Sri Lanka. Bounty-Baum-->Artocarpus altilis (Moraceae), Brotfruchtbaum

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch ausserhalb Europa, z.B. Afrika, Asien gesehen, und möchtet ihn bestimmen, dann könnt ihr hier fragen.

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Durian
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Sri Lanka. Bounty-Baum-->Artocarpus altilis (Moraceae), Brotfruchtbaum

Beitrag von Durian »

Rätsel. Die nahrhaften Früchte dieses Baumes stehen nicht so oft auf der Speisekarte, weil sie nicht soooo lecker sind. Der Baum ist bekannt durch die "Meuterei auf der Bounty". Kapitän Bligh konnte erst bei seiner zweiten Reise mehr als 2.000 Stecklinge nach Jamaica bringen. Wie heißt der Baum ? Bitte Vorschläge der Bestimmung per PN senden.
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Durian
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Beitrag von Durian »

Richtige Bestimmungen trafen schon ein von Wolfachim Roland, Karola und Frank / LCV. Danke !

Durian
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Beitrag von Durian »

Stefan schickte die richtige Bestimmung. Danke !

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo,
ohne der Lösung vorzugreifen, mit "nicht so lecker" bin ich nicht so einverstanden. :)

Das betrifft die reife Frucht, die dann einen leicht süßlichen Geschmack annimmt, der für den gemeinen MItteleuropäer in der Verbindung mit einer sehr stärkehaltigen sättigenden Frucht etwas gewöhnungsbedürftig ist, roh vor allem.

Aber:
- die unreife Frucht "á la Bratkartoffel" oder
- die unreife Frucht kleingeschnitten fritiert (Chips) oder
- die fast reife Frucht (schon leicht süßlich) zu Kroketten verarbeitet oder
- die fast reife Frucht ganz und mit Schale iin Holzkohlenglut gegrillt oder
- die fast reife Frucht mit Zucker, Vanille und Kokosmilch gekocht,

das sind schon leckere Varianten, aber alle sehr sehr nahrhaft.

Die ganz reife oder überreife Frucht fällt vom Baum und hinterlässt ein glitschigen weißen Haufen...
Viele Grüße von bee

Durian
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Beitrag von Durian »

Hallo bee, vielen Dank für die tollen Rezepte, die wohl nur vor Ort verwirklicht werden könnten. In den Hotels wurden sie nicht angeboten.

Durian
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Beitrag von Durian »

bee schickte die Lösung. Danke !
auch menkontre ist von der Fruckt angetan und hat Nutzungsvorschläge, die ich aber hierzulande nicht durchführen kann; wir haben sie hier noch nicht angeboten gesehen. Danke, Anke !

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo Durian,
hierzulande wird die Frucht aus gutem Grund nicht angeboten, denn sie ist so gut wie nicht transportfähig, sie werden schnell weich - höchstens Flug... wären möglich, habe ich aber auch noch nie gesehen (vielleicht in Frankreich, wo viele Leute aus der franz. Karibik leben, da gibt es im normalen Supermarkt auch Yam-Wurzeln etc.)

Vor Ort wird sie meist in fast reifem Zustand geerntet und schnell zubereitet. Manchmal gibt es aber eine Schwemme, viele ... werden gleichzeitig reif.
Das war die Zeit, wo damals in einem kleinen Hotel ein ganzer Waschkorb voll zu weich wurde - da erfand man die "...-Krokette", die fertigen Kroketten konnte man dann sogar einfrieren.

Die anderen Rezepte sind eher "Hausmacher-Art".

Die fliegende Hunde (große fruchtfressende Fledermäuse) sind ganz wild auf diese Früchte und machen ein Riesen-Spektakel in den Bäumen - ein Geschrei wie von einer Katzenbande - nur lauter.

Auf den Seychellen wurde man vor ein paar Jahren noch fast ausgelacht, wenn man als Touri eine ... kaufen wollte. Die gab es nicht auf dem Markt oder in den kleinen Läden, die gab es nur privat.
Aber man muss erst mal jemanden finden, der eine ...-Frucht ernten kann oder will, die hängen nämlich schön hoch - eine Stange zum abschlagen ist das Mindeste, was man braucht.

Für viele Einheimische damals war es schon "Arme-Leute-Essen", aber die Einschätzung scheint sich wieder etwas geändert zu haben.
Ein Sprichwort besagt, wenn du ... gegessen hast, dann kommst du wieder...

In der franz. Karibik waren wir mal zu einer Zeit, als alle ... noch zu unreif am Baum hingen. Als die ersten reif wurden, gab es sie sogar im Geschäft zu kaufen - und eine ältere einheimische Dame strahlte über das ganze Gesicht über ihren Erwerb.
Dort ist die Frucht also durchaus geschätzt.
Viele Grüße von bee

Durian
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Beitrag von Durian »

Andreas G sandte den Namen des Baumes. Danke !

Durian
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Beitrag von Durian »

Danke, bee, toll !Soeben habe ich in Nadja Biedingers (promovierte Botanikerin mit besonderer Beziehung zu Bonn und Seychellen-Kundige) "Welt der Tropenpflanzen" gelesen: " Bei Vollreife kann man die Früchte auch roh essen: Das Fruchtfleisch ist dann goldgelb und besitzt einen eigenartigen Geschmack. Es ist süß und schmeckt einerseits ananasartig, andererseits herzhaft wie knuspriges Hähnchenfleisch. Auf den Seychellen lautet ein Sprichwort: Wer einmal von der ... gekostet hat, kommt immer wieder". Schade, ich hätte die oben zu sehende Frucht mit meinem Schweizer Messer aufschneiden und kosten sollen.

Durian
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Beitrag von Durian »

Es ist Artocarpus altilis, der Brotfruchtbaum, Breadfruit (Moraceae); eine der 50-60 Spezies der Gattung. Ähnlich bekannt dürfte die Jakfrucht (A. heterophyllus) sein

menkontre
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Beitrag von menkontre »

Hallo zusammen, vielleicht haben einige von Euch die Brotbaumfrucht doch schon gekostet, ohne es zu merken. Wenn sie im Gemisch mit anderen Beilagen auf dem Teller liegt, kann man sie schon einmal mit Jams oder Süßkartoffeln verwechseln, wenn man nicht genau aufpaßt. Die von Durian gezeigte Sorte ist ein steriler Cultivar, deswegen hat die Bounty auch Stecklinge mitgenommen und keine Samen. Bei uns in den Bergen gedeiht die ebenfalls eßbare Originalform mit Samen besser. Jedenfalls habe ich trotz langer Beobachtungsjahre noch nie den von Bee beschriebenen glitschigen weißen Haufen gesehen. Es wird immer alles vorher schon radikal aufgegessen. Wenn es die Dinger bei uns fritiert gibt, artet das Abendessen zur Keilerei unter den Kindern aus. Was ich an der Frucht so bemerkenswert finde, ist ihr Beitrag zum Naturschutz. Wenn ich andere Beilagen wie Süßkartoffeln, Jams oder Kochbananen anbaue, muss ich dafür roden, jäten und Erosion in Kauf nehmen. Die Brotbaumfrucht wächst absolut umweltfreundlich und pflegeleicht auf Bäumen. Den Schatten darunter kann man noch hervorragend für Kaffee oder Kakao nutzen. Gruß, Anke.

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo Anke,
und ich habe noch nie die Form mit Samen gesehen :cry: .

Die glitschigen Haufen entstehen, wenn die Bäume so hoch sind, dass sich keiner zum Ernten findet, die Fruit-Bats genügend andere Auswahl haben und wenn der Baum an einer Straße steht, die Frucht mit "kawumm" auf den Asphalt fällt und wenn sie dann noch überrollt wird, gibt es einen größeren hellen Fleck.
Viele Grüße von bee

menkontre
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Beitrag von menkontre »

Hallo Bee, alles klar, dann liegt die Differenz in meiner Wahrnehmung daran, daß wir noch keinen Asphalt haben. Aber wegen der von Dir nich nicht entdeckten Sorte brauchst Du nicht weinen (Deinem Smiley nach zu urteilen), dann musst Du eben Deinen nächsten Urlaub statt in Mahé in Beaumont verbringen, da wachsen die Zweige des fertilen Cultivars fast zum Fenster rein. Gruß, Anke

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