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Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Um das ganze mal wieder ein wenig wieder zu beleben ^^...

Hier drei meiner inzwischen- en Funde.

Zuerst eine Eberesche (im Vergleich mit einem frei wachsenden, normalen Sämling). Sie ist nicht ganz gelblaubig, sondern hat noch feine grüne Zeichnung im Gelb- sehr, sehr apart und anders, als wie ich sie fand ^^. Diese markante doppelte Sägung des Laubs, glaube ich inzwischen, ist bei den Ebereschen in unserer Gegend hier durchaus normal.

Danach ein ebenfalls mal anderer Ilex aquifolium, beide gefunden auf demselben Pilzsammelgang Ende letzten Augusts :). Während panaschierte Pflanzen später gerne vergrünen, ist es beim Ilex genau anders rum.
Er treibt grün aus und "verbuntet" später, das junge Laub vom letzten Jahr beginnt gerade zu verfärben. Auch mal was neues, wie ich finde :).

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Und dann noch ein erst am letzten Wochenende gefundener Huflattich. Es war eine Sämlingspflanze mit erst fünf Ausläuferchen, von denen zwei mitkommen wollten ^^.
Ich weiß, das Vorox- oder RoundUp- geschädigte Pflanzen, die das Teufelszeug nicht völlig umbringt, gerne ähnliche Phänotypen ausbilden, hier denke ich aber, dass es natürlich ist, denn nahebei standen normal grüne Huflattiche, und auch die restliche Vegetation war normal gefärbt und dicht.

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Andreas75
Beiträge: 3995
Registriert: 13 Dez 2004, 00:17

Beitrag von Andreas75 »

Und dann noch der Brüller schlechthin...

Ich manipuliere gestern da so am Tor meines Nutzgartens umher, um den wieder hühnersicher zu bekommen, direkt daneben steht meine große Goldrutengruppe (meine absolute Lieblings- Hochstaude!), die gerade die ersten neuen Blätter entfaltet und denke so: "Mann, eine panaschierte Goldrute- wie geil wäre das...!"

Bastele da so vor mich hin und versteckere dann unten eine kleine Lücke in der Benjeshecke (die den Nutzgarten umgibt) mit ein paar Thuja- Abschnitten, und da streifte mein flüchtiger Blick im "grünen Meer" der jungen Goldrutentriebe folgendes:

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Hammer- ehrlich, der absolute Hammer!
Weil 's vor allem zwei oder drei Austriebe sind, die so gezeichnet sind, die sich um einen vorjährigen Stengel gruppieren...

So langsam fange ich wirklich an, an Vorhersehung und alles andere zu glauben...
Das war genauso völlig "paranormal" wie letztes Jahr ungefähr um genau die gleiche Zeit, als wir bei Schwägerinnen und Schwiegervater zu Besuch waren, und einen Spaziergang machten.
Meine Frau sucht leidenschaftlich gerne mit nach Mutanten, und ich sagte so flapsig am Anfang des Gangs in den Wald "Ein panaschierter Hasel wäre cool- oder eine Eberesche". Wohl wissend, dass beides zwar reichlich aussät, mir aber noch NIEmals in über 20 Jahren Mutanten von denen über den Weg gelaufen wären.
Und was finde ich am Ende des Spaziergangs, knapp wieder vor den ersten Häusern 3 m vom Weg unter Buchen? Eine 1a tipp topp weiß panaschierte Eberesche... Kreisch!
Von der Eberesche kommen natürlich auch noch Bilder, vom Fund und aktuelle ^^, aber mal ehrlich, sowas ist doch kein Zufall mehr, oder (ernst gemeinte Frage!) ?!?

Jedenfalls steht jetzt an herauszufinden, wie man Goldruten in so diffizilem Maßstab vermehrt bekommt ^^!

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Kiefer hat geschrieben:
aber mal ehrlich, sowas ist doch kein Zufall mehr, oder (ernst gemeinte Frage!) ?!?
Vorletztes Jahr hatte ich in meinen neu übernommenen Garten einen kleinen Tümpel vorgefunden, in dem ein Goldfisch herumschwamm. Ich interessiere mich nicht für Goldfische, aber kurze Zeit nach diesem Fund sah ich im hiesigen Fluß einen Schwarm Forellen, unter ihnen ein goldenes Exemplar.
Kurze Internetsuche - es gibt tatsächlich goldene Forellen. Ist mir vorher noch nie untergekommen.

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Hy!

Oh, sehr schön. Weißt du denn, ob es Regenbogen- oder Bachforellen waren? Die goldenen Regenbogner kann man inzwischen wohl sogar schon angeln (obwohl ich die viel zu schön dafür finde). Aber so in freier Wildbahn dennoch ein seeehr toller Fund.
Ich finde zwar Farbmutanten auch bei Tieren toll, aber mehr als diverse Schecken häufiger Vogelarten (Amsel, Blässhuhn, Ringeltaube mit nur halbem Halsring) sind mir da noch nicht begegnet- doch, schwarze Rehe im Havelland, was schon sehr geil war, aber sonst noch nichts :).

Hier Bilder noch zweier Ebereschen.
Zuerst die oben angesprochene vom Waldspaziergang bei der Verwandtschaft, einmal in der Fundsituation und dann zuhause getopft.
Sie lag auf dem Boden, nur noch mit zwei, drei Wurzeln so eben im Boden, herausgewühlt von Mäusen. Vermutlich wäre sie sicher noch im selben Sommer vertrocknet und eingegangen.
Bilder aktuellen Datums folgen noch.

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Und hier, wie ich sie erstmal nenne, Sorbus aucuparia 'Waldrakete' ^^.
Eine sehr schöne schlanke Säulenform auf einem Kyrill- Windwurf, an die 5 m hoch und bereits fruchtend.
Gefunden im Oktober '13, anhand wiederum einer Pilzsammeltour. Noch im ersten Jahr sammelte ich etwas Veredlungsmaterial für einen Baum- Freund, im Einschlag bissen aber leider die Mäuse zu, Rinde ab :(...
Sodann auf ein neues organisierte ich im Juli '14 nochmal einen neuen Trieb und okulierte drei Augen auf einen auf unserem Grundstück wachsenden, wilden und schon größeren Sämling.
Alle drei wuchsen an, wobei ich beim kürzlichen Abwerfen der Unterlage, aargh, das obere Auge mit abschnitt :x , das mittlere will indessen nicht weiter austreiben, aber das untere Auge zum Glück entfaltet sich nun.

Das ist auch ganz gut so, denn war das Brombeerdickicht zum Fund 2013 noch leidlich passierbar, geriet das ein Jahr später bereits zu einer üblen Odyssee. Hüft- bis bauchhoch waren die Mistdinger, dicht und verschlungen, nicht mal mit Wildwechseln drin (und ich wählte noch den Weg des geringsten Widerstands!), das Objekt der Begierde natürlich mitten drin (gut 30 m von jedem Rand entfernt), so dass das zweite Veredlungsmaterial echt hart erkämpft war :lol:.
Hier denn erstmal die Mutterpflanze, die feiner in der Triebstärke ist als die bereits bestehende Säulenform 'Fastigiata', und weniger steif verzweigt ist als diese.
Ich freu' mich schon auf die Entwicklung der Veredlung, die auch am Standort der Unterlage stehen bleiben kann, und da ich auch eine junge S. aucuparia 'Fastigiata' habe, auf den direkten Vergleich :).

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Zuletzt geändert von Andreas75 am 24 Apr 2015, 12:51, insgesamt 1-mal geändert.

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Im Körnerpark in Berlin lebte früher eine teils albinotische Amsel, die ich ein paar Mal gesehen hatte.
Was das für eine Forelle war, weiß ich nicht. Die Brücke ist zu hoch, um genaueres zu erkennen. Es war ein Schwarm bereits etwas größerer Tiere, eines davon golden, und wenn ich so drüber nachdenke, könnten die aus einem Zuchtbetrieb ausgebüchst sein. Gesehen hatte ich die kurz nach dem Hochwasser 2013.

Die säulenförmige Eberesche sieht ziemlich krank aus. Ist das Feuerbrandt?
Normalerweise haben Ebereschen gelbe Herbstfärbung, was bei blauem Himmel einen tollen Kontrast zu den roten Beeren ergibt. Die würde ich jedenfalls nicht vermehren. Oder ist das ein Ringelschaden durch Mäuse o.ä.?

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Ah, ausgebüchst kann gut sein. Ich erinnere mich noch an die Nachrichtenbilder von Überschwemmungen im Erzgebirge, wo die Goldfische den Rinnstein lang schwammen...

Nein, kein Feuerbrand.
Das mit der Herbstfarbe muss den hiesigen Ebereschen mal einer verraten- die verfärben leider längst nicht so prachtvoll, wie ich es aus Berlin gewohnt bin. Die werden ähnlich wie Eschen einfach nur grüngelblich, vom Rand her braun und werfen ab- finde ich total schade, ist aber hier so :(...

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Vielleicht gibt diese tolle Herbstfärbung nur bei schönem Wetter.

Der Wasserstand im Flußbett der Weißen Elster war 2013 2 m höher als normal.
Normal sind 50 cm :lol: Vielleicht wurde irgendwo ein Forellenteich überflutet.

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Heute bei der Gartenarbeit entdeckt, ein panaschiertes Radieschen. :mrgreen:
(Könnte auch ein Rettich sein, oder ganz was anderes.)

Ich hoffe, ich kann dir damit eine Freude bereiten! :mrgreen:
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Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Wenn das wirklich buntblättrig wird und Du das blühen lässt, nehme ich Samen davon ^^!
Ja, Freude gemacht :D!

PS: Da das hier ja keine Ein oder Zwei Mann- Show werden soll, sind alle anderen aufs herzlichste eingeladen, wenn nicht aufgefordert, ihre panaschierten, form- und anders farbmutierten Schätze hier ebenfalls zu zeigen, vorzugsweise Wild- Findlinge, so vorhanden. Kann ja nicht sein, dass ich alleine so eine Panne habe :lol:.

Yogibaer
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Beitrag von Yogibaer »

Ist zwar nicht panaschiert aber dafür ein tricotyler Kohlrabisämling.
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Dioscorea
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Cryptomeria japonica (spiralis ?)

Beitrag von Dioscorea »

Ist das grauslich genug ? Passt das zum Thema ?
Fockea
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Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Das ist eine Cryptomerie aus der Araucarioides-Gruppe. Sie scheint etwas beengt und schattig zu stehen. Davon gibt es auch schöne Exemplare. Wer skurile Spielformen liebt, kommt um solche Pflanzen nicht herum.

Vg Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Wirklich äußerst spooky :shock: , aber auch sehr interessant. Sieht bei fluffigem Neuschnee bestimmt genial aus :D!

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Das gibt schon ein ganz anderes Bild, wenn man die abgestorbenen, braunen Partien - die typisch sind - herausnimmt.

VG wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Dioscorea
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Cryptomeria ja. "Rasen"

Beitrag von Dioscorea »

Oder doch lieber diese Sorte nehmen. (Lässt sich leicht durch Stecklinge vermehren)
Cryptomeria japonica "Rasen"
Sie wächst sehr rasch. Das Gehölz ist ca. 3-4 Jahre alt.
Die Peitschen sind nicht so lang , hellgrün und die gedrehten Nadeln sind kürzer. Ich habe noch kein grosses Exemplar gesehen und weiss nicht ob der Stamm vielleicht auch mal dicker wird. Sonst kriegt sie mal das Aussehen wie eine Trauerweide.

Die zuvor vorgestellte Cryptomeria könnte eine C.j. "dacrydioides" sein.
Fockea
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