnen nicht auf den Kanaren sondern in Deutschland, genauer gesagt in Brandenburg in der Nähe der Stadt Finsterwalde. Auch gebrannt hat es in diesem Wäldchen noch nie. Meine Mutter und ich haben uns gleich mal auf den Weg gemacht und ein paar Zapfen von diesem Baum gesammelt und dabei ist uns aufgefallen, dass es definitiv keine "normale" Kiefer sein kann, denn die Zapfen haben Dornen. Meine Mutter hat sich gerade ganz schön gepikt.
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- Oben die Zapfen der "unnormalen" Kiefer und unten zum vergleich die Zapfen einer "normalen" Kiefer
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DoppelHans
- Beiträge: 55
- Registriert: 20 Jan 2014, 18:09
Hallo =)!
Aha, ich dachte doch, dass ich meine brandenburgischen Kiefernwälder wiedererkenne, wenn ich sie sehe (hab' fast 30 Jahre in Berlin gelebt und war gerne viel in Brandenburgs Pampa unterwegs, die so herrlich menschenleer ist da oben)
.
Ja, die Zapfen erinnern mich mit den pieksigen Fortsätzen sofort an Pinus ponderosa, die Gelbkiefer. Und wenn die beiden kleineren da die normalen Kienäppel sind, von der Größe her umso mehr.
Da müsstet ihr noch mal schauen, ob die Nadeln um die 10 cm oder länger sind und zu dritt stehen, dann ist es P. ponderosa, aber auch bei dieser Art sehr ungewöhnlich mit den vielen stamm- und astbürtigen Trieben.
PS: Hansens Post erst jetzt gesehen.
P. contorta könnte auch passen, was die Zapfen angeht, sehr gute Idee =)!
Nun kommt es auf die Anzahl der Nadeln an. P. contorta hat deren zwei zusammen, P. ponderosa gewöhnlich deren drei.
Aha, ich dachte doch, dass ich meine brandenburgischen Kiefernwälder wiedererkenne, wenn ich sie sehe (hab' fast 30 Jahre in Berlin gelebt und war gerne viel in Brandenburgs Pampa unterwegs, die so herrlich menschenleer ist da oben)
Ja, die Zapfen erinnern mich mit den pieksigen Fortsätzen sofort an Pinus ponderosa, die Gelbkiefer. Und wenn die beiden kleineren da die normalen Kienäppel sind, von der Größe her umso mehr.
Da müsstet ihr noch mal schauen, ob die Nadeln um die 10 cm oder länger sind und zu dritt stehen, dann ist es P. ponderosa, aber auch bei dieser Art sehr ungewöhnlich mit den vielen stamm- und astbürtigen Trieben.
PS: Hansens Post erst jetzt gesehen.
P. contorta könnte auch passen, was die Zapfen angeht, sehr gute Idee =)!
Nun kommt es auf die Anzahl der Nadeln an. P. contorta hat deren zwei zusammen, P. ponderosa gewöhnlich deren drei.
Zuletzt geändert von Andreas75 am 17 Sep 2014, 19:15, insgesamt 1-mal geändert.
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DoppelHans
- Beiträge: 55
- Registriert: 20 Jan 2014, 18:09
Die Zapfen von P. ponderosa sind um einiges größer als Waldkieferzapfen, so ungefähr wie eine Schwarzkiefer. Ich denke mal, die kleinen Zapfen sind Beispiele einer besonders kleinen Form. Wenn ich bei mir in den Wald gehe (Jena) kann ich Waldkiefernzapfen in sehr klein und in dreifacher Größe davon nebeneinander finden. Ist baumabhängig.
Grüße, Hans
Grüße, Hans
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Kiefernspezi
- Beiträge: 8539
- Registriert: 12 Jan 2009, 10:08
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Hallo,
ihr befindet Euch gerade auf Abwegen.
Es gibt eine Kiefer, die durchaus bekannt ist, ebenfalls Stammausschläge zu zeigen. Das ist die Pechkiefer (Pinus rigida).
Diese wird auch hier in Deutschland insbesondere auf sandigen Böden oder in Meeresnähe angepflanzt. Die Bestände wirken etwas düster. Die Zweige sind oft von Zapfen übersäht. Und diese haben zwar kurze, aber sehr fiese Dornen.
Großer Unterschied zu Pinus contorta oder Pinus virginiana: Die Nadeln stehen in Bündeln zu 3!
Damit kann man diese Art gut von anderen ähnlichen unterscheiden.
Viele Grüße
ihr befindet Euch gerade auf Abwegen.
Es gibt eine Kiefer, die durchaus bekannt ist, ebenfalls Stammausschläge zu zeigen. Das ist die Pechkiefer (Pinus rigida).
Diese wird auch hier in Deutschland insbesondere auf sandigen Böden oder in Meeresnähe angepflanzt. Die Bestände wirken etwas düster. Die Zweige sind oft von Zapfen übersäht. Und diese haben zwar kurze, aber sehr fiese Dornen.
Großer Unterschied zu Pinus contorta oder Pinus virginiana: Die Nadeln stehen in Bündeln zu 3!
Damit kann man diese Art gut von anderen ähnlichen unterscheiden.
Viele Grüße
Zuletzt geändert von Kiefernspezi am 18 Sep 2014, 11:01, insgesamt 1-mal geändert.
Aha, ok, auf Deinen expertisen Rat habe ich noch gewartet
!
Pinus contorta, sehr nett!
Ich hatte in den 90ern um Zechlinerhütte (Südrand Mecklenb. Seenplatte) recht viele P. banksiana angetroffen, aber eine contorta ist mir noch nicht untergekommen.
Danke, André und Hans
!
Edith meinte gerade "Moment mal" und wollte daher noch wissen, ob Du da einen Verschreiber drin hast- ist die Pechkiefer nit Pinus rigida?
Pinus contorta, sehr nett!
Ich hatte in den 90ern um Zechlinerhütte (Südrand Mecklenb. Seenplatte) recht viele P. banksiana angetroffen, aber eine contorta ist mir noch nicht untergekommen.
Danke, André und Hans
Edith meinte gerade "Moment mal" und wollte daher noch wissen, ob Du da einen Verschreiber drin hast- ist die Pechkiefer nit Pinus rigida?
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Kiefernspezi
- Beiträge: 8539
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@DoppelHans: Ganz richtig, die Zapfengröße sollte mit Vorsicht als Bestimmungsmerkmal herangezogen werden. Die selben Beobachtungen habe ich auch bei der Waldkiefer und vielen anderen Arten gemacht. Bei der Waldkiefer war der Spielraum noch am kleinsten, da die Zapfen i.d.R. zwischen 4-7 cm (im Extremfall 3-8 cm) schwanken. Würde mich mal interessieren, was Du für Werte festgestellt hast.
Wesentlich extremer fallen die Unterschiede bei der vorhin angesprochenen Kanarischen Kiefer aus. An extremen Hängen bleiben die Zapfen oft nur wenige Zentimeter klein, durchaus im Bereich unserer heimischen Kiefer, und werden im Extremfall beeindruckend groß: 7-18 cm (im Extremfall 5-27 cm).
Viele Grüße
Wesentlich extremer fallen die Unterschiede bei der vorhin angesprochenen Kanarischen Kiefer aus. An extremen Hängen bleiben die Zapfen oft nur wenige Zentimeter klein, durchaus im Bereich unserer heimischen Kiefer, und werden im Extremfall beeindruckend groß: 7-18 cm (im Extremfall 5-27 cm).
Viele Grüße
Nun habe ich mal bei Google folgenden Suchbegriff eingegeben "Pechkiefer mit Stockausschlag" und bin dabei auf einen Artikel und ein Bild in der Torgauer Zeitung gestoßen.
(Den Link darf ich leider nicht posten)
Das sieht doch ganz nach unserem Baum aus. Nur das unser Baum ein dunkleres Grün hat aber das kann auch auf dem Bild in der Zeitung täuschen.
Dann bedanke ich mich und denke, wir haben dort eine Pechkiefer stehen.
edit moderator stefan:
[url]http://www.torgauerzeitung.de/Default.a ... dus(54657)[/url]
(der angesprochene link)
(Den Link darf ich leider nicht posten)
Das sieht doch ganz nach unserem Baum aus. Nur das unser Baum ein dunkleres Grün hat aber das kann auch auf dem Bild in der Zeitung täuschen.
Dann bedanke ich mich und denke, wir haben dort eine Pechkiefer stehen.
edit moderator stefan:
[url]http://www.torgauerzeitung.de/Default.a ... dus(54657)[/url]
(der angesprochene link)
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wolfachim_roland
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