Birkenwasser, wie macht der Baum das ?

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Armin Sommer
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Birkenwasser, wie macht der Baum das ?

Beitrag von Armin Sommer »

Hi Zusammen,

hab heute zum ersten Mal eine Birke angepiekst und war schier baff, als innerhalb kürzester Zeit eine Kaffetasse (Pott) vollgelaufen war. Ca 15 Minuten) Das lief da raus wie fließend Wasser, aus einem ca. 1 cm großen Schnitt in eine große Birke. Noch vor 10 Tagen, kam da gar nichts

Wie macht der Baum das, derartige Mengen Wasser aufzunehmen, zu transportieren und im Stamm aufsteigen zu lassen, ohne Verdunstungssog ??? Welche Physik werkelt da ?

Grüße

Armin

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stefan
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Beitrag von stefan »

Hallo Armin,
das ist nicht nur Wasser, sonder Zuckerhaltiger Pflanzensaft, der die Energie für den Austrieb in die Knospen liefert.
Die Ursache ist der sogenannte Wurzeldruck, mit dem die Pflanzen aktiv, da der Verdunstungssog fehlt, Wasser mit gelösten Inhaltsstoffen in die Leitgewebe und in den Leitgeweben in die Höhe transporieren.
Gruß, Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)


https://baum-des-tages.blogspot.de/

Armin Sommer
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Beitrag von Armin Sommer »

stefan hat geschrieben:Hallo Armin,
das ist nicht nur Wasser, sonder Zuckerhaltiger Pflanzensaft, der die Energie für den Austrieb in die Knospen liefert.
Die Ursache ist der sogenannte Wurzeldruck, mit dem die Pflanzen aktiv, da der Verdunstungssog fehlt, Wasser mit gelösten Inhaltsstoffen in die Leitgewebe und in den Leitgeweben in die Höhe transporieren.
Gruß, Stefan
Hi Stefan, danke.

Solche Drücke und Mengen nur über Wurzeldruck ? (kenne es grob) Das wäre dann osmotischer Druck (?) mit solch einer Steigleistung und so viel freiem Saft ?

Wenn das jetzt ein bisschen getröpfelt hätte, hätte ich nur anerkennend gestaunt, aber das da wollte ich gar nicht glauben. Selbst mit vollem Blattwerk hätte es mich noch in Ungläubigkeit versetzt.....

Gibts da vielleicht Untersuchungen zu im Netz ?

Grüße

Armin

captainplanet
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Beitrag von captainplanet »

Das Birkenwasser, das aus einem Baum sprudelt, läßt vor allem Rückschlüsse auf den Druck in denn Leitungsbahnen zu, weniger auf die Menge, die der Baum pro Zeit transportiert. Du kannst nicht davon ausgehen, daß er im unangezapften Zustand genausoviel durchpumpt. Ein angebohrter Baum im Frühjahr versucht ja sozusagen panisch, den Druck aufrecht zu erhalten, so stelle ich es mir zumindest vor. Wenn der Druck zu sehr absackt, ist das Wasserpotential in der Krone nicht mehr ausreichend für die Entwicklung der Knospen.

Lg Georg

Armin Sommer
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Beitrag von Armin Sommer »

Hi Georg,

ja schon, ich schätze auch, daß es zum größten Teil "zurücklaufendes Wasser war". Das kann aber so wie es lief, kaum in "Kapillaren" gestanden haben. Ich zermartere mir schon den ganzen Tag den Kopf :-))). Kapillare hätten den Abfluss nach unten wohl auch recht schnell gestoppt. Oder aber, der gesamtze Druck hätte sich in einem kleinen Ritz abgebaut.....aber dann hätte es bei den anzunehmenden Druckverhältnissen (ca 20 Meter Wassersäule 30 cm Durchmessen) richtig rausspritzen müssen. Aber das lief da raus wie aus einem Wasserhahn, den man nicht ganz zu gedreht hat...

Grüße

Armin

captainplanet
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Beitrag von captainplanet »

Du müßtest schon den Querschnitt aller durchtrennten Leitungsbahnen kennen. Dann könntest Du messen, wie viel Wasser pro Zeiteinheit rausrinnt und errechnen, wie schnell das Wasser tatsächlich "rausspritzt".

Außerdem: Wasser ist ja sehr wenig kompressibel. Wenn man also aus einem starren und dicht schließenden Gefäß, das nur Wasser und keine Luft unter sehr großem Druck enthält, nur einen Tropfen entfernt, dann hat man den Druck schon um einen unverhältnismäßig hohen Betrag reduziert. Der Druck in den angeschnittenen Leitungsbahnen kann also nicht so hoch sein wie im restlichen Baum.

Armin Sommer
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Beitrag von Armin Sommer »

Hi Georg,

ja richtig, ich hatte noch nen Denkfehler in der Wassersäule. Das ist ja nicht im ganzen Stamm, sondern vorerst "nur" im Kambrium. Aber dennoch...wenn ich mir vorstelle, ich müsste in einem Strohalm, (Ohne Kapillarunterstützung) Wasser in 20 Meter Höhe pusten, ich glaub ich würd ganz schön dicke Backen machen :-)

So ganz erschließt sich mir dennoch nicht, wie das physikalisch hinhaut bei Birken und auch wohl beim Zuckerahorn. Daß man von der Birkenrinde auch Schuhe machen kann, passt dann auch irgendwie ins Materialkenndatendingens.

Grüße

Armin

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo Armin,
hier hatten wir dieses Thema auch schon mal:
viewtopic.php?t=10638&highlight=wurzeldruck
Viele Grüße von bee

Armin Sommer
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Beitrag von Armin Sommer »

Hi bee,

super, da is ja reichlich Lesestoff dabei, Danke.

Grüße

Armin

captainplanet
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Registriert: 12 Apr 2007, 16:36

Beitrag von captainplanet »

Armin Sommer hat geschrieben:Hi Georg,

ja richtig, ich hatte noch nen Denkfehler in der Wassersäule. Das ist ja nicht im ganzen Stamm, sondern vorerst "nur" im Kambrium.....
Es sind wohl eher die Leitungsbahnen des Holzes für den Saftstrom im Frühjahr verantwortlich zu machen. Das Kambium ist nur für den Stofftransport von oben nach unten zuständig, was v.a. für den in den Blättern gebildeten Zucker von Bedeutung ist.

Lg Georg

Armin Sommer
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Beitrag von Armin Sommer »

Moin Georg,

yup, danke, wurde mir durch bees Link und dort durch die verlinkte Dissertation über tensiles Wasser im Baum bereits bewusst. Auch daß es Kambium und nicht Kamb(r)ium heißt ;-) :roll:
Hatte hier vor 4 Wochen eine junge Birke umlegen müssen, die in einen Apfelbaum gewachsen war und hatte dabei einen 10 cm Stumpf stehen lassen. (Durchmesser ca. 8 cm). Der nässt heftig und auch da läufts raus. Was mich dann wieder auf die Frage gelenkt hat, woher der Baum das Go Zeichen bekommt, den Safttransport zu beginnen.

Vor einiger Zeit lief auf Arte mal eine Doku über Pflanzen und Kommunikation. Darin wurde über Messelektroden (Geringe Ströme 1 meter/ 20 Sekunden Laufzeit) nahegelegt, daß es wohl ein "Infomanagement" innerhalb der Pflanze gibt, die elektrische Signale von oben nach unten leitet. Also soetwas wie ein "Gehirn oder Nervenbahnen".

Offensichtlich reicht ein Stumpf und die Wurzeln schon mal aus, selbsttätig die Vorgänge zumindest zu starten.

Aber nach wie vor, scheints in der Sache eher mehr ungelüftete, als gelüftete Zusammenhänge zu geben.... spannend

Grüße

Armin

Armin Sommer
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Beitrag von Armin Sommer »

Hier nochn paar Bilder, vom besagten Birkenstumpf, der erst Tage nach dem Schnitt anfing zu Nässen. Mittlerweile, (er nässt immer noch)bildet sich und bleibt zunehmend eine Schleimschicht zurück.
Dateianhänge
P1010396.JPG
P1010396.JPG (190.24 KiB) 3887 mal betrachtet
P1010395.JPG
P1010395.JPG (191.15 KiB) 3887 mal betrachtet
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P1010393.JPG (181.56 KiB) 3887 mal betrachtet

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