Welcher Laubbaum ---> Acer negundo

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

Moderatoren: LCV, stefan, tormi

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Pixel72
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Welcher Laubbaum ---> Acer negundo

Beitrag von Pixel72 »

Hallo

bei uns im Garten (Berliner Raum) steht dieser kleine Baum und würde gerne wissen wollen, um was für ein Laubbaum es sich handelt
Keine Früchte nur Blüten (hellgelb)
Umfang unten 35 cm

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Danke

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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo,

könnte ein Ahorn sein, z.B. Acer negundo.
Sind die zusammengesetzten Blätter gegenständig angeordnet?
Die weiblichen Blüten sind gelb. Keine Früchte? Sehr ungewöhnlich.

Gruß Frank

Pixel72
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Beitrag von Pixel72 »

ob die Blätter gegen ständig angeordnet sind kann ich nicht genau sagen, da ich so gut wie keine Ahnung von Blatt oder Baumbestimmung habe.
Mit den Früchten und Blüten bin ich mir leider auch nicht sicher

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LCV
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Beitrag von LCV »

Ganz einfach. Du zeigst ja hier ein zusammengesetztes Blatt mit 3 Fiederblättchen. Zwei davon sind auch gegenständig angeordnet, d.h. die Blattstiele liegen direkt gegenüber. Wenn nun diese zusammengesetzten Blätter sich am Zweig ebenfalls genau gegenüber stehen, nennt man das gegenständig. Sind sie quasi im Zickzack angeordnet, heiß das wechselständig. Acer negundo hat zusammengesetzte Blätter mit 3 - 5 Blättchen. Die Früchte sehen aber so aus wie bei allen Ahornarten, also immer zwei zusammen mit dem Flügel. Bei Acer negundo würden sie jetzt in regelrechten Trauben am Baum hängen. Meist hängen die bis zum Frühjahr. Also solltest Du den Baum nochmals ganz genau anschauen.

Gruß Frank

Pixel72
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Beitrag von Pixel72 »

vielen Dank für die umfassende Auskunft

ich habe mal noch ein abgeschnittenen Zweig mit ein paar Blätter hochgeladen.
Vielleicht kann man ja das was noch erkennen Ansonsten muss ich noch mal warten bis neue Blätter am Baum sind.

Aber so wie ich es erkenne sind sie gegenständig
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tormi
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Beitrag von tormi »

HAllo,

LCV Frank hat völlig recht, das ist der Eschen-Ahorn, Acer negundo.
LG Nalis

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Hallo Pixel,
ich würde auch auf den Eschenahorn tippen. Gerade im Berliner Raum ist der sehr häufig. Falls nicht irgendwelche gewichtigen Gründe dagegen sprechen, rausreißen! Das ist eine sogenannte invasive Art. Ich habe schon oben in Buch kleinere Wäldchen nur aus Eschenahorn gesehen. Diese Art verbreitet sich auf Kosten heimischer Gehölze sehr stark und wächst hier in Berlin fast auf jeder Brache.

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Hallo,

ja, das ist ein guter Vorschlag.
Auch wenn es sich seltsam anhört, aber ich würde den Ahorn durch einen anderen, z.B. japanischen Ahorn ersetzen. Die sehen toll aus und nehmen z.t. nicht so viel Platz weg.
Einen echten Hingucker für alle Jahreszeiten kannst Du haben, wenn Du eine Grannenkiefer (Pinus aristata) pflanzt. Dieser Baum ist ebenfalls sehr langsam wachsend, sieht fast außerirdisch aus mit seinen kurzen blaugrünen Nadeln.
Ferner bieten sich noch verschiedene Obstbäume in Säulenform an.

Viele Grüße

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Huhu!
Das ist eine sogenannte invasive Art
Naja, die invasivste Art auf der Welt sind ja wohl immer noch wir selbst, und da wird ja auch nichts gegen unternommen, obwohl es für sämtliche Ökosysteme weit besser wäre ^^. Von daher würde ich das ganze doch mal etwas relativieren wollen.

Weibliche Bäume sollte man zahlenmäßig gering halten, aber wenn es ein männlicher Baum ist, spricht doch nix dagegen, den negundo stehen zu lassen, schöne gelbe Herbstfarbe hat er allemal, und auch die blaue Bereifung der Jungtriebe (weswegen er ja als Ziergehölz eingeführt wurde) hat was für sich...
Diese Art verbreitet sich auf Kosten heimischer Gehölze sehr stark und wächst hier in Berlin fast auf jeder Brache.
Nun ja...
Gerade die Konkurrenzkraft des Eschenahorns ist als eher unbedeutend zu bezeichnen. Bereits bei leichter Beschattung wird er krummwüchsig und kümmerlich und vergreist schnell.
Und kommen schnellwüchsigere Bäume auf, hat er schnell das Nachsehen, weil er im Unterholz schlicht erstickt. Und die Glanzzeiten des Acer negundo als Ruderalflora Nummer 1 sind eigentlich auch seit längerem passé, die Rolle hat der Spitzahorn und Ulmen/ Pappeln übernommen, bezirksabhängig auch noch der Götterbaum...

Grüße, Andreas

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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo,

es könnte gut sein, dass der Schuss nach hinten losgeht, wenn man den Baum einfach rausreißt. Ein Bekannter hat ein Grundstück übernommen, das über längere Zeit total verwildert ist. Dort standen auch einige Acer negundo. Teils als Bäume, teils als Sträucher. Als er alles wegschnitt, was im Weg war, kamen erst recht überall Schösslinge aus dem Boden. Offenbar reagiert der Acer negundo auf derartige Angriffe so ähnlich wie Rhus typhina. Wenn da nur ein Baum steht, der nicht weiter stört, würde ich ihn in Ruhe lassen.
Abgesehen davon würde ich als Ersatz einen Liquidambar pflanzen.

Gruß Frank

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Das ist auch eine tolle Idee.
Der Amberbaum wird allerdings recht groß. Er lässt sich aber schneiden.
Neben der sehr schönen Blattform fällt er besonders im Herbst durch seine intensive Laubfärbung auf.

Viele Grüße
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bunte Blattfarbe beim Amberbaum
bunte Blattfarbe beim Amberbaum
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Ginkgo bil
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Beitrag von Ginkgo bil »

Ich habe einen Amberbaum im Garten.
Dieser kann auch "invasiv " sein.
Unser Baum macht an sämtlichen Hauptwurzeln(Wurzelschößlinge) neue Triebe.
Ich könnte sofort mehrere neue Pflanzen von dieser Pflanze an einem
neuen Standort pflanzen.

Zurück schneiden geht natürlich.

Ginkgo bil. Klaus

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Kiefer hat geschrieben:

Nun ja...
Gerade die Konkurrenzkraft des Eschenahorns ist als eher unbedeutend zu bezeichnen. Bereits bei leichter Beschattung wird er krummwüchsig und kümmerlich und vergreist schnell.
Und kommen schnellwüchsigere Bäume auf, hat er schnell das Nachsehen, weil er im Unterholz schlicht erstickt. Und die Glanzzeiten des Acer negundo als Ruderalflora Nummer 1 sind eigentlich auch seit längerem passé, die Rolle hat der Spitzahorn und Ulmen/ Pappeln übernommen, bezirksabhängig auch noch der Götterbaum...
Wenn Spitzahorn, Pappeln oder Ulmen diesen Job übernehmen, ist es ja okay. Der Götterbaum ist noch penetranter, richtig. Aber auch A. negundo ist so ein Übeltäter. Außerdem sieht er richtig häßlich aus.

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