Was für ein Gehölz ist das ? Vielen Dank für Eure Hilfe ---> Tilia platyphyllos (?)

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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slash
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Registriert: 01 Mai 2006, 16:47

Was für ein Gehölz ist das ? Vielen Dank für Eure Hilfe ---> Tilia platyphyllos (?)

Beitrag von slash »

Hallo und Guten Tag,

das Baumfieber hat mich gepackt und ich habe im Garten dieses Gehölz gefunden und weiß aber leider nicht was es ist, Weil wissentlich habe ich es nicht eingepflanzt.


Vielen Dank für Eure Hilfe

Slash
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Fraxinus
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Beitrag von Fraxinus »

Hi Slash,

Du hast eine oder zwei Linden an deinem Haus in diesem Betonring stehen. Charakteristisch sind die absolut herzförmigen, gesägten Blätter, die nun rötlichen letztjährigen Triebe und die roten Reste der Winterknospen. Eine Winterlinde hat auf der Blattunterseite rote Häärchen am Blattanfang.

:? Nachdem du dich von diesem Schock erholt hast, sage ich dir, was ich machen würde! :P

An diesem Platz würde ich diesen Baum auf keinen Fall stehen lassen!!!!
Aus folgenden Gründen: Die Linde ist eine Schattbaumart. In 5 - 10 Jahren käme im Sommer kein Licht mehr durch dein Kellerfenster. Es nützt auch rein gar nichts, die unteren Äste am Stamm abzusägen, die Linde würde immer und immer wieder am Stamm oder aus der Wurzel austreiben um sich im Freistand bis zur Erde zu beschatten. Die Linde wurzelt intensiv und würde auf lange Sicht das Haus beschädigen.

Schreib doch mal, ob du einen Platz in deinem Garten hast, wo sie die nächsten paar hundert Jahre in Ruhe vor sich hin wachsen kann, es kann auch gerne ein frisches, schattiges Plätzchen sein, wobei du bedenken musst, dass sie im Freistand/im Garten eine riesige Schattenkrone bildet und andere Pflanzen wegdunkelt. Ich würde jeder Linde 5 - 10 m Platz im Durchmesser geben, wo sie die nächsten Jahrzehnte frei wachsen kann, ohne irgendwas zu stören... und bleib vom Haus weg!!!

Eine Linde kommt 300 Jahre, steht 300 Jahre und geht 300 Jahre.

Grüße
Man sollte Papier nie so wichtig nehmen wie Bäume, aus denen es hergestellt wird.

slash
Beiträge: 16
Registriert: 01 Mai 2006, 16:47

Beitrag von slash »

......bin immer noch schockiert..............

zu mal ich diesen Baum nicht gepflanzt habe, sondern wahrscheinlich der Wind.

Und nun, was soll ich tun, ich habe eigentlich keinen Platz auf meinem Grundstück für eine Sommerlinde (hat keine roten Härchen)

Die weiteste Entfernung vom Haus und vom Keller wären so ca 6 m, dann würde sie aber am Straßenrand stehen, und der Abstand zu Nachbars Keller wäre dann 5m. RISKANT.

Hmmm, mal nachsinnen was ich mit diesem Bäumchen mache.........

Gruß slash

slash
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Registriert: 01 Mai 2006, 16:47

Beitrag von slash »

Jetzt bin ich es noch einmal.

Aufgrund des Beitrages und mit dem Abstand zum Haus fällt mir auf, ich habe ja letzte Woche wissentlich.....grins.........einen Tulpenbäumchen gepflanzt. (Liridenron Tulipifera)

Das wird ja auch ein großer Baum, sollte ich da auch Bedenken hegen wegen der Wurzeln und des Kellers ? Der Baum steht so ca 5 m weg vom Keller. Ist das eine Bedrohung oder wird dieses Problem erst in 100 Jahren eintreten, was mir dann so ziemlich egal ist.............grinst...und dem Haus sicherlich auch, weil es nicht mehr steht.

Ich weiß das der Tulpenbaum auch riesig wird, aber nunja ich habe die Wurzelgeschichte nicht ganz so gedacht. Und ich denke es wäre auch kein Mord wenn ich den Tulpenbaum womöglich einen etwas entlegenen zivillisationarmen Standort geben würde.

Vielen Dank für jeden Einwurf und Beitrag

Slash

Fraxinus
Beiträge: 85
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Wohnort: Lichtenfels

Beitrag von Fraxinus »

Hi Slash,

5 m halte ich für die untere Grenze, an der die größten Bäume neben einem Gebäude gepflanzt werden sollten. Einer Stahlbetonkellerwand kann ein Baum sicherlich weniger anhaben als einer einfach gemauerten. Ein weiteres Hauptprobleme stellen zugewachsene Rohrleitungen dar. Es geht aber auch um die Baumkrone. Große Bäume zu nahe ans Haus zu pflanzen ist ein häufiger Fehler in deutschen Vorgärten.

Bei Baumpflanzungen musst du unter 2 Gesichtspunkten weit in die Zukunft denken.
Erstens: Kann sich der Baum am Standort ungestört entfalten? Also Standraum, Boden-, Wasser-, Lichtansprüche
Zweitens: Habe ich den Baum so gepflanzt, dass ich mir nicht unnötig Arbeit geschaffen habe? Also z. B. aufwendiges jährliches reinigen der Dachrinne, unnötige Beschattung des Hauses, z. B. von Solarkollektoren, Schäden am Fundament oder Rohrleitungen, Anlockung von gefürchteten Insekten durch Fallobst (Wespen...), reichliche natürliche Vermehrung (Spitzahorn...), Pflanzung unter dem gesetzlich vorgeschriebenem Mindestabstand zur Nachbargrenze (abhängig von der Größe des Baumes), Kronenschnitt wegen Wegesicherheit, Lichtraumprofil, Einwachsen in Stromleitungen oder einfach nur, weil jemandem der Baum "zu groß" wird. :(

Der Tulpenbaum bekam anscheinend einen geeigneten Standort. Leider kann ich dir von hier aus nicht sagen, ob du einen passenden Platz für ein oder zwei Sommerlinden in deinem Garten hast. Dein "zivilisationsarmer" Standort klang verlockend.

Ich mache dir einen weiteren Vorschlag. Wenn du zu dem Entschluss kommst, dass dein Garten zu klein für eine Sommerlinde ist, du sie aber dennnoch erhalten möchtest, dann frag doch einfach einen Bauern in deiner Umgebung, ob du sie in seinen Wald pflanzen darfst. Ein Wildschutz ist unerlässlich (Verbissschutzspiralen, Hasendraht, abgestorbene Jungbäume verkehrt um die Linde herum in den Boden schlagen). Doch nicht jetzt! Wurzelnackte Bäume (ohne Topf) werden außerhalb der Vegetationszeit im laublosen Zustand in einer frostfreien Zeit gepflanzt. Der Waldstandort sollte frisch sein, das erkennst du an Baumarten wie Ahorn oder Esche. Die Erde in deinem Betonring sieht recht locker aus, doch musst du die Wurzel, die dann im Herbst bestimmt eine Länge von über 30 cm hat, sehr behutsam ausgraben, vor Austrocknung und Sonnenlicht schützen und am besten sofort wieder einpflanzen.

Viel Spaß
Man sollte Papier nie so wichtig nehmen wie Bäume, aus denen es hergestellt wird.

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