Seite 1 von 1

3 Nadeln im Schaft bei P. sylvestris

Verfasst: 07 Aug 2007, 20:34
von wolfachim_roland
Die Anzahl der Nadeln im Schaft wird bei Kiefern als Bestimmungsmerkmal genutzt.
Die Gem. Kiefer, Pinus sylvestris, hat 2 Nadeln im Schaft.

Bei meinen Beobachtungen an jungen Wald-Kiefern im Schwalm-Nette-Gebiet habe ich oft 3, einmal auch 4 Nadeln, in einem Schaft gesehen (s. Foto).
Sie traten an den Triebspitzen auf. Weiter unten waren es dann immer 2 Nadeln im Schaft. Die überzähligen Nadeln am Trieb fallen dann wohl ab.

Die Größe der Nadeln - sie sind oft känger als die für P. sylvestris angegebenen 4-8cm - führe ich darauf zurück, daß es alles Jungpflanzen waren.
Könnten hier auch Hybride ins Spiel kommen?

Bitte um Komnmentare.

Wolf

Verfasst: 08 Aug 2007, 20:59
von tormi
Hallo Wolf,
mir sind solche Erscheinungen an der Föhre noch nie aufgefallen. Habe auch keine Erklärung dafür. Vielleicht ganz normal für junge Bäume, ich weiss es nicht.
Ich habe ein bischen nachgeforscht, den einzigen Hybride mit P. sylvestris den ich gefunden habe (bis jetzt) war P. sylvestris x P. uncinata. Beide sind zweinadelig, also schon nicht möglich.
LG Nalis

Verfasst: 10 Aug 2007, 04:39
von Roseo-Marginata
Hallo Wolf,

ich habe da leider auch keine Ahnung, aber eine Theorie. Zur Zeit habe ich das grosse Vergnuegen, mir die Baeume in den Rocky Mountains anschauen zu koennen.

Da habe ich folgendes gelesen ueber die Whitebark Pine, eine Kiefer mit fuenf Nadeln im Schaft. Sie waechst auch in ziemlicher Hoehe. die Trockenheit gleicht sie aus durch nahes Zusammenstehen der Nadeln, sie zieht Feuchtigkeit aus der Luft und vor allem aus Nebel, bzw Wolken.
Vielleicht haben die Kiefern im Nettetal auf die Trockenheit im Fruehjahr reagiert?

Verfasst: 15 Aug 2007, 20:07
von Brötchen
Hallo
das mit den mehr Nadeln als 2 im Schaft habe ich noch nie gehört/gesehen.Aber es konnte deine Theoreie stimmen, Roseo-Marginata.

Grüße Martin

Verfasst: 26 Aug 2007, 23:43
von Andreas75
Hallo!

Dank Wolfs Hinweis habe ich den Thread hier entdeckt, danke nochmal ^^!

Ja, da beißt sich aber die Katze in den Schwanz, da die fünfnadelige Kiefer die Anzahl ihrer Nadeln nicht variiert, sondern nur an den Triebspitzen häuft.

Ich für meinen Teil habe hier oben in Berlin, trotz des sehr warmen Frühjahrs, auch immer nur 2 Nadeln pro Kurztrieb an den Waldkiefern gefunden.
An meiner Strobe (P. strobus), die ich auf dem Balkon kultiviere (sie ist ein Wildsämling, etwa 5 Jahre alt) konnte ich allerdings folgendes beobachten.

Habe sie ja letztes Jahr umgetopft, und im Mai gedüngt, und dadurch hat sie dieses Jahr erstmals einen Trieb über 5 cm Länge gemacht, und im Juni/ Juli noch kurz nachgetrieben.
In diesem Neutrieb sind die Nadeln zum geringen Teil nur in 3er oder 4er Gruppen, während sie weiter unten (wobei die Nadeln ohnehin nur in den oberen beiden Trieb- Dritteln stehen, das untere Drittel ist kahl) ganz normal zu 5en stehen.

Vielleicht hatten Deine Kiefern, Wolf, ebenfalls einen unverhofften Nährstoffschub zur Zeit der Triebbildung, bei einer Hybridnatur sollten eigentlich alle Nadeln betroffen sein.

Eine Hybride vermutete ich auch bei meiner Strobe, weil die Nadeln betont Richtung Boden hängen, mit fast 10 cm doch ordentlich lang sind, und die Triebe halt im unteren Drittel keine Nadeln tragen. Alle Strobensämlinge im Wald, die zum Teil schon älter als meine sind, haben nicht derart hängende Nadeln. Vom (verwilderten) Friedhof, wo ich den Strobensämling her habe, stand aber keine P. wallichiana, und soweit ich weiß, auch keine P. x 'Schwerinii', muß also eine Strobe sein, die vielleicht etwas speziell auf die gegebenen Standortverhältnisse bei mir reagiert.

Grüße, Andreas

Nadeligkeit als Bestimmungsmerkmal

Verfasst: 27 Mär 2009, 22:42
von Kiefernspezi
Ja, ich habe da auch so meine Probleme. Ich habe an einer Pinus pinaster an einem Baum zwei und drei Nadeln aus einem Kurztrieb gesehen.
Ausserdem gibt es viernadelige ponderosa und 2 nadelige radiata.

Wahrscheinlich handelt es sich nicht um Hybriden, sondern um genetische Defekte, die unter Umständen im Laufe der Zeit eine eigene Subspezies bilden könnte oder sogar eine eigene Art.

Speziell bei der Subsektion cembroides gibt es darüber viel Streit, denn da sind gar keine erkennbaren Grenzen zu ziehen, und das Nadelzählen macht als Unterscheidungshilfe wenig Sinn.

Verfasst: 28 Mär 2009, 00:04
von LCV
Warum gibt es beim dreiblättrigen Klee hin und wieder auch mal ein vierblättriges und ganz selten sogar fünfblättriges? Ist das irgendein Gendefekt, der das verursacht? Kann das bei den Nadeln nicht auch so sein?

Gruß Frank

Verfasst: 28 Mär 2009, 09:05
von Kiefernspezi
Genau. Ich persönlich habe in meiner Kindheit stundenlang damit zugebracht, vielblättrige Kleeblätter zu sammeln. Der Rekord lag bei sechs. Die hatte ich auch getrocknet und dann irgendwann sind die verloren gegangen. Schade.

Also ich denke, dass ist die Ursache.

Verfasst: 28 Mär 2009, 11:58
von Cryptomeria
Ich habe den Thread oben von Wolf zur damaligen Zeit nicht mitbekommen. Wir haben im letzten Jahr auf einer Tagung kurz das Phänomen angesprochen, dass bei Sämlingen von Pinus ( es war allerdings nicht silvestris) abweichende Nadelbündel auftreten. Eine Koryphäe antwortete mir, dass sich nach einigen Jahren, wenn die Sämlinge aus den Babyschuhen raus sind, das dann , wie in der Literatur beschrieben, zur normalen Bündelung einpendelt.

Viele Grüße

Wolfgang

Verfasst: 28 Mär 2009, 20:39
von Kiefernspezi
Vielleicht ist die Mehrnadeligkeit der Drang zur Bildung einer größeren Blattoberfläche? Die könnte auch durch ungünstige Umweltbedingungen hervorgerufen worden sein.

Hier wäre interessant zu klären, ob die Mehrnadeligkeit bei den betroffenen Bäumen immer noch vorherrscht oder nun verschwundibus ist.

Leider ist der pinaster-Baum, bei dem ich das beobachtet habe, kurze Zeit später aus Plätzgründen beseitigt worden. Daher konnte ich nicht weiter beobachten.

Verfasst: 28 Mär 2009, 20:44
von wolfachim_roland
im kommenden Sommer fahre ich bestimmt mal wieder in das Gebiet und werde den Fall weiter verfolgen.
Wolf

Verfasst: 28 Mär 2009, 21:05
von Kiefernspezi
Eine dreinadelige Pinus sylvestris wäre bestimmt ein seeehr beliebter Gartenbaum.

Verfasst: 26 Mai 2009, 13:32
von wolfachim_roland
gestern war ich mal wieder im Elmpter Bruch und habe auf Anhieb drei Nadeln im Schaft bei Pinus sylvestris gefunden. Ein Bäumchen war noch sehr klein und hatte 2 solche Besonderheiten am Stamm (siehe Photo), ein anderer Baum mit einem solchen "Ereignis" maß bereits 3m.

Wolf

Verfasst: 08 Jun 2009, 21:04
von Kiefernspezi
Vermutlich eine nette Herausvorderung für die Veredelungsspezialisten.

Spontane Mehrnadeligkeit als Ausnahme keine Seltenheit

Verfasst: 19 Aug 2009, 09:58
von Kiefernspezi
Bereits bei meinem jungen Pinus radiata Sämling läßt sich bei der Bildung der ersten Sekundärnadeln dieses Phänomen beobachten:
Normal sind 3 Nadeln im Büschel. Allerdings ist auch hier eine Gruppe mit 4 Nadeln zu finden.
Ich denke, dass so eine spontane Mehrnadeligkeit häufiger zu finden ist. Sie setzt sich allerdings nicht durch, sondern bleibt ein häufiges Einzelfall-Ereignis. :wink: