Ist das Abies pinsapo? ---> Ja

Ihr habt einen Nadelbaum/ Strauch (Konifere) in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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Hessekopp
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Ist das Abies pinsapo? ---> Ja

Beitrag von Hessekopp »

Hallöchen,

gestern habe ich mal einige meiner "Sorgenkinder" abgelichtet, bei denen ich mir nicht ganz sicher bin, um was es sich habdelt.

Ich hielt folgenden Baum bis vor kurzem für eine leicht mißratene Abies pinsapo, denn entgegen allem, was man so liest, stechen einige (nicht alle) Nadeln doch ordentlich.
Meine Zweifel mehrten sich nun, als ich die Blüten sah. Abies pinsapo blüht in der Literatur purpurn. Nun gehöre ich dem männlichen Geschlecht an, welches bekanntermaßen ja nur VGA-Farbsehen (16 Farben) besitzt und eine Farbe namens "Purpur" kommt da beim besten Willen nicht vor. :D
Nein, mal im Ernst, ich würde die Farbe der Blüten auf meinen Bildern doch viel eher mit Lila als mit Purpur beschreiben und die Blüten von A. pinsapo, die ich auf anderen Bildern fand, waren allesamt viel rötlicher und mit deutlich weniger Blauanteil als die auf meinen Bildern.

Ist es trotzalledem Abies pinsapo?
Sie ist recht Blau und ich bilde mir ein, von A. pinsapo auch schon grasgrüne gesehen zu haben, könnte das eine 'Glauca' sein?

Bei der Gelegenheit vielleicht noch gleich eine andere Frage:
Wie man auf einem der Bilder unschwer erkennt, steht der Baum "etwas" ünglücklich eng zwischen einer Abies procera und einem Sequoiadendron giganteum. Zum Glück habe nicht ich diese Pflanzung verbrochen. Der Baum selbst ist 2-2,5 m hoch, hat es Sinn, einen Versuch zu unternehmen, den noch umzupflanzen?
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Abies pinsapo Stamm.jpg
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Abies pinsapo Habitus.jpg
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Abies pinsapo Blüten(m) und eine Nadelseite.jpg
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Hier lasse ich den Tannenspezialisten Platz.

Aber immerhin eine Bemerkung zu der Färbung von männl. und weibl. Zapfen: Der Farbverlauf ändert sich während des Reifens. Bei den weibl. Zapfen meistens von rot über dunkelviolett zu grün und dann zu braun. Bei den männl. Zapfen von rot zu gelb zu (nach dem Stäuben) braun.
Von daher müßten bei Farbvergleichen die Foto´s im exakt gleichen Reifestadium aufgenommen worden sein.
Ist bei Kiefern, Fichten und anderen Koniferen ähnlich bis gleich.

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo,

klar ist das eine Abies pinsapo. Im nat. Verbreitungsgebiet wachsen neben grünen, auch blaue und silbrige. Diese dann als var.glauca bzw. var. argentea bezeichnet. Somit hier die var. glauca. Kiefernspezi hat das schon angedeutet. Die Farbe der Blüten variiert. Vor dem Stäuben sind die männl. Blüten dunkelrot.
Was den Standort angeht , ist das immer das Problem in kleineren Gärten. Irgendwann muss man sich für das ein oder andere entscheiden, weil sie sich gegenseitig bedrängen. So ist das jetzt schon hier.
Somit kann man den Versuch des Umpflanzens wagen, dann ansonsten muss man bald zur schere und später zur Säge greifen. Wie der Umpflanzversuch ausgeht, weiß keiner.

Viele Grüße

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Hessekopp
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Beitrag von Hessekopp »

Hallöchen,

daß einige Nadeln entgegen jeder Beschreibung stechen spielt also keine Rolle und bei der Blütenfarbe scheint VGA-Sicht auch zu genügen.

Ich hatte noch ein weiteres Problem ... ich habe irgendwo gelesen, daß Abies pinsapo erst nach 25-35 Jahren blüht.
So alt dürfte der Baum allerdings doch noch nicht sein, oder?
Könnte es sich bei den Blüten um so eine Art Notblüte handeln, weil es dem Baum an dem beengten Standort nicht sonderlich gut geht?

Anmerken möchte ich noch, daß der Garten garnicht klein ist, sondern früher mal zu einer Gärtnerei gehörte, die dann aufgegeben wurde und wo sich dann lange Zeit niemand mehr ernsthaft um das Grundstück gekümmert hat.
Daher steht jetzt vieles viel zu dicht, einiges davon werde ich in den nächsten Monaten noch hier im Forum vorstellen, da ich noch einige weitere "Sorgenkinder" zu bieten habe. :D
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Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Das ist in Gärtnereien oder ehemaligen doch ganz oft so. Die Pflanzen sind zum Verschulen dicht gepflanzt. Wird dann sich nicht mehr darum gekümmert, wachsen sich die Bäume aus.
Wegen des Blühens ( das hat nichts mit Notblüte zu tun) kannst du ja unten am Stamm schauen, ob du eine Veredlungsstelle siehst. Fast alle Coniferen-Cultivare werden durch Veredlung vermehrt. Man nimmt also Zweige von einem alten/ älteren Mutterbaum und setzt diese an. Diese Zweige sind also auch schon entsprechend alt. Deshalb blühen dann die veredelten Pflanzen vermeintlich viel früher. In Wilklichkeit hat der aufgeedelte Zweig auch schon die Jährchen des Mutterbaums auf dem Buckel.

Viele Grüße

Wolfgang
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