Araucaria araucana? ---> Araucaria araucana

Ihr habt einen Nadelbaum/ Strauch (Konifere) in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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Teo
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Araucaria araucana? ---> Araucaria araucana

Beitrag von Teo »

Hallo Leute,
bin über den Wikipediaartikel "Staatsforst Burgholz", der als Arboretum gilt und für forstwirtschaftliche Studien genutzt wird, auf zwei Fotos (siehe unten) gestoßen.

Meines Erachtens handelt es sich hierbei um Araucaria araucana oder? Leider gab es keine Angaben zu den abgebildeten Bäumen.

Ich bin etwas verblüfft darüber, wie gesund und vital diese Bäume (Araucaria araucana?) auf den Fotos aussehen. Wollte mir schon immer eine zulegen oder ziehen, es heißt jedoch auf den meisten Internetseiten die Samen oder Jungpflanzen anbieten, Araucaria araucana sei nur begrenzt frosthart und müsse, solange man nicht im Weinbauklima wohne, zum überwintern nach innen gestellt werden.
Angaben zur Frosthärte waren meist um die -15°C.
Auch im Ökologisch Botanischen Garten der Universität Bayreuth sagte man mir, Pflanzen dieser Gattung müssten im Winter nach innen.
Hierzu noch eine Frage an euch: Habt ihr Erfahrung mit Araucaria araucana im Bezug auf Frosthärte?

LG Teo :)

[edit moderator stefan:
Bild 1: Quelle ergänzt, wegen entsprechender Lizenz Darstellung zulässig,
Bild 2 vermutlich urheberrechtlich geschützt, daher gelöscht. Quelle: http://www.botanik-bochum.de/html/exkur ... rgholz.htm]
Dateianhänge
Quelle wikipedia: <br />http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Burgholz72.jpg (CC BY-SA 2.0 DE)<br />Autor Morty
Quelle wikipedia:
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Burgholz72.jpg (CC BY-SA 2.0 DE)
Autor Morty
Burgholz 1.jpg (190.84 KiB) 6205 mal betrachtet

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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo Teo,

es ist Araucaria araucana. Unser Kurpark liegt von der Meereshöhe gesehen etwas über den Weinbergen, weshalb es dort oft Schnee gibt, 5 km weiter aber nicht. Man hat mir berichtet, dass man Samen von hier gepflanzten Bäumen zieht und von den neuen wieder usw. Dadurch würde sich langsam eine Klimaanpassung ergeben.

Gruß Frank

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

die Araucarien, die angeboten werden, stammen in der Regel aus europäischen Nachzuchten. Somit sind sie schon fast an das Klima gewöhnt.
Lediglich in den ersten drei Jahren ist ein Schutz gegen hohe Minusgrade zu empfehlen. Gut abdecken und dann brauchen sie auch nicht umziehen. Ich habe meine als 30 cm hohe Pflanze gekauft und gleich in den Boden gebracht und sie hat alles gut überstanden, also mächtig an Größe zugelegt.

Viele Grüße

quellfelder

wolfachim_roland
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Beitrag von wolfachim_roland »

Hier im Rheinland sieht man die Araukarie überall in den Parks und Gärten. Wegen ihrer dekorativen Zweige wird sie sogar in kleinen Gärten gepflanzt. Und im letzten März hatten wir hier wochenlang eisige Temperaturen.

Wolf
Wolf Roland

Teo
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Beitrag von Teo »

Danke Leute für eure Erfahrungen. Hier im nordöstlichen Bayern an der Grenze zu Tschechien sieht man Araucaria araucana aber leider überhaupt nicht, außer man geht in den Ökologisch Botanischen Garten. Und dort nur als Kübelpflanze.

Im "Lexikon der Nadelbäume" von Schütt & Co. heißt es zu Araucaria araucana:
- In den chilenischen Anden..., die dortigen Temperaturminima liegen bei -5 bis -10°C, das Maximum bei +30°C.
- Auf der Westseite der argentinischen Anden...die dortige winterliche Extremtemperatur beträgt -20°C.

Ich werd mir trotzdem ein Exemplar zulegen, bevor ich es verpflanze zum Überwintern nach Innen stellen und selber sehen. Hoffe es klappt.

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Hallo,

ich finde es gut, wenn exotische Bäume nicht an jeder Ecke wachsen. Dann ist es doch erst was Besonderes.
In meiner Region ist schon der Gewöhnungseffekt eingetreten. Lediglich solche großflächigen Anpflanzungen oder besonders mächtige Einzelbäume bringen hier die Leute noch zum Staunen.

Viele Grüße

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

durch ein Überwinterungsquartier erziehst Du sie nur zum Weichei, das bei den ersten kühlen Winden gleich einen Schnupfen bekommt.

Viele Grüße

quellfelder

Teo
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Beitrag von Teo »

Da mögt ihr beiden recht haben!

LG Teo

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Früher kamen häufig Araucaria-Samen von Pflanzen aus dem Tiefland nach Europa, weil sie leichter zu sammeln waren. Die härteren Klone aus dem höheren Lagen haben weniger Probleme.
Aber sehr entscheidend ist der Standort und nicht die Tiefsttemperatur. In voller Sonne bei gefrorenem Boden kann sie nicht mehr assimilieren und die Nadeln werden braun. Die Leute sagen dann , sie ist erfroren, aber sie ist vertrocknet. Im Schatten, auch bei tieferen Temps hat Araucaria kein Problem.
In den ersten Jahren eine gewisse Pflege bei Extemwetterlagen gilt für sehr viele, auch winterharte Pflanzen. Wenn sie dann richtig eingewurzelt sind, klappt meist alles bestens.

Vg Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Andreas75
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Registriert: 13 Dez 2004, 00:17

Beitrag von Andreas75 »

Hy!

Entschuldigt bitte, wenn ich der Sache mit dem Überwinterungsquartier drinnen und dem Weichei so nicht zustimmen kann...

Hartmut, es bestehen erhebliche Divergenzen zwischen kontinentalem und ozeanischem Klima, und die Araucarie gedeiht eben nicht in beiden gleich, bzw. ist ein Weichei, wenn man sie in Teo's schon kontinentalklimatischer Ecke drinnen überwintert...

Meinereiner hat fast 30 Jahre in Berlin gelebt, dass auf der Grenze zum kontinentalen Klima liegt. Ältere Auraucarien waren da höchst selten, junge hat man quasi nie gesehen, genauso, wie es da quasi keine wilden Stechpalmen gab, und große, ältere Mammutbäume an einer hand abgezählt werden konnten.

Dann zog ich Ende März 2011 hier rüber nach Rheinland- Pfalz. Und was meinst Du, wie biffbaff ich über die teils verheerenden Unterschiede in der Vegetation war.
Prinzipiell wachsen hier die meisten Sachen, die auch in Berlin wachsen.
Aber:
- Es gibt hier alle Naselang 30 m hohe Sequoiadendron mit mächtigen Stämmen
- In jedem Nest steht hier mindestens eine Araucarie, von ganz klein bis an die 30 Jahre alt, und die sind vital und tragen teils mit knapp 20- 30 Jahren schon Zapfen, bzw. Blüten...
- Stechpalmen wachsen hier überall im Wald und versamen sich ohne weiteres
- als viertes Beispiel, was ich am eindrucksvollsten finde:
Hierzulande sind Brombeeren das widerlichste, wuchernde Unkraut, dass man sich vorstellen kann, das Zeug wächst ÜBERALL... In Berlin hingegen musste man ein Staatsgeheimnis draus machen, wenn man im Walde mal Stellen fand, wo mehr als ein Strauch stand...

Und diese Unterschiede alle, weil wir hier voll im ozeanischen Klimabereich liegen, was sich leider Gottes auch an der Niederschlagshäufigkeit und -menge ausdrückt.
Hat Berlin mit Ach und Krach 600 mm Jahresniederschlag, haben wir hier ohne weiteres 1200... Dazu die milderen Temperaturen vom Atlantik her...

Und schon wird es einleuchtend, dass man Araukarien in Teo's kontinentalem Winkel der Welt mit einer geschützten Überwinterung in den ersten paar Jahren nicht etwa verweichlicht, sondern ihnen die entscheidende Überlebenshilfe gibt, wohingegen das hier bei uns nicht nötig ist, da kann man schon kleine Sämlinge rauspflanzen und nix passiert.

In Berlin zB wächst Cornus mas ausschließlich als gepflanztes Gehölz. Wir hier liegen so gaaaaanz haarscharf an der Grenze der natürlichen Saatvermehrung, was man an gaaaanz vereinzelt stehenden Exemplaren ersehen kann, die irgendwo in der Pampa derart am Straßenrand oder in den Waldrändern stehen, dass die da sicher keiner gepflanzt hat.

Darum täte ich schon, soll es nicht in jährlichem Neukauf einer Jungpflanze gipfeln, an Teo's Stelle Überwinterungsschutz bieten ;).

Grüße,
Andreas

PS: Dieser Beitrag ist weder als Maulkorb noch als Zurechtweisung noch sonst irgendwie maßregelnd gedacht, sondern rein als Erläuterung und Info.

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Danke, Kiefer. Du gibst mir Hoffnung. Vielleicht kann ich ja dann auch irgendwann meine fast 10 Jahre alten Pinus maximartinezii auspflanzen. :D
Ps.: Diesen Winter durften sie erstmalig komplett draußen bleiben. 8)

Viele zustimmende Grüße

Kiefernspezi

Teo
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Beitrag von Teo »

Guten Abend Leute,
ich kann Kiefer nur zustimmen wenn ich recht überlege. Eine Stechpalme (Ilex aquifolium) habe ich hier bei mir noch so gut wie gar nicht gesehen. Brombeeren gedeihen an Mauern die Wärme abgeben gut, ansonsten hat man immer Probleme im mit ihnen im Garten. Obwohl ich viel in Wäldern unterwegs bin hab ich jedoch noch keine in der Natur bemerkt.
Bei Mammutbäumen haben die Küsten-Mammuts (Sequoia sempervirens) starke Probleme. Wenn sie trotz Frostschutz im Winter nicht kaputt gegangen sind, wachsen sie nur wenige Centimeter pro Jahr. Kann man auch im Ökologisch Botanischen Garten der Universität Bayreuth gut betrachten. Berg-Mammuts (Sequoiadendron giganteum) gedeihen zusammen mit Urweltmammutbäumen (Metasequoia glyptostroboides) jedoch gut. Es gibt zwar kaum wirklich große Exemplare in der Nähe, aber meinen selbst gezogenen Jungbäumen geht es prächtig.

Leider war ich noch nicht viel im westlichen Teil Deutschlands unterwegs um mich groß mit der dortigen Vegetation vertraut zu machen.
Am Bodensee letzten Sommer konnte ich jedoch einige Exoten wie Araucaria araucana oder die wunderschöne Wollemie (Wollemia nobilis) in einem klimatisch wärmeren Gebiet ausgepflanzt bewundern.
Es ist witklich verblüffend wie sehr sich einige Stunden Autofahrt auf die zu sehende Vegetation auswirken.

Werde vorraussichtlich den Rat von Kiefer und einigen Internetseiten befolge und meine zukünftige Araucaria araucana die ersten Winter innen überwintern lassen :)

LG Teo

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Ich bin ja auch gebürtiger Berliner und ich empfinde den immergrünen Ilex als sehr befremdlich. Ich bin ein Fan der konsequenten Jahreszeiten (die es leider auch im Osten nicht mehr gibt). Das heißt, Laubbäume allesamt ohne Laub und der Frühling startet von Null.
In den Ilexwäldern hingegen bleibt es grün und dabei stachelig. Nichts für einen Querfeldein-Spaziergang...

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Hy!

Wollemien sind hier auch nichts für's Auspflanzen, die gehen nur als Kübelpflanze. Ansonsten, Ilex gibt es hier zwar nicht so wenig, aber Wälder sind das keine, nur so Unterholz. Für Wälder muss man wahrscheinlich noch ein paar 100 km nach Frankreich rein..

Was ich noch ganz erwähnenswert fand:
Der Sommerflieder, Buddleia davidii, ist im Rheintal verwildert anzutreffen, und zwar nicht nur in Ortschaften, sondern auch mitten in der freien Feldflur, als Begleitgrün der Bahndämme, das geht von Köln an bis etwa Bad Honnef, danach nicht mehr.
Fand ich schwer beeindruckend, denn verwilderten Buddleia kannte ich aus Berlin nur vom unmittelbaren Zentrum, also den wärmebegünstigsten Ecken wie dem Hinterland des Alexanderplatzes.

Grüße,
Andreas
- der auch ein Fan von Jahreszeiten ist, die nicht nur so tun als ob...

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Da hast Du recht. Das sind Buchenwälder - Ilex verseucht wollte ich sagen.
Ich finde Buchenwälder mit ohne schöner.

Viele Grüße

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