Wer kann meinen kleinen Bonsai bestimmen - Saalweide ? ---> Salix caprea

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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Spinnich
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Wer kann meinen kleinen Bonsai bestimmen - Saalweide ? ---> Salix caprea

Beitrag von Spinnich »

Ich tippe ja aufgrund der gelblichen Zweige und der flaumigen Jungblätter stark auf eine Weidenart.
Allerdings sollten dann nicht auch Nebenblätter zu sehen sein ? :?

Bitte mal um Euer Fachwissen und eure Vorschläge, danke. :idea:
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Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

wolfram
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Beitrag von wolfram »

Eine Sal-Weide ist das ganz bestimmt nicht.
Viele Grüße, Wolfram

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Hallo!

Doch, ist es, aber eine extrem verhungerte Kümmerform, die mehr tot als lebendig ist (und zu allem Überfluss vielleicht auch noch lange im Zimmer stand?), oder eine Salix caprea- Hybride, da Laub, Trieb und Knospe im großen und ganzen passen.

Die Weide braucht unbedingt nährstoffreicheres Substrat, bzw, eine ausgewogene Ernährung (!) und eine gleichmäßige Feuchtigkeitszufuhr.
Ein Bonsai ist sie leider auch nur im Sinne der wörtlichen Übersetzung "Baum im Topf".
Ich würde sie für drei- vier Jahre frei im Garten auspflanzen, und sie ab dem zweiten Standjahr langsam anformen, sonst wird das nichts, da der Baum meiner Prognose nach spätestens nächstes Jahr tot ist, wenn sich die Pflege nicht um 180 ° wendet ;).

Grüße, Andreas

Spinnich
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Beitrag von Spinnich »

Hallo,
daß es sich um eine Kümmerform handelt ist zwar richtig, aber so schlecht geht es der Pflanze nun auch wieder nicht. Die ist vom Frühjahr bis Herbst immer im Freien (Halbschatten) und wächst dort nun schon einige Jahre als Sämling im Minnitopf. Das wirkt natürlich wachstumshemmend und kann mit der Umgestaltung einer kräftigeren Outdoorpflanze erst mal nicht verglichen weden, da brauchts Geduld.
Um etwas Zuwachs zu erzielen wird im Frühjahr nur leicht beschnitten (Spitzentriebe) und eben gerade jetzt nochmal durch Blattschnitt, dadurch werden tiefersitzende Knospen aktiviert, wodurch eine stärkere Verzweigung im Folgejahr erreicht wird. An Feuchtigkeit fehlt es der Pflanze ganz sicher nicht, da hats genug Regen jetzt und bei Sommerhitze und Trockenheit wird die schon zweimal täglich begossen. :P
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

captainplanet
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Beitrag von captainplanet »

Sieht ein bißchen kümmerlich aus, aber daß er so schnell eingeht glaube ich auch nicht. Für ein Bonsai ist die Krone zu licht, da hätte man wohl schon früher etwas radikaler die Schere ansetzen müssen.
Sind Weidenarten als Bonsai eigentlich prinzipiell geeignet? Ein Bonsai ist ja eigentlich eine Zimmerpflanze, und Laubbäume in unseren Breiten, die im Winter ihr Laub abwerfen, sind auf den Wechsel der Jahreszeiten angewiesen um gut zu gedeihen.(?)

Ich versuche gerade ein Bonsai aus Efeu zu ziehen. In zehn Jahren erzähl ich Euch, obs was geworden ist.

Lg Georg

Spinnich
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Beitrag von Spinnich »

Ahoi Captain,
viel Erfolg mit dem Efeu, den würde ich allerdings nicht aus einem Sämling im Topf anziehen, eher in einem Kunststofftopf im Garten für ca. 3 Jahre einschlagen und dann über Wurzelschnitt allmählich an ein Bonsai gefäß gewöhnen. Solange der noch im Garten steht verträgt er sicher auch schon intensivere Schnittmaßnahmen. :wink:
Zum Thema Weiden als Bonsai kann ich noch nichts abschließendes sagen.
Stärkerer Rückschnitt bei einer schwachen Pflanze stört aber Anfangs das Stammwachstum und kann daher auch kontraproduktiv sein.
Ist die Pflanze erst mal etwas kräftiger kann man das nach meiner Erfahrung meist problemlos nachholen. :roll:
Im Prinzip eignen sich alle einheimischen Gehölze auch als Bonsai. Diese sind aber nur als Outdoor geeignet und brauchen vor allem geeignete Überwinterung. Bisher Versuche mit Ysop, Bocksdorn, Hagebuche, Birke, Feldahorn, Vogelbeere, Felsennmispel, Hartriegel, Goldregen, Faulbaum
sowie Granatapfel und Hibiskus.
Hartriegel ist sehr raschwüchsig, Vogelbeere und Ahorn sehr robust, Birke etwas empfindlich, vor allem kurz nach dem Austrieb (hoher Wasserbedarf). :lol:
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- Georg Christoph Lichtenberg -

Andreas75
Beiträge: 3995
Registriert: 13 Dez 2004, 00:17

Beitrag von Andreas75 »

Hallo Spinnich!

Ich kenne mich mit der Bonsaigestaltung durchaus aus, habe selber ca. 20 Jahre lang Yamadori gesammelt und weiter gestaltet, bis ich das Hobby aus Zeitgründen aufgeben musste, pflege aber heute noch vor allem Zwergformen von Gehölzen dauerhaft. und noch immer allerlei Sämlinge übergangsweise auf dem Balkon.

Daher sorry, wenn ich widerspreche: Aber der schüttere Wuchs, das gelbe Laub und der kakelige Wuchs zeichnen die Weide als total verhungertes Pflänzchen aus. Ich bin Landschaftsgärtner, und kenne mich daher mit Schadbildern ein kleines bisschen aus ;).
Mit den langen Peitschenzweigen wirst Du nie eine volle Krone hinbekommen, so daß ich auf Stock setzen würde, in nahrhafte Erde umtopfen, um dann Jahr für Jahr zwar kraftvollen Neuzuwachs, aber auch viel bessere und schnellere Gestaltungsmöglichkeiten zu erhalten.

Ich habe zudem die Erfahrung gemacht, da ich mir auch mal eine Salweide gestalten wollte, dass zu häufiges Stutzen der Zweige wie auch Pinzieren des Laubes sehr schnell zur Abgängigkeit der Pflanze führt.
Max. zweimal im Jahr konnte ich die Weide stutzen, ohne dass sie begann, das restliche Laub zu werfen, zu welken und letztendlich einzugehen.
Wie auch aktuell bei einem Trauerweidensteckling aus dem April...
Den habe ich kurz nach Austrieb geschnitten, alles wunderbar, und noch im Juli hat sie saftige Triebe von 25 cm Länge gemacht, dann habe ich sie nochmals geschnitten, und Laubschnitt gemacht, weil es mich doch wieder ein bißchen gepackt hatte, und nun ist eine der beiden völlig unvermittelt eingegangen, No. 2 sieht auch semi- final aus :?...
Ebensolche Gefahr sehe ich bei Deiner Pflanze.

Der Mensch versucht zwar alles, was irgendwie holzig ist, in Bonsaiform zu zwingen, aber leider gelingt das bei weitem nicht mit allen!
Zum Beispiel Efeu... Wie will man den denn als Bonsai gestalten, lang- und dicktriebig, wie der ist, ohne großartige Fähigkeit zur feinen Verzweigung?

Grüße, Andreas

Spinnich
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Efeu als Bonsai geeignet ?

Beitrag von Spinnich »

Hallo Andreas,

sieh mal hier:
http://www.bonsai-info.net/forum/userpi ... g_07_1.jpg
http://www.bonsai-info.net/forum/ftopic120.htm

manchmal ist mehr möglich als man denkt, aber in dem Fall sicher nichts für ungeduldige bzw. keine "Anfängerpflanze" :shock:

Ganz sicher richtig ist dein Hinweis, daß sich nicht jede holzige Pflanze eignet, aber es kann durchaus Spaß machen da zu experimentieren, man darf sich nur nicht gleich ins Bockshorn jagen lassen, wenn mal ein Fehlschlag dabei ist. :P
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- Georg Christoph Lichtenberg -

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