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Koniferenrätsel ---> Pinus sylvestris
Verfasst: 22 Mär 2009, 14:39
von LCV
Hallo Freunde,
da ich es selbst nicht hundertprozentig weiß, bitte hier diskutieren.
Heute sah ich einen Baum, der auf den zweiten Blick nach Pinus aussieht. Er war aber sehr spärlich benadelt, eigentlich nur an den Zweigspitzen. Die Frage ist nun, ob das arttypisch oder auf Jahreszeit, Krankheit oder andere Einflüsse zurückzuführen ist.
Die Nadeln stehen zu zweit, sind um ca. 5 cm lang (s. Foto 1).
Einen Zapfen habe ich auch gefunden, ziemlich klein, nur 4 cm lang. Die Schuppen sind schildförmig mit einer harten Spitze und einem "Punkt" auf dem Schild (s. Foto 2).
Insgesamt wirkt der Baum nicht krank, aber relativ kahl.
Hat jemand eine Idee?
Gruß Frank
Verfasst: 22 Mär 2009, 16:34
von coulterpine
bei dem Baum handelt es sich eindeutig um Pinus sylvestris. Unsere heimische Waldkiefer
Verfasst: 22 Mär 2009, 17:35
von Kiefernspezi
Das ist eine angeschlagene Pinus Sylvestris.
Zapfenschuppen dünn, Schuppenschildrand gerade, parallel zu Umborand.
Verfasst: 22 Mär 2009, 17:57
von campoverde
Hallo Kiefernspezi,
was ist ein Umborand?
PS: Google bringt nur drei Ergebnisse, das erste könnte was für Dich sein, oder beschäftigst Du Dich nicht mit fossilen Kiefern?
Verfasst: 22 Mär 2009, 17:58
von LCV
Danke. Nach den Zapfen dachte ich mir das, war aber irritiert wegen des atypischen Habitus (eher wie ein Laubbaum) und der wenigen Nadeln. Hätte ja irgendeine Sorte sein können.
Gruß Frank
Verfasst: 22 Mär 2009, 18:05
von Kiefernspezi
Pinus sylvestris gehört aufgrund des riesigen Verbreitungsgebietes zu den variabelsten Sorten. Hinzu kommen Gartenformen und Übergänge zu mugo.
Verfasst: 22 Mär 2009, 20:01
von campoverde
Hallo Kiefernspezi,
Frank hatte fast zeitlgleich geschrieben, daher noch die Frage oben, was ein Umborand ist? Danke!
Verfasst: 22 Mär 2009, 20:47
von Kiefernspezi
Umbo ist die im Zentrum des Schuppenschildes gelegene Verdickung, der Nabel, der bei Pinus sylvestris flach und viereckig ausgebildet ist.
Verfasst: 22 Mär 2009, 21:31
von stefan
da die sowas von unexotisch ist, verschiebe ich die Pinus sylvestris mal zu den heimischen
Gruß, Stefan
Verfasst: 22 Mär 2009, 22:51
von LCV
Hallo Stefan,
leider weiß man vorher nie, ob etwas exotisch ist oder nur eine etwas variable einheimische Pflanze. Danke für's Verschieben.
Gruß Frank
Verfasst: 23 Mär 2009, 08:40
von Kiefernspezi
Manche Zuchtformen wirken auch exotisch. Ich habe auf einer Pflanzenmesse eine blaunedelige Pinus sylvestris mit leicht gedrehten, 15 cm langen und sehr kräftigen Nadeln gesehen. Dann gibt es die Gartenform "Fastingata", die säulenförmig wächst und 2-4 cm lange Zapfen gebildet werden, die dafür 3-5 cm breit sind.
Andererseits findet man zum Beispiel im Rombergpark Dortmund Bäume mit grünen, nur 4-6 cm kurzen Nadeln. Außerdem kommt es vor, dass manche Bäume Zapfen mit extrem stark ausgebildeten Haken hervorbringen. Die Zapfen sind dann unsymmetrisch, während sie sonst meist symmetrisch sind.
Insgesamt gibt es wohl über 50 natürliche Variationen und etliche Gartenformen.