Leichenlinde bei Dorfhaus, Oberfranken, Register-Nr.: 1744
Verfasst: 29 Mär 2021, 04:52
Südöstlich von Dorfhaus, Gemeinde Weißenohe, Lkrs. Forchheim, Oberfranken, Bayern, etwa auf halbem Weg nach Oberrüsselbach, steht die "Leichenlinde" (im Volksmund auch "Glaa Lindn" genannt; für Nichtfranken: "kleine Linde"), eine Sommer-Linde, Tilia platyphyllos SCOPOLI, 1772. Breite: 49.620954°, Länge: 11.276018°, Höhe: 508 m (Google Earth) = E11°16.561080', N49°37.257240' (Baumkunde-Format). Stammumfang: 5,34 m, zuletzt von mir gemessen in 1,30 m Höhe am 02.05.2020.
Die Linde war Treffpunkt und Rastplatz, wenn verstorbene evangelische Bürger von Weißenohe und Dorfhaus (in Weißenohe durften ja nur katholische Bürger beerdigt werden und Dorfhaus hatte ja keinen eigenen Friedhof) den steilen Berg hoch zum Friedhof in Kirchrüsselbach gebracht werden mussten - deshalb der Name "Leichenlinde".
Der Name hat übrigens, wie irrtümlich oft angegeben, nichts mit dem Flugzeugabsturz vor fast genau 60 Jahren, am Abend des 28. März 1961 auf einem Feld, ca. 500 südwestlich der Linde zu tun, wobei alle 52 Menschen, die sich in dem Flugzeug befanden, ums Leben kamen.
Die Linde ist Vital; eine Kennzeichnung als Naturdenkmal konnte ich keine finden, auch keinen Eintrag in der Denkmalliste. Etwas östlich der "Leichenlinde" soll eine weitere, noch mächtigere Linde gestanden haben, die "große Linde"; ich habe bis jetzt aber leider keinerlei Reste davon entdecken können.
Aktuell (Stand: 01.02.2021) steht vor der Linde eine Bank, ein Holz-Kruzifix, das bis 2019 am alten Brunnen in Weißenohe stand, und am Baum selbst sind 2 Infotafeln angebracht; um den Baum wurden Blumen angepflanzt und vom Künstler Rudolf G. Meier von der Malschule Rüsselbach 2008 mit einigen Schülern um den Baum aus Lesesteinen von den umliegenden Feldern, Lehm und anderen Materialien ein Kunstobjekt mit Mauern, Türmen und einem Torbogen (Land Art Projekt Leichenlinde) gestaltet, das sich über die Jahre immer wieder verändert hat und dies auch soll.
Viele Grüße,
Klaus
Die Linde war Treffpunkt und Rastplatz, wenn verstorbene evangelische Bürger von Weißenohe und Dorfhaus (in Weißenohe durften ja nur katholische Bürger beerdigt werden und Dorfhaus hatte ja keinen eigenen Friedhof) den steilen Berg hoch zum Friedhof in Kirchrüsselbach gebracht werden mussten - deshalb der Name "Leichenlinde".
Der Name hat übrigens, wie irrtümlich oft angegeben, nichts mit dem Flugzeugabsturz vor fast genau 60 Jahren, am Abend des 28. März 1961 auf einem Feld, ca. 500 südwestlich der Linde zu tun, wobei alle 52 Menschen, die sich in dem Flugzeug befanden, ums Leben kamen.
Die Linde ist Vital; eine Kennzeichnung als Naturdenkmal konnte ich keine finden, auch keinen Eintrag in der Denkmalliste. Etwas östlich der "Leichenlinde" soll eine weitere, noch mächtigere Linde gestanden haben, die "große Linde"; ich habe bis jetzt aber leider keinerlei Reste davon entdecken können.
Aktuell (Stand: 01.02.2021) steht vor der Linde eine Bank, ein Holz-Kruzifix, das bis 2019 am alten Brunnen in Weißenohe stand, und am Baum selbst sind 2 Infotafeln angebracht; um den Baum wurden Blumen angepflanzt und vom Künstler Rudolf G. Meier von der Malschule Rüsselbach 2008 mit einigen Schülern um den Baum aus Lesesteinen von den umliegenden Feldern, Lehm und anderen Materialien ein Kunstobjekt mit Mauern, Türmen und einem Torbogen (Land Art Projekt Leichenlinde) gestaltet, das sich über die Jahre immer wieder verändert hat und dies auch soll.
Viele Grüße,
Klaus