Hy!
Entschuldigt bitte, wenn ich der Sache mit dem Überwinterungsquartier drinnen und dem Weichei so nicht zustimmen kann...
Hartmut, es bestehen erhebliche Divergenzen zwischen kontinentalem und ozeanischem Klima, und die Araucarie gedeiht eben nicht in beiden gleich, bzw. ist ein Weichei, wenn man sie in Teo's schon kontinentalklimatischer Ecke drinnen überwintert...
Meinereiner hat fast 30 Jahre in Berlin gelebt, dass auf der Grenze zum kontinentalen Klima liegt. Ältere Auraucarien waren da höchst selten, junge hat man quasi nie gesehen, genauso, wie es da quasi keine wilden Stechpalmen gab, und große, ältere Mammutbäume an einer hand abgezählt werden konnten.
Dann zog ich Ende März 2011 hier rüber nach Rheinland- Pfalz. Und was meinst Du, wie biffbaff ich über die teils verheerenden Unterschiede in der Vegetation war.
Prinzipiell wachsen hier die meisten Sachen, die auch in Berlin wachsen.
Aber:
- Es gibt hier alle Naselang 30 m hohe Sequoiadendron mit mächtigen Stämmen
- In jedem Nest steht hier mindestens eine Araucarie, von ganz klein bis an die 30 Jahre alt, und die sind vital und tragen teils mit knapp 20- 30 Jahren schon Zapfen, bzw. Blüten...
- Stechpalmen wachsen hier überall im Wald und versamen sich ohne weiteres
- als viertes Beispiel, was ich am eindrucksvollsten finde:
Hierzulande sind Brombeeren das widerlichste, wuchernde Unkraut, dass man sich vorstellen kann, das Zeug wächst ÜBERALL... In Berlin hingegen musste man ein Staatsgeheimnis draus machen, wenn man im Walde mal Stellen fand, wo mehr als ein Strauch stand...
Und diese Unterschiede alle, weil wir hier voll im ozeanischen Klimabereich liegen, was sich leider Gottes auch an der Niederschlagshäufigkeit und -menge ausdrückt.
Hat Berlin mit Ach und Krach 600 mm Jahresniederschlag, haben wir hier ohne weiteres 1200... Dazu die milderen Temperaturen vom Atlantik her...
Und schon wird es einleuchtend, dass man Araukarien in Teo's kontinentalem Winkel der Welt mit einer geschützten Überwinterung in den ersten paar Jahren nicht etwa verweichlicht, sondern ihnen die entscheidende Überlebenshilfe gibt, wohingegen das hier bei uns nicht nötig ist, da kann man schon kleine Sämlinge rauspflanzen und nix passiert.
In Berlin zB wächst Cornus mas ausschließlich als gepflanztes Gehölz. Wir hier liegen so gaaaaanz haarscharf an der Grenze der natürlichen Saatvermehrung, was man an gaaaanz vereinzelt stehenden Exemplaren ersehen kann, die irgendwo in der Pampa derart am Straßenrand oder in den Waldrändern stehen, dass die da sicher keiner gepflanzt hat.
Darum täte ich schon, soll es nicht in jährlichem Neukauf einer Jungpflanze gipfeln, an Teo's Stelle Überwinterungsschutz bieten

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Grüße,
Andreas
PS: Dieser Beitrag ist weder als Maulkorb noch als Zurechtweisung noch sonst irgendwie maßregelnd gedacht, sondern rein als Erläuterung und Info.