Ungewöhnliche Blattformen ---> Morus sp. (M. alba ?)

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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Aras
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Ungewöhnliche Blattformen ---> Morus sp. (M. alba ?)

Beitrag von Aras »

Liebe Baumfreunde,

könnt mir bitte helfen, diesen Baum zu identifizieren. Die Blätter sind sehr groß Der Baum hat sowohl gelappte als auch herzförmige Blätter. Habe ich den Baum auf Baumkunde-de-Seiten übersehen?

Danke im Voraus
Aras
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Yogibaer
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Beitrag von Yogibaer »

Ich denke du hast ihn hier übersehen. Broussonetia papyrifera, der Papiermaulbeerbaum.
Gruß Yogi

rolf7
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Beitrag von rolf7 »

Ich denke das ist eine Morus Art (Maulbeere). Die Blätter von Broussonetia wären mattgrün und stark behaart.

https://www.flickr.com/photos/evelynfit ... 3917066690

Spinnich
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Ungewöhnliche Blattformen

Beitrag von Spinnich »

Broussonetia oder Morus?

Hallo, da ich selbst einen Broussontia - Baum habe, kann ich Rolf nur zustimmen. Die Blätter fühlen sich fast an wie Schmirgelpapier.

Ich sehe hier ebenfalls Morus!
Ebenfalls mit großer Variabilität des Laubes:
hier

LG Spinnich :wink:
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- Georg Christoph Lichtenberg -

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LCV
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Beitrag von LCV »

Diese Variabilität der Blätter ist in der Familie Moraceae weit verbreitet, z.B. auch bei Ficus carica.

Aras
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Beitrag von Aras »

Vielen Dank für die Auflösung. Dieser Aspekt, dass derselbe Baum so unterschiedliche Blattformen haben kann, war mir völlig neu. Ich habe jetzt zwei Folgefragen:
1) Ich dachte bisher, dass bei diesem Exemplar ein Blatt zuerst die Herzform hat und dass mit der zeit in dem selben Blatt die Lappen reinkommen. Nach euren Kommentaren habe ich das Gefühl, dass jedes Blatt mit der endgültigen Form "auf die Welt" kommt. Stimmt das?
2) Gibt es Beispiele für andere Baumarten mit einer ähnlichen Blattvielfalt?

VG
Aras

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

zu 1: Die Blätter entwickeln sich so variabel aus den Knospen.
zu 2: Sassafras albidum
Vg wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Mostviertler
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Beitrag von Mostviertler »

Zu eins hat Cryptomeria schon alles gesagt, zu 2 fällt mir der Efeu (Hedera helix) mit Licht- und Schattenblättern und auch der Hopfen (Humulus lupulus) ein.

Gruß
Hannes

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LCV
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Beitrag von LCV »

Ich glaube, man muss da unterscheiden:

Es gibt Gehölze, die sich in Jugend- und Altersformen unterscheiden (Efeu) oder auch durch die Position am Baum (Ilex), unten mit Stacheln, wohl zur Abwehr von Fressfeinden, oben ohne Stacheln.

Die diversen Arten der Familie Moraceae, Morus, Broussonetia, einige Ficus und auch einige aus anderen Familien bilden ganz unterschiedlich geformte Blätter aus, zum Teil direkt nebeneinander.

Im ersten Fall sind es Einflüsse wie Alter und Position, im zweiten ist es vermutlich genetisch bedingt. Es sieht da so aus, als wäre der genetische Bauplan für das Blatt irgendwie ungenau definiert. Vielleicht gibt es ja Experten, die das richtig erklären können. Ich kann nur vermuten, dass es so ist.

Spinnich
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Beitrag von Spinnich »

Hallo,
ohne es beweisen zu können, denke ich aufgrund der Beobachtung an meiner "adulten" Broussonetia und an "juvenilen" Pflanzen folgende Einflüsse als wirksam bei der Art der Blattform bewerten zu können.
Keimlinge erst mal ohne gelappte Blätter.
Bei Jungpflanzen zunehmend gelappte Blätter im Lauf des Jahreszuwachses.
Da scheint mir Sonnenintensität,Temperatur und Trockenstress auch eine gewisse Rolle zu spielen.
Auch bei dem älteren Baum meine ich, dass es beim Austrieb noch weniger gelappte Blätter gibt, als beim späteren Zuwachs und die Sonnenseite stärker und mehr gelappte Blätter erzeugt, freilich auch dort neben völlig ungelappten Blättern.

LG Spinnich :)
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