Strauch mit grünen Trieben ---> Prunus cerasifera

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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Stadtmutant
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Strauch mit grünen Trieben ---> Prunus cerasifera

Beitrag von Stadtmutant »

Moin!
Heute bräuchte ich auch mal ein wenig Hilfe bei einer Bestimmung. In meinem Garten wächst ein Strauch, dessen einjährige, unverholzte Triebe auffallend grün sind. Die Blätter sind einfach und wechselständig. Insgesamt ist der Strauch ca. 1,7 m hoch. Blüten oder gar Früchte habe ich leider noch nie daran gesehen. Einen Verdacht habe ich zwar, aber ich bin mir unsicher. Kann jemand mit meinen bescheidenen Fotos etwas anfangen? Hab's bei den schlechten Lichtverhältnissen nicht besser hinbekommen.
Viele Grüße,
Markus
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Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Hy!

Wenn Dein Verdacht Prunus cerasifera beinhaltet, dann ist der richtig :)!
Die bilden (leider sehr) oft Wurzelbrut, und das Gesträuch da entstammt so einer, würde ich sagen.

Es kann natürlich auch ein Sämling sein, aber eine Kirschpflaume ist es.

Stadtmutant
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Beitrag von Stadtmutant »

Hi Andreas,

vielen Dank! Die Fotos sind im Ordner "Prunus cerasifera unsicher" gespeichert, aber den kann ich jetzt ja wohl umbenennen.

Hm, Wurzelbrut... ich wüßte nicht, wo in der Umgebung so eine Pflanze steht. Wie man vielleicht erkennt, ist der Garten nicht perfekt durchgestylt und an vielen Stellen hat die Natur Entfaltungsfreiräume. Jedenfalls habe ich nichts dergleichen gepflanzt, und meine Nachbarin hat nix anderes als Rasen im Garten. Vielleicht haben die Vögel sie "gepflanzt"? Ehrlich gesagt habe ich seit meiner Erfahrung mit Populus tremula keine große Angst mehr vor Wurzelbrut, denn schlimmer kann's nicht werden. Habe im letzten Herbst einige Bäume fällen lassen, die Wurzeln sind aber geblieben. Meine Vermutung ist, daß diese weiterhin ihre Arbeit tun, aufgrund der fehlenden Bäume aber nun die Ausläufer versorgen. Wenn andere ihren Rasen mähen, mähe ich nur noch meine Espen :(
Eigentlich sind mir ja fast alle Baumarten sympathisch, und die Espen finde ich an sich auch sehr hübsch, das Rauschen der Blätter fehlt mir sogar... aber insgesamt sind sie mir doch zu aufdringlich, da ich nicht in einem Monokultur-Espenwald wohnen möchte.

So, genug geschwafelt. Nochmals danke für die Bestimmungshilfe!

Viele Grüße,
Markus

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Ist schon ok, Markus, ich habe ja auch mit nervigen Zitterpappeln zu tun und überlege, wie ich die umgebracht kriege, OHNE dass die ohnehin schon zahlreiche Wurzelbrut noch mehr wird...
Nachbarin hat zwei Stück zu stehen, eine ein ausgewachsener Kaventsmann in optimaler Reife und Entfaltung, die andere etwas jünger, und die Wurzeln von denen streichen ohne weiteres 20 m vom Baum weg, sind nahezu überall und schicken ebenso überall ihre Brut hoch.

Ein Versuch mit Vorox brachte nichts, außer das die behandelten Schosse betroffen kuckten und eingingen. Mein ursprünglicher Plan, so gleich die Wurzeln mit zu killen und im Endeffekt den Mutterbaum, ging nicht auf. Da mangelte es wohl doch noch an Wurzelschossen.
Nun überlege ich mal, ob ich das Teil ringele, denn ich habe ein Abkommen mit Nachbarin, die mit der Pflege nicht hinterher kam, dass ich manches dünne Gehölz absäbeln darf, und ihre Schwester, die aufgrund Krankheit gerade deren Pferde füttert meinte auch, die großen Dinger müssten da weg, so zwei Meter von der Scheune entfernt, wie das steht.

captainplanet
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Beitrag von captainplanet »

Wenn eine veredelte Zwetschke oder Pflaume in der Nähe steht, könnte es sein daß die Veredelungsunterlage Ableger bildet.

Wieso seid ihr Euch bei Kirschpflaume so sicher? Könnte es nicht z.B. eine Mirabelle sein? Es gibt da ein paar sehr ähnliche Prunus-Arten, daß ich mich ohne Früchte oder Blüten nicht auf eine Art festlegen wollte.

Lg Georg

Stadtmutant
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Beitrag von Stadtmutant »

Hallo Georg,
aber die Mirabelle hat doch nicht so grüne Zweige, oder?
Mit dem ersten Satz hast du den Nagel auf den Kopf getroffen! In ca. 3 m Entfernung steht eine Zwetschge, an der ich zwar keine Veredlungsstelle erkennen kann, aber im näheren Umfeld (im Gestrüpp) habe ich zwei weitere kleine Sträucher dieser Art entdeckt. Ich denke, damit ist das Rätsel gelöst. Vielen Dank, darauf wäre ich nie gekommen!
Viele Grüße,
Markus

captainplanet
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Beitrag von captainplanet »

Wir haben ja selbst eine Zwetschke im Garten die fleißig Ausläufer bildet und ich war mir nie sicher, was die Unterlage wohl genau sein mag, bis ich vor ein paar Tagen zwei gelbe, kugelige Früchtchen entdeckt habe - muß wohl eine Mirabelle sein. Mir kommt vor, die Triebe schauen nicht viel anders aus als Deine - aber ich werde sie morgen nochmal genau vergleichen.

Lg Georg

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Hy!

Grünlaubige Kirschpflaumen haben gelbe Früchte. Allerdings sind die schon lange vom Baum- Deine sind also entweder aus einer Nachblüte entstanden oder wirklich Mirabellen; wäre ja auch schön, geben ein schönes Kompott :).

captainplanet
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Beitrag von captainplanet »

Meine Triebe sind tatsächlich weniger grün. Zumindest die, die sich nicht erst im Laufe dieses Sommers gebildet haben.

Das (Mirabellen?)bäumchen trägt heuer zum ersten Mal, es steht an einem recht ungünstigen schattigen Platz im Einflußbereich der Zwetschke und eines Nußbaumes und außerdem war es ein recht kühler Sommer - da scheint es mir nicht ungewöhnlich, wenn es ein bisserl später dran ist.
Ich habe aber letztes Jahr einen kleineren Ableger an einen besseren Platz gepflanzt. Der tut aber derweil noch nix.

Lg Georg

edit: Ist es überhaupt üblich, Mirabellen als Veredelungsunterlagen zu verwenden?

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

captainplanet hat geschrieben: edit: Ist es überhaupt üblich, Mirabellen als Veredelungsunterlagen zu verwenden?
Nein, ist es nicht. Veredelungsunterlagen für den gesamten Pflaumen/Zwetschgen/Mirabellenkomplex sind meistens spezielle Selektionen von Prunus cerasifera. Wenn die Unterlage also irgendwann austreibt, sind das keine Mirabellen. Sowas habe ich im Garten auch, direkt am Pflaumenstamm treibt ein kleiner P. cerasifera-Strauch, der gelegentlich Früchte trägt. Ob man sowas wachsen lässt oder entfernt, ist eine Frage des Geschmackes.

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