Wildarten bei Rhododendren ---> Rhododendron spp.
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Hortulanus
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Torf ist eigentlich weniger wichtig. Diese uralte Bezeichnung "Moorbeetpflanzen" ist für diesen Irrtum hauptverantwortlich. Zwar gibt es einige Arten, die nur auf Rohhumus befriedigend wachsen (so z.B. die einheimische Art Rh. ferrugineum), für die meisten aber ist es wesentlich wichtiger, dass der Boden luftig und mit den feinen Faserwurzeln gut zu durchwachsen ist. Ich würde deshalb eine Schubkarre Betonsand (Sand-Kies-Gemisch) immer einer Schubkarre Torf vorziehen. Zumal der Sand dauerhafter für eine gute Bodenstruktur sorgt.
Nun muss der Boden zum Sauren tendieren, damit Rhododendren sich wohlfühlen. Aber das ist im Schattenbereich bei den meisten Gartenböden, sofern sie nicht aufgekalkt und stark mit Kompost versehen werden, ohnehin der Fall.
In meinem Garten stehen einige der Sträucher in fast neutralem Boden und sind totzdem gesund und propper. Die Toleranz gegenüber Kalk ist halt unterschiedlich ausgeprägt. Nicht aber gegen verdichtete Böden. Die mögen Rh. absolut nicht.
Nun muss der Boden zum Sauren tendieren, damit Rhododendren sich wohlfühlen. Aber das ist im Schattenbereich bei den meisten Gartenböden, sofern sie nicht aufgekalkt und stark mit Kompost versehen werden, ohnehin der Fall.
In meinem Garten stehen einige der Sträucher in fast neutralem Boden und sind totzdem gesund und propper. Die Toleranz gegenüber Kalk ist halt unterschiedlich ausgeprägt. Nicht aber gegen verdichtete Böden. Die mögen Rh. absolut nicht.
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Hortulanus
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Rhododendron yakushimanum
In dieser kleinen Reihe darf selbstverständlich nicht der vielleicht berühmteste und von vielen Enthusiasten auch als schönster bezeichnete Rhododendron fehlen: Rhododendron yakushimanum.
Diese Art kommt endemisch auf der winzigen, recht gebirgigen süd-japanischen Insel Yakushima vor und ist, etwas nüchterner betrachtet, lediglich eine Unterart von Rhododendron degronianum, einer ebenfalls japanischen Spezies und kann ein sehr variabler und auch recht unansehnlicher Kleinstrauch sein, der bei Gartenbesuchern allenfalls ein mitleidiges Lächeln hervorruft.
Der Ruhm dieser Art hat zwei Gründe. Zum einen ist sie inzwischen ein unverzichtbarer Kreuzungspartner für blühfreudige, klein bleibende Rhododendren mit einem möglichst kugeligen Wuchs (insbesondere der deutsche Züchter Hachmann hat international anerkannte Züchtungserfolge erzielt).
Die eigentliche Glorie beruht aber auf dem Wildklon „Koichiro Wada“. Dieser Klon, benannt nach einem japanischen Baumschulbesitzer, kam erst 1934 nach England und erhielt bei den klassifizierungsfreudigen Engländern die höchste Auszeichnung, das FCC-Zertifikat (First Class Certificate).
Tatsächlich gibt es wohl keine Wildart, die eine so perfekte Erscheinungsform hat: Geschlossener, halbkugeliger Wuchs, tiefdunkelgrüne Belaubung mit sehr steifen, schmalen, löffelförmigen Blättern und prachtvollen, geschlossenen und nicht auseinander fallenden Blütenstutzen, die von Zartrosa bis Weiß changieren. Bei Korallenketten heißt die Farbe „Engelshaut“. Eine wunderschöne Rose mit dieser Tönung trägt den Namen „Cuisse de Nymphe“ (Schenkel einer Nymphe).
Hier ein Bild des Blütenstutzes:
In dieser kleinen Reihe darf selbstverständlich nicht der vielleicht berühmteste und von vielen Enthusiasten auch als schönster bezeichnete Rhododendron fehlen: Rhododendron yakushimanum.
Diese Art kommt endemisch auf der winzigen, recht gebirgigen süd-japanischen Insel Yakushima vor und ist, etwas nüchterner betrachtet, lediglich eine Unterart von Rhododendron degronianum, einer ebenfalls japanischen Spezies und kann ein sehr variabler und auch recht unansehnlicher Kleinstrauch sein, der bei Gartenbesuchern allenfalls ein mitleidiges Lächeln hervorruft.
Der Ruhm dieser Art hat zwei Gründe. Zum einen ist sie inzwischen ein unverzichtbarer Kreuzungspartner für blühfreudige, klein bleibende Rhododendren mit einem möglichst kugeligen Wuchs (insbesondere der deutsche Züchter Hachmann hat international anerkannte Züchtungserfolge erzielt).
Die eigentliche Glorie beruht aber auf dem Wildklon „Koichiro Wada“. Dieser Klon, benannt nach einem japanischen Baumschulbesitzer, kam erst 1934 nach England und erhielt bei den klassifizierungsfreudigen Engländern die höchste Auszeichnung, das FCC-Zertifikat (First Class Certificate).
Tatsächlich gibt es wohl keine Wildart, die eine so perfekte Erscheinungsform hat: Geschlossener, halbkugeliger Wuchs, tiefdunkelgrüne Belaubung mit sehr steifen, schmalen, löffelförmigen Blättern und prachtvollen, geschlossenen und nicht auseinander fallenden Blütenstutzen, die von Zartrosa bis Weiß changieren. Bei Korallenketten heißt die Farbe „Engelshaut“. Eine wunderschöne Rose mit dieser Tönung trägt den Namen „Cuisse de Nymphe“ (Schenkel einer Nymphe).
Hier ein Bild des Blütenstutzes:
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Hortulanus
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Hortulanus
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Den geschlossenen Wuchs behält die Art auch in höherem Alter bei, wenn sie recht sonnig steht. Leider beeinträchtigt das die Dauer der Blüte.
Mein Strauch hat inzwischen einen Durchmesser von 2 m und eine Höhe von 1,20 erreicht.
Ein kleiner Wermutstropfen fällt auch in diese Begeisterung. Es gibt sehr viele Klone, die unter der Bezeichnung "Koichiro Wada" verkauft werden. Selten sind sie echt, was entweder an dem Laub (die Blätter sind breiter löffelförmig oder gar ungewölbt) oder am Blütenstutz (auseinander fallend und nicht kompakt) zu erkennen ist.
Mein Strauch hat inzwischen einen Durchmesser von 2 m und eine Höhe von 1,20 erreicht.
Ein kleiner Wermutstropfen fällt auch in diese Begeisterung. Es gibt sehr viele Klone, die unter der Bezeichnung "Koichiro Wada" verkauft werden. Selten sind sie echt, was entweder an dem Laub (die Blätter sind breiter löffelförmig oder gar ungewölbt) oder am Blütenstutz (auseinander fallend und nicht kompakt) zu erkennen ist.
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Hortulanus
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Rhododendron pachysanthum
Immer noch schwärmen „Pflanzenjäger“ aus, um neue, nicht nur gartenwürdige Pflanzen zu finden. Und immer noch sind China und andere Staaten des ostasiatischen Raums die bevorzugten Jagdgebiete. Obwohl bereits über 1000 Rhododendron-Arten gefunden wurden, entdeckt man doch immer wieder neue und darunter Kostbarkeiten, die das Herz des Sammlers höher schlagen lassen.
Eine erst 1971auf Taiwan entdeckte Art, die dann in 1972 nach England kam und dort zum ersten Mal in 1976 blühte, ist Rhododendron pachysanthum.
Zwar im Habitus nicht so „perfekt“ wie Rhododendron yakushimanum sind die übrigen Tugenden dieses Rhododendrons dem Japaner jedoch absolut ebenbürtig, hinsichtlich der Belaubung sogar überlegen.
Der Blütenstutz von Rhododendron pachysanthum ist schön geschlossen und von ganz exquisiter Färbung. Besonders prachtvoll ist aber das durch eine Behaarung (Indumentum) silbrig wirkende Laub. Die Unterseite der Blätter prangt in einem zarten Orange.
Immer noch schwärmen „Pflanzenjäger“ aus, um neue, nicht nur gartenwürdige Pflanzen zu finden. Und immer noch sind China und andere Staaten des ostasiatischen Raums die bevorzugten Jagdgebiete. Obwohl bereits über 1000 Rhododendron-Arten gefunden wurden, entdeckt man doch immer wieder neue und darunter Kostbarkeiten, die das Herz des Sammlers höher schlagen lassen.
Eine erst 1971auf Taiwan entdeckte Art, die dann in 1972 nach England kam und dort zum ersten Mal in 1976 blühte, ist Rhododendron pachysanthum.
Zwar im Habitus nicht so „perfekt“ wie Rhododendron yakushimanum sind die übrigen Tugenden dieses Rhododendrons dem Japaner jedoch absolut ebenbürtig, hinsichtlich der Belaubung sogar überlegen.
Der Blütenstutz von Rhododendron pachysanthum ist schön geschlossen und von ganz exquisiter Färbung. Besonders prachtvoll ist aber das durch eine Behaarung (Indumentum) silbrig wirkende Laub. Die Unterseite der Blätter prangt in einem zarten Orange.
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Hortulanus
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Rhododendron ferrugineum, Rh. hirsutum und Rh. myrtifolium
Bekanntlich lässt sich „Rhododendron“ mit „Rosenbaum“ übersetzen und heißt seit Carl von Linné so. Interessanterweise war dieser Name schon einmal verwendet worden und zwar im „Hortus Eystettensis“, diesem wundervollen Werk aus dem 17. Jahrhundert über die Flora des Gartens von Eichstätt (Altmühltal). Damals aber bezeichnete der Begriff einen Oleander (Tafel 138: Nerium seu Rhododendron flore albo).
Bäume sind sie beileibe nicht alle. Die überwiegende Zahl der Wildarten dürfte im Gegenteil kleine oder sogar Kleinststräucher sein.
Hier in Europa kommen lediglich 6 Wildarten vor: Rhododendron ponticum, Rh. ferrugineum, Rh. hirsutum, Rh. lapponicum, Rh. myrtifolium (syn. Kotschyi), Rh. ponticum und Ledum palustris, der Sumpf-Porst, welcher unter dem Namen Rh. tomentosum neuerdings zu den Rhododendren gezählt wird. Bezeichnet man die Kaukasus-Region jedoch auch als zu Europa gehörig (was nicht einheitlich gehandhabt wird), so erhöht sich die Zahl der europäischen Wildarten um weitere 4: Rhododendron caucasicum, Rh. luteum, Rh. smirnowii und Rh. ungernii.
Die bekanntesten in unserem Kulturkreis sind vermutlich Rhododendron ferrugineum und Rh. hirsutum, die sich in ihrem Vorkommen erstaunlich unterscheiden. Die „bewimperte“ Alpenrose (Rh. hirsutum) kommt in den östlichen Kalkalpen vor, während die „rostblättrige“ Alpenrose (Rh. ferrugineum) ein deutlich weiter verbreitetes Gebiet von den Zentralalpen bis zum Apennin und den Pyrenäen hat.
Im Aussehen ähneln sich beide Arten so sehr, dass sie lediglich durch ihre unterschiedlichen Blätter, bei hirsutum mit kleinen Härchen an den Blatträndern und unterseitig grün, bei ferruginuem ohne Haare und unterseitig rostfarben, zu unterscheiden sind. Die Blütenfarbe weicht auch ein wenig voneinander ab, aber das ist eine Marginalie.
Auch die viel weniger bekannte Art, Rhododendron myrtifolium, sie kommt in den Karpaten, Bulgarien und dem ehemaligen Jugoslawien vor, gleicht den zuvor genannten recht stark, hat aber eine etwas größere Corolla.
Im Garten sind alle 3 Arten meist eine Enttäuschung, da sie blühfaul sind und die kleinen, nur 2-3 cm großen Blüten nicht sonderlich spektakulär sind. Wer jedoch in den Alpen war, weiß, wie prachtvoll diese Rhododendren in der freien Natur sein können. Der Sammler will und kann deshalb auf sie nicht verzichten.
Bekanntlich lässt sich „Rhododendron“ mit „Rosenbaum“ übersetzen und heißt seit Carl von Linné so. Interessanterweise war dieser Name schon einmal verwendet worden und zwar im „Hortus Eystettensis“, diesem wundervollen Werk aus dem 17. Jahrhundert über die Flora des Gartens von Eichstätt (Altmühltal). Damals aber bezeichnete der Begriff einen Oleander (Tafel 138: Nerium seu Rhododendron flore albo).
Bäume sind sie beileibe nicht alle. Die überwiegende Zahl der Wildarten dürfte im Gegenteil kleine oder sogar Kleinststräucher sein.
Hier in Europa kommen lediglich 6 Wildarten vor: Rhododendron ponticum, Rh. ferrugineum, Rh. hirsutum, Rh. lapponicum, Rh. myrtifolium (syn. Kotschyi), Rh. ponticum und Ledum palustris, der Sumpf-Porst, welcher unter dem Namen Rh. tomentosum neuerdings zu den Rhododendren gezählt wird. Bezeichnet man die Kaukasus-Region jedoch auch als zu Europa gehörig (was nicht einheitlich gehandhabt wird), so erhöht sich die Zahl der europäischen Wildarten um weitere 4: Rhododendron caucasicum, Rh. luteum, Rh. smirnowii und Rh. ungernii.
Die bekanntesten in unserem Kulturkreis sind vermutlich Rhododendron ferrugineum und Rh. hirsutum, die sich in ihrem Vorkommen erstaunlich unterscheiden. Die „bewimperte“ Alpenrose (Rh. hirsutum) kommt in den östlichen Kalkalpen vor, während die „rostblättrige“ Alpenrose (Rh. ferrugineum) ein deutlich weiter verbreitetes Gebiet von den Zentralalpen bis zum Apennin und den Pyrenäen hat.
Im Aussehen ähneln sich beide Arten so sehr, dass sie lediglich durch ihre unterschiedlichen Blätter, bei hirsutum mit kleinen Härchen an den Blatträndern und unterseitig grün, bei ferruginuem ohne Haare und unterseitig rostfarben, zu unterscheiden sind. Die Blütenfarbe weicht auch ein wenig voneinander ab, aber das ist eine Marginalie.
Auch die viel weniger bekannte Art, Rhododendron myrtifolium, sie kommt in den Karpaten, Bulgarien und dem ehemaligen Jugoslawien vor, gleicht den zuvor genannten recht stark, hat aber eine etwas größere Corolla.
Im Garten sind alle 3 Arten meist eine Enttäuschung, da sie blühfaul sind und die kleinen, nur 2-3 cm großen Blüten nicht sonderlich spektakulär sind. Wer jedoch in den Alpen war, weiß, wie prachtvoll diese Rhododendren in der freien Natur sein können. Der Sammler will und kann deshalb auf sie nicht verzichten.
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Hortulanus
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Hortulanus
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Rhododendren
@ alle Rhododendrenliebhaber,wow was für tolle Gewächse. Auch ich kam in diesem Frühjahr schwer an diesen schönen Gewächsen vorbei Handelt es sich bei meinen Exemplaren auch um Wildgewächse? Vielleicht können mir die Experten helfen. Wie immer bemühte ich mich um eine gute Farbwiedergabe.
Danke Euch im voraus,
Ines
Danke Euch im voraus,
Ines
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liebe das leben und es liebt dich
Rhododendren
Hier mein zweites Exemplar...diesmal überraschte mich die blaue Farbe.
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Rhododendren
Hier mein drittes Exemplar.
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wolfachim_roland
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