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Exotische Kiefer - aber welche?

Verfasst: 09 Jun 2018, 23:30
von Kiefernspezi
Hallo,

diesmal bin auch ich mir mehr als unsicher, was ich da vorgefunden habe.
Mein erster Eindruck aus der Ferne war: Pinus patula.
Doch die Nadeln waren um vieles länger (bis 32 cm) und in Bündeln zu 5.

Pinus montezumae sieht eigentlich ganz anders aus und besitzt eine sehr dunkle Borke. Pinus hartwegii hat kürzere, steifere Nadeln und dunkle Zapfen. Pinus pseudostrobus hat eher grasgrüne Nadeln und vor allem tragen die Zapfen ein ausgeprägteres Schuppenschild mit Dornen.
Pinus devoniana wäre auch eine Möglichkeit, doch sind die Zapfen mit 12 cm Länge tatsächlich sehr sehr klein...

Was denkt Ihr?

LG

Re: Exotische Kiefer - aber welche?

Verfasst: 17 Jun 2018, 01:11
von Spinnich
Hallo,
das scheint ja echt wieder eine harte Nuss zu sein.
Diese Zapfen(schuppen) sehen schon typisch aus für Pinus devoniana. Auch die blauen, stacheligen Babyzapfen. Aber Wikipedia erwähnt ja auch Hybride von Pinus devoniana mit Pinus montezumae.
Das könnte deutlich kleinere Zapfen (typisch bei Montezuma Pine) bei einem Habitusbild ähnlich der P. michoacana (devoniana) erklären.
Diese Arten sollten aber nicht unbedingt unser Klima ertragen. Woher stammen denn die Fotos.

LG Spinnich :?:

Re: Exotische Kiefer - aber welche?

Verfasst: 17 Jun 2018, 09:59
von quellfelder
Hallo,

ja, besonders die Nadeln sind schon sehr imposant. Würde der Baum auch das rügensche Klima vertragen?
Ich wäre schon sehr interessiert!

Viele Grüße

quellfelder

Re: Exotische Kiefer - aber welche?

Verfasst: 17 Jun 2018, 10:46
von Cryptomeria
Von der Winterhärte her betrachtet lohnt nur P.wallichiana und x schwerinii mit ähnlichem Habitusbild bzw. hängenden Nadeln wie oben. Alle anderen sind Whz 8 oder 9 . In den ersten Jahren mir sehr gutem Schutz ist noch etwas machbar, aber irgendwann kommt doch wieder ein härterer Einbruch und dann ist es vorbei bzw. frieren zurück und verlieren ihren schönen Habitus. Ausnahmen sind einige Exemplare in sehr geschützten Lagen wie Köln usw. Aber wir hier oben an der See haben doch sehr viel Wind, der zusätzlich schädigt.
VG Wolfgang

Re: Exotische Kiefer - aber welche?

Verfasst: 17 Jun 2018, 18:05
von quellfelder
Hallo,

ich habe eine Schwarzkiefer groß bekommen. Aber mit dieser wird es wohl scheitern!

Viele Grüße

quellfelder

Re: Exotische Kiefer - aber welche?

Verfasst: 18 Jun 2018, 02:44
von Kiefernspezi
Hallo,

ich habe auch an eine Hybride von P. devoniana gedacht. Ein Lateinamerikanischer Koniferen-Spezi sieht aber eher Pinus pseudostrobus darin. Und tatsächlich sind die Zapfen der Art doch nicht so bedornt, wie ich angenommen habe.
Von daher kann das auch möglich sein.

Auf Rügen haben alle infrage kommenden Arten nicht den Hauch einer Chance. Das wird auch im Rheinland eng. Die mitgebrachten Samen teste ich trotzdem mal.

Ach ja, der Baum steht in Irland.

LG

Re: Exotische Kiefer - aber welche?

Verfasst: 18 Jun 2018, 18:25
von Spinnich
Hallo Andre,

viel Erfolg mit der Aussaat.
Die Sämlinge beider in Frage kommenden Arten(-Komplexe) zeigen dann vermutlich das typische, feuerfeste Grasstadium.

Der Gedanke einer Hybridisierung liegt jedenfalls auf der Hand, egal welcher der beiden Spezies man zuneigt, so findet sich zu P. devoniana auf www.conifers.org:
"Farjon and Styles (1997) note that "intermediates occur between this taxon and P. montezumae, with characters of either species shared in populations of one or the other" and cite Shaw (1909) and Carvajal and McVaugh (1992) in referring to a "montezumae" group, that includes these two species as well as P. hartwegii."

Und nebenbei, es gibt ja bei P. pseudostrobus zusätzlich zu der großen Formenvielfalt auch hier noch intraspezifische Unterarten, P. pseudostrobus var. pseudostrobus forma protuberans und P. pseudostrobus var. apulcensis (falls man diese nicht als eigene Art auffasst).
Natürliche Hypriden auch dieser Art mit der nah verwandten P. montezumae scheinen ebenfalls häufig aufzutreten: "I saw it forming nearly closed-canopy forests with many trees over 30 m tall and 100 cm DBH, in forests east of Cortes Pass, which lies beteen Popocatepetl and Ixtaccihuatl, where it grows extensively with P. hartwegii and, somewhat lower, with P. montezumae and P. strobiformis subsp. veitchii. I suspect that hybrids with P. montezumae occur in this area as well; certainly there were many trees that we could not confidently assign to one or the other species."

Die Vielfalt der mittelamerikanischen/mexikanischen Pinus Arten un deren nahe verwandschaftlichen Beziehungen machen es hier wohl selbst Experten schwer sich immer genau (und richtig) festzulegen.

Aber die Zone 9 mit bis -6°C dürfte für den Standort in Irland gut passen, egal welche der Arten es denn ist.

LG Spinnich 8)

Re: Exotische Kiefer - aber welche?

Verfasst: 18 Jun 2018, 20:07
von Kiefernspezi
Ja, stimme ich Dir voll zu. Bäume von Pinus pseudostrobus var. alpulcensis habe ich schon gesehen, die sehen aber komplett anders auch. Und die Zapfen sowieso.

Re: Exotische Kiefer - aber welche?

Verfasst: 18 Jun 2018, 23:11
von Kiefernspezi
Hallo,

hier habe ich noch die Bilder zu Pinus pseudostrobus var. alpulcensis. Auch dieser Baum fällt eher durch eine sehr grobe, dunkle Rinde auf Die Nadeln sind sehr lang und dünn, grasgrün und hängen schlaff herab. Der Habitus ist komplett anders als bei dem oben gezeigten Baum. Die Zapfen zeigen neben den ausgeprägten Nabeln auch deutliche, wenn auch sehr empfindliche Dornen, die schnell zurückwittern.

Re: Exotische Kiefer - aber welche?

Verfasst: 28 Mär 2019, 09:29
von trauermücke
Im Botanischen Garten Berlin sind im vergangenen Herbst einige Pinus pseudostrobus und Pinus rudis(hatwegiii) gepflanzt worden.
Die Pflanzen sind ca 2,50m hoch und noch recht jung. Diesen Winter haben die schadlos überstanden.

Re: Exotische Kiefer - aber welche?

Verfasst: 02 Apr 2019, 08:47
von Kiefernspezi
Dieser Winter war ja auch kein Winter.

Zum Thema Pinus patula: habe einige frische, noch geschlossene Zapfen aus Mexico mitgebracht. Wer sich daran versuchen möchte...

Viele Grüße