Edelkastanie (Castanea sativa) tot,aber wieso ?

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baumlaeufer
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Edelkastanie (Castanea sativa) tot,aber wieso ?

Beitrag von baumlaeufer » 18 Jun 2012, 00:45

Hy,
mein Baumfreund pflanzte im letzten November die prächtig aussehen Esskastanie im Rahmen einer öffentlichen Aktion- siehe Bild-.
Nur mußte ich leider feststellen, daß das Bäumchen Mitte Juni 2012 keine Blätter zeigt und die Knospen vertrocknet sind. Das wars dann wohl !
Knospenfotos kann ich nachreichen bei Bedarf.
War der Winter zu hart hier in NRW oder gibts sonst ne Ferndiagnose ?

Grueße vom Baumlaeufer
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Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 18 Jun 2012, 12:53

Hy!

Tja, die wird wohl dasselbe Schicksal ereilt haben, wie Hunderte weitere Gehölze letzten Winter. Zu lange zu mild gewesen- ergo bereits etwas angetrieben, und dann Mitte Februar der Knall in der Temperatur bis auf - 20 Grad runter... Und das war es denn...
Ist traurig um den schönen Baum, aber ich kann ein Lied singen... Haben an der Arbeit (Gartencenter eines Baumarkts) restliche Sachen vom Vorjahr überwintert, und beim Auswintern Mitte Februar sah das alles tiptop aus, war, wie erwähnt, durch die milden Temperaturen auch bereits angetrieben. Wenige Tage später dann der radikale Einbruch, und peu á peu gingen nacheinander sämtliche Pflanzen ein. Alle hatten braune, riechende Wurzeln, einzig überlebt hat der Acer platanoides 'Crimson Sentry', sonst alles alles futsch, nach teils vielversprechendem Start...

Gruß, Andreas

fockea
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Beitrag von fockea » 18 Jun 2012, 15:52

Auch ich vermelde ordentliche Verluste.
Besonders an denen, die ich besonders geliebt und geschützt habe. ( daher früher ausgetrieben und dann der Frost ?)
Nur, manche treiben erst jetzt aus und in einigen Gehölzen steckt noch "Leben" .(grün unter der Rinde und die Zweige sind biegbar)
Das habe ich in den letzten Jahren noch nie erlebt.
Schön, wieder etwas Platz zu haben.
Fockea

Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 18 Jun 2012, 20:34

Hy!

Auch wenn noch Leben drin steckt, habe ich bis auf einige Kiefern alles weggeschmissen, was bis 7. Juni nicht deutliches Leben zeigte (locker 25 Pflanzen *heul*).
Man muss ja mal bedenken, dass dieser "Sommer" nur noch bestenfalls 9 Wochen geht, und ohnehin alles andere als optimal ist.
Das langt für die geschwächten Pflanzen niemals, um ausreichend kräftig auszutreiben und die Reserven für den nächsten Winter wieder aufzufüllen.

Bei zweien meiner Kiefern (strobus 'Macopin' und parviflora 'Hami') denke ich, wird die Liebesmüh auch vergebens sein, doch zumindest die 'Hami' hat noch lebende Nadeln (die 'Macopin' nur noch so +- lebende Knospen), und ich habe es schon mal erlebt, dass eine Kiefer nach Verpflanzung ein Jahr nicht austrieb, im nächsten dann nur zögerlich, aber doch überlebte... Habe da also noch Hoffnung, was ich für die bis 7. Juni nicht ausgetriebenen Laubhölzer nicht mehr habe...

Gruß, Andreas

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria » 19 Jun 2012, 19:46

Hallo Andreas,

es kommt auch ganz auf den nächsten Winter an. Ist er moderat, können sich die geschwächten Pflanzen doch etwas erholen. Wird er wieder ein Knaller, dann ist das für viele das endgültige Aus.

VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

kurt
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Beitrag von kurt » 19 Jun 2012, 20:52

Hallo zusammen

Wir hatten hier 2 aufeinanderfolgende Nächte -14°C. Das war, als ihr -20°C hattet, also sehr spät. Die Mahonia war mittelmässig zurückgefroren, der Euonymus japonicus schien tot. Es wäre der einzige Verlust gewesen. Gut, dass ich nicht auf sauberes, ordentliches Aussehen meines Landes Wert lege. Also habe ich ihn einfach stehen lassen. Er sieht jetzt auch noch wie ein dürftiger Besen aus, hat aber an den unteren Partien der Stämme wieder ausgetrieben. Gibt es einen Grund, warum ich jetzt das tote Holz entfernen sollte?

Gruss
Kurt
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jantrautner
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Beitrag von jantrautner » 19 Jun 2012, 22:32

Na ja um Platz für die neuen Triebe zu schaffen?!

Dass euch u.a. Mahonien erfroren sind, wundert mich etwas. Diesen Winter hat es mir erstmals Buddlejas zerbröselt, und zwar praktisch alle, wobei ein Teil jedoch wieder aus dem Wurzelstock ausgetrieben ist - oberirdisch war alles erfroren. Auch bei den wenigen Euonymus ging oberirdisch fast alles kaputt - soll heissen, der Winter war auch hier ca. drei Wochen lang sehr hart.

Aber Mahonien habe ich auch eine ganze Menge im Garten, und ausser ein paar Blättern ist da garnichts erfroren, und jetzt sind sie alle wieder so frisch wie immer um die Zeit! Geblüht haben sie auch sehr üppig.
Auch sonst habe ich keinerlei Ausfälle zu beklagen, obwohl ich grundsätzlich keine Schutzmassnahmen ergreife, also Abdeckungen für Rosen, Einwickeln von Bux oder Eiben usw...

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stefan
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Beitrag von stefan » 19 Jun 2012, 22:47

Hallo Baumfreunde,
im warmen Rheinland:
die letzten Rosenblüten waren noch nach Weihnachten da - also bis dahin kein nennenswerter Frost, Januar frostfrei und trocken; Februar Dauerfrost und trocken!

Pflanzen, die im Boden standen, haben alle überlebt.
Allerdings hat die Kamelie, die Ende Januar schon schöne Knospen hatte, fast alle Blüten verloren - aber sonst kein Schaden.
3 Hortensien, die im Kübel standen und auch nach dem kalten Februar noch gut aussahen, haben anscheinend unter Spätfolgen des Frostes oder durch Kälte im April (die gar nicht stark war) praktisch alle vegetativen Knospen verloren (leben noch) - 2 ausgepflanzte Hortensien haben keinerlei Probleme.
Außerdem: viele Zwiebelpflanzen, die Ende Winter / Anfang Frühjahr hätten blühen sollen haben gelitten: Narzissen, die im Januar schon aus dem Boden schauten sind weg, frühe Tulpen kamen ganz schlecht, "Hasenglöckchen" (Endymion non-scriptum) ist fast komplett verschwunden. Schneeglöckchen, Krokusse, späte Narzisse und Tulpen sind völlig unbeeinflußt!

Also sehr unterschiedliche Auswirkungen!
Gruß, Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)


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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer » 21 Jun 2012, 00:58

Danke
für die vielen Beobachtungen und Situationsbeschreibungen
vom Baumlaeufer-Wolfgang
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