Baumbestimmung anhand Rinde/Borke. ---> Populus sp.

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

Moderatoren: stefan, LCV, tormi

Antworten
tim_baum
Beiträge: 3
Registriert: 31 Mär 2013, 12:31

Baumbestimmung anhand Rinde/Borke. ---> Populus sp.

Beitrag von tim_baum » 31 Mär 2013, 13:03

Hallo,

bei folgendem Foto intersesiert es mich sehr um welche Baumarten es sich handelt.

Die Bäume stammen aus dem Hamburger Raum (30 km südlich) und standen auf einem sehr nassen Wiese/Weide/See Grundstuck, ca. 10 Meter von einem kleinen See entfernt.
Die Baume standen relativ dicht und waren gerade hoch ausgeschossen (15m+). Stammdurchmesser in 1m Höhe ca. 50cm. Fotos von den noch stehenden Bäumen habe ich leider nicht. Die Bäume wurden aufgrund von Dichtstand und Auslichtungmaßnamen gefällt.

Links würde ich auf Pappel tippen und rechts auf Esche/Weide? Auch eine grobe Bestimmung würde mir helfen, muss nicht ganz exakt sein.
Aber das ist von mir wirklich nur ganz ins blaue geraten, ich habe in diesem Gebiet wirklich wenig Erfahrung.

Auf jeden Fall kann in dem Gebiet wo die Bäume standen von klassichen "einheimischen" Baumarten ausgegangen werden, also nichts sehr exotisches.

Vielen Dank!
Dateianhänge
photo 2.jpg
Foto
photo 2.jpg (248.12 KiB) 2584 mal betrachtet
Zuletzt geändert von tim_baum am 31 Mär 2013, 13:13, insgesamt 4-mal geändert.

wolfachim_roland
Beiträge: 5605
Registriert: 08 Jun 2006, 08:53
Wohnort: Solingen
Kontaktdaten:

Beitrag von wolfachim_roland » 31 Mär 2013, 13:10

Leider hängt kein Foto an.

Wolf
Wolf Roland

Benutzeravatar
bee
Beiträge: 3938
Registriert: 17 Okt 2008, 17:38
Wohnort: die Region, wo D an CH und F grenzt

Beitrag von bee » 31 Mär 2013, 15:19

Hallo,
Baumbestimmung nach Rindenbildern ist ganz schön vertrackt, da die Borke vom jungen über mittelalten bis zum ganz alten Baum sehr unterschiedlich sein kan.
Auch der Standort (Freistand oder Wald) spielt eine Rolle.

Ich habe mich schon mal ausführlich mit dem Thema beschäftigt (meist einheimische Waldbäume).
viewtopic.php?t=9126
viewtopic.php?t=10655

Trotzdem kommt man hier schwer ins Grübeln.

Die beiden linken Stücke würde ich auch vorsichtig einer Pappel zuordnen, und zwar eventuell Populus x canescens.
Helle Rinde, kleine rautenförmige Lentizellen (?) horizontal, darunter sieht man eine vertikale Struktur, wo die Rinde dann aufreißen würde, um eine rauere Borke zu bilden.
Vgl.
http://www.baumkunde.de/Populus_x_canescens/Borke/
http://www.masterfile.com/stock-photogr ... etherlands

Bei den beiden rechten Stücken bin ich nicht sicher, ob sie vom selben Baum (der selben Art) stammen.
Nr. 2 von rechts würde ich typisch für Esche (Fraxinus excelsior) halten.

Auf den ersten Blick könnte es ganz rechts auch Esche sein, mit viel stärker aufgeworfener Borke (also ein älterer Baum), aber da stören mich die Reste von recht großen rautenförmigen Lentizellen.
Ich denke, dass es sich ganz rechts um Salix caprea (o.ä.) handeln könnte.

http://www.baumkunde.de/Salix_caprea/Borke/ (jüngerer Baum mit großen Lentizellen)

Hier viel weiter aufgerissen
http://www.flickr.com/photos/22873479@N ... otostream/
Viele Grüße von bee

Kiefer
Moderator
Beiträge: 3916
Registriert: 13 Dez 2004, 00:17

Beitrag von Kiefer » 31 Mär 2013, 20:16

Hallo!

Das ist alles Pappel, jeweils von verschieden alten Stammabschnitten =)!

Grüße,
Andreas

tim_baum
Beiträge: 3
Registriert: 31 Mär 2013, 12:31

Beitrag von tim_baum » 01 Apr 2013, 16:05

Vielen Dank für die schnellen Antworten!

Schöne Grüße aus dem sonnigen Hamburg :)

captainplanet
Beiträge: 299
Registriert: 12 Apr 2007, 16:36

Beitrag von captainplanet » 02 Apr 2013, 10:27

Also zumindest beim zweiten von rechts ist das eine sehr gewagte Hypothese, wie ich finde. Das könnte sehr vieles sein. Fotos, die den Ringaufbau zeigen, wären nützlich wenn es schon keine Knospen gibt (was ich fast nicht glauben kann....).

Lg Georg

quellfelder
Beiträge: 4305
Registriert: 29 Dez 2010, 16:46
Wohnort: 23936 Grevesmühlen

Beitrag von quellfelder » 02 Apr 2013, 14:47

Hallo,

Andreas ist aus Erfahrung ein weiser Mensch. Es gibt keinen Grund an ihn zu zweifeln.

Viele Grüße

quellfelder

Kiefer
Moderator
Beiträge: 3916
Registriert: 13 Dez 2004, 00:17

Beitrag von Kiefer » 02 Apr 2013, 19:28

Hm, von wievielen Bäumen sind die Scheite wohl. Ich glaube, die Chancen stehen ziemlich gut, dass sie alle von einem oder benachbarten sind.
Eschen haben nur in einem sehr begrenzten Zeitraum so silbrige Rinde, die dann auch gleich viel dunkler ist, wenn sie aufreißt. Zudem behalten sie die slbrige Rinde weit länger, wenn sie schnell und dünn aufschießen, um ans Licht zu kommen.
Auch haben sie nicht diese hellen Streifen zwischen den Borkenwülsten, die aber ganz typisch für die schnellwachsenden Pappeln sind.

ALternativ könnte man Tim aber auch mal fragen, ob denn die Stücke von demselben Baum sind, oder von zwei, die die selben Knospen hatten...

Benutzeravatar
LCV
Beiträge: 8396
Registriert: 03 Dez 2007, 14:46
Wohnort: 79379 Müllheim
Kontaktdaten:

Beitrag von LCV » 02 Apr 2013, 21:32

Ich neige auch dazu, alles ein und demselben Baum zuzuordnen. Ähnliche Effekte sind bei Populus alba zu erkennen. Jung ist die Borke glatt und silbrig, bei alten Bäumen unten extrem zerklüftet, oben im Astwerk aber noch silbrig.

Antworten