Esskastanie, Variegata oder Albomarginata?

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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Ute E.
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Esskastanie, Variegata oder Albomarginata?

Beitrag von Ute E. »

Hallo Baumfreunde,

ich könnte mir vorstellen, dass die Fotos das nicht hergeben, aber traut ihr euch zu, das Exemplar im Bild eindeutig ´Variegata´ oder eindeutig ´Albomarginata´ zu nennen?

Kann ich möglicherweise aus der Tatsache, dass der Stamm nicht tordiert ist, auf "definitiv A. und nicht V." schließen?

Und noch eine Frage, die naiv scheinen wird: Auf garten-pur.de habe ich die Aussage gefunden, Zucht über Samen sei nicht möglich, alle Esskastanien, d. h. Fruchtsorten und Zierformen gleichermaßen, würden über Veredlung vermehrt. Muss ich das so verstehen, dass die ersten Esskastanien der Welt durch Mutation entstanden sind und seitdem wird geklont, also man propft Zweierlei zusammen?

Mal wieder sehr gespannt grüßend,

Ute
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Ute E.
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Beitrag von Ute E. »

umgekehrt: auf "definitiv V. und nicht A." hatte ich schreiben wollen, Flüchtigkeitsfehler

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stefan
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Re: Esskastanie, Variegata oder Albomarginata?

Beitrag von stefan »

Hallo Ute,
mit der Frage Deiner Sorte soll sich jemand beschäftigen, der sowas schon mal gesehen hat - dazu weiß ich nichts. :-(

Aber hierzu ...
Ute E. hat geschrieben: ... Zucht über Samen sei nicht möglich, alle Esskastanien, d. h. Fruchtsorten und Zierformen gleichermaßen, würden über Veredlung vermehrt. Muss ich das so verstehen, dass die ersten Esskastanien der Welt durch Mutation entstanden sind und seitdem wird geklont, ...
Die erste Esskastanie der Welt ist natürlich im Laufe der Evolution durch Mutationen (und natürliche Selektion) entstanden.
Irgendwann hat der Mensch entdeckt, daß man die Esskastanie nutzen kann ...
und irgendwann haben Menschen gemerkt, daß es innerhalb der natürlichen Population einzelne Pflanzen mit besonderen Eigenschaften gibt - z.B. besonders große Früchte oder besonders auffällige Blätter.
Und dann begann gezielte Vermehrung der Exemplare mit den gewünschten Eigenschaften.

Wenn es darum geht, diese Merkmale zu erhalten, die an einzelnen Individuen zufällig aufgetreten sind, dann greift man bei Zier- und Nutzpflanzen, insbesondere bei Gehölzen, zur vegetativen Vermehrung.
Esskastanien als Frucht-Kultur-Pflanzen werden dann genauso durch Veredlung vermehrt wie praktisch alle anderen Obstbäume auch (Äpfel etc.) !
Bei Samenvermehrung entstehen immer wieder Kreuzungsprodukte, deren Eigenschaften nicht vorhersehbar sind, normalerweise bewegen sie sich aber in der Variationsbreite der Wildformen - d.h. kleinere Früchte o.ä.

Gruß, Stefan
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Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Hy!

Zunächst: Was ist "tordiert" :)?

Dann: Stefan hat's ja schon gesagt, wie die Sorte entstand und erhalten wurde.
Zur Aussaat: Einfach mal ausprobieren! Die Erfahrung lehrt, dass viele panaschierte Sorten auch anteilig panaschierte Sämlinge ergeben, woraus sich auch oftmals wieder neue Sorten auslesen lassen.
Bedingung ist, dass die panaschierte Sorte die Mutterpflanze ist, was mit Spezifikationen der DNS zu tun hat.

Bei der Esskastanie kommt allerdings noch erschwerend hinzu, dass die zweihäusig sind, es muss also für fertile Früchte noch ein männlicher Baum in der Nähe stehen, sonst sind alle angesetzten Fruchtstände taub und unterentwickelt.

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stefan
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Beitrag von stefan »

Hallo Andreas,
Kiefer hat geschrieben:..
Bei der Esskastanie kommt allerdings noch erschwerend hinzu, dass die zweihäusig sind, ...
da ist Dir eine Verwechslung unterlaufen,
Esskastanien haben getrenntgeschlechtliche Blüten, sind aber einhäusig.
Ob für einen guten Fruchtansatz trotzdem noch ein Bestäuberbaum in der Nähe stehen sollte, ist nochmal eine andere Frage.

Gruß, Stefan
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Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Ah ok, danke!
Ein zweiter Bestäuberbaum wäre stets empfehlenswert, denn bislang habe ich an einzeln stehenden Bäumen immer nur unterentwickelte Früchte gefunden, nicht ansatzweise zu vergleichen mit den Maroni aus dem Laden.

Ute E.
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Beitrag von Ute E. »

Danke soweit, es ist immer ein Vergnügen eure Erklärungen zu lesen. Der vegetativen Vermehrung habe ich hinterher gegoogelt und blicke jetzt einigermaßen durch.

Zum "tordiert", auf vdberk.de zur ´Albomarginata´gefunden: "Der schwere, kurze, dunkelgraue Stamm dreht sich um seine eigene Achse (tordiert), wodurch die tiefen Furchen in der Rinde sich mitdrehen."

VG, Ute

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo,
Drehwuchs sieht man ganz häufig bei Castanea. Das hat nichts mit der Sorte zu tun.
Streng genommen gibt es ' Albomarginata' mit créme-weißen und 'Aureomarginata ' mit gelben Rand. Ich denke beide Sorten werden von den Baumschulen als Variegata verkauft, wobei ich den gelben Rand bisher nur gesehen habe.

VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

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