welcher baum? imtensiver "duft" beim holzanschnitt ---> Prunus serotina

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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holzsammler
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welcher baum? imtensiver "duft" beim holzanschnitt ---> Prunus serotina

Beitrag von holzsammler » 04 Mai 2014, 21:45

hallo ihr baumkundigen,
wie aus meinem namen ersichtlich bin ich primär "holzsammler", und zwar ausschließlich holz, das nicht mehr zum baum gehört (weil sturmschaden, forstschnitt oder gartenschnitt, ...). ich schnitze und bildhauere gerne.
bei einer meiner letzten sammlung fand ich ein holz, welches beim anschnitt
intensiv süßlich duftet / riecht.
in meinen diversen literaturen wurde ich nicht fündig. also bin ich nochmals zum fundort um das bäumlein zu fotografieren.
vielleicht habt ihr ja eine idee.

p.s. beim lesen der heutigen themen ahne ich, daß ich keinen exoten gefunden habe.

grüße aus münchen
holzsammler
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wolfram
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Beitrag von wolfram » 04 Mai 2014, 22:12

hallo,
das sieht für mich nach einer Kirsche aus (prunus cerasus).
Viele Grüße, Wolfram

holzsammler
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Beitrag von holzsammler » 04 Mai 2014, 22:38

hallo wolfram,
danke für deine rasche antwort.
auf kirsche tippe ich auch. duftet denn die sauerkirsche beim anschneiden intensiv süßlich? und gibt es da auch "wilde" formen?
was häldt du von Prunus serotina?
gruß
holzsammler

Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 04 Mai 2014, 23:17

Hallo!

Es ist Prunus serotina :).

Grüße,
Andreas

holzsammler
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Beitrag von holzsammler » 04 Mai 2014, 23:49

hallo andreas,
fein, daß du der gleichen meinung bist. ich bin da eher nach dem ausschlußverfahren vorgegangen.
kannst du mir bitte sagen, was für dich die eindeutigen bestimmungskennzeichen sind, und hast du eine meinung zu diesem intensiven "duft" beim anschneiden der rinde (man muß ja nicht gleich durchsägen).
grüße aus münchen
holzsammler

Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 05 Mai 2014, 02:18

Hallo!

Für mich sind es die Rinde, das kaum zu verwechselnde, glänzendgrüne Laub und eben das intensiv duftende Holz.
Ich habe fast 30 Jahre in Berlin gelebt, wo P. serotina wirklich als ziemlich arges "Waldunkraut" angesehen und auch bekämpft wird, habe in Naturschutzgebieten auch selbst an solchen Bekämpfungen teilgenommen (überwiegend Jäten jeglicher Sämlinge und Verhindern kräftigen Neutriebs), erkenne die also sozusagen blind ;).

Wie der Duft zustande kommt, damit bin ich aus dem Stehgreif ein wenig überfragt. Die duftverursachenden Stoffe, die in Holz und Rinde nicht nur von Prunus serotina, sondern auch von zB Prunus cerasifera vorhanden sind, haben einen ganz bestimmten Namen, der mir auf der Zunge liegt (Amygdalin?), aber nicht letztendlich einfallen will...

holzsammler
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Beitrag von holzsammler » 05 Mai 2014, 23:45

hallo andreas,
recht herzlichen dank für deine antwort.
sollte ich den duftstoff in erfahrung bringen, melde ich mich nochmal.
grüße von holzsammler :)

Yogibaer
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Beitrag von Yogibaer » 06 Mai 2014, 01:01

Der Duftstoff wird das Cyanglykosid Prunasin sein.
Gruß Yogi

Stadtmutant
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Beitrag von Stadtmutant » 06 Mai 2014, 11:12

Moin!
Was mir oft Schwierigkeiten bereitet, ist die Unterscheidung von Prunus padus und P. serotina. So hatte ich mich kürzlich über eine schon recht große P. padus in meinem Garten gefreut, nun aber leider feststellen müssen, daß es sich wohl doch um P. serotina handelt. Hilfreich finde ich vor allem die bei letzterer vorhandene Behaarung entlang der Rhachis auf der Blattunterseite, die bei P. padus fehlt, auch wenn sie bei jungen Blättern noch nicht wie hier im Lexikon braun sondern weiß ist. Könnten wir noch ein Foto der Blattunterseite sehen?
Gruß,
Markus

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stefan
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Beitrag von stefan » 06 Mai 2014, 11:34

Hallo Markus,
Stadtmutant hat geschrieben:... Behaarung entlang der Rhachis auf der Blattunterseite, die bei P. padus fehlt, auch wenn sie bei jungen Blättern noch nicht wie hier im Lexikon braun sondern weiß ist. ...
der Hinweis auf die Veränderung der Farbe ist wichtig!
Prunus serotina hat auch eine deutlich glattere, leicht glänzende Oberseite (erinnert entfernt (!) an Prunus laurocerasus), Prunus padus ein Blatt, das stark an Prunus avium erinnert, d.h. die Oberfläche glänzt nicht und ist durch die Nervatur leicht wellig.
Gruß, Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)


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Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 06 Mai 2014, 20:57

Hy!

Richtig, Stefan sagt es. Die Blattoberfläche reicht anhand ihrer genannten Merkmale schon alleine zur Bestimmung aus.

Grüße,
Andreas

Stadtmutant
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Beitrag von Stadtmutant » 07 Mai 2014, 10:35

Moin,
ja, ich habe inzwischen auch festgestellt, daß die Unterscheidung einfacher ist, als ich gestern noch dachte. War gestern kurz unterwegs und habe mir einen Kandidaten am Straßenrand in der Nähe genauer angesehen, den ich bislang auch für P. serotina hielt. Die Blätter unterscheiden sich sehr deutlich von den P. serotina in meinem Garten, matt, "runzelig", und ohne Haare an der Rhachis, also P. padus. Ich brauche manchmal den direkten Vergleich in natura, dann wird's viel klarer. Die Neophyten auf meinem Grundstück werde ich demnächst entfernen, da ich deren Ausbreitung nicht noch unterstützen möchte.
Gruß,
Markus

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Beitrag von stefan » 07 Mai 2014, 10:43

Hallo Markus,
Stadtmutant hat geschrieben:... Die Neophyten auf meinem Grundstück werde ich demnächst entfernen, da ich deren Ausbreitung nicht noch unterstützen möchte....
das würde ich nicht ganz so eng sehen:
In der Landschaft haben invasive Neophyten möglichst nichts zu suchen.
Im Garten ist das aber durchaus was anderes: sehr viele Gartenpflanzen sind nicht einheimisch, wenn auch die meisten nicht invasiv.
Mit einer Prunus serotina im Garten gefährdest Du die Natur nur dann, wenn es in Deiner Umgebung noch keine gibt!
Riesen-Bärenklau und Drüsiges Springkraut sind Beispiele für relativ jung eingeführte Gartenflüchtlinge. In Regionen, wo sie noch nicht vorgedrungen sind oder wo sie mit viel Aufwand in der Natur bekämpft werden, sollte man sie auch im Garten eher nicht zulassen.
Gruß, Stefan
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Beitrag von pgs » 07 Mai 2014, 10:49

Siehe dazu auch:

viewtopic.php?t=12565&start=3

Am Ostrand des NSG Alter Flugplatz blüht dieser "invasive Neophyt" zur Zeit sehr schön einträchtig zusammen mit dem einheimischen Blutroten Hartriegel, Cornus sanguinea, beide sind dort in großer Zahl als Sträucher (und Prunus serotina auch als kleine Bäume) vorhanden.
beste Grüße von Holger/PGS

Stadtmutant
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Beitrag von Stadtmutant » 07 Mai 2014, 11:15

Hallo Stefan, hallo Holger,
ich habe ja nicht vor, alle Späten Traubenkirschen in der Norddeutschen Tiefebene auszurotten. In meinem Garten bleibt vieles sich selbst überlassen, aber gelegentlich möchte ich dann doch an einigen Stellen ausdünnen. Dabei würde ich diese Pflanze bevorzugt entfernen - mich interessiert ja auch der süßliche Duft des Holzes :wink:
Da ich die Blüten und den Duft von P. padus nicht uninteressant finde, würde ich diese lieber ansiedeln - evtl. durch Samen der gestern identifizierten Pflanze.
By the way, den Riesen-Bärenklau hatte ich auch mal ausgesät, weil ich die gigantischen Fruchstände faszinierend fand - großer Fehler! Das Zeug ist ja kaum kontrollierbar.

Gruß,
Markus

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