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Baum aus Südfrankreich ---> Lagerstroemia indica

Verfasst: 15 Sep 2010, 20:35
von moliets
Hallo zusammen,


ich suche den Namen dieses Baumes, das Foto ist aus Südfrankreich an der Atlantikküste, Region Landes, Departement Dax. Kann mir jemand weiterhelfen?

Lieben Dank im voraus

Verfasst: 15 Sep 2010, 20:53
von stefan
Hallo moliets,
das ist Lagerstroemia indica, die Indische Lagerstroemia / Kreppmyrte / Affenrutschbaum - siehe hier: http://www.baumkunde.de/Lagerstroemia_indica/
Gruß, Stefan

Verfasst: 15 Sep 2010, 22:04
von moliets
Hallo Stefan,

super, danke für die rasche Antwort.

Verfasst: 15 Sep 2010, 23:35
von baumlaeufer
Seltsam, wo überall die Affen in den Bäumen erwähnt werden. Bei Monkey Puzzle Tree weiß ich die Herkunft des Namens, bei dem Affenrutschbaum bislang noch nicht......
aber vielleicht kennt das ja jemand....
Baumlaeufer

Verfasst: 15 Sep 2010, 23:41
von LCV
Hallo Wolfgang,

warum hat der so einen glatten Stamm? ;-)

Gruß Frank


PS. Wächst der immer so? Sieht eher nach einer Gartensorte aus.

Verfasst: 16 Sep 2010, 12:38
von stefan
Hallo Frank,
die gezeigte Wuchsform ist sicherlich das Ergebnis gärtnerischer Erziehung.
Die Blüten (Farbe, Form, Größe) entsprechend der natürlichen Art.
Es gibt Farbvarianten - eine stärker violette ist in der Baumliste auch dargestellt, ich glaube ich habe auch schon weiße gesehen.
Gruß, Stefan

Verfasst: 16 Sep 2010, 12:52
von LCV
Hallo Stefan,

danke. Bei dieser Wuchsform wurde sicher nachgeholfen.

Ich habe gehört, man könne einem Sämling eine lange Röhre
überstülpen und dann wächst der ganz rasant dem Licht entgegen.
Müsste man mal ausprobieren. Irgendwie müssen ja diese
Hochstamm-Kübelpflanzen gezogen werden.

Meine andere Bemerkung bezog sich mit einem Augenzwinkern
auf Wolfgang's Frage nach Affenrutschbaum.

Gruß Frank

Verfasst: 16 Sep 2010, 14:53
von Cryptomeria
Die Lagerstroemie wurde auf jeden Fall hochstämmig gezogen.

Es gibt rote,rosafarbene,mehr lila und weiße. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe winterhärtere Sorten ( Nantchez,Acoma,Tuskegee,Lipan,Catawba...), die von den Exotenfreunden überall in Deutschland ausgepflanzt werden und geschützt auch die letzten Winter hier gut überdauert haben.

Wer also einen spätblühenden " Flieder " sieht, braucht sich nicht wundern, das ist Lagerstroemia ( meist indica x fauirei ).

Viele Grüße

Wolfgang

lagerstroemia indica "Rosea"

Verfasst: 19 Sep 2012, 07:51
von threerivers
Da es, weltweit betrachtet, neben den (mittlerweile wirtschaftlich und umsatzmäßig) dominierenden Lagerstroemia Hybriden nicht mehr aufzuzählende Indica Variationen und Selektionen gibt und in allen beiden Gruppen Wuchsformen von handhoch bis weit über 10m
Beschreibe ich nur einen kleinen Ausschnitt im Bereich Wuchsform und Habitus.
Vorweg, die Kreppmyrte (Lagerstroemie) crapemyrtle (richtig) auch crape myrtle usw
z.T. auch in Deutschland unter „Myrtle“ laufend hat in Japan die Bezeichnung Affenrutschbaum – aber wer mit Design auch nur ein wenig zu tun hat, kennt den japanischen Geschmack hinreichend …..
Die gezeigte Kreppmyrte ist sehr wahrscheinlich eine Lagerstroemia indica „Rosea“.
Die Wuchsform ist atypisch und hat wohl etwas mit dem verschrieenen crapemyrtle murder (bitte im www. Nachlesen) zu tun. In südlichen Ländern ist diese Praxis noch immer ihre Verbreitung. (Apes see, apes do).

Kreppmyrten schieben oft rasant und steil Bodentriebe nach oben die hier bei mir auch mal 250 und mehr erreichen können. Im Kübel bleiben die Schösslinge dank begrenzten Wuchses, kleiner, kürzer.
Diese Schösslinge führen zu einem mehrstämmigen Aufbau der Pflanze, so man die stehen lässt.
Üblich ist ein Aufbau als Busch, einstämmig und 3 oder 5 stämmig – je nach Gusto.
Kreppmyrten sehr raschwüchsig und blühfreudig, wenn man sie artgerecht hält.
Selbst Sämlinge versuchen oft schon im ersten Jahr zu blühen.
In den Folgejahren intensiviert sich diese Blüte (Spätsommer /Herbst) und häufig auch die Blütenfarbe.
Sie ist obendrein oft von der Sonnenscheindauer abhängig und trübes Wetter lässt einige rote Hybriden verblassen.

Denen, die sich dafür interessieren empfehle ich sich in den Bereich „Hybriden“ einzulesen.
Es ist ein erstaunlich weites Feld und lässt viel Platz eine Pflanze nach eigenem Geschmack zu finden, in Größe Farbe und Wuchsform und nach Frostfestigkeit.
Unter kleine Hobbygruppe im Bereich Ulm/Obere Donau (Albklima) besitzt allein über 50 Kreppmyrten in Höhenlagen um die 480…. Bis über 600m.
Mir sind im letzten Winter 70 oder mehr Rosen über den Jordan gegangen, die (jungen!) Kreppmyrten waren zurückgefroren und kamen z.T. erst ENDE JUNI (Wärmesumme war da nach kühlem Sommerstart erreicht) wieder – haben aufgeholte und einige werden dieses Jahr in unserem kühlen Klima nicht mehr blühen.
Die Pflanzen noch zu jung, der Winter war ausnehmend kalt – aber erfroren ist nicht eine einzige.
Ich hoffe nun, diese Ausführungen machen Mut es selbst einmal zu versuchen. (canyonland.fotos [at] gmail.com)
threerivers

Verfasst: 19 Sep 2012, 19:49
von Cryptomeria
Danke für die info!

Könnte man vielleicht doch nicht nur im Weinbauklima probieren!

VG Wolfgang

Verfasst: 13 Nov 2014, 18:18
von threerivers
Cryptomeria hat geschrieben:Danke für die info!

Könnte man vielleicht doch nicht nur im Weinbauklima probieren!

VG Wolfgang
Warum nur dort?? Warum - wenn man genauer liest ...

Nun, ich habe vor Jahren schon Natchezbäumchen in Dortmund gesehen. Weinbauklima ist das sicher nicht.
am 2.11. und am 9.11- machte eine kleine Gruppe von Exotenfreunden eine Tour um ausgepflanzte seltenere Pflanzen zwischen Münsinger Alb, Ulm und Memmingen zu sehen, die in diesem rauen Klima noch gedeihen.

Um auf den thread hier einzugehen: Darunter waren Kreppmyrten Lagerstroemia Indica L. Lagerstroemia indica x fauriei (x limii).
Herrlich und große Exemplare gesehen - in einem Garten 20 ausgepflanzte mächtige Büsche dazu ungezählte Indica im Kübel. Glücklicherweise war nicht 1 Exemplar mit einem Bubikopfschnitt verhunzt worden. Schön und gesund u. z.T. recht mächtig waren alle - die allergrößten standen im Bereich Memmingen. Der eingewachsene Garten wirkte sehr geschützt,

Am meisten wunderten wir uns über eine L. indica "Hopi" an der zugigen Nordseite eines Einfamilienhauses (ca 3m Abstand). Die Pflanze bekommt keinerlei besondere Aufmerksamkeit auch keinen Schutz und wirkt dennoch sehr gesund.
Auf den Höhen 550 - 800m fanden wir noch Gärten mit ausgepflanzten größeren Exemplaren. L. indica gab es auch. Wir haben die nicht erfasst, da auch die Besitzer der Ansicht waren, dass man da auch mal in strengen Wintern bis auf den Wurzelstock zurückgeworfen werden könnte. Passiert sei das aber bislang nicht, wohl aber habe die Sonne bei starkem Frost für Frostplatten gesorgt.(Schattieren!)
Andererseits liest man immer wieder von überaus frostresistenten Indicas.

Quintessenz: Die wachsen in einer der rauesten Gegenden Deutschlands mit besonders kühlen Sommern u.U mit Spätfrösten im Mai und Frühfrösten Ende Sept.

Und noch etwas haben wir mit heimgenommen: Man sollte die Pflanzen erst einmal im Kübel zu stattlichen Pflanzen heranziehen und dann zeitig im Frühjahr pflanzen. Geschnitten werden ausgepflanzte Kreppmyrten ausschließlich kurz vor Austrieb, wenn keine strengen Fröste mehr zu befürchten sind. Sie blühen am neuen Holz!
Dass sie in unserm Klima sehr spät austreiben, das sollte man wissen, auch dass sie nach sehr strengen Wintern aus dem Wurzelstock oft erst im Spätsommer austreiben. Man hat dann mit der Geduld zwar Zeit verloren aber einen Neukauf vermieden, um so mehr als solche Pflanzen dann doch sehr schnell aufholen. Also nicht kratzen, ziehen, zerren - einfach absolut in Ruhe lassen und für Licht sorgen.
Und was ich noch heimgebracht habe:
Einen rotlaubigen Sämling, einen Busch fast 2m hoch, der als Baum weitergezogen werden kann. Doch der kann jetzt nicht ausgepflanzt werden. Er wird im Wintergarten früher starten dürfen. Er soll sehr hellrot blühen.
Robert