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Am Main entdeckt ---> Fraxinus excelsior

Verfasst: 27 Apr 2008, 23:25
von Miyelo
Heute am Main bei Frankfurt fotografiert, einfach weil es ein tolles Motiv war. Nun wüsste ich aber gerne, was sich da "entblättert" - ich habe im Moment keine Ahnung, kann auch die relativ spitzen gefiederten Blätter nicht unterbringen. Die Rinde des Baumes / Strauches ist relativ glatt.

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In größer - sprengt hier den Rahmen unter dieser URL: http://www.mainzauber.de/blog/wp-conten ... mgross.jpg

Und nochmal von Nahem:

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Bin mal gespannt, ob jemand weiß, was es ist. Vermutlich etwas ganz simples, worauf ich nur gerade nicht komme.

Vielen Dank im Voraus - Miyelo

Verfasst: 27 Apr 2008, 23:34
von Miyelo
Das ging jetzt aber gründlich schief mit den Bildern, funktionieren die IMG-Tags nicht?

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oder geht die Blog URL hier nicht? Ich werde mal eins erst per FTP auf meinem Server speichern.

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Schaun wer mal . . .

Miyelo

P.S. Ach ich bin - ähem - ich glaube, ich hatte den BBCode deaktiviert statt aktiviert - oooh

Verfasst: 27 Apr 2008, 23:47
von stefan
Hallo Miyelo,
das müßten Eschen sein - Fraxinus excelsior.
Gruß, Stefan

Verfasst: 27 Apr 2008, 23:58
von Miyelo
Yggdrasil - der Weltenbaum! Ja, das kann gut hinkommen, der Standort passt auch. Vielen Dank.

Verfasst: 28 Apr 2008, 05:31
von tormi
Hallo und willkommen im Forum Miyelo,

ja, die Eschen scheinen dieses Jahr früher als letztes Jahr auszutreiben.

Nur die Weltenesche Yggdrasil war tatsächlich eine Eibe, da sie immergrün war und nadelförmige Blätter hatte. Sie bleibt trotzdem ein sehr interessanter Baum.

Die Esche eine Eibe?

Verfasst: 28 Apr 2008, 11:48
von Miyelo
Also das erschüttert jetzt mein Weltbild ;-)

Yggdrasil

Verfasst: 29 Apr 2008, 01:10
von Miyelo
Ich habe das mit der Esche Yggdrasil, die eine Eibe sein soll, mal ein bisschen recherchiert und kann mich der "Eibenmeinung" nicht anschließen. Es gibt doch nur wenige Verfechter dieser Theorie und eine Eibe entspricht im Grunde in keinerlei Hinsicht einem Weltenbaum. Der Umstand, dass Yggdrasil als immergrün bezeichnet wird, erscheint mir mythologisch erklärbar zu sein. Ein Baum mit einer solch herausragenden Bedeutung konnte nur immergrün sein. Wir sprechen natürlich sowieso nur von Mythologie und nicht von wissenschaftlich begründeter Botanik. Die Burg Kronberg im Taunus hat einen wunderschönen Eibenhain, der auf mich durchaus mystisch wirkt, aber keineswegs grandios. Er versetzt mich, wenn ich mich darauf einlasse, in die Welt der Elfen und Waldgeister aber nicht in die nordische Edda.

Lieben Gruß
Miyelo

Verfasst: 29 Apr 2008, 22:38
von tormi
Hallo Miyelo,


die Darstellung dieses Baumes findet man in den überlieferten Texten der germanischen Mythologie, wie sie im Mittelalter von skandinavischen Dichtern festgehalten wurden.
Snorri Sturluson, ein isländischer Staatsbeamter und Dichter (1178 -1241) hat die berühmte Schilderung der Riesenesche Yggdrasil um 1220 -1230 aus weit älteren Überlieferungen, die seit Jahrhunderten mündlich weitergegeben wurden und allmählich in Vergessenheit zu geraten drohten, niedergeschrieben.
Es sei erwähnt, dass die Dichter im mitteralterlichen Nordwesteuropa, die Dinge selten beim Namen nannten. Die keltischen Barden und die nordische Skladen bevorzugten Metaphern, Rätsel sowie eine imaginative Bildersprache. Dies wurde zu einer hochentwickelten poetischen Methode.
In der skaldischen Dichtung gab es sogar einen speziellen Ausdruck, der Kenning, der einen zusammengesetzten Begriff oder eine figurative Phrase bezeichnet, die anstelle des üblichen Namens eines Objektes verwendet wird. Ein Kenning besteht aus einem zusammengesetzten Hauptwort zB 'Wellenpferd' für Schiff oder 'Drahtesel' für Fahrrad (was es seiner Zeit natürlich noch nicht gab).
Oft bedarf es einer tiefen Kenntniss der nordischen Mythologie, um die Kenningar zu verstehen. Mitunter sind Kenningar äusserst indirekt, wodurch Textstellen für spätere Generationen völlig unverständlich wurden.
Nichtsdestotrotz wurden die isländischen Texte, die den nordischen Weltenbaum als Ask, 'Esche', bezeichnen nach dem Mittelalter wörtlich genommen, was zu einem ungeheueren Missverständnis in der Mythologie geführt hat, das bis heute anhält.
Der Weltenbaum wird als 'immergrüne Nadelesche' (barraskr = Nadelesche, vetgrönster vidr = wintergrünster Baum) umschrieben, was deutlich zeigt, dass es sich hier um einen Kenning handelt, denn der Eschenbaum ist weder immergrün noch hat er Nadeln.

Diese Informationen stammen teilweise aus 'Die Eibe in neuem Licht' von Fred Hageneder.

Verfasst: 02 Mai 2008, 21:19
von Taxus
Toller Kommentar,Nalis zur Esche, bzw. Eibe
Gruß Uli