nobbi hat geschrieben: ↑23 Jun 2019, 12:46
Unser heimischer Hasel wächst nur als Strauch. Die Haselbäume wurden aus Südosteuropa und Vorderasien bei uns eingebürgert. Man sieht sie immer häufiger als Straßenbaum.
Baumhaseln gibt es doch schon seit dem 16. Jahrhundert in Deutschland? Haselbüsche gab es dagegen schon lange nicht nur bei uns, sondern auch in anderen europäischen Ländern (Kelten, Griechen,…).
nobbi hat geschrieben: ↑23 Jun 2019, 12:46
Genauso wurde auch die Roteiche aus Nordamerika bei uns eingebürgert.
Daher der Name "Amerikanische Eiche" also…
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Ich habe übrigens mal den Landschaftsarchitekten der Uni angeschrieben, aber seine Antwort ist nicht so informativ und ich vermute, er hat auch nur kurz gegooglet und daher direkt Dönissens Knorpelkirschen geschrieben:
»ja, es ist eine Kirsche, vermutlich Prunus avium 'Dönnisens Gelbe Knorpelkirsche'.
Warum sich die Universität damals für diese Kulturkirsche entschieden hat , kann
ich Ihnen leider nicht beantworten. Die Früchte sind natürlich eßbar.«
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Schräg: »avium« (von
prunus avium) übersetzt
frag-caesar mit »einsame Orte ; unwegsamen Region ; wilde Berge ; Wildnis ; Wüste«
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Ich habe jetzt die Beschreibung für die Kommilitonen so aufgeschrieben, anhand derer sie die Bäume finden sollen. Ist daran etwas fachlich falsch?
1.
Baumhasel
Die Blätter der Baumhasel sind dunkelgrün-glänzend, etwa so lang wie ein Zeigefinger und sind ei-/herzförmig, vorne leicht spitz. Die Ränder sind gewellt/gesägt. Der Stamm ist eher dünn und gräulich.
Wissenswert: Die Baumhasel wird in Deutschland seit dem 16. Jahrhundert angebaut und ihre Früchte sind ebenso essbar wie diejenigen der Haselsträucher („Gemeine Hasel“), jedoch etwas härter und nicht ganz so genüsslich.
2.
Roteiche/Amerikanische Eiche
Die Blätter der Roteiche sind etwa zwei Zeigefinger lang, und paarweise dreimal gezackt mit einer Spitze. Der Stamm ist dick und unten einmal verzweigt.
Wissenswert: Das harte Holz der Rinde wird bspw. für Möbel und Schiffe weiterverwendet.
3.
Kirsche
Die Blätter der Kirsche sind eiförmig und weich. Bis zu vier Blattstiele sind zusammengewachsen. Der Stamm ist tief unten dreifach verzweigt und trägt eine kugelige Krone.
Wissenswert: Der wissenschaftliche Name für den Baum ist „Prunus avium“ (prunus = Pflaume ; avium = Vogel), was auf die Vorliebe der Vögel für diese Früchte hinweist. Das Fruchtfleisch verlockt die Vögel also zum Verzehr, womit sie nebenbei noch die im Kern enthaltenen Baum-Samen verbreiten. Der Kern enthält aber zusätzlich das Molekül Amygdalin, das mittels Enzyme Blausäre abspalten kann, genauer gesagt: bei der Verdauung. Somit wird sichergestellt, dass die Samen auch wirklich verbreitet werden.
4.
Sommerlinde
Die Sommerlinde blüht jetzt schon. Sie bildet im Juni sogenannte Trugdolden aus: Kleine gelbe Kronleuchter sozusagen. Ihre Blätter sind schön herzförmig. Die Früchte sind kleine filzige Nüsse. Der Stamm ist braun und sehr dünn.
Wissenswert: Wenn die Linde frei steht bildet sie eine mächtige Krone aus. Früher vereinbarte man diese sogenannten „Dorflinden“ als Treffpunkt für Geselligkeiten. Die Germanen weihten die Linde der Göttin der Fruchtbarkeit, Freya. Die Freya-Linde wurde im Zuge der Christianisierung zu Marien-Linden umbenannt. Der häufigste Gasthausname in Deutschland, mit über 1000 Benennungen, ist „Zur Linde“.
5.
Platane
Das Blatt der Platane ist dreiteilig grob gelappt und ähnelt dem des Ahorns. Die Spreite des Ahornblatts an der Ansatzstelle des Stiels hat jedoch einen sehr spitzen Winkel während die Spreite des Platanenblatts einen stumpfen Winkel bildet. Außerdem zieht sich eine mittlere Blattader von der Ansatzstelle bis zur Spitze des Platanenblattes, während die Spreite des Ahornblatts radial nach außen von einem Punkt knapp unter der Mitte ungefähr verläuft.
Wissenswert: Bei der Platane handelt es sich um eine Kreuzung einer nordamerikanischen und ostmediterranen Art. Jedoch haben sich diese beiden Arten spätestens im frühen Tertiär (vor fast 2 Mio. Jahren) voneinander getrennt. Es ist erstaunlich, dass trotzdem eine Kreuzung in dieser langen Zeit stattfinden konnte. Die Platane hat eine relativ große Resistenz gegen Luftschadstoffe, weswegen sie sich auch in Großstädten zum Anpflanzen eignet.
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Wie nennt man das, woraus hier offenbar (bei der Kirsche) mehrere Blätter herauswachsen? Blattachsel?