Eine mir unbekannte Ahornart

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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IWINBOUM
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Re: Eine mir unbekannte Ahornart

Beitrag von IWINBOUM »

Hallo,

Früchte fand ich im Umkreis der Bäume keine. Ja, ich denke auch dass man den Laubaustrieb und die Fruchtbildung abwarten muss, um noch mehr Details vorlegen zu können. Nur auf die Blattform können wir uns nicht verlassen, gerade bei Acer.
Ich versuche bessere Aufnahmen der Knospen zu machen.

Meine Reaktion ist zum Einen darauf begründet, dass der Fundort so abgelegen ist und zum Anderen, dass der Baum schon einige Jahre "auf dem Buckel" hat. Soll meinen, dass sich der Baum entwickelte, als die Flora noch nicht so "überfremdet" war wie heute. Ohne Wertung.

Abgelegenheit kann kein Kriterium sein, richtig.
Ja, ehemalige Zierpflanzen sind zum Bestandteil der heimischen Flora geworden.
Herkulesstaude ist auch ein gutes Beispiel.

Grüße

AndreasG.
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Re: Eine mir unbekannte Ahornart

Beitrag von AndreasG. »

IWINBOUM hat geschrieben:
03 Jan 2020, 11:40


Ja, aber selbst, wenn wir die Blattform aussen vor lassen, bleibt das Problem der nicht vorhandenen Korkleisten (siehe nachgereichtes Foto)
Ich bin gerade an zwei Feldahornbäumen vorbeigekommen. Die kenne ich schon seit einer Weile, also zu 100% A. campestre. Korkleisten an den Zweigen habe ich keine gesehen und auch die Rinde passte im Vergleich mit dem Foto recht gut.
Allerdings hingen noch Früchte an den Zweigen, vielleicht 10 %, der Rest liegt seit Monaten am Boden.

Babs
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Re: Eine mir unbekannte Ahornart

Beitrag von Babs »

IWINBOUM hat geschrieben:
03 Jan 2020, 12:27
Babs hat geschrieben:
02 Jan 2020, 21:18
Hallo,
Die Blätter ja,
Die Knospen erinnern eher an A. crataegifolium.
Hallo,

Beim A. crataegifolium haben wir aber ein Problem mit der Blattform. Auch würde das bedeuten, er wäre angepflanzt worden, was nahezu ausgeschlossen werden kann.

Grüße
Hallo,
Ich muss gestehen, ich habe den Text ganz oben erst jetzt richtig gelesen. So, wie der Standort beschrieben ist, sollte man tatsächlich auf A. campestre schliessen. Aber es passt nun ja einiges nicht (Knospen, Korkleisten).
Also wäre ein Anpflanzung - auch an abgelegenen Standort - doch möglich, zumal von einem A.monspessulanum in der Nachbarschaft berichtet wird. Der ist da sicher auch nicht von allein hingekommen.
LG Babs

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LCV
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Re: Eine mir unbekannte Ahornart

Beitrag von LCV »

Acer monspessulanum ist vor langer Zeit im Moselgebiet
und angrenzenden Weinregionen eingeführt worden.
Ist quasi heimisch geworden.

Aber die Verbreitung von Samen kann man schwer nachvollziehen.
Auch wenn die Propeller in der Regel nur im engen Umkreis landen,
können die bei einem Sturm auch sehr viel weiter fliegen.

Spinnich
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Re: Eine mir unbekannte Ahornart

Beitrag von Spinnich »

Das mit den Korkleisten bei A. campestre ist so eine Sache.
In unserem Steckbiref zwar nicht erwähnt, aber sonst oft als Hinweis zu finden, aber mit ganz unterschiedlichen Beschreibungen. Mal für junge mal für ältere Bäume, mal der Hinweis: "Größere Zweige haben häufig Korkleisten"
https://offene-naturfuehrer.de/web/Feld ... _campestre
oder: "Die jungen Zweige bilden manchmal Korkleisten"
https://de.wikipedia.org/wiki/Feldahorn
oder auch: "Die Zweige sind braun und selten mit Korkleisten versehen."
https://www.baumportal.de/feldahorn.htm
Das mag also von der Variabilität und den Wachstumsbedingungen abhängig sein?

LG Spinnich :)
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stefan
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Re: Eine mir unbekannte Ahornart

Beitrag von stefan »

LCV hat geschrieben:
03 Jan 2020, 13:59
Acer monspessulanum ist vor langer Zeit im Moselgebiet
und angrenzenden Weinregionen eingeführt worden.
[...]
Da er zumindest von den Römern eingeführt wurde, vielleicht aber schon länger (natürlicherweise) u.a. an warmen Hängen der Mosel und Nahe vorkommt, gilt er auf jeden Fall als heimisch.
Vergleichbar sind die Vorkommen von Buxus sempervirens oder Acer opalus.

Gruß
Stefan
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IWINBOUM
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Re: Eine mir unbekannte Ahornart

Beitrag von IWINBOUM »

AndreasG. hat geschrieben:
03 Jan 2020, 13:40
IWINBOUM hat geschrieben:
03 Jan 2020, 11:40


Ja, aber selbst, wenn wir die Blattform aussen vor lassen, bleibt das Problem der nicht vorhandenen Korkleisten (siehe nachgereichtes Foto)
Ich bin gerade an zwei Feldahornbäumen vorbeigekommen. Die kenne ich schon seit einer Weile, also zu 100% A. campestre. Korkleisten an den Zweigen habe ich keine gesehen und auch die Rinde passte im Vergleich mit dem Foto recht gut.
Allerdings hingen noch Früchte an den Zweigen, vielleicht 10 %, der Rest liegt seit Monaten am Boden.
Bleibt aber das Problem mit den Knospen. Für A. campestre zu schlank und zu spitz und gleichzeitig kleiner (fast winzig):
Dateianhänge
IMG_1910 (1).JPG
IMG_1910 (1).JPG (72.18 KiB) 110 mal betrachtet
IMG_1930.JPG
IMG_1930.JPG (57.81 KiB) 110 mal betrachtet

IWINBOUM
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Re: Eine mir unbekannte Ahornart

Beitrag von IWINBOUM »

stefan hat geschrieben:
03 Jan 2020, 21:29
LCV hat geschrieben:
03 Jan 2020, 13:59
Acer monspessulanum ist vor langer Zeit im Moselgebiet
und angrenzenden Weinregionen eingeführt worden.
[...]
Da er zumindest von den Römern eingeführt wurde, vielleicht aber schon länger (natürlicherweise) u.a. an warmen Hängen der Mosel und Nahe vorkommt, gilt er auf jeden Fall als heimisch.
Vergleichbar sind die Vorkommen von Buxus sempervirens oder Acer opalus.

Gruß
Stefan
Ja, es gibt bemerkenswerte Buchsbaum- und Felsenahornvorkommen an der Untermosel. Acer opalus habe ich noch nicht gefunden.

Grüße,

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stefan
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Re: Eine mir unbekannte Ahornart

Beitrag von stefan »

IWINBOUM hat geschrieben:
03 Jan 2020, 21:49
[...] Acer opalus habe ich noch nicht gefunden.

Grüße,
Der Acer opalus ist ein Beispiel, das sich nicht auf die Mosel bezieht; der kommt natürlich in Deutschland nur im Raum Lörrach vor

Gruß
Stefan
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Re: Eine mir unbekannte Ahornart

Beitrag von IWINBOUM »

So hatte ich es auch in Erinnerung. Alles andere hätte mich auch sehr überrascht.

LG,
INWIBOUM

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Re: Eine mir unbekannte Ahornart

Beitrag von IWINBOUM »

Hallo,
Ich muss gestehen, ich habe den Text ganz oben erst jetzt richtig gelesen. So, wie der Standort beschrieben ist, sollte man tatsächlich auf A. campestre schliessen. Aber es passt nun ja einiges nicht (Knospen, Korkleisten).
Also wäre ein Anpflanzung - auch an abgelegenen Standort - doch möglich, zumal von einem A.monspessulanum in der Nachbarschaft berichtet wird. Der ist da sicher auch nicht von allein hingekommen.
[/quote]

Hallo,

Gerne hätte ich den Baum (die 4 Bäume) unter Feldahorn verbucht, aber es sind zu viele Dinge, die ungewöhnlich sind. Die Blattform habe ich noch nie an einem A. campestre gesehen, aber das können wir als Wachstumsvariabilität betrachten. Auch die fehlenden Korkleisten alleine sind kein sicheres Merkmal. Lassen wir diese Dinge aussen vor (auch das so wenige Exemplare dort wachsen, Ahornsamen sind doch in der Regel sehr keimfreudig, oder?), es bleibt das Problem mit den Knospen (siehe Fotos). Im Gegensatz zu A. campestre sind sie schlanker, länglich und spitz. Auch sind sie kleiner, manche nur 2mm lang und fast schwarz.

Ob die Bäume nun angepflanzt wurden oder nicht, ist zweitrangig. Zuerst wäre eine zweifelsfreie Bestimmung notwendig, dann könnte man über die Verbreitung spekulieren.
Der A. monspessulanum könnte eine Hinterlassenschaft der Römer sein, gilt aber mittlerweile an der Mosel als heimisch.

Grüße,
INWIBOUM

JDL
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Re: Eine mir unbekannte Ahornart

Beitrag von JDL »

Sie müssen geduldig sein und auf Merkmale des Laubs warten.
Wie bereits erwähnt, kann dies und auch die Frage, ob es Früchte trägt oder nicht, sehr unterschiedlich sein (Wachstumssituation und wo die Blätter am Baum stehen).

Ein sehr interessantes Merkmal ist das Vorhandensein von (weißem) Milchsaft in den Ahornbäumen der Sektion Platanoidea (zu der A.campestre gehört), die in der Sektion Acer (zu der A.monspessulanum gehört) fehlt.

IWINBOUM
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Re: Eine mir unbekannte Ahornart

Beitrag von IWINBOUM »

JDL hat geschrieben:
04 Jan 2020, 10:17
Sie müssen geduldig sein und auf Merkmale des Laubs warten.
Wie bereits erwähnt, kann dies und auch die Frage, ob es Früchte trägt oder nicht, sehr unterschiedlich sein (Wachstumssituation und wo die Blätter am Baum stehen).

Ein sehr interessantes Merkmal ist das Vorhandensein von (weißem) Milchsaft in den Ahornbäumen der Sektion Platanoidea (zu der A.campestre gehört), die in der Sektion Acer (zu der A.monspessulanum gehört) fehlt.
Ja, ich werde mich wohl noch etwas gedulden müssen.
Hier aber noch ein Foto der Knospen im direkten Vergleich zu denen des Acer campestre (der Baum den ich aufsuchte wies auch keine Korkleisten auf; also können wir dieses Merkmal vernachlässigen):

Danke und Grüße,
IWINBOUM
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IMG_1944.JPG
IMG_1944.JPG (79.34 KiB) 75 mal betrachtet

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