Gelbes-Ding

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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giriz
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Gelbes-Ding

Beitrag von giriz »

Hallo zusammen habe im Frühjahr am Waldrand an einer Trauben oder
Stieleiche , ein gelbes rundes etwa Walnuss grosses Ding gesehen.
Habe in keinem Buch etwas darüber gefunden, habe in der Schule mal
bei einem Vortrag eines Jägers irgend etwas von einem Gallapfel gehört,
dass ist aber 20 Jahre her.
Weis jemand was darüber gruss giriz.

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo giriz,

das dürfte der Gallapfel der Gem. Eichengallwespe sein. Es gibt eine ganze Reihe von Gallwespen, die an den Eichen ihre Eicher ablegen. s. auch hier Seite 2 von Wiesenschweigen 1.Link ( Eiche....)

Viele Grüße

Wolfgang

wolfachim_roland
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Beitrag von wolfachim_roland »

Hallo, Giritz:

anbei zwei Fotos von Eichen-Gallen:
welches ist näher dran?
Gruß, Wolf
Wolf Roland

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Wolf,

hast du auch die Namen der Wespen . Ich vermute oben die Gem. Eichengallwespe ( Diplolepis quercus-folii ) und unten sieht man wahrscheinlich die "hopfenfruchtähnliche Eichenrose " der Gallwespe Andricus fecundator.(Deutscher Name kenne ich nicht ). Was meinst du?

Viele Grüße

Wolfgang

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

kurzer Nachtrag:

Ich frage deshalb, weil ich in 2 Büchern völlig versch. Wespenarten zu diesen Gallen finde. ( Hier auch der Begriff Sodomsapfel zu Foto 2 ).

Viele Grüße

Wolfgang

wolfachim_roland
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Gallwespen

Beitrag von wolfachim_roland »

Nein, Wolfgang, den Namen der Wespen habe ich nicht. Vielleicht könnte Harry da noch mal helfen.
Gruß, Wolf
Wolf Roland

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Danke Wolf,

mir ist gestern ein Fehler unterlaufen. Ich habe in dem einen Buch Bild und Schrift verwechselt. Die beiden Arten oben dürften stimmen. Die 2. Galle heißt auch Zapfengalle. Möglicherweise gab es aber eine Neugliederung, denn die Gem. Eichengallwespe heißt 1970 Diplolepis quercus-folii und 1990 Cynips quercusfolii. Aber, ich denke, das spielt nur für Harry eine Rolle.

Viele Grüße

Wolfgang

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stefan
Moderator
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Beitrag von stefan »

Hallo Wolf, Wolfgang,
vor ein paar Wochen gab's schon mal eine Frage zu Gallen, das hatte mich animiert etwas zu stöbern.
Dabei bin ich auf die Adresse http://www.pflanzengallen.de/verzeichnisundfotosAB.html gestoßen. Da findet Ihr reiche Auswahl an Gallen und ihren Erregern!
Gruß, Stefan

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Ja super, danke Stefan,

man findet genau die Gallen mit den entsprechenden Wespenarten.
Den Link muss ich mir merken, da man an Rosen, Eichen , Buchen sehr oft Gallen findet und ich immer zu faul war, die Literatur durchzusuchen.

Vielen Dank!

Viele Grüße

Wolfgang

kurt
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Beitrag von kurt »

Hallo zusammen,
Ich bin dem Verzeichnis der Pflanzengallen ein bischen nachgegangen, und zwar unter ca. 30 Arten dem „Andricus kollari“
Als Vorwort habe ich folgendes gefunden, unter anderem:
Zitat Anfrang:
„Nach BUHR /1/ versteht man unter Gallen jene Wachstums- und Gestaltungsanomalien an Pflanzen, welche von parasitischen Organismen veranlaßt wurden, die unter aktiver Beteiligung der Pflanze zustande kommen und von den Erregern in ernährungsphysiologischer Hinsicht genutzt werden. KÜSTER /4/ grenzte mit diesen Forderungen die Gallen allen anderen Missbildungen gegenüber ab und formulierte : "Wir wollen als Gallen alle Produkte abnormen Wachstums, die an irgendwelchen Pflanzen unter Einwirkung tierischer oder pflanzlicher Parasiten entstehen und den Nährboden für diese abgeben, gelten lassen." /5/ „
Zitat Ende
Dann kamen eine Menge Details über die betreffenden Verursacher incl . weitere parasitäre Mitbewohner.
Alles schön und gut.. Das weiss ich jetzt, aber es nützt mir gar nichts. Nichts über eine eventuelle Wechselbeziehung, von der beide Partner profitieren wie z.B. bei der Mykorrhiza. Die sogenannte Wissenschaft ist in diesem Fall nicht über eine blosse Beschreibung des Phänomens hinausgekommen.Und genau so ist es in der Mehrzahl der Fälle. Man kapriziert sich auf vollkommen unwesentliche Details, um eine Doktorarbeit oder Magister oder sonst was zusammenzustiefeln. Von der wesentlichen, tieferen Bedeutung dessen, was man beschreibt, hat man offensichtlich meist keine Ahnung. Ich bin anders gestrickt. Ich will nicht das „Wie“, sondern das „Wozu „ verstehen.
Das ist gegen keinen der Forumsteilnehmer gerichtet. Ich musste mir nur mal meinen Frust von der Seele reden.
Geht es einigen von euch auch so?
Gruss
Kurt

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Kurt,
es gibt doch nicht nur Wechselbeziehungen sondern auch eine Vielzahl Parasiten. In underem Beispiel sichert die Wespe ihren Fortbestand. Die Eiche hat keinen Nutzen davon ( jedenfalls nicht, dass ich wüsste ).

Viele Grüße

Wolfgang

kurt
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Beitrag von kurt »

Hallo Wolfgang,
Lebewesen, die nach unserem Verständnis reine Parasiten sind, haben keine Existenzberechtigung, müssten also ausgerottet werden. Ich glaube allerdings nicht, dass es Parasiten im reinsten Sinne des Wortes gibt. Sie haben eine Sinn, wir wissen es nur nicht.
Gruss
Kurt

kurt
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Beitrag von kurt »

Noch einen Nachtrag,
das einzige Lebewesen, das fast nur aus Parasiten besteht, ist der Mensch. Er beutet die ihn umgebende Natur, aus der er entstanden ist, gnadenlos aus. Wann wird ihn die Evolution auf den Müllhaufen der Fehlentwicklungen werfen?
Gruss
Kurt

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Kurt,

Parasiten haben sich wie alle Lebewesen optimal an ihren Lebensraum angepasst, sonst wären sie längst ausgestorben. Es gibt gerade bei den Insekten, Würmern, Spinnen eine unüberschaubare Zahl von Parasiten. Sie alle haben genau die gleiche Existenzberechtigung, weil sie sich entwickelt haben und die Erde heute besiedeln, wie alle anderen auch.

Viele Grüße

Wolfgang

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Auch kurzer Nachtag,

der Mensch wird sich, wenn er sich weiter so vermehrt und die Umwelt weiter so schädigt, seinen Ast absägen, aber das hat nichts mit den Parasiten zu tun, die in ihm leben. Die sind flexibler, werden ihn überleben und mutieren und suchen sich was Neues.

Viele Grüße

Wolfgang

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