In meiner Version des Baumregisters war diese Eiche einer der ersten Bäume, der Erwähnung fand. Es wurde auch dieses Bild gezeigt. Das darf gerne auch hier verwendet werden.
Mich erreichten heute Pressemitteilungen über die gutachterliche Stellungnahme zur Verkehrsicherheit der Grabeiche und die Reaktion in der Örtlichkeit. Sprich bevorstehende Entscheidungen von Gemeinderat und/oder Landrat.
Bei meinem letzten Besuch am 05.04.2014 , also vor nicht mal mehr als 6 Wochen, konnte ich mich noch von der Minimalkrone und den erst 2009 angebrachten Eisengurten überzeugen.
Jeder Private, der seiner Verkehrssicherungspflicht an einem NATURDENKMAL durch dessen Beseitigung nachkommen wollte, erhielte niemals eine Fällgenehmigung. Und wenn das dem Eigentümer zu teuer wäre, würde ihm allenfalls an den Kopf geschmettert "Eigentum verpflichtet".
Warum soll das hier anders sein? Nur weil eine Abstützung zu teuer sei...?
Nebenbei bemerkt: Es wäre noch eine weitere Möglichkeit da, die Verkehrssicherheit zu bewahren. Man könnte den Parkplatz auf der gegenüber liegenden Seite etwas einschränken und die betroffene Landstraße ein paar Meter nach Westen verlegen.
Nun, wenn in Nöbdenitz und Altenburg besorgte Mails aus ganz Deutschland eingehen, wird man eine Fällung wahrscheinlich noch schwerer durchziehen können. Wir erinnern uns an Walsrode (so hieß doch dieses Nest). Da kamen unsere Mails nur ein paar Tage zu spät.
Ich bin nicht sicher, ob hier der richtige Ort ist (falls nicht bitte verschieben)- aber zum Thema- kürzlich ist durch das Museum der Burg Posterstein in Thüringen der Band
"Im Dienste der Ernestiner"
über Hans Wilhelm von Thümmel erschienen, jenen Mann, welcher nach seinem Tod im Jahre 1824 im Wurzelraum der 1000 -jährigen Nöbdenitzer Eiche bestattet wurde und dem diese ihre Beinamen "Grabeiche" und "Thümmeleiche" verdankt.
In diesem 160 Seiten umfassenden Band ist ein 15 seitiger Aufsatz von Dr. Matthias Schütze mit dem Titel:
"Und diese knorrige Eiche soll 1000 jahre alt sein?-Versuch der Altersbestimmung für die 1000-jährige Eiche von Nöbdenitz"
enthalten, in welchem sich dieser von verschiedenen Seiten (Stammumfang und Zuwachs, Holzvolumen, Vermorschungsgrad, Zuwachsbohrungen etc.) der Frage nähert, ob die Eiche wirklich 1000 Jahre alt sein kann- zahlreiche Graphiken und Tabellen runden den Beitrag, der auch Vergleiche mit anderen Uralteichen Europas zieht und eine Graphik zur Altersbestimmung von Eichen enthält, ab.
Resümierend kommt der Autor zum Ergebnis, dass es sich bei der Nöbdenitzer Eiche tatsächlich um eine 1000 jährige handelt und attestiert dem Baum, die zweitälteste Eiche Deutschlands nach der Feme- oder Ravenseiche in Erle/NRW zu sein.
Beste Grüße
André
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Zuletzt geändert von Ratatöskr am 02 Mär 2017, 10:30, insgesamt 1-mal geändert.
Sehr interessant, danke für den Beitrag!
Gäbe es für den Band auch eine Bezugsquelle?
Ansonsten würde ich aber sagen: Femeiche, Nöbdenitz, Ivenack
Weil die Ivenacker Eiche(n) noch am vitalsten/ vollkronigsten und vollholzigsten von diesem Trio sind. Und Kennzeichen wirklich alter Eichen sind gerade diese stärkst abholzigen Stämme und eine Sekundärkrone, welche allein die Femeiche in voller Ausbildung zeigt- würde man sie lassen, wäre die Grabeiche bei genügend Vitalität dann wohl die nächste, die eine ausbildet.
Und die Ivenacker Eichen sind ja noch weit davon entfernt, sowohl diesen ganz abholzigen Stamm zu zeigen und haben ja auch noch volle Primärkronen. Womit die den Superchampion der entfernteren Zukunft stellen werden ^^!
du schreibst bei den Ivenacker Eichen immer in Mehrzahl. Dort gibt es eigentlich nur eine gesunde Eiche. Und das ist die große. Die Knust- und die Pferdekopfeiche sind am absterben, die am Eingang sind auch nicht viel besser.
Aber in einem Punkt sind wir uns hier alle einige. Die drei genannten machen die Top 3 in Deutschland aus, was das Alter betrifft.
So im nachhinein gesehen, hat das Guiness Buch der Rekorde doch keinen so schlechten Riecher gehabt. Die haben ja die Grabeiche schon vor vielen Jahren zur ältesten Eiche gemacht. Ich weiß jetzt aber gar nicht, ob sie es im aktuellen Buch auch noch ist?
das ist doch schon in Ordnung, von den Ivenacker Eichen zu sprechen. Die bilden sozusagen ein "Gesamtkunstwerk".
Übrigens gefallen mir diese grässlichen Bezeichnungen überhaupt nicht. Irgendwelche Dahergelaufene haben diese Namen den Eichen verpasst.
Sicherlich waren die Leute damals mit anderen Sorgen beschäftigt, aber heute?
Kein Aufschrei! Nichts! und wir sollten diese Namen auch nicht weiterbenutzen damit da keine falschen Traditionen aufkommen.
ja, eine Bezugsquelle gibt es, dort habe ich das Buch "Im Dienste der Ernestiner" über Hans Wilhelm von Thümmel, das eigentlich als Ausstellungskatalog zur Thümmel- Schau (Juni-Oktober 2016) auf der Burg Posterstein firmiert und wohl deshalb nicht ohne weiteres im Buchhandel oder bei amazon erhältlich ist und das den Beitrag zur Altersbestimmung von Eichen, speziell alter Eichen im Allgemeinen und im Besonderen zur Altersbestimmung der Nöbdenitzer Grabeiche von Dr. Schütze enthält ohne Probleme bestellen können und nach 3 Tagen auch ausgeliefert bekommen.
Allerdings macht der Beitrag zur Eiche nur ein gutes Zehntel des Buches aus, die restlichen Beiträge befassen sich mit dem Freiherrn v. Thümmel (dem Mann also, der unter der Eiche begraben liegt) und dessen Leben und Wirken, der Grabkultur seiner Zeit usf.
Hier meine Bezugsquelle- Ansprechpartner ist der Museumsleiter Klaus Hofmann.
Museum Burg Posterstein
Burgberg 1
04626 Posterstein
Tel. 034496 /22 595
E-Mail : museum@burg-posterstein.de
Beste Grüße
André
"Wenn eine Raupe stirbt- wird ein Schmetterling geboren"
Elisabeth Kübler Ross