Unbek. Schote eines Baumes (Fundort: Madeira)

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch ausserhalb Europa, z.B. Afrika, Asien gesehen, und möchtet ihn bestimmen, dann könnt ihr hier fragen.

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Avisto
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Unbek. Schote eines Baumes (Fundort: Madeira)

Beitrag von Avisto »

Hallo liebe Forengemeinde,
heute brauche ich Eure Hilfe zur bestimmung dieser Schote, welche ich auf Madeira gepflückt habe. Blöderweise habe ich kein Bild des Baums gemacht :x

Alos: die dunkelgrüne Schote ist ca. 14 cm lang, lanzettförmig und fast symmetrisch. Sie ist fein behaart auf der Oberfläche. Der Fruchtansatz ist verholzt.Beidseitig verläuft ein Streifen vom Ansatz bis zur Spitze.

Das Innere ist weiss, fleischig. Die Samen sitzen in einer Schicht im Inneren der Schote aufgereiht, sind jeweils ca. 2 mm gross und herzförmig, spitz nach unten zulaufend.

Hat jemand eine Idee?
Schon jetzt dankt euch herzlich
der Dietrich
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Baobab
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Re: Unbek. Schote eines Baumes (Fundort: Madeira)

Beitrag von Baobab »

Sieht mir fast nach Oleander aus.

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bee
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Re: Unbek. Schote eines Baumes (Fundort: Madeira)

Beitrag von bee »

Hallo,
schwierig, weil unreif.
Die Form der Schote passt für Nerium oleander, aber im reifen Zustand sehen die Samen ja etwas anders aus ... flugtauglich.
Ehrlich gesagt, habe ich solch eine Schote noch nie geöffnet - nur reife Früchte mal gesehen. Ich finde auch keine Vergleichsfoto von diesem Stadium.
Wenn du die Samen "herauspopelst", kommen da auch solche Härchen zum Vorschein (eventuell jetzt noch stark anliegend) ?
Viele Grüße von bee

Avisto
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Re: Unbek. Schote eines Baumes (Fundort: Madeira)

Beitrag von Avisto »

Hallo bee und baobab,
danke für eure Ideen. Wobei ich glaube, dass es kein Oleander war, dafür war der Baum einfach zu groß. Ausserdem sollte die Oleander Schote auch nicht so flach sein wie diese hier.
Trotzdem Danke schön, evt habt ihr ja noch Ideen.
Viele Grüße

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LCV
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Re: Unbek. Schote eines Baumes (Fundort: Madeira)

Beitrag von LCV »

Hallo,

war der Baum wildwachsend oder in einem Garten, Park bzw. Hotelgelände?
Falls wild, wo wuchs der? Direkt am Meer oder in der Höhe? Madeira hat
ja große Höhenunterschiede.

Gruß Frank

Baobab
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Re: Unbek. Schote eines Baumes (Fundort: Madeira)

Beitrag von Baobab »

Und erinnerst du dich zufälligerweise noch in etwa an die Form der Blätter?

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stefan
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Re: Unbek. Schote eines Baumes (Fundort: Madeira)

Beitrag von stefan »

Hallo Dietrich,

nach der äußeren Form sieht es z.B. wie die Frucht von Campsis radicans aus.
Es war nicht die Rede von einem Baum :?

Gruß
Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)


https://baum-des-tages.blogspot.de/

Avisto
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Re: Unbek. Schote eines Baumes (Fundort: Madeira)

Beitrag von Avisto »

Hallo,
die Klettertrompete wäre durchaus möglich. Besonders diese hier: https://www.biologie-seite.de/Biologie/ ... ertrompete erscheint mir zu meinem Foto als ziemlich passend.

Danke Stefan, das ist sehr heiß, würde ich sagen. Möglicherweise täuscht meine Erinnerung bzw. das Ding war nur an diesem großen Baum hochgewachsen.
Viele Grüße
Dietrich

rolf7
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Re: Unbek. Schote eines Baumes (Fundort: Madeira)

Beitrag von rolf7 »

Hallo zusammen

Ich denke es ist Spathodea campanulata, Afrikanischer Tulpenbaum
Früchte von Campsis haben an der Naht einen Rand, der fehlt auf dem ersten Foto, darum schliesse ich diese aus.
Es gibt auch bei Tabebuia solche Früchte, ob entsprechende Arten mit grossen Früchten auf Madeira vorkommen?
Der Afrikanische Tulpenbaum wird auf Madeira sehr häufig verwendet und scheint mir naheliegend.

https://www.visoflora.com/photos-nature ... a-cam.html
https://www.visoflora.com/photos-nature ... a-cam.html

Herzliche Grüsse
Rolf

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bee
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Re: Unbek. Schote eines Baumes (Fundort: Madeira)

Beitrag von bee »

Hallo,
das sieht ja sehr gut aus. Ich hatte mir gestern diverse Tabebuia-Arten (Tabebuia aurea vor allem) angeschaut ohne Ergebnis, die Größen und Formen und Nähte stimmten nicht überein. Seltsamerweise habe ich den Afr. Tulpenbaum noch nie mit Früchten gesehen, immer nur in Blüte.

Die Früchte scheinen ja wirklich sehr symmetrisch zu sein und auch größenmäßig von unreif zu reif noch mal sehr unterschiedlich.
https://keyserver.lucidcentral.org/weed ... nulata.htm
Viele Grüße von bee

Robaum
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Re: Unbek. Schote eines Baumes (Fundort: Madeira)

Beitrag von Robaum »

Hey, es wäre interessant zu versuchen, die eigentlich unreifen Samen trotzdem zum keimen zu bringen. Um die Warscheinlichkeit zu erhöhen, würde ich die Samen gründlich reinigen, desinfizieren und trocknen. Dann in Vermiculit mit destilliertem Wasser und Wasserstoffperoxid säen und leicht bedecken. So sollte es kein Problem mit Keimen geben. Vermiculit speichert Feuchtigkeit, ist luftig und hat sich für mich als bestes Substrat für schwierige Samen erwiesen. Tabebuia sollte es heiß und hell haben :)

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bee
Beiträge: 4596
Registriert: 17 Okt 2008, 17:38
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Re: Unbek. Schote eines Baumes (Fundort: Madeira)

Beitrag von bee »

Hallo,
im Ernst jetzt? :o Dass solch unreife Samen (man sieht ja kaum was, da ist ja gerade erst die Anlage vorhanden) keimen können, halte ich für relativ unwahrscheinlich. Es geht hier wahrscheinlich auch nicht um Tabebuia, sondern um Spathodea c. - aber klar, beide Samen sind bei Reife ähnlich gebaut (mit papierartigen Flügeln), wenn auch unterschiedlich groß und haben auch ähnliche Ansprüche.
Falls man einen Anzuchtversuch mit reifen Samen macht (Frucht sollte sich im braunen Zustand selbst geöffnet haben), dann keimen diese Samen mit normaler Anzuchterde (kaum bedeckt oder gar nicht bedeckt). Das gelingt aber nur gut bei ganz frischen Samen.
Ich hatte vor Jahren mal Tabebuia pallida (ist mir bei einem Bewässerungsgau eingegangen). Mit alten Samen und mit neugesammtelten, die aber schon etwas lagen, keimte gar nichts.
Im letzten Jahr habe ich Oroxylum indicum (auch eine Bignoniacea) zum Keimen gebracht, da war der Samen auch schon älter. Das hatte ein kleines "Handicap" zur Folge, was "Roxy" aber schnell überwunden hat.
https://forum.pflanzenbestimmung.de/for ... =4&t=44157
Neueste Blätter sind sogar schon doppelt gefiedert, dafür etwas kleiner. Jetzt im Winter ist das Wachstum - zum Glück! - deutlich verlangsamt.
Viele Grüße von bee

Avisto
Beiträge: 12
Registriert: 17 Aug 2013, 19:03

Re: Unbek. Schote eines Baumes (Fundort: Madeira)

Beitrag von Avisto »

Lieber Rolf,
du hast den Vogel tatsächlich abgeschossen! Klasse. Diese Schoten von deinem Link passen ganz genau. Jetzt, wo ich den Baum mit seinen Blüten sehe, weiß ich auch wieder, dass es ein Baum war und wo er stand.

Danke für Deine zielgenaue Recherche! Auch einen großen Dank an die anderen Forenmitgliedern, die hier gepostet haben.
Viele Grüße
der Dietrich

Spinnich
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Registriert: 27 Jul 2010, 01:14
Wohnort: nördl. Unterfranken

Re: Unbek. Schote eines Baumes (Fundort: Madeira)

Beitrag von Spinnich »

Ob es mit dem Keimversuch funktioniert kann man natürlich nur mutmaßen und ausprobieren.
Halbreife Samen von Periploca laevigata haben bei mir nach einem ersten Mißerfolg immerhin in einem 2ten Versuch doch noch gekeimt.
Und in dem speziellen Substrat hat ein Keimversuch mit alten gewöhnlichen Seasamsamen über der Wärmequelle meiner Aquarienabdeckung nach 2 Tagen eine Keimquote von etwa 100 % ergeben. Nach einer Aussaat-Vorgabe hätte ich 14 Tage warten müssen.

Den noch nicht geöffneten Teil der Schote nicht öffnen und abwarten bis das wirklich völlig dürr ist, dann könnte es durchaus zu keimfähigen Samen kommen.

LG Spinnich :mrgreen:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

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