Hallo Spinnich!
Ich kenne mich mit der Bonsaigestaltung durchaus aus, habe selber ca. 20 Jahre lang Yamadori gesammelt und weiter gestaltet, bis ich das Hobby aus Zeitgründen aufgeben musste, pflege aber heute noch vor allem Zwergformen von Gehölzen dauerhaft. und noch immer allerlei Sämlinge übergangsweise auf dem Balkon.
Daher sorry, wenn ich widerspreche: Aber der schüttere Wuchs, das gelbe Laub und der kakelige Wuchs zeichnen die Weide als total verhungertes Pflänzchen aus. Ich bin Landschaftsgärtner, und kenne mich daher mit Schadbildern ein kleines bisschen aus

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Mit den langen Peitschenzweigen wirst Du nie eine volle Krone hinbekommen, so daß ich auf Stock setzen würde, in nahrhafte Erde umtopfen, um dann Jahr für Jahr zwar kraftvollen Neuzuwachs, aber auch viel bessere und schnellere Gestaltungsmöglichkeiten zu erhalten.
Ich habe zudem die Erfahrung gemacht, da ich mir auch mal eine Salweide gestalten wollte, dass zu häufiges Stutzen der Zweige wie auch Pinzieren des Laubes sehr schnell zur Abgängigkeit der Pflanze führt.
Max. zweimal im Jahr konnte ich die Weide stutzen, ohne dass sie begann, das restliche Laub zu werfen, zu welken und letztendlich einzugehen.
Wie auch aktuell bei einem Trauerweidensteckling aus dem April...
Den habe ich kurz nach Austrieb geschnitten, alles wunderbar, und noch im Juli hat sie saftige Triebe von 25 cm Länge gemacht, dann habe ich sie nochmals geschnitten, und Laubschnitt gemacht, weil es mich doch wieder ein bißchen gepackt hatte, und nun ist eine der beiden völlig unvermittelt eingegangen, No. 2 sieht auch semi- final aus

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Ebensolche Gefahr sehe ich bei Deiner Pflanze.
Der Mensch versucht zwar alles, was irgendwie holzig ist, in Bonsaiform zu zwingen, aber leider gelingt das bei weitem nicht mit allen!
Zum Beispiel Efeu... Wie will man den denn als Bonsai gestalten, lang- und dicktriebig, wie der ist, ohne großartige Fähigkeit zur feinen Verzweigung?
Grüße, Andreas