Ist das eine Bastardzypresse? ---> x Cupressocyparis leylandii

Ihr habt einen Nadelbaum/ Strauch (Konifere) in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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Hessekopp
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Ist das eine Bastardzypresse? ---> x Cupressocyparis leylandii

Beitrag von Hessekopp »

Hallöchen,

nachdem ich bei den ersten beiden meiner Sorgenkinder sehr gut zu liegen scheine, möchte ich mich mit dem folgenden meiner Sorgenkinder mal auf etwas dünneres Eis hinauswagen.

Ich hatte lange Zeit überhaupt keine konkrete Idee, wo ich diesen Baum unterbringen kann.
Ich fand an ihm bis heute weder Blüten noch Früchte.
Für Chamaecyparis erschienen mir die Zweige zuwenig abgeflacht und auch erschienen sie mir dafür viel zu dreidimensional ... gerupft ... zu ... mir fehlen die Worte, das zu beschreiben.

Vor kurzem - auf der IPM in Essen - begegneten mir dann die ersten Zypressen und als ich jetzt wieder an diesem meinem Sorgenkind vorbeikam, entdeckte ich, daß auch Zypressen eine ähnlich dreidimensional angeordnete Zweigchenstruktur aufweisen ... wenn auch noch wirrer.
Dazu kommt, daß ich vor kurzem einige Bastardzypressenhecken geschnitten habe und diese auf den ersten Blick einige Ähnlichkeit mit meinem Sorgenkind aufwiesen, allerdings allesamt schön flache (eher zweidimensionale) Zweigchenstruktur hatten.

Ist das x Cupressocyparis?

Ich habe gelesen, daß es bei x Cupressocyparis einen Pinnata-Typ und einen Plumosa-Typ gibt.
Ist der Pinnata-Typ der zweidiensionale und der Plumosa-Typ der dreidimensionale ... habe ich hier also einen Plumosa-Typ, sollte es eine Bastardzypresse sein?

Eine Anmerkung noch zu dem Habitus-Bild:
Es geht um den rechten der beiden mittig abgebildeten Bäume, also nicht um den Thuja-Brecher links, der gefühlt 3/4 des Bildes ausfüllt.
Dateianhänge
x Cupressocyparis Zweig (näher).jpg
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Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo,

nach dem Habitusbild und auch den Detailausschnitten stimme ich dir zu und würde sehr stark auf die häufige x Cupressocyparis leylandii ( nach dem ersten und letzten Foto kann das gut die sehr häufige Sorte "Castlewellan Gold" sein)) tippen. In vielen Gärtnereien/Baumschulen werden sie angeboten, weil sie sehr schnell wachsen, schittverträglich und winterhart sind. Ideal für sehr schnellen blickdichten Sichtschutz. allerdings später enorme Schnittmaßnahmen.

Viele Grüße

Wolfgang
P.S. Plumosa-,Pinnata-Typ kenne ich nicht
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Hessekopp
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Beitrag von Hessekopp »

Hallöchen,

Bärtels verwendet diese beiden Ausdrücke in seiner "Enzyklopädie der Gartengehölze".
Er schreibt dazu in der Gattungsbeschreibung: "... Zweige fiederartig abgeflacht (Pinnata-Typ) oder fedrig kraus (Plumosa-Typ) ..."
x Cupressocyparis leylandii 'Castlewellan Gold' ordnet er dann dem Plumosa-Typ zu.

Ich möchte dann mal noch eine bis zwei kleine Frage anschließen:
Ich habe bei diesem Baum ja bisher keine Zapfen gefunden.
Gesucht habe ich sie da, wo ich sie auch bei Scheinzypressen finde, an den Zweigen. Nun habe ich bei einer zu einer Schraube zurechtgestutzten Cupressus (arizonica, also die falsche Art) neulich Zapfen gesehen, und die hingen direkt am Stamm.
Könnte ich einfach nur am falschen Ort gesucht haben, weil sie bei x Cupressocyparis - ebenfalls immerhin "mindestens" eine halbe Zypresse - auch am Stamm zu finden sind?
... und wie ist das bei Xanthocyparis nootkatensis (der anderen Hälfte), wo müßte ich da nach Zapfen suchen, davon habe ich bisher nämlich auch noch keine gefunden, obwohl die Bäume eigentlich hätten welche tragen sollen?
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Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Wenn Zapfen da sind, findest du sie. Wenn du alles ein bisschen genauer absuchst, übersiehst du sie nicht. In der Regel an den Zweigen. Wo die Blüten sind, sind auch die Zapfen. Bei Rückschnitt gibt es auch Ausnahmen.

Viele Bäume bilden aber auch recht selten oder erst nach vielen Jahren Blüten und Zapfen.

Viele Grüße und Augen auf. Kein Problem.

Wolfgang
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