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Moderatoren: LCV, stefan, tormi
Schließlich zeige ich Euch die Knospe eines Blütenstandes. Ihr dürft Euch auch ruhig erinnern, in welcher Jahreszeit wir gerade sind, und wo ich mich sonst so rumtreibe. Trotzdem ist es für keinen von Euch zu exotisch. Ihr habt das Gehölz alle schon lebendig gesehen. Außerdem ist diese Gattung in Deutschland mit vielen krautigen Arten vertreten.
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Früchte muss man sehr suchen. Die Zweige, die sich bis zu meinem Fotoapparat herabgelassen haben, haben nichts produziert, aber ich konnte von den sehr hoch hängenden Blüten was ranzoomen, daher sehr unscharf. Aus dem gezeigten Blütenstand schiebt sich in der Mitte die kugelige Frucht hervor. Ich müsste mal im Februar gezielt suchen, ob ich noch bessere Früchte finde. So wie die Frucht da aus dem Blütenstand herausragt, habt ihr es auch schon an den deutschen Arten der Gattung gesehen.
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Der Weihnachtsstern heißt botanisch Euphorbia pulcherrima, Familie Euphorbiaceae. Als sogenannte Kurztagspflanze verfügt er über eine bemerkenswerte innere Uhr. Den Sommer über investiert er seine ganze Kraft in das vegetative Wachstum, produziert Blätter und Höhe. Ab der Tag-und-Nacht-Gleiche, wenn die Tage dunkler und kürzer werden, beschäftigt er sich intensiv mit Fortpflanzung. (Daher mein Hinweis, dass ich im Februar nach Früchten suchen werde.) Die kleinen unauffälligen Blütenstände oder Scheinblüten heißen auf botanisch Cyathium. Was viele für große rote Blüten halten, sind Hochblätter, die bei fehlenden Blütenblättern das Anlocken der Insekten übernehmen. Die lippenförmigen gelben Gebilde, die an den Blütenständen drankleben, sind Nektardrüsen. Etwas anders geformt kann man sie auch an den krautigen Wolfsmilch-Arten sehen. Das Gehölz kommt aus Mexiko und Mittelamerika, und steht auch bei uns in Haiti überall rum. Auch dort ist es eine typische Weihnachtspflanze, die sich ungehemmt durch das Gebüsch verzweigt und von November bis Februar blüht. Die deutschen Exemplare sind wohl mit verschiedenen Techniken auf Blumentopfformat getrimmt und werden durch gezielte Verdunklung genau zum richtigen Zeitpunkt zum Blühen gebracht. Den in Deutschland manchmal auf den Blättern sichtbaren Glitterstaub konnte ich am Naturstandort nicht beobachten. Vielen Dank für’s Mitraten und alles Gute im neuen Jahr ! Anke
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Hallo Anke, hier eine kleine Ergänzung zu Deinem interessanten Beitrag: ein Foto von der Osterinsel, aufgenommen vor einer Woche. Hier gedeihen die Weihnachtssterne offensichtlich ebenso gut wie auf Haiti. Viele Gruesse
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Hallo Durian, sehr hübsch, bei Dir sind die Früchte schon deutlich weiter und ergänzen somit die Reihe. Was ich nicht verstehe: Die Osterinseln liegen doch auf der Südhalbkugel, da müßte es doch jetzt Herbst werden? Oder sind das Überbleibsel vom Frühjahr? Bei uns verlieren die Weihnachtssterne im Frühling alle ihre roten Hochblätter. Gruß, Anke