Bäumchen aus Montenegro

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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masterdiver
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Bäumchen aus Montenegro

Beitrag von masterdiver »

Liebe Forengemeinde,

ich ziehe nun seit zwei Jahren ein Bäumchen groß, dessen Samen ich 2018 in Montenegro gesammelt habe. Es war ein Baum, der ein paar Kilometer oberhalb des Skutarisees am Straßenrand auf einem Felsvorsprung wuchs - wenn meine Erinnerung mich nicht trügt, war er so 2-3 Meter hoch und recht knorrig verwachsen.

Ich habe damals leider keine Fotos gemacht, war aber rückblickend überzeugt, Samen eines Carpinus orientalis mitgenommen zu haben. Als dem Sämling dann die ersten Blätter wuchsen, war ich zunehmend verwirrt und gelangte zu dem Schluss, dass die Samen doch eher nach Ostrya carpinifolia aussahen. Ich weiß noch, dass sie irgendie haarig waren und mir beim Sammeln hinterher die Finger noch eine ganze Weile juckten.

Wie dem auch sei, dass Bäumchen ist noch nicht sehr groß, weil ihm der Sommer auf der heißen Terrasse oft nicht so bekommt. Im Herbst wirft es dann die Blätter ab und ist gerade wieder im Winterquartier ausgetrieben. Dabei ist mir einmal mehr aufgefallen, dass die Blätter einfach partout weder nach Carpinus noch nach Ostrya aussehen:

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Sie sind übrigens wechselständig und zumindest oberseitig fein flaumig behaart. Hat irgendjemand eine Idee oder kann mich zumindest in die richtige Richtung schubsen? Ich bin so langsam schon unsicher, ob ich da irgendwann Samen, Töpfe, Beschriftungen oder irgendwas durcheinandergebracht habe...

Ich freue mich auf Ideen! Danke im Voraus und iebe Grüße aus Wien
Paul

Paulownia
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Re: Bäumchen aus Montenegro

Beitrag von Paulownia »

Hallo Paul,
das sieht nach einer Weinrebe (Vitis) aus. Besteht die Möglichkeit?

Viele Grüße
Willi

Spinnich
Beiträge: 2766
Registriert: 27 Jul 2010, 01:14
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Re: Bäumchen aus Montenegro

Beitrag von Spinnich »

Sieht für mich aus wie Blätter von Vitis vinifera. Auch das grüne dünne Stängelchen passt dazu.
Die Blattformen sind ja sehr vielgestaltig.
Spätestens in einem Jahr sollte man mehr sehen, falls es nicht durch den winterlichen Austrieb eingeht.
Dann sollten erste Ranken und bis zum Herbst eine leichte Verholzung zu sehen sein.

LG Spinnich :mrgreen:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

masterdiver
Beiträge: 3
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Re: Bäumchen aus Montenegro

Beitrag von masterdiver »

Hallo Ihr zwei,

danke für die Antworten! Ha... Ihr habt völlig Recht. Es sieht tatsächlich wie eine Weinrebe aus. Auf die Idee wäre ich einfach nicht gekommen. Ich bin natürlich davon ausgegangen, dass das aus dem Töpfchen gesprossen ist, was ich dort ausgesät habe. Aber... Sowas kann natürlich passieren, wenn man das Ganze dann im Herbst noch auf der Terrasse stehen hat. Wahrscheinlich hat sich ein Vogel über dem Topf entleert. Ich bin ganz perplex. Aber eine bessere Idee habe ich auch nicht. Ihr werdet schon richtig liegen. Auch wenn ich auf etwas spannenderes gehofft hatte ;)

Tausend Dank Euch!
Lieben Gruß
Paul

Spinnich
Beiträge: 2766
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Re: Bäumchen aus Montenegro

Beitrag von Spinnich »

Vielleicht entwickelt sich ja durchaus eine leckere Traubensorte! :P

LG Spinnich :mrgreen:
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AndreasG.
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Re: Bäumchen aus Montenegro

Beitrag von AndreasG. »

Weinreben sind, im Topf oder frei ausgepflanzt, erstaunlich winterhart. Wenn man sie wachsen lässt, jährlich zurückschneidet und weiter wachsen lässt, entwickeln sie mitunter bizarre Stämmchen.
Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit einer neuen sorte sehr gering und sie sind in unserem Klima auch anfällig für allerlei Krankheiten, weshalb im Weinbau heftig gespritzt wird. Aber es kann durchaus eine interessante Balkonpflanze werden, wenn sie einen größeren Topf und etwas Platz bekommt.

masterdiver
Beiträge: 3
Registriert: 13 Jan 2021, 13:28

Re: Bäumchen aus Montenegro

Beitrag von masterdiver »

Haha, ja, ich denke, ich werde das Pflänzchen trotz allem weiterpflegen. Ich habe ja sogar einen Rebstock auf der Terrasse... Einen Uhudler. Die zarten Träubchen sind aber letztes Jahr nach der Blüte schon im Ansatz verkümmert, er tut überhaupt nicht so ideal; auch ihm ist es ein wenig trocken und sonnig bei uns, und ich war sehr gießfaul in dieser Saison.

Trotzdem hatte ich überhaupt nicht an einen Wein gedacht. Ich muss im Frühjahr mal vergleichen, ob der Austrieb vom Uhudler der besprochenen Pflanze ähnelt. Im Moment schießt das Pflänzchen in die Höhe, weil es viel zu warm steht. Die Hausverwaltung hat uns einen Strich durch unsere Pflanzenüberwinterungspläne im Stiegenhaus gemacht, daher sind die Möglichkeiten eingeschränkt. Aber wenn es wirklich ein Wein ist, werde ich ihn nächstes Jahr wohl draußen stehen lassen.

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