Pieschener Allee in Dresden

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baumlaeufer
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Pieschener Allee in Dresden

Beitrag von baumlaeufer »

Jeder Dresdener kennt die Pieschener Allee - fast jeder- :wink: Warum heißt die dann im Fröhlich Heft Sachsen Nr 104 Lindenallee in Dresden ? Ich bin für eine Umbenennung unseres Registereintrages zur Nummer 5706 .

Noch im urbanen Bereich - Foto 2- ist das beiweitem nichts besonderes, geht es aber in die Freie Landschaft an der Elbe über, ist die Allee ein Wucht. Ich war am 30.10.2019 beim Start meiner Elbe-Radtour aus Desden genau zur passenden Zeit da, etwas Restnebel hing noch in den weit herunterhängenden Zweigen - Foto 1 -.

Die Allee ist ein Mischung aus Alt- und Jungbäumen, ich habe nicht nennenswertes über 5 Meter Stammumfang gefunden. Also lasse ich Fröhlichs Maß von 445 cm Stammumfang aus 1994 mal stehen.

Ich weiß allerdings aus DDG Kreisen, daß lokale dendrologische Größen - u. a Rudolf Schröder - sich sehr für den Erhalt und die fachgerechte Pflege der Allee - Mängel siehe Foto 3 -einsetzen. In Sorge um den Bestand der Allee haben sie den örtlichen Behörden ein Forderungspapier überreicht !

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LCV
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Re: Pieschener Allee in Dresden

Beitrag von LCV »

Warum nicht Pieschener (Linden) Allee?

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baumlaeufer
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Re: Pieschener Allee in Dresden

Beitrag von baumlaeufer »

LCV hat geschrieben:
13 Jul 2020, 10:22
Warum nicht Pieschener (Linden) Allee?

Heißt jetzt : Pieschener Lindenallee in Dresden

Danke Frank
Ich frage aber mal jemanden , der es evtl genau wissen müsste !
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baumlaeufer
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Re: Pieschener Allee in Dresden

Beitrag von baumlaeufer »

baumlaeufer hat geschrieben:
15 Jul 2020, 23:16
.....
Ich frage aber mal jemanden , der es evtl genau wissen müsste !
Rudolf Schröder von der Fachgruppe Botanik und Gartenkultur im Landesvereins Sächsischer Heimatschutz schreibt mir " Die Allee heißt offiziell Pieschener Allee, Du findest im Internet mehr zur Geschichte. "

Der Registereintrag führt jetzt auch den offiziellen Namen Pieschener Allee.

Ein Forderungspaket wurde nach der Begehung im Juli 2019 u.a dem Umweltamt Dresden übergeben mit dem Ziel " Diese Allee soll noch Jahrhunderte erleben."

Darin steht u.a.

Nachpflanzungen unbedingt durchführen:

- Wo der Standort genügend Licht bietet, damit der neue Baum gerade und ohne Behinderung gedeihen kann.
- Wo der Standort von Gehölzsämlingen (Wildwuchs) besetzt wird, diese roden. Zum Teil stehen hier schon beachtliche Bäume (Spitz-Ahorn, Robinie), außer am Anfang der Allee
- Wo der Altbaum gestürzt ist und keine Stockaustriebe besitzt in die Wurzelstockmitte einen kleineren Jungbaum pflanzen.
- Sehr gut wäre es, wenn auch die nördliche Seite am Anfang der Pieschener Allee wieder bepflanzt werden könnte.

Keine Nachpflanzungen vornehmen, wenn es an ehemaligen Standorten z.Zt. nicht möglich ist:

- Weil die Baumkronen der benachbarten Linden den Pflanzenstandort ausfüllen. Hier muss so lange gewartet werden, bis diese Linden ebenfalls ersetzt werden müssen.
- an noch benötigten Einfahrten.
- sofern möglich Stockausschläge des gefallenen Altbaumes kostengünstig zum Erziehen eines neuern Baums nutzen (s.u.).

Bei und nach der Pflanzung beachten:

- Nur Sämlinge von Tilia cordata (Winter-Linde) zur Pflanzung verwenden, keine anderen Arten, Sorten oder Veredelungen.
- Exakt in das alte Raster pflanzen. Einige Jungbäume stehen bereits falsch, diese noch verpflanzen. ....
- Leittrieb fördern.

Allgemeine Pflege:

- ....Jährlich findet eine Baumkontrolle statt.

Die Hauptziele sind: Verkehrssicherheit, hohe Vitalität und Erhaltung der Baumbiotope. Vorbildlich wird bereits danach verfahren.

Die Außenbaumreihen liegen außerhalb des unmittelbaren Gefahrenbereiches und können lockerer eingeschätzt werden. Die Verwilderungen im Nordwesten der beiden Außenreihen, gefährden die genannten Ziele. Diese sind von Gehölzaufwuchs, z. T. auch Naturverjüngung standorttypischer Arten mindestens anderthalb Meter von der Außenkronentraufe zu befreien. Es muss gewährleistet sein, dass Astschleppen der Linden erhalten bleiben, leider sind schon viele abgestorben. Hier liegen seit langem große Versäumnisse vor. Gegenwärtig verschlechtert sich die Situation dramatisch. Hier muss kompromisslos gehandelt werden. Dabei entsteht auch Platz für Neupflanzungen.
Den möglichen Bedenken seitens des Naturschutzes, dass dadurch zu viel Unterholz entfernt wird, muss damit begegnet werden, dass der naturschutzfachliche Wert im Erhalten der Allee in ihrer Gesamtheit besteht, das heißt, jede Linde muss so lange wie möglich gefördert werden: sie soll nicht lang und schlank in die Höhe wachsen, sondern stabil und seitlich bis unten beastet gedeihen. Die Linden sollen eine Astschleppe bis auf den Boden entwickeln. Durch diese Maßnahme eingebüßte Unterholzmasse wird durch die Schleppe ersetzt. Das dient der Baumstabilität, sichert eine hohe Assimilationsleistung und sieht sehr schön aus. Im Übrigen ist auch das eine Besonderheit dieser Allee, denn Astschleppen sind an anderen Standorten kaum zu finden, nicht bei Straßenbäumen, nicht bei Waldbäumen und nicht einmal mehr in Parkanlagen.

- Jungbaumpflege: Leittrieb jährlich freistellen, evtl. Stäben und bei Trockenheit wässern. Im fortgeschrittenen Alter immer noch auf Einstämmigkeit achten, d.h. Konkurrenztriebe entfernen.
...
Fast immer erscheinen bodennah gesunde Austriebe der Linde. Davon den Besten am Boden entspringenden Austrieb freistellen und sofort durch Anbinden an einen Stab sichern oder bei entsprechender Größe pfählen. Die anderen Austriebe scharf am Stubben abschneiden oder abbeilen. Bei genügender Größe diese Jungbäume rechtzeitig aufasten. Austriebe am Stamm ohne Bodenkontakt sind ungeeignet, sie brechen meist aus, auch wenn sie zunächst als die besseren erscheinen. Bei der Auswahl ist auch darauf zu achten, denjenigen Austrieb zu nehmen, der am günstigsten steht, zumindest in der Reihe steht. Wenn kein Bodenaustrieb vorhanden ist in die Stubbenmitte neu pflanzen.



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