welcher baum hat spätes grün? ---> Fraxinus excelsior

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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holzsammler
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welcher baum hat spätes grün? ---> Fraxinus excelsior

Beitrag von holzsammler » 07 Mai 2014, 00:12

hallo zusammen,
auf meinem weg zur arbeit fahre ich mit dem velo durch einen park.
jetzt fiel mir auf, daß fast alle bäume schon mehr oder weniger (die eichen) grün sind. dieser hier zeigt erst jetzt erste ansätze.
im vergangenen jahr ist mir das nicht so aufgefallen. anbei noch ein bild ende mai 2013.
wer weiß was?
gruß aus münchen
holzsammler
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Beitrag von LCV » 07 Mai 2014, 00:22

Besonders spät sind Ailanthus altissima und Styphnolobium japonicum (früher Sophora japonica). Könnte der letztere sein, der ja auch erst im Spätsommer bis Frühherbst zu blühen beginnt.

Gruß Frank

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Beitrag von stefan » 07 Mai 2014, 00:40

Hallo Holzsammler,
auf einigen Bildern meine ich Fraxinus excelsior zu erkennen - es ist auch mein Eindruck, daß die Eschen in diesem Jahr verglichen mit anderen Bäumen sehr spät austreiben!
Gruß, Stefan
Zuletzt geändert von stefan am 07 Mai 2014, 11:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Kiefer » 07 Mai 2014, 00:46

Hallo!

Esche hätte ich auch gesagt, aber der Habitus ist irgendwie total unpassend, zumindest für F. excelsior, finde ich.

Ja, Deine Beobachtung trifft zu, Stefan. Die weibliche Esche beim Nachbarn (deren reichlichen Nachwuchs mit den Ostwinden im April/ Mai immer wir abbekommen *grnz*) ist jetzt noch völlig kahl, während deren Sämlinge schon teils entfaltetes Laub haben.

Geht man nach der alten Bauernregel "Treibt die Eiche vor der Esche", dürfte uns diesen Sommer eine Riesenwäsche bevorstehen, denn die Eichen sind schon voll ergrünt.

Grüße,
Andreas

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Beitrag von Mostviertler » 07 Mai 2014, 09:12

Guten Morgen!

Ich bin auch der Überzeugung, dass es sich hier um Fraxinus excelsior hadelt, die heuer auch bei uns in Österreich spät austreibt.

Ein alter Bauer hat mir einmal einen Spruch verraten:

Kommt die Esche vor der Eiche, gibts im Sommer große Bleiche (= Trockenheit)
kommt die Eiche vor der Esche, gibts im Sommer große Wäsche (= nasser Sommer).

Wäre interessant, ob das wirklich so ist.

Gruß
Hannes

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Beitrag von stefan » 07 Mai 2014, 09:26

Mostviertler hat geschrieben:...

Wäre interessant, ob das wirklich so ist.

...
Jetzt könnte man wunderbar über den Sinn und Unsinn von Bauernregeln streiten.
Esche und Eiche wissen nichts vom Sommerwetter, so lange Vorhersagen sind wissenschaftlich nicht möglich;
Bauernregeln beruhen oft auf einer gewissen Korrelation, also etwas häufigerem Zusammentreffen von Ereignissen, als wenn es reiner Zufall ist, auch wenn damit nichts über Ursachen gesagt ist.

Was mich in diesem Zusammenhang eigentlich viel mehr interessiert, ist:
wieso kommt es dazu, daß die Esche mal vor und mal nach der Eiche austreibt???!!!
Der Frühlingsbeginn - für jede Art individuell - hat sicherlich vor allem was mit Temperatursummen oder Tagen mit Mindest-Durchschnittstemperatur zu tun.
Das sind - vereinfacht gesagt - Winter- und Früjahrswitterung.
Knospen werden im Vorjahr angelegt, die Blühintensität vieler Bäume ist damit eine Folge von Sommer- oder Herbstwitterung. Aber ich sehe hier keinen Ansatz für Austriebstermine.
Was steuert also Eschen und Eichen offenbar unterschiedlich?!

Gruß, Stefan
Zuletzt geändert von stefan am 07 Mai 2014, 10:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von LCV » 07 Mai 2014, 10:20

Könnte es sein, dass die Niederschlagsmengen verantwortlich sind? Dass z.B. zu viel oder zu wenig Regen bei einem Baum den Austrieb verzögert, beim anderen begünstigt. Geht man bei den alten Bauernregeln einfach davon aus, dass auf eine Trockenperiode eine mit überdurchschnittlichen Niederschlagsmengen folgt? Kommt es der Eiche entgegen, wenn es im Frühjahr eher trocken ist? Oder sind es die Temperaturen, die ja auch über den Niederschlag beeinflusst werden. Auch: Wo gilt die Regel? Was für Norddeutschland gilt, muss im Süden nicht genauso ablaufen.

Ich denke, diese alten Bauernregeln beruhten auf langjährigen Erfahrungen und Beobachtungen. Da sich aber das globale Wetter in den letzten Jahren verändert hat, weil z.B. der tropische Regenwald stark abnimmt, die Wüste dagegen wächst, könnten auch die Bauernregeln nicht mehr so genau zutreffen.

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Beitrag von stefan » 07 Mai 2014, 10:37

Hallo Frank,
die Idee, daß die Eiche und Esche unterschiedlich auf ein trockenes Frühjahr reagieren, ist interessant; ist die Frage, ob es Belege gibt.
Temperatur und Niederschlag hängen m.E. kaum zusammen.
Nach meinen eigenen 20-jährigen Niederschlagsaufzeichnungen ist dieses Frühjahr zwar sehr trocken, aber nicht das trockenste. Für den allgemein extrem frühen Austrieb und den allgemeinen Eindruck großer Trockenheit ist die große Wärme wesentlich verantwortlich.
Gruß, Stefan
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Beitrag von Stadtmutant » 07 Mai 2014, 10:50

Moin!
Zur Eschen-Eichen-Frage kann ich nichts sagen, aber mit der Bestimmung dieses Baumes als Esche kann ich mich nicht so recht anfreunden.
Müßte man nicht auch Juglans sp. (evtl. J. regia) in Betracht ziehen? Der späte Austrieb würde passen.
Gruß,
Markus

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Beitrag von stefan » 07 Mai 2014, 11:26

Hallo Markus,
die Fiedern der Blätter auch dem Bild a_2013_05_23.jpg passen nicht zu Juglans regia - vielleicht allerdings zu Juglans nigra.
Insbesondere auf dem Bild a_DSCN3654.jpg meine ich gegenständige Knospen und vielleicht auch schwarze Knospen erkennen zu können. Das hat mich zur Vermutung Esche verleitet.
Gruß, Stefan
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Beitrag von LCV » 07 Mai 2014, 11:49

@ Markus: Hier in unserer Region stehen tausende von Nussbäumen, aber einen solchen Habitus wie auf Bild a_DSCN3728.jpg hat keiner. Nach genauerem Betrachten der Bilder kommt mir Fraxinus plausibel vor. Aber das kann man ja in Kürze genauer bestimmen, wenn die Blätter ausgebildet sind.

@ Stefan: Niederschlag und Temperatur hängen schon zusammen. Ist es stark bewölkt, dann sind meist die Unterschiede zwischen Tag unde Nacht geringer. Ist blauer Himmel, kann die Sonne tagsüber "heizen", aber nachts geht es stark nach unten. Dazu kommen aber auch die Windeinflüsse. Hier im Süden auch der Föhn. Speziell bei uns schirmen die Vogesen bei den meist westlichen Windrichtungen gut ab. Nur wenn der Wind genau aus Südwest kommt, dann erwischt er die Lücke (Burgundische Pforte) und drückt Regenwolken herein. Selten kommt der Wind aus Norden oder Osten, aber auch da gibt es den Kaiserstuhl und den Schwarzwald, die etwas abschirmen.

Grundsätzlich sollte man aber wissen, ob der Austrieb von Eiche und Esche eher von der Temperatur oder dem Niederschlag bzw. von beidem beeinflusst wird. Da sind die Experten gefragt.

Gruß Frank

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. » 07 Mai 2014, 11:57

Ich weiß nicht recht, waram das keine Esche sein soll.
Bei mir treiben die Eichen schon seit mindestens 2 Wochen, Eschen dagegen noch nicht.
Vielleicht hängt das mit der Feuchtigkeit zusammen?
Hier im Vogtland verlief das Frühjahr ziemlich trocken.

Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 07 Mai 2014, 14:23

Hallo,

mit den Niederschlägen könnte das durchaus zusammenhängen.
Es gibt beispielsweise Kakteen, die ihre bereits erkennbar entwickelten Blütenknospen eintrocknen lassen und in dem Jahr nicht blühen, wenn sie zu früh Feuchtigkeit bekommen, und zwar in der Kultur wie in der Wildnis.

Ich habe leider nicht auf die Temperatursummen bzw. Temperaturen der Winter geachtet, aber in durchwachsenen Wintern (Frost- und Nichtfrosttemperaturen wohl durchmischt) treiben Eichen und Eschen immer recht gleichzeitig aus.
Zeigen Deine Aufzeichnungen, Stefan, eventuell, ob die Esche dann bei harten Wintern klar vorn ist im Austrieb?

Ich weiß natürlich auch, dass weder Tiere noch Pflanzen Propheten sind und sich nur nach aktuellen und vergangenen Klimawerten entwickeln und verhalten, aber die Bauernregel fiel mir dabei gerade so ein ^^...

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. » 07 Mai 2014, 15:17

Ich muss mich korrigieren, die kleineren Eschen treiben schon seit einer Weile aus. Ist mir vorhin erst aufgefallen, denn ich bin an vielen Sämlingen (bis 2 m) vorbeigekommen. Einige hatten auch Frostschäden, denn letztes Wochenende gab es hier in zwei Nächten Frost. Diese Sämlinge stehen neben einer Straße mit reichlich Unterbewuchs. Sie sind also relativ geschützt.
Bei größeren Bäumen habe ich dagegen nur vereinzelt Austrieb gesehen, genauer gesagt, bei einem Baum. Alle anderen (circa 10), an denen ich vorbeigekommen bin, waren gerade dabei, ihre Knospen zu öffnen.

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stefan
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Beitrag von stefan » 07 Mai 2014, 16:19

Hallo Andreas
Kiefer hat geschrieben: ...
Zeigen Deine Aufzeichnungen, Stefan, eventuell, ob die Esche dann bei harten Wintern klar vorn ist im Austrieb?...
wenn ich solche Aufzeichnungen hätte ...
Ich habe den Niederschlag, aber keine Temperaturen und leider auch keine phänologischen Daten! :-(

Gruß, Stefan
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