AndreasG. hat geschrieben: ↑26 Jun 2019, 09:28
Noch mal zum Thema "Amerikanische Eiche". Bei uns in Mitteleuropa gibt es zwei Eichenarten, Trauben- und Stieleiche, die sich zu allem Unglück auch noch sehr, sehr ähneln.
Ich habe gelesen, dass sich die beiden sehr gut voneinander unterscheiden lassen, besonders an der Herbstfärbung bei der Traubeneiche (kann man sich gut merken: Traubenfarbe), aber auch den tiefen Buchten und der etwas asymmetrischen Form im Falle der Stieleichenblätter:
https://www.waldwissen.net/wissen/lwf_e ... aetter.jpg
(EDIT: Jetzt als Link. Hoffentlich bzgl. Copyright in Ordnung so?)
Ansonsten braucht die Stieleiche mehr Nährstoffe und Wasser. (Das merke ich mir so: Stieleiche = "Quercus robur", s. unten; also festeres Holz braucht mehr Wasser/Nährstoffe.) Daher findet man sie vor allem in Auengebieten. Außerdem braucht sie aufgrund ihres großen Hungers viel Sonne und wird daher gerne von anderen Bäumen (z.B. Rotbuche), die schattentoleranter sind, verdrängt.
AndreasG. hat geschrieben: ↑26 Jun 2019, 09:28
Dazu kommen ein paar Eichenarten in Südeuropa. In Amerika gibt es viel mehr Arten.
Okay, verstehe, die Amerikanische Eiche kommt in Deutschland eher spärlich vor (lt. Wikipedia 0,5% des dt. Waldbestandes).
AndreasG. hat geschrieben: ↑26 Jun 2019, 09:28
Das hängt mit den Eiszeiten zusammen. Bei uns bildeten die Alpen während der Eiszeit eine Barriere, die viele Pflanzen nicht überwinden konnten und deshalb verschwanden. Ein paar, unsere heutigen einheimischen Bäume, haben es links und rechts der Gebirge irgendwie geschafft, sich erst nach Süden zurückzuziehen und danach wieder nach Norden vorzudringen. In Amerika gibt es keine von Ost nach West verlaufenden Gebirge, die einen Rückzug von Baumarten Richtung Süden hätten behindern können, weshalb es dort in der Regel von vielen Gattungen mehr Arten gibt als bei uns. Ähnliches gilt für Ostasien, also China.
Super interessant!
AndreasG. hat geschrieben: ↑26 Jun 2019, 09:28
Deshalb wäre es sinnvoller, von der Roteiche zu sprechen, oder gleich von Quercus rubra, denn das ist dann eindeutig.
Gut erklärt, mache ich ab sofort! Nicht zu verwechseln mit Quercus robur ("robur" = "Stärke" des Holzes) = Stieleiche.
LCV hat geschrieben: ↑26 Jun 2019, 10:21
Wenn Du Dich nun etwas intensiver mit Bäumen befassen möchtest,
empfehle ich ein für Mitteleuropa passendes Bestimmungsbuch.
Für den Anfang wäre der R/B* vollauf ausreichend. Es gibt einen
Schlüssel, aufgeteilt nach Blattstellung und Erscheinungsbild sowie
Beschreibungen der bei uns heimischen und eingeführten Gehölze
mit Zeichnungen der Blätter. Das Buch ist auch einigermaßen handlich,
um es z.B. in einen BoGa mitzunehmen.
* Roloff/Bärtels Flora der Gehölze Ulmer Verlag
Über A... werden oft auch gebrauchte Exemplare ganz billig angeboten.
Vorher leihe ich mir das Buch mal aus: Habe jetzt die 5. Auflage aus meiner Uni-Bibliothek. Danke für den Tipp.
Botanischer Garten sollte ich vielleicht noch nicht als Übungsfeld nehmen, oder? Da gibt es ja sehr exotische Pflanzen... vielleicht einfach mal in einen Park gehen oder erst einmal die Bäume auf dem Campus bestimmen?
Als ich gestern die üblichen Wege von Uni- zu Uni-Gebäude schritt, da ward mir gewahr, was meine Augen alles die letzten Jahre verpasst haben. Also so etwas Banales wie: Oh, hier stehen ja überall Linden mit ihren gelben Trugdolden um mich herum. So etwas kann schon interessant sein. Vielleicht mache ich es als Übung so, dass ich versuche, alle Bäume auf meinen üblichen Wegen von Ort X zu Ort Y zu bestimmen. Dann kann ich auch wenn ich das Buch nicht dabei habe jedes Mal eine Gedächtnisübung und Naturstudie aus einem banalen Weggang machen. Und wenn mich wer begleitet, dann öffne ich ihm die Augen für das, was uns alltäglich umgibt.
LCV hat geschrieben: ↑26 Jun 2019, 10:21
Als Student kann man u.U. eine App bekommen. Frage mal die Kollegen
von der Bio-Fraktion.
Ich habe kein Smartphone. Ich weiß auch nicht, ob die so sicher bestimmen, dass ich sie als Kontrolle nutzen könnte...