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Teneriffa: Baum mit roten Blüten --> Spathodea campanulata
Verfasst: 06 Feb 2008, 20:40
von Roseo-Marginata
Noch einmal Teneriffa: Dieser Baum hat knallrote, dekorative Blüten. Für die Kenner sicher ein leichtes .... ? Ich weiß es leider nicht.
Verfasst: 06 Feb 2008, 21:02
von tormi
Hallo Roseo,
wie dieser Baum heisst weiss ich leider auch nicht aber wenn noch weitere solch schöne Bilder kommen weiss ich wo es mich die nächsten Ferien hinzieht.
Der Baum wird sicher gleich von einem unserer Spezialisten entlarvt.
LG NAlis
Verfasst: 06 Feb 2008, 21:08
von stefan
Hallo Roseo, Nalis,
das ist Spathodea campanulata (Familie Bignoniaceae).
(= Afrikanischer Tulpenbaum)
Gruß, Stefan
Verfasst: 06 Feb 2008, 21:32
von Cryptomeria
Hallo Roseo
In Teneriffa heißt er Tulipéro del Gabón.( Tulpenbaum aus Gabon - dt. Gabun) Vielleicht hast du den Namen dort gehört.
Viele Grüße
Wolfgang
Verfasst: 06 Feb 2008, 21:45
von wolfachim_roland
Interessanterweise gilt der Afrikanische Tulpenbaum als einer der 100 weltweit stärksten Invasoren.
Wolf
Verfasst: 06 Feb 2008, 22:06
von Roseo-Marginata
Vielen Dank für die Antworten!
@Wolf: '....stärksten Invasoren. ' Was ist damit gemeint? Verbreitet sich schnell in einem neuen Gebiet?
Verfasst: 06 Feb 2008, 23:07
von wolfram
Hallo,
es fehlt noch ein Hinweis auf die interessanten Blüten, die als Knospen mit Wasser gefüllt sind, womit Fledermäuse als Bestäuber angelockt werden. Mit Druck auf die Knospen ergießt sich ein Wasserstrahl.
Gruß
Wolfram
Verfasst: 07 Feb 2008, 08:22
von wolfachim_roland
Hallo, Roseo:
vor einiger Zeit habe ich mir mal das Thema Invasoren vorgenommen :
Eroberer dringen kühn in ferne Landschaften vor. Sie bringen wenig mit, aber das Wichtige haben sie: Mut, Ausdauer, Lebenswillen, Anpassungsfähigkeit und Genügsamkeit. Und sie wissen, Gelegenheiten wahr zu nehmen.
Solche Eroberer finden wir auch unter den Bäumen. Sie schicken ihre Samen weit mit dem Wind oder mit den Vögeln. Und sie schlagen dort Wurzeln, wo andere nicht bleiben möchten: auf Öd-Land, unwirtlichen Schutthalden, Windbruch- und Rodungsflächen und an Straßenrändern; In Bauruinen, Überschwemmungsgebieten oder in Salzwasser-haltiger Lagunen.
Sie wachsen schnell und sind schon nach wenigen Jahren fortpflanzungsfähig. Allerdings erreichen sie oft kein hohes Alter.
Biologisch gesehen gibt es keine wesentlichen Unterschiede zwischen der Vorgehensweise von Pionieren, Kolonisatoren und Eroberern, wobei Pioniere meist nicht als Invasoren betrachtet werden. In Europa bekannte Pioniere sind die Kiefer (Pinus), Birke (Betula pendula), Pappel (Populus) und der Ahorn (Acer). Als Eroberer dagegen werden die Robinie (Robinia pseudoacacia) sowie der Chinesische Götterbaum (Ailanthus altissima) betrachtet. In den Tropen gelten der afrikanische Tulpenbaum (Spathodea campanulata), der Brasilianische Pfefferbaum (Schinus terebinthifolius) und zahlreiche Leguminosen als Invasoren. Mangroven (z.B. Bruguiera) besiedeln Brackwasser.
Oft sind es importierte Arten, die das Land erobern. Ihre Kraft und Ausdauer wird häufig unterschätzt. Man pflanzt sie, um Hänge zu befestigen, Dünen zu stabilisieren, karge Landschaften schnell zu begrünen. Und dann nehmen sie überhand, breiten sich aus, verdrängen die heimische Flora und werden zur Plage.
Wie bei den Tieren, so gibt es auch bei den Pflanzen Invasoren, die man einmal rief und nun nicht mehr unter Kontrolle bringt. In der weltweiten Arten-Liste der 100 schlimmsten Invasoren finden sich 16 Bäume. Dazu gehören die Tamariske (Tamarix ramosissima), der Ameisenbaum ( Cecropia peltata), die schwarze Akazie (Acacia mearnsii) und der Mesquite (Prosopis glandulosa).
Die dunkle Seite der Eroberer repräsentieren die Würgerfeige (Ficus thonningii), die ihren Wirt erdrosselt und der Bitterbusch (Eupatorium odoratum), der in Indien zu den Criminal Invasive Species zählt.
Die wichtigsten Eigenschaften der Invasoren sind eine hohe Fruchtbarkeitsrate – selbst unter ungünstigen Bedingungen, große genetische Variabilität und gute Anpassungsfähigkeit an das neue Ökosystem. Eine der wichtigen Methoden bei der Eroberung ist die Fixierung von Luftstickstoff über symbiotisch lebende Wurzelbakterien, wovon insbesondere die Leguminosen Gebrauch machen.
Verfasst: 07 Feb 2008, 10:59
von LCV
Hallo,
Anmerkung zu den Invasoren: In Jahrtausenden hat sich ein biologisches Gleichgewicht zwischen Pflanzen und Tieren entwickelt. Erst durch den Menschen gibt es absichtliche und unabsichtliche Störungen. Durch die Mobilität hat sich das drastisch verschlimmert. Schiffe bringen aggressive Krebse aus chinesischen Gewässern mit, die die Flüsse hinauf wandern und schwächere einheimische Arten vernichten. Oft fehlen auch die Fressfeinde aus der eigentlichen Heimat. Siehe Waschbärenplage. Auf Madeira hat eine indische Ingwerpflanze (Hedychium gardneranum) ganze Hänge erobert und alle anderen Pflanzen erstickt. Bei Versorgungsflügen zu einem US-Stützpunkt auf einer Südseeinsel kam eine eigentlich harmlose Schlange mit. Die hat dort keine Konkurrenz und alle Vögel, kleine Säuger und diverse Insektenarten ausgerottet. So etwas ist nicht umkehrbar. Jüngstes Beispiel: Gärtnereien importierten asiatische Marienkäfer, weil sie deutlich gefräßiger sind als unsere. Die "gute" Idee: Im Gewächshaus ohne Gift die Blattläuse bekämpfen. Leider entwischten einige und vermehrten sich so rasant, dass sie sich stark ausbreiten, vor allem in südlicher Richtung. 2006 habe ich hier nicht einen gesehen. 2007 traten sie schon in Schwärmen auf. Man erkennt sie an einer M-ähnlichen Zeichnung auf dem Kopfschild und sehr vielen Punkten (19?). Sie fressen auch die Larven der schwachen einheimischen Marienkäfer. Da sie auch noch widerlich stinken, haben sie kaum Fressfeinde. Während die uns bekannten Arten eher einzeln auftreten und sich "nett" verhalten, wird man von den asiatischen richtig belästigt. Eine Behörde soll den Import genehmigt haben. Es war aber ziemlich naiv zu glauben, dass die nicht in die Natur gelangen und hier zur Gefahr für "unsere" Arten werden.
Egal ob Tiere oder Pflanzen. Einige sind harmlos, andere aggressiv. Die anderen Lebensbedingungen in der neuen Umgebung können aber auch eine eigentlich harmlose Pflanze/Tier zum gefährlichen Aggressor machen.
Viele Grüße
Frank
Verfasst: 08 Feb 2008, 20:18
von Roseo-Marginata
Hallo Wolf,
danke für die ausführliche Erklärung. Mir fällt in dem Zusammenhang der Chinesische Götterbaum (Ailanthus altissima) auf - man sieht 'Invasoren-Verhalten' hier teilweise, aber vor allem im Mittelmeerraum soll es sehr schlimm damit sein. Man hatte diesen Baum bewußt angepflanzt, um Ödflächen zu begrünen. Es hat dann Überhand genommen, wie ich hörte.