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Bremen Wall: Nüsse ---> Juglans ailantifolia var. cordiformis & ??

Verfasst: 02 Jan 2010, 18:50
von campoverde
Hallo,
in den Bremer Wallanlagen stehen auch einige Nüsse, die ich mir immer mal ansehen wollte, aber noch nicht angesehen habe.
Nüsse von 2 Bäumen habe ich mal mitgenommen. Meine Frage, wie weit kommt man alleine mit ihnen bei der Bestimmung?
(Bei Gelegenheit werde ich mir Knospen und/oder Blätter ansehen und ggf einstellen)
Danke!

Verfasst: 02 Jan 2010, 19:03
von wolfram
Hallo campoverde,
man kann durchaus versuchen, nur anhand der Nüsse die Juglandaceen zu bestimmen. Nur muß man dazu die richtige Literatur haben, in der diese auch abgebildet sind. Im Krüssmann z.B. ist dies der Fall (habe ich aber nicht). Im Forum wird man aber darauf angewiesen sein, etwas über die Größe der Nüsse zu erfahren. Ein Querschnitt ist oft auch wichtig.

Die beiden außen liegenden Nüsse sehen für mich aus wie ungeöffnete Paulownia-Früchte.

Verfasst: 02 Jan 2010, 19:11
von bee
Hallo campoverde,
diese gefurchte Nuss mit der ausgezogenen Spitze könnte von einer Butternuss (Juglans cinerea) stammen.

http://www.botanik.uni-karlsruhe.de/gar ... ss%204.jpg

Verfasst: 02 Jan 2010, 20:50
von campoverde
Hallo,
danke für die ersten Rückmeldungen!

Erste Nachbesserungen meinerseits
N1: Die kleinere nenne ich mal N1: Länge ca 2,6cm.
Einen Querschnitt hänge ich mal an.
Paulownia hätte ich wohl hoffentlich erkannt. Kann man eingentlich sicher Juglans ausschließen, sehen also die Nüsse aller Juglans-Arten ungefähr so wie unsere normale Walnuß aus? Mein Tipp war ja erst einmal: Carya..

N2=die gößere N2: ca 4,4cm.

Danke!

Verfasst: 03 Jan 2010, 13:50
von Blattknospe
Hallo campoverde,
ausschließen kann man eine Juglans-Art nicht. bees Hinweis auf Juglans cinerea könnte doch durchaus auf N2 (die mittlere Nuss auf dem ersten Foto) hinkommen. Wie sieht denn die Rinde von dem Baum aus? Schau doch auch mal hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Juglans_cinerea
und hier:
http://www.fw.vt.edu/dendro/dendrology/ ... .cfm?ID=31

Viele Grüße,
Ferula

P.S. Juglans nigra sieht ganz anders, als unsere Walnuss aus: steinhart und schmeckt wie Medizin :wink:

Verfasst: 03 Jan 2010, 14:20
von rolf7
Hallo campverde

N1 (kleine Nuss) ist Juglans ailantifolia

N2 (grosse Nuss) meine Vermutung J. mandschurica?. Könntest du diese Nuss der Längsrippe entlang öffnen (normal öffnen) fotografieren und danach noch einen Querschnitt mittig der Nuss anfertigen. Die Juglansarten kreuzen sich gerne untereinander, oft ist die Bestimmung dadurch schwierig.
Juglans cinerea hat rauhe scharfkantige Längsrippen, wie im Link von bee zu sehen ist.
Lg Rolf

Verfasst: 03 Jan 2010, 14:38
von wolfram
Meine Juglans ailantifolia sieht so aus:

Verfasst: 03 Jan 2010, 15:01
von rolf7
Wolfram
Du hast natürlich recht.
Ich präzisiere: Juglans ailantifolia var. cordiformis

siehe http://www.ars-grin.gov/cgi-bin/npgs/ht ... e.pl?36917

Lg Rolf

Verfasst: 03 Jan 2010, 16:58
von Blattknospe
Hallo Wolfram,
die Nüsse von deiner Japanischen Walnuss sehen ja essbar aus. Wie schmecken die denn?

Viele Grüße,
Ferula

Verfasst: 03 Jan 2010, 17:13
von wolfram
Hallo Ferula,
habe sie bisher noch nicht gekostet!

Verfasst: 03 Jan 2010, 17:39
von campoverde
Hallo,
vielen Dank, da kommt man ja viel weiter als ich dachte.

Dann betrachte ich N1 als bestimmt: Juglans ailantifolia var. cordiformis

Zu N2: Rolfs Tipp, die Nuss normal zu öffnen klingt einfacher als es ist. Zumindest bei dem mir zur Verfügung stehenden Untersuchungsgerät, Bild 1 . Erst mit dem Gerät ganz rechts gelang die Öffung, die Fragmente der Nuss flohen in alle Richtungen bis sie auf ein Hindernis stießen. Das größte Fragment habe ich trotzdem noch einmal fotografiert.
Sollte diese Nuss typische für die Art sein, sehe ich in der Härte ein echtes Hindernis für die kommerzielle Nutzung!

PS: Ich werde bei Gelegenheit versuchen, zunächst die Bäume wiederzufinden, dann evt Nüsse, und bei der Gelegenheit Bilder der Knospen zu machen (später im Jahr dann auch die Blätter)

Verfasst: 03 Jan 2010, 17:51
von Blattknospe
Hallo campoverde,
dein Nussknacker hat jetzt bestimmt Zahnschmerzen. :wink: Mich wundert, dass der gar nicht kaputt ging.

Unsere Nuss der Juglans nigra konnten wir letztlich nur mit Meißel und Hammer "knacken".

Bin schon sehr gespannt auf des Rätsels Lösung!
Viele Grüße,
Ferula

Verfasst: 03 Jan 2010, 18:12
von bee
Hallo,
das mit den Nüssen finde ich sehr interessant.
Bin jetzt erst dahintergekommen, dass der Baum, den ich mal (ohne Fitschen etc. sondern mit einem kleinen Büchlein) als J. cinerea bestimmt hatte gar keine ist ! :oops: Habe gerade die Bilder umbenannt.

Der Baum ist so groß, dass ich Blätter und Knospen nicht von Nahem sehen konnte, sondern nur heruntergefallene Blütenstände, Nuss im Mantel (drüsig-klebrig) und "ausgepackte" Nuss. Die sieht genauso aus wie Wolfram' s J. ailantifolia! Eben nicht so stark gefurcht und scharfkantig wie J. cinerea, aber das hatte ich in meinem Unwissen als mögl. Variationsbreite abgehakt.

Die Nuss war übrigens mit handelsüblichem Nussknacker nicht zu knacken!

Verfasst: 01 Mär 2010, 22:00
von campoverde
Hallo,
Eis ist weg, daher habe ich noch einmal Nüsse gesammelt. Zwar nichts Neues zu der Problemnuß N2, aber als Ergänzung zum Thema, mir scheint jetzt noch einiges klargeworden zu sein zu Nüssen:
N3: Juglans ailantifolia var ailantifolia, von denen Wolfram ja oben schon ein Bild eingestellt hat. Nur aufgrund der Bilder war mir das nicht so klar, aber wenn man die Nüsse vor sich hat:
N4: Juglans nigra.
Bei der Gelegenheit ist mir auch erst klargeworden, daß die "Kalifornischen Walnüsse" auch Juglans regia sind.

Verfasst: 03 Apr 2010, 12:06
von rolf7
Hier noch zur Ergänzung. Dieses Bilder habe ich gestern im Arboretum d'Amance gemacht. Es ist Juglans mandshurica. Vielleicht hilft es weiter deine "Nuss" zu bestimmen.