Selbst gesät, aber was?

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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La Doslais
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Selbst gesät, aber was?

Beitrag von La Doslais »

Würdet Ihr mir bitte bei der Bestimmung meines Bäumchens helfen?

Vor 3 Jahren gesät und vergessen, was.

Bislang scheiterten alle Bestimmungsversuche an mindestens einem Kriterium.

DANKE schon jetzt mal!
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AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Woher stammt der Samen? Irgendwo beim Spaziergehen gesammelt oder ein Mitbringsel vom letzten Urlaub?

La Doslais
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Beitrag von La Doslais »

Eigentlich müsste es ein gekaufter Samen sein. Da ich zu der Zeit aber viel zu viel im Übereifer gesät habe und alle Schildchen dem UV-Licht zum Opfer fielen, habe ich vollständig den Überblick verloren. Die meisten Pflanzen konnte ich inzwischen, auch mit eurer Hilfe, bestimmen es bleibt außer diesem Bäumchen nur noch wenig.
:roll:
Meist habe ich Pflanzen mit essbaren Früchten oder tollen Blüten oder sonstigen Besonderheiten gesucht....
...wenn das hilft...

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Das hilft nicht wirklich, :mrgreen: aber es sollte ein Vertreter der Gattung Cornus sein. Essbare Früchte gibt es bei C. cousa und C. mas, aber da erscheinen mir die Blätter etwas zu groß.
Schau mal in unseren Baumlisten, ob da was passendes dabei ist.

pgs
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Beitrag von pgs »

Nur zwei Cornus Arten, controversa und alternifolia, haben wechselständige Blätter. Die Nervatur bei den Cornus-Blättern ist sehr regelmäßig fiedernervig mit parallel laufenden Seitennerven. Das ist hier nicht immer der Fall.
Danach erscheint mir Cornus eher unwahrscheinlich.
beste Grüße von Holger/PGS

La Doslais
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Beitrag von La Doslais »

Das mit der Wechselständigkeit der Blätter von Cornus habe ich bei meiner Suche auch gelernt, weil ich Cornus mas gesät hatte, allerdings meinte ich ohne Erfolg. Die wechselständigen Arten kannte ich nicht, habe sie nicht gesät, danke für den Wissenszuwachs! Und eure Baumlisten habe ich schon von vorne bis hinten, nach meinen Möglichkeiten, durchforstet.
:oops:

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo,
ich halte das nicht für Cornus (wg. der Blattnerven).
Die Blätter sind doch handnervig (mit 3 Hauptnerven), außerdem sehe ich da zumindest auf einem Bild einen deutlich (aber schwach) gesägten oder gekerbten Blattrand.
Die Unterseite des Blattes erscheint mir filzig behaart zu sein, zusätzlich sieht man noch behaarte (und rötliche) Zweige, sowie dünne längliche Nebenblätter.

Eine Idee hatte ich auch nicht, aber wenn man im Fitschen sucht, dann komme ich - so ungefähr - auf Broussonetia ...
Broussonetia papyrifera (Papiermaulbeerbaum) - ob aber da die jungen Pflanzen alle noch einteilige Blätter haben, weiß ich nicht (es gibt gegenteilige Bilder), auch scheinen die (erwachsenen) Blätter deutlicher gekerbt.
Alternativ vielleicht Broussonetia kazinoki (die wäre nur beim jungen Blatt behaart), hätte aber rötliche Zweige.
Beide Arten hätten Nebenblätter, raue Blattoberseiten und MIlchsaft im Blattstiel.
Bitte diese Merkmale mal nachprüfen :)

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... 3008px.jpg
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... leaves.JPG
Viele Grüße von bee

pgs
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Beitrag von pgs »

Ja, das könnte passen.
Bean hat geschrieben:Leaves very variable in size and form, ovate or variously lobed, often shaped like fig leaves; rounded, or more or less tapered at the base, pointed, toothed, three-nerved at the base; upper surface dull green and rough, lower surface densely woolly till they fall; stalk 1 to 4 in., long.
Die Blattformen sind sehr variabel. Aber wohl generell drei-nervig an der Basis.
Ist sogar hier in baumkunde!
Broussonetia papyrifera, im Steckbrief mit ungelappten Blättern als Beispiel. Und weiter unten noch ein feigenförmig gelapptes Blatt!
Zuletzt geändert von pgs am 10 Okt 2015, 20:31, insgesamt 1-mal geändert.
beste Grüße von Holger/PGS

campoverde
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Beitrag von campoverde »

Hallo,
sicherlich alles ziemliches Rumgerate in diesem Stadium.
Evt käme auch Hovenia dulcis in Frage?

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bee
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Beitrag von bee »

Hovenia dulcis hätte keine Nebenblätter (das hatte ich noch nachgeschaut, bevor ich hier etwas von Broussonetia schrieb :wink: ).
Viele Grüße von bee

Spinnich
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Beitrag von Spinnich »

Hallo,

ich denke auch, dass es Broussonetia ist und etwas abweichend, filigraner und im Jungstadium schon mehr überhängend als bei meinen B. papyrifera Jungpflanzen. Die hatten auch in der Größe eher schon mal gelappte Blätter, das ist aber auch von der Sonneneinstrahlung abhängig.
Würde daher für B. kazinoki oder Hybride B. kazinoki x B. papyrifera tippen.
https://commons.wikimedia.org/wiki/Brou ... papyrifera

Gruß Spinich :wink:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

La Doslais
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Beitrag von La Doslais »

Also Hovenia dulcis habe ich zumindest gesät!
Ich forsche da mal weiter nach. Vielleicht wachsen sie in der Bretagne ja französisch?! :lol:
Ein großes Zwischendanke jedenfalls schon mal!

Garten Prinz
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Beitrag von Garten Prinz »

Ist eindeutig Hovenia dulcis.
Grüss aus Holland

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bee
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Beitrag von bee »

Ich würde mich ja gerne von Hovenia dulcis überzeugen lassen (und vieles spricht auch dafür - vor allem, dass die Pflanze ausgesät wurde - und die Blattform und - nervatur stimmt schön überein) ...
wenn nicht da die Sache mit den Nebenblättern wäre.

Fitschen schreibt: keine Nebenblätter, man sieht hier aber deutlich Nebenblätter.
Auf Bildern und Zeichnungen von Hovenia sind auch nirgendwo Nebenblätter abgebildet.
Bei der Familie Rhamnaceae allg. können ja durchaus Nebenblätter vorkommen:
Wiki: (Zitat)"wenn Nebenblätter vorhanden sind, können sie wohl ausgebildet, zu Schuppen reduziert oder zu Dornen umgewandelt sein."
Theoretisch denkbar wären noch Nebenblätter, die normalerweise so frühzeitig abfallen, dass sie in der Bestimmungsliteratur niemals vermerkt werden (?)....

Hovenia sollte auch relativ unbehaart sein oder auf der Blattunterseite höchstens auf den Nerven behaart. Aber auch dies könnte bei ganz jungen Pflanzen etwas anders sein.
Ich sehe hier deutliche Behaarung (oder täuscht das?)

Es würde mich jetzt wirklich noch interessieren, ob die Blattstiele Milchsaft haben und ob die Blattoberseiten rau sind, und wie die Behaarung wirklich verteilt ist (um Broussonetia auszuschließen oder doch nicht).

Zeichnung von Hovenia:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... s_SZ74.png
Hovenia in detaillierten Bildern
http://oregonstate.edu/dept/ldplants/hodu2.htm (u.a. Bilder, wie immer auf der Seite)
EFlora China zu Hovenia:
http://www.efloras.org/florataxon.aspx? ... =200013347
EFlora China zu Broussonetia:
http://www.efloras.org/florataxon.aspx? ... _id=104684
Viele Grüße von bee

La Doslais
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Beitrag von La Doslais »

Jetzt habe ich mir mein Bäumchen noch mal und genauer als jemals zuvor angeschaut, auch mit Lupe.

-Wenn ich einen alten Blattstiel durchbreche und heftig quetsche, kommt wenig klare, leicht auberginfarbene Flüssigkeit.

- Die jungen Blätter sind oben und unten samtig behaart, sehr weich, sehr kurz. Die älteren Blätter sind glatt und haben nur noch auf den Adern der Unterseite minimalste Härchen, nur mit der Lupe überhaupt erkennbar.

- Die größeren Blattadern sind unten rötlich.

- Alle Zweige entspringen Blattachseln, vereinzelt gibt es stattdessen ein Miniblättchen, so als ob der Zweig einfach nicht weiter gewachsen wäre.

- Das was man schon Stämmchen nennen könnte, ist glatt und irgendwie mit hellen länglichen Punkten befleckt.

Helfen die Beobachtungen weiter?

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