Unbekannter Baum beim Arboretum Burgholz/Wuppertal ---> Pinus palustris

Ihr habt einen Nadelbaum/ Strauch (Konifere) in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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Kiefernspezi
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Unbekannter Baum beim Arboretum Burgholz/Wuppertal ---> Pinus palustris

Beitrag von Kiefernspezi »

Direkt beim Eingang Friedensstr. in einem abgezäunten Bereich steht dieser Baum, den sich wohl jemand aus dem Urlaub mitgebracht hat.
Wuppertal hat nicht das beste Klima für frostgefährdete Arten.
Nun frage ich mich, was dies für ein dreinadeliger Baum ist?
Die Nadeln erreichen Längen von über 36 cm.
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Sehr schmal gewachsener Jungbaum.
Sehr schmal gewachsener Jungbaum.
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Auffällig sind die hellen Knospen
Auffällig sind die hellen Knospen
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über 36 cm langes Nadelbüschel
über 36 cm langes Nadelbüschel
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Rinde trotz der Jugend des Baumes schon stark rissig.
Rinde trotz der Jugend des Baumes schon stark rissig.
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Zuletzt geändert von Kiefernspezi am 02 Jul 2009, 10:30, insgesamt 2-mal geändert.

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Ich mache bei Gelegenheit noch ein besseres Bild von der hellen Knospe.
Bei der angesprochenen Nadellänge und der hellen Knospe kommen zunächst mal Pinus palustris und Pinus canariensis in Frage, die beide als äußerst frostempfindlich gelten. Alternativ ist die Frage, ob Pinus engelmannii weiße Knospen besitzt. Konnte keine brauchbare Beschreibung und kein Bild diesbezüglich irgendwo finden.

Hat jemand noch einen Hinweis oder eine andere Idee?

JDL
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Beitrag von JDL »

Pinus engelmannii has brown not resinous buds

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Danke JDL,
dann bleiben derzeit nur die beiden als extrem frostempfindlich bekannten Arten.

campoverde
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Beitrag von campoverde »

Hallo,
Zu Pinus palustris habe ich gefunden:
"Die großen, auffälligen Winterknospen haben silbrig weiße, bewimperte" Knospenschuppen. (Schütt..: Lexikon der Nadelbäume). Müsste dann ja ein gutes Merkmal sein.

Dort auch : "Jüngere Sumpf-Kiefern weisen eine tiefrissige, graue Bork...auf", würde also passen.

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Hier zum Vergleich noch mal Pinus engelmannii, die wir nun wohl ausschließen können.
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Man achte auf die Knospen
Man achte auf die Knospen
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Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Nach Recherchen und Nachfrage bei einem Kollegen steht jetzt fest:
Es ist Pinus palustris. Im Alter werden die Nadeln kürzer als bei engelmannii.

Viele Grüße

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Ich denke ebenso. Die Nadeln sind auch steifer als bei Pinus canariensis. Das bedeutet aber auch, dass Pinus palustris offensichtlich ab einem bestimmten Alter winterhart wird.
Das ist schon sehr erstaunlich.
Pinus palustris hat das wertvollste Holz aller Kiefernarten und die Zapfen gehören zu den 20 größten der Welt.

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Ich bin auch erstaunt. Da werde ich in Zukunft dann auch einen Auspflanzversuch wagen. Engelmannii ist leider nicht zu bekommen. Haben wir schon probiert. Palustris muss ich bei meinen holl. Freunden nachfragen.

Viele Grüße

Wolfgang
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Ich vermute mal, dass man den Baum gute 10 Jahre vor dem auspflanzen vorziehen muss: 3-4 Jahre Grasstage, dann Wachstum, bis Krone entstanden ist. Eine hübsche junge palustris steht auch im Arboretum Gera-Liebschwitz - zur Zeit noch im Schutz des Gewächshauses.
Die geraden Nadeln und die hellgrüne Farbe sind schon sehr schön.
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Zuletzt geändert von Kiefernspezi am 17 Jan 2010, 22:20, insgesamt 1-mal geändert.

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Palustris vermutlich ab Z8a, engelmannii ab Z7b wintertauglich. Aber die Gene des einzelnen Baumes spielen natürlich auch eine ( entscheidende) Rolle.

Viele Grüße

Wolfgang
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Herr Zur Mühlen hat Pinus roxburghii zur Sprache gebracht. Ich habe leider keine Information zu den Knospen. Das letzte mal, als ich einen ausgewachsenen Baum gesehen habe, war 2003. Da habe ich noch nicht systematisch Foto´s angefertigt. Und erinnern kann ich mich nur vage. Ich glaube aber, die Nadeln hingen etwas herab. Das würde diese Variante ausschließen.
Wer kann was dazu sagen?

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Also jetzt ist alles klar. Der Baum ist zweifelsfrei bestimmt.
Man betrachte das Knospenbild. Pinus palustris.
Der Baum ist mit ca. 1 m Größe gepflanzt worden und trotzt seitdem der Kälte im Winter ohne Probleme.
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Knospe unbekannter Baum
Knospe unbekannter Baum
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Immer wieder schön: die großen Nadelringe!
Immer wieder schön: die großen Nadelringe!
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Hier noch mal der sich aus der Knospe entwickelnde Jungtrieb.
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