Seite 1 von 1

Abgestorbener Nadelbaum --> Picea abies & Larix decidua

Verfasst: 05 Mai 2019, 11:45
von Lupilinchen
Hallo,

hier einige Aufnahmen von einem abgestorbenen Nadelbaum vom 3.5.19, Standort Südhessen. Leider etwas unscharf, habe es nicht anders hinbekommen. In den Ästen hingen noch Tannenzapfen. Wer hat eine Idee, um was es sich handelt...? Danke schon mal für evtl. Antworten.

Grüße

Lupilinchen

Re: Abgestorbener Nadelbaum

Verfasst: 05 Mai 2019, 12:35
von Cryptomeria
In den Wäldern Mitteldeutschlands sieht man z.Zt. sehr viele abgestorbene bzw. sterbende Picea abies. Das dürfte hier auch der Fall sein. Auf dem letzten Foto sieht man aber auch kleine letztjährige Zapfen, die auf Larix hindeuten. Etwas mehr Details wären sehr hilfreich für eine bessere Bestimmung, zumindest die Zapfen in Bodennähe sind ja kein Problem. Die Wipfel könnten auch noch teilweise grün sein, so dass man da vielleicht auch noch etwas vom Zweig sieht.
VG Wolfgang

Re: Abgestorbener Nadelbaum

Verfasst: 05 Mai 2019, 12:49
von Lupilinchen
Danke, bessere Aufnahmen werde ich machen. Auch bei den anderen Fragen schon mal vielen Dank für die Antworten, sämtlichst war mir vollkommen unbekannt. Man lernt hier nur dazu. Danke nochmal.

Lupilinchen

Re: Abgestorbener Nadelbaum

Verfasst: 05 Mai 2019, 13:56
von Hilmar
Da sind mehrere Rotfichten (Picea abies) den Borkenkäfern und jahrelanger fehlgeleiteter Forstwirtschaft zum Opfer gefallen. Ob es sich bei den Borkenkäfern um den Buchdrucker oder Kupferstecher handelt, lässt sich anhand der Fotos nicht nachweisen.
Neben den abgestorbenen Fichten steht eine Lärche (Larix decidua), deren herabgefallenen Trieben teilweise noch Zapfen tragen und
in den Fichten hängen geblieben sind.

Gruß Hilmar

Re: Abgestorbener Nadelbaum

Verfasst: 05 Mai 2019, 16:52
von Lupilinchen
Hilmar hat geschrieben:
05 Mai 2019, 13:56
Da sind mehrere Rotfichten (Picea abies) den Borkenkäfern und jahrelanger fehlgeleiteter Forstwirtschaft zum Opfer gefallen. Ob es sich bei den Borkenkäfern um den Buchdrucker oder Kupferstecher handelt, lässt sich anhand der Fotos nicht nachweisen.
Neben den abgestorbenen Fichten steht eine Lärche (Larix decidua), deren herabgefallenen Trieben teilweise noch Zapfen tragen und
in den Fichten hängen geblieben sind.

Gruß Hilmar
Das macht Sinn. Danke für die Erläuterung.

Gruß

Lupilinchen

Re: Abgestorbener Nadelbaum

Verfasst: 10 Mai 2019, 20:11
von campoverde
Hilmar hat geschrieben:
05 Mai 2019, 13:56
...jahrelanger fehlgeleiteter Forstwirtschaft zum Opfer gefallen. Gruß Hilmar
Hallo,
wie meinst Du das? Könntest Du etwas präzisieren?

Re: Abgestorbener Nadelbaum

Verfasst: 12 Mai 2019, 18:37
von Mostviertler
campoverde hat geschrieben:
10 Mai 2019, 20:11
Hilmar hat geschrieben:
05 Mai 2019, 13:56
...jahrelanger fehlgeleiteter Forstwirtschaft zum Opfer gefallen. Gruß Hilmar
Hallo,
wie meinst Du das? Könntest Du etwas präzisieren?
Hallo Hilmar, das würde mich auch interessieren. Übrigens hat hier eindeutig Ips typographus sein Unwesen getrieben, das ist aus dem Schadbild sehr wohl gut erkennbar!

Gruß
Hannes

Re: Abgestorbener Nadelbaum

Verfasst: 12 Mai 2019, 20:57
von Totto
campoverde hat geschrieben:
10 Mai 2019, 20:11
Hilmar hat geschrieben:
05 Mai 2019, 13:56
...jahrelanger fehlgeleiteter Forstwirtschaft zum Opfer gefallen. Gruß Hilmar
Hallo,
wie meinst Du das? Könntest Du etwas präzisieren?
Er meint die Monokultur der Fichten.

Vieller Orts wurden fast nur Fichten angepflanzt, weil dieser Baum schnell wächst und die Forstwirtschaft diesen Baum zur Wertholzgewinnung bevorzugt hat.
Wenn man vor 20-60 Jahren beim Forst anfragte, was man Pflanzen soll in eimen Waldstück wurde man in unserer Ecke zu Fichten, Buchen und Duglasien beraten. Vielleicht noch Küstentannen. Fichten ist aber das, was am schnellsten ins Geld wächst und wurde somit überal angepflanzt.

Jetzt wurden diese viellen Waldbesitzern...bzw. deren Kindern zum Verhängnis. Kyrill und Frederieke haben weite Teile der flachwurzelnden Fichtenwälder geplättet. Also um geworfen. Die warmen Sommer sind auch nicht so toll für einen Baum, welcher es eher kälter liebt. Die geschwächten Bäume wurden zum Nistplatz der Borkenkäfer. Diese breiten sich weiter in den Wäldern aus. Weitere Bäume sind duch den letzten Sommer geschwächt. Da können die Borkenkäfer weiter fressen.

Derzeit sind selbst Buchen auf dem Prüfstand. Der letzte Sommer hat da die Spitzen ziemlich geschädigt. Heute wird zu einem abwechslungsreichen Wald geraten. Wohl auch, weil keiner sich vorstellen kann wie sich der Klimawandel noch auswirkt.

Leider stehen im Wald aber fast nur Waldstücke, wo in einer Schohnung da entweder nur Buchen oder nur Tannen oder nur Fichten gepflanzt wurde.

Wer pflanzt die Bäume....also in unserm kahlen Frederieke-Waldstück gibt es erst mal nur Adlerfarn. Da kommt kein Stück naturverjüngung hoch.

Wenn ich da also Bäume für teuer Geld pflanze möchte ich das man vielleicht noch mal wieder das Holz verkaufen kann...
Vor allem muss ich auch dauern um die kleinen Pflänzchen das Farnenkraut wech schneiden....das ist bis 2 m hoch.

In einen "Mischwald" wird es echt bestimmt lustig die Bäume raus zu schneiden, welche geernte werden müssten.

Alles nicht so einfach.

Re: Abgestorbener Nadelbaum

Verfasst: 12 Mai 2019, 21:58
von stefan
In NRW ist im letzten Jahr von der Landes-Forstverwaltung ein neues Waldbaukonzept veröffentlicht worden, das als Ziel hat durch Mischwälder stabilere Wälder zu erzeugen: in Hinblick auf Witterungsextreme, Klimawandel oder Schädlingsauswirkungen. (https://www.umwelt.nrw.de/naturschutz/w ... g/waldbau/)
Hier gibt es auch eine sehr ausführliche Broschüre: https://www.umwelt.nrw.de/fileadmin/red ... pt_nrw.pdf

Zumindest in NRW ist der Privatwaldanteil sehr hoch, so dass es in den meisten Wäldern des Landes dem Eigentümer überlassen bleibt, wie er seinen Wald nutzt (https://de.wikipedia.org/wiki/Privatwald).

Gruß
Stefan