...... Also zwei sogenannte NBBs an einem Tag, wie es Stefan Kühn vom Deutschen Baumarchiv so schön sagen würde. Ich muss da ans Baumentdeckertreffen vor zwei Wochen denken, da ist wieder viel von NBBs gesprochen worden.
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Rainer
Möchtest du, Rainer- oder Gabi evtl - in einem gesonderten Thread über das Treffen berichten? Ich war wegen einer Radreise verhindert . 2018 habe ich berichtet .
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt (Khalil Gibran) www.na-tour-denkmal.de
Vielleicht schreibt Gabi ja etwas, denn ich schreibe nichts. Im Grunde war es der gleiche Ablauf wie das letzte mal. Gabi und ich waren die einzigen ohne Vortrag. Da diesmal Jeroen Pater dabei war, hat er einen Beitrag gemacht. Dafür fehlte Michel Brunner, aus Gesundheitsgründen. Und jemand aus dem Schwarzwald war noch dabei, hat einen Vortrag über Nadelbäume gehalten. Peter Klug dann wieder über Baumpflege. Und eben die Kühns. Da ging es eigentlich nur um das Thema, wer als Entdecker eines Baumes anzusehen ist. Und natürlich war der Tod von Bernd Ullrich ein Hauptthema.
Ich bin immer noch der Meinung, daß das ein Treffen mit persönlicher Einladung war, nichts Geheimes, aber auch nicht unbedingt für die Öffentlichkeit gedacht. Möchte aber noch ergänzen, daß Jeroen Pater viele schöne historische Bilder von alten Bäumen gezeigt hat und Peter Klug die Alterungsphasen der Bäume dargestellt hat. Die Gebrüder Kühn möchten ein Online-Portal für Baumentdeckungen kreieren, sicherlich um die vernetzte Öffentlichkeit zu animieren, noch nicht bekannte Baumschätze zu melden.
Gruß Gabi
jetzt komme ich doch noch mal auf das Baumentdeckertreffen zum sprechen. Das eigentliche Hauptthema der Brüder Kühns ist der Status des Erstentdeckens. Sie haben sich über dieses Thema sehr viele Gedanken gemacht. Die neue Webseite dient auch nur aus diesem Zweck. Ich stand jetzt auch nach dem Treffen deswegen mit Stefan Kühn in Kontakt und ich muss sagen, unsere Meinungen gehen Hinsichtlich des Entdeckens auseinander. Aber vielleicht bin ich auch nicht Repräsentativ genug, dass zu Beurteilen? Wie seht ihr das? Ab wann, kann man jemanden als "Entdecker" eines Baumes ansprechen?
Die Kühns sehen das so, dass jemand einen national bedeutsamen Baum, also einen NBB, nur "entdecken" kann, wenn er diesen auf einer nationalen Baumplattform, oder in einem nationalen Baumbuch veröffentlicht. Schreibt also jetzt jemand ein Buch nur über Thüringen und bringt in diesem Buch dann einen Deutschlandweiten Rekordbaum, der ansonsten nicht bekannt ist, gilt er nicht als Entdecker, da das Buch nur Thüringen behandelt. Der Autor hat also nicht die nötige "Reife", um so einen bedeutsamen Baum zu "entdecken". Sieht jetzt jemand den Baum in diesem Buch, kann also Hinz oder Kunz sein, besucht ihn und registriert ihn dann auf Baumkunde oder Monumentaltrees, die jeweils anerkannte Baumplattformen sind, ist er dann aus Sicht der Kühns offiziell der Entdecker. Genauso ist es bei Christoph Michels. Seine Webseite umfasst nur NRW. Er kann also auch keinen national bedeutsamen Baum "entdecken". Das kann dann derjenige sein, der den Baum auf seiner Seite sieht und wo anders Veröffentlicht. Den Fall Michels habe ich explizit angesprochen und wurde so bestätigt. Ich sehe das jetzt so, dass der Autor vom Thüringenbuch, wenn er als erstes über diesen Baum schreibt, auch der Entdecker ist. Genauso, wenn Christoph Michels einen unbekannten Rekordbaum auf seiner Webseite bringt. Aber die Kühns sehen das wie gesagt anders.
Vielleicht bin ich mit meiner Meinung allein. Also, wie seht ihr das?
Das sind echt Haarspaltereien! Entdeckt ist entdeckt.
Dem kann ich mich nur anschließen! Im Grunde ist es mir egal ... jede Baumentdeckung ist FÜR MICH eine persönliche Entdeckung. Wenn dann noch heraus kommt, daß der Baum vielleicht noch ein Champion ist, bin ich für mich stolz. Ich kann auch nicht das ganze Web oder Literatur absuchen, ob er vielleicht schon einmal erwähnt wurde. Warum soll das auf Monumental Trees, Baumkunde oder das Deutsche Baumarchiv, Rainer ... beschränkt sein. Das ist eigentlich anmaßend.
Die meisten Baumveteranen sind sicherlich schon entdeckt. Im Nachhinein wird es kaum möglich sein, den Baumentdecker für alle diese Bäume zu definieren. Diesen Zwiespalt haben wir ja schon etwas beim Baumentdeckertreffen gespürt.
Das sind echt Haarspaltereien! Entdeckt ist entdeckt.
Was ist denn mit Europa oder weltweit?
Geht es nur darum, erstmals einen bestimmten Baum in Deutschland
zu finden oder eine bis dahin völlig unbekannte Art?
Das Deutsche Baumarchiv ist ausschließlich in Deutschland aktiv. Es geht um jeden Baum, der für die jeweilige Art einen bestimmten Umfangswert übersteigt. Eiche ist der Grenzwert 8 m Umfang. Egal, ob in 1 m Höhe, oder in 1,3 m Höhe gemessen. Aus der Sicht des Baumarchivs ist dann so ein Baum von nationaler Bedeutung. Also ein NBB. Das Deutsche Baumarchiv möchte zu jedem NBB wissen, wer der tatsächliche Entdecker ist. Und zwar nach den Kriterien, die ich oben aufgeführt habe. Es gibt wohl so 500 bis 1.000 NBBs in Deutschland.
Sieht jetzt jemand den Baum in diesem Buch, kann also Hinz oder Kunz sein, besucht ihn und registriert ihn dann auf Baumkunde oder Monumentaltrees, die jeweils anerkannte Baumplattformen sind, ist er dann aus Sicht der Kühns offiziell der Entdecker.
Das Motiv der Kühns ist nach meiner Ansicht, auf einfache und raffinierte Art Material für die eigenen Geschäfte,
Veröffentlichungen und Vorträge zu sammeln. Kurzum, damit Geld zu verdienen.
Mit einem Anreiz- und Belohnungssystem, Ehrungen als Entdecker z.B. soll der Ehrgeiz der "Entdecker" angesprochen werden.
Das "Deutsche Baumarchiv" wird für mich persönlich nur dann interessant, wenn die dort gesammelten Baumportaits & Beschreibungen, transparent und kostenlos der Öffentlichkeit zu Verfügung stehen.
Es würden höchstwahrscheinlich auch dann noch Bücher gekauft werden...
Gruß Klaus
irgendwann reduziert sich alles
auf seinen tatsächlichen Wert
Das "Deutsche Baumarchiv" wird für mich persönlich nur dann interessant, wenn die dort gesammelten Baumportaits & Beschreibungen, transparent und kostenlos der Öffentlichkeit zu Verfügung stehen.
Genau das wird aber nicht der Fall sein. Ok, Kostenlos wohl schon. Die Kühns wollen die Bäume, die sie noch kennen und derzeit nicht in ihren Büchern zu finden sind, ohne Standortangaben auf ihrer Webseite bringen. Also Geheimhalten, aber sagen, dass sie sie kennen. So gelten sie dann unter ihren Kriterein als Entdecker. So haben sie das beim Treffen gesagt. Sie geben also von sich aus kein zusätzliches Wissen Preis. Sie wollen also die Webseite nutzen, damit außenstehende Personen Meldungen machen können. Also Bäume zum Baumarchiv tragen.
Die wahren Entdecker derart großer Bäume bleiben überwiegend unbekannt. Schon in historischen Messtischblättern sind außerordentliche Bäume enthalten. Das setzt sich fort in Listen der Naturschutzbehörden, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, Übernahmen in Stadtwappen etc. Die Bäume hat also schon mal jemand "entdeckt", bevor es irgendeine Veröffentlichung jedweder Form im Internet gab.
Für mich dienen derartige Eskapaden nur der Selbstdarstellung einzelner Personen, welche das eigene Ego überbewertet sehen wollen. Ich bin schon mal auf die Menschenmassen gespannt, welche eine Eiche mit einem Stammumfang von 7,99 cm belagern, nur um als erster den 8,00 m Umfang verkünden zu können.
Möge man den Elan auf den Erhalt dieser Bäume richten, wohl wissend, dass dies teilweise geschieht und altersbedingter Zerfall nicht aufgehalten werden kann.
Für mich dienen derartige Eskapaden nur der Selbstdarstellung einzelner Personen, welche das eigene Ego überbewertet sehen wollen. Ich bin schon mal auf die Menschenmassen gespannt, welche eine Eiche mit einem Stammumfang von 7,99 cm belagern, nur um als erster den 8,00 m Umfang verkünden zu können.
Die wahren Entdecker derart großer Bäume bleiben überwiegend unbekannt. Schon in historischen Messtischblättern sind außerordentliche Bäume enthalten. Das setzt sich fort in Listen der Naturschutzbehörden, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, Übernahmen in Stadtwappen etc. Die Bäume hat also schon mal jemand "entdeckt", bevor es irgendeine Veröffentlichung jedweder Form im Internet gab.
Also alle von dir genannten Plattformen sind aus Sicht des Baumarchivs nicht "groß" genug, um einen nationalen Baum zu entdecken. Eine Naturschutzbehörde ist zum Beispiel nur für einen Landkreis aktiv, kann also laut Baumarchiv keinen nationalen Baum entdecken. Eine Naturschutzbehörde kann nur einen LBB entdecken, einen Lokal bedeutsamen Baum. Die nächste Stufe ist dann RBB, Regional bedeutsamer Baum. Entspricht vermutlich ein Bundesland? Höchste Stufe ist dann wie gesagt NBB. Das sind alles Wortfindungen die das Deutsche Baumarchiv kreiert hat. Für NBB gelten ausschließlich Veröffentlichungen auf der Seite der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, auf Monumentaltrees und auf Baumkunde. Und auf der dann neuen Seite vom Baumarchiv. Die nationalen Seiten von Gabi und meine Seite werden geduldet, stellen aber nicht die Idealform dar. Webseiten wie von Christoph Michels werden nicht geduldet, da nicht national. Und dann ausschließlich Bücher, die das ganze Bundesgebiet umfassen, also keine bestimmte Region. Als Beispiel mal Fröhlich. Fröhlich hat 1984 das Hessenbuch auf den Markt gebracht. Zu diesem Zeitpunkt war Fröhlich noch nicht im Range eines Entdeckers, da nur in Hessen aktiv. In den Entdecker-Status ist Fröhlich erst aufgestiegen, als er mit den Büchern Wege zu alten Bäumen das ganze Bundesgebiet behandelt hat. Ich sehe das ganze wie gesagt anders.
Für mich dienen derartige Eskapaden nur der Selbstdarstellung einzelner Personen, welche das eigene Ego überbewertet sehen wollen. Ich bin schon mal auf die Menschenmassen gespannt, welche eine Eiche mit einem Stammumfang von 7,99 cm belagern, nur um als erster den 8,00 m Umfang verkünden zu können.
Es gibt auch sogenannte Anwärterbäume. Das ist ein Baum, der 90 % des Grenzwertes erreicht. Also eine Eiche ab 7,2 m Umfang. Meldet man so eine Eiche, gilt man als Anwärter-Entdecker. Man ist dann für diesen Baum als Entdecker vorgemerkt. Hat dann die Eiche die 8-m-Grenze überschritten, ist man dann auch offiziell Entdecker. Wie ihr seht, haben sich die Kühns schon ihre Gedanken gemacht
Das ist alles gut und schön, aber es gibt sicher wichtigere Dinge,
um sich Gedanken zu machen. Letzten Endes, wie schon erwähnt,
ist das Haarspalterei bzw. eine Anmaßung, hier irgendwelche Regeln
aufzustellen, die einem selbst Nutzen bringen.
Ich habe beim 2018 er Treffen den Brüder Kühn in aller Öffentlichkeit gesagt, daß die Art, wie sie Infos über Bäume sammeln, eine Art "Einbahnstraße" ist . Sie verabeiten ihr Wissen für sich und verdienen dann mit den Veröffentlichungen Geld. Wohlgemerkt, den Verdienst aus den Büchern gönne ich ihnen.
Aber mir gefällt überhaupt nicht, das sie ihre Infos sonst nicht weitergeben. Immerhin profitieren sie auch von unserer Website oder von Rainers Seite z.B . Ich habe sie ermuntert, sich bei uns zu beteiligen: kein Interesse.
Außerdem habe ich selbst gesehen, wie sie unter dem Begriff Deutsches Baumarchiv bei Unteren Naturschutzbehörden Daten zu Bäumen abfragen. Ich habe selbst in einer niedersächsischen Kommune , die ich nicht nennen möchte, ein Schreiben gesehen. Baumarchiv hört sich schon behördlich an, aber die Allgemeinheit hat von der Datensammlung aber - fast- nichts davon. Das ist mir zu einseitig.
Die Treffen dagegen finde ich insofern interessant, daß man auch die Personen " Aus der Baumbesucherszene" kennenlernen kann. Auf die Art habe ich Michael Brunner kennengelernt. Mit Jeroen Pater habe ich mich zwar mehrfach ausgetauscht, aber noch nicht persönlich kennengelernt.
Baumlaeufer
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt (Khalil Gibran) www.na-tour-denkmal.de