Felsenbirne oder nicht? ---> Amelanchier sp.
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Felsenbirne oder nicht? ---> Amelanchier sp.
Liebe Leute,
die Fotos sind von Anfang April diesen Jahrs. Den Blüten nach zu urteilen komme ich auf Gemeine Felsenbirne, aber die Rinde scheint gar nicht zu passen. Was denkt ihr?
Dankeschön und Grüße von
Ute
die Fotos sind von Anfang April diesen Jahrs. Den Blüten nach zu urteilen komme ich auf Gemeine Felsenbirne, aber die Rinde scheint gar nicht zu passen. Was denkt ihr?
Dankeschön und Grüße von
Ute
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Hallo,
ich war gerade dabei, nachzuschauen - und wollte gerade Amelanchier lamarkii schreiben.
Jetzt bin ich aber unsicher ...
Den Griffel sieht man weit herausragen (und A. spicata und asiatica werden bei uns nicht so häufig gepflanzt), bleiben A. arborea, lamarckii und laevis.
EDIT: in Gedanken verwechsele ich immer laevis und ovalis. Also bei A. ovalis sollten die Griffel nicht so weit herausschauen, das klassische Unterscheidungsmerkmal.
Fitschen unterscheidet u.a. nach Grad der Blattentfaltung bei der Blüte von noch nicht entfaltet (arborea), halb ausgewachsen (lamarckii) und fast ganz ausgewachsen (laevis).
Man sieht schon einige (aber wenige) Blätter, erwachsene Form noch nicht sehr deutlich erkennbar.
Lt. Fitschen soll aber A. laevis unterseits (auch im Austrieb ???) kahl sein, A. lamarckii weißfilzig behaart - oben und unten. Rötlich scheinend im Austrieb beide.
Also Amelanchier lamarckii? Form des Blütenstandes könnte wiederum besser zu A. laevis passen (nicht in die Länge gezogen, weniger Blüten).
ich war gerade dabei, nachzuschauen - und wollte gerade Amelanchier lamarkii schreiben.
Jetzt bin ich aber unsicher ...
Den Griffel sieht man weit herausragen (und A. spicata und asiatica werden bei uns nicht so häufig gepflanzt), bleiben A. arborea, lamarckii und laevis.
EDIT: in Gedanken verwechsele ich immer laevis und ovalis. Also bei A. ovalis sollten die Griffel nicht so weit herausschauen, das klassische Unterscheidungsmerkmal.
Fitschen unterscheidet u.a. nach Grad der Blattentfaltung bei der Blüte von noch nicht entfaltet (arborea), halb ausgewachsen (lamarckii) und fast ganz ausgewachsen (laevis).
Man sieht schon einige (aber wenige) Blätter, erwachsene Form noch nicht sehr deutlich erkennbar.
Lt. Fitschen soll aber A. laevis unterseits (auch im Austrieb ???) kahl sein, A. lamarckii weißfilzig behaart - oben und unten. Rötlich scheinend im Austrieb beide.
Also Amelanchier lamarckii? Form des Blütenstandes könnte wiederum besser zu A. laevis passen (nicht in die Länge gezogen, weniger Blüten).
Viele Grüße von bee
Bei Amelánchier liegt die Betonung auf dem zweiten a ... dafür habe ich nicht etwa Regeln gepaukt, sondern es einfach im Fitschen nachgelesen. 
Und ja, das Axon de Gu ist lediglich ein Betonungszeichen und nicht ein Axon de Gu.
Die Betonungsregeln sind sehr komplex und es ist völlig unwichtig, sie zu kennen (ich kenne auch nicht alle).
In aller Regel wird die drittletzte Silbe betont (Chamaecýparis, Córylus), in Ausnahmen auch die Vorletzte (Cotoneáster, Rhododéndron). Im allgemeinen (deutschen) Sprachgebrauch der botanischen Namen wird aus Unkenntnis und der hohen Komplexizität der Regeln aber im Zweifel meist stumpf die vorletzte Silbe betont. Bei Amelánchier folgt der allgemeine (deutsche) Sprachgebrauch aber den Regeln und betont richtigerweise auf der drittletzten Silbe.
So oder so, es heißt - wie bereits erwähnt - Amelánchier.
Jede Baumschule verkauft dir aber, egal ob du einen Ámelanchier, Amélanchier, Amelanchíer, Amelanchiér oder Amelánchier bestellst, immer dieselbe Pflanze und die Blicke sind eher bei korrekter aber dem (deutschen) Sprachgebrauch abweichenden Aussprache etwas befremdlich (Chamaecýparis oder Córylus).
Falls du bei der Frage nach der Betonung das Drei-Silben-Betonungsgesetz im Kopf hattest, so hattest du genau den richtigen Gedanken, es wird allerdings von hinten und nicht von vorn gezählt.
Die Aussprache ist ansonsten üblicherweise Kirchenlatein, also fast wie Deutsch mit nur ganz wenigen Ausnahmen.
Sprich es Amelánschier, wobei ie nicht zusammengezogen und ch als sch gesprochen wird.
Und ja, das Axon de Gu ist lediglich ein Betonungszeichen und nicht ein Axon de Gu.
Die Betonungsregeln sind sehr komplex und es ist völlig unwichtig, sie zu kennen (ich kenne auch nicht alle).
In aller Regel wird die drittletzte Silbe betont (Chamaecýparis, Córylus), in Ausnahmen auch die Vorletzte (Cotoneáster, Rhododéndron). Im allgemeinen (deutschen) Sprachgebrauch der botanischen Namen wird aus Unkenntnis und der hohen Komplexizität der Regeln aber im Zweifel meist stumpf die vorletzte Silbe betont. Bei Amelánchier folgt der allgemeine (deutsche) Sprachgebrauch aber den Regeln und betont richtigerweise auf der drittletzten Silbe.
So oder so, es heißt - wie bereits erwähnt - Amelánchier.
Jede Baumschule verkauft dir aber, egal ob du einen Ámelanchier, Amélanchier, Amelanchíer, Amelanchiér oder Amelánchier bestellst, immer dieselbe Pflanze und die Blicke sind eher bei korrekter aber dem (deutschen) Sprachgebrauch abweichenden Aussprache etwas befremdlich (Chamaecýparis oder Córylus).
Falls du bei der Frage nach der Betonung das Drei-Silben-Betonungsgesetz im Kopf hattest, so hattest du genau den richtigen Gedanken, es wird allerdings von hinten und nicht von vorn gezählt.
Die Aussprache ist ansonsten üblicherweise Kirchenlatein, also fast wie Deutsch mit nur ganz wenigen Ausnahmen.
Sprich es Amelánschier, wobei ie nicht zusammengezogen und ch als sch gesprochen wird.
Ich würde bei obigen Baum auf A. lamarckii tippen.
Zum Vergleich habe ich mal Blütenfotos von ovalis und lamarckii eingestellt.
Auf jeden Fall ein bemerkenswert schönes Exemplar.
Zum Vergleich habe ich mal Blütenfotos von ovalis und lamarckii eingestellt.
Auf jeden Fall ein bemerkenswert schönes Exemplar.
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- Amelanchier lamarckii
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- Amelanchier ovalis
- DSCN0256.jpg (164.3 KiB) 5284 mal betrachtet
Von den Blüten täte lamarckii schon passen, aber die etwas filzigen Blätter sind leicht irritierend. Es gibt noch andere Felsenbirnenarten. Teils werden oder wurden die auch in Deutschland gepflanzt. Ich habe die anderen auch im Garten, aber sie haben leider noch nicht geblüht. Deshalb lamarckii unter Vorbehalt.
Hallo,
ich bin von A. lamarckii ziemlich überzeugt, habe zum Vergleich noch mal alte Bilder hervorgesucht. Im Austrieb ganz filzig behaart (Zweige und Blätter), auch halb-erwachsene Blätter im April zur Blütezeit noch unterseits weißfilzig.
Der gleiche Strauch hat später (fast) kahle Blätter.
Hier erkennt man das auch:
http://garten-von-ehren.com/baumschule/ ... elsenbirne
(Bilder dort kann man anklicken und vergrößern)
ich bin von A. lamarckii ziemlich überzeugt, habe zum Vergleich noch mal alte Bilder hervorgesucht. Im Austrieb ganz filzig behaart (Zweige und Blätter), auch halb-erwachsene Blätter im April zur Blütezeit noch unterseits weißfilzig.
Der gleiche Strauch hat später (fast) kahle Blätter.
Hier erkennt man das auch:
http://garten-von-ehren.com/baumschule/ ... elsenbirne
(Bilder dort kann man anklicken und vergrößern)
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- 1_Amelanchier lamarckii_04-2009.jpg (46.16 KiB) 5208 mal betrachtet
Viele Grüße von bee
Naja, eventuell handelt es sich bei dem Exemplar ja auch um eins der nicht wenigen Kultivare, die ich leider nicht im Detail kenne, auch Hybriden sind sicher nicht ausgeschlossen.
Kennt denn einer ähnlich alte Exemplare von Amelanchier?
Zumindest lamarckii ist mir bisher immer mit glatter Rinde begegnet, während bekannte ovalis (wo ich zugegeben nicht viele kenne) schon eher zu rauher und teils gefurchter Rinde neigten, vor allem zum Stammgrund hin.
Eventuell aber, die gefragte Pflanze ist ja anscheinend veredelt, ist dass ein Effekt, den die Unterlage auf den Pfröpfling hat, also lamarckii auf ovalis veredelt, was ja in alten Zeiten nicht selten so gehandhabt wurde, was eine gewisse Beeinflussung des Edelteils mit sich bringt.
Macht zwar aus einer lamarckii immer noch keine ovalis, aber ich denke, dass könnte die Sache erklären
.
Kennt denn einer ähnlich alte Exemplare von Amelanchier?
Zumindest lamarckii ist mir bisher immer mit glatter Rinde begegnet, während bekannte ovalis (wo ich zugegeben nicht viele kenne) schon eher zu rauher und teils gefurchter Rinde neigten, vor allem zum Stammgrund hin.
Eventuell aber, die gefragte Pflanze ist ja anscheinend veredelt, ist dass ein Effekt, den die Unterlage auf den Pfröpfling hat, also lamarckii auf ovalis veredelt, was ja in alten Zeiten nicht selten so gehandhabt wurde, was eine gewisse Beeinflussung des Edelteils mit sich bringt.
Macht zwar aus einer lamarckii immer noch keine ovalis, aber ich denke, dass könnte die Sache erklären
Hallo Andreas,
die Borke paßt gut zu Amelanchier lamarckii.
Das Bild in der Baumliste (http://www.baumkunde.de/Amelanchier_lamarckii/Borke/) stammt von einem mehrstämmigen, ca. 40 Jahre alten Exemplar.
Die hier vorgestellte dürfte noch etwas älter sein.
Gruß, Stefan
die Borke paßt gut zu Amelanchier lamarckii.
Das Bild in der Baumliste (http://www.baumkunde.de/Amelanchier_lamarckii/Borke/) stammt von einem mehrstämmigen, ca. 40 Jahre alten Exemplar.
Die hier vorgestellte dürfte noch etwas älter sein.
Gruß, Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)
https://baum-des-tages.blogspot.de/
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