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Verfasst: 01 Mai 2017, 23:13
von Kiefernspezi
Hallo, weder das eine, noch das andere kommt in Frage. Beide Hybriden können zwar ebenso blaue Schuppen zeigen, aber die Zweige werden flach ausgebildet und sind mehr oder weniger stark hängend.
Hinzu kommt, dass C. x notabilis eine komplett andere Rinde zeigt.

Viele Grüße

Verfasst: 07 Mai 2017, 11:57
von Kiefernspezi
Zum Vergleich noch Bilder der Arizona-Zypresse.
Leider konnte ich keine verwertbaren Schuppen-Details abbilden, da die Äste bei den fotografierten Bäumen zu hoch angesetzt haben.
Wie man sieht, unterscheidet sich die Rinde stark.
Die zweige hingegen ähneln sehr dem Exemplar aus Frankfurt. Allerdings schießen diese nicht so lang heraus, so dass die Bäume schlanker bleiben und ordentlicher aussehen.

Verfasst: 10 Mai 2017, 20:26
von Kiefernspezi
Als Gegenstück dazu und allein vom Habitus und der Rinde auszuschließen: Cupressus x notabilis

seltsame Zypresse

Verfasst: 19 Mai 2017, 16:29
von trauermücke
Hallo,
Ok, hoffentlich gelingt es dir diese zu vermehren.
Ist ja Wahnsinn was da bei euch in Frankfurt so wächst und dann diese Rinde, wie das aussieht. Hier im Berliner Raum gibt es in der Regel keine Zypressen zu bewundern. Ein Freund hat zwar eine echt große auf sein Grundstück , bin mir aber nicht sicher was für eine Art das ist. Werde mal ein Bild hier reinstellen. Tippe auf C. sempervirens. Von Ovensii und Notabilis suche ich Pflanzen, leider sind die quasi nicht zubekommen. Wer kann mir ein Tipp geben?

Verfasst: 19 Mai 2017, 16:50
von Kiefernspezi
Hallo, Zapfen mit Samen gibt's hier zu Hauf. Kann man sich als Ziehvater betätigen.

C. sempervirens kann auch in Berlin überleben. Allerdings findet man dort eher allerortens Scheinzypressen und Lebensbäume.

Viele Grüße

seltsame Zypresse

Verfasst: 21 Mai 2017, 09:07
von trauermücke
Hallo, ja klar die Thuja- oder Scheinzypressenhecke kennt nun jeder.
Bis auf das Examplar bei meinen Kumpel in Hermsdorf sind mir keine weiteren C .sempervirens im Berliner Raum bekannt. Ok, man kann sicher nicht überall reinschaun was die Leute so auf ihren Grundstücken und in den Gärten so haben. Wenn die da zuhauf runterkommen, wann passiert das und wo ist das genau?

Verfasst: 21 Mai 2017, 09:31
von Kiefernspezi
Hallo, Mittelmeerzypressen sind in Berlin rar. Ältere Exemplare wachsen im Botanischen Garten Dahlem. In letzter Zeit bieten Bau- und Gartenmärkte winterhärtere Selektionen an, die sich dann auf Privatgrundstücken wiederfinden.

Cupressus notabilis ist eher hier im Rheinland etabliert, aber eigentlich nur in Sammlungen zu finden. Fundorte sind zum Beispiel: Park Härle in Bonn, Forstbotanischer Garten Köln, Arboretum Burgholz in Wuppertal und - mit besonders vielen und schönen Exemplaren ausgestattet - der Palmengarten in Frankfurt a. Main. Zum Samen sammeln würde ich letzteren empfehlen. So im September. Die Zapfen hängen zu Hauf in Greifhöhe. :D
Sie befinden sich links vom Gartencafé hinter den Gewächshäusern.

Viele Grüße

Verfasst: 30 Okt 2017, 01:38
von Kiefernspezi
Hallo, ich habe es endlich mal geschafft, einigermaßen vernünftige Bilder von zwei Arizona-Zypressen beizubringen. Hier nun der Vergleich. Farblich und von den Blüten her fast identisch. Auch Rinde des Stammes und die plattig abplatzende Rinde der Zweige sind ähnlich.
Unterschiedlich ist allerdings der Habitus - die Zweige der Zypresse im Palmengarten schießen viel weiter heraus und geben dem Baum ein zerzaustes Aussehen. Außerdem erkennt man bei beiden Arizona-Zypressen die deutlichen Harztropfen an den Zweigen. Diese fehlen bei der Zypresse im Palmengarten.
Schlussendlich unterscheiden sich die Zapfen, die im Palmengarten deutlich größer ausfallen, die Schuppen zeigen einen im Verhältnis kleineren Nabel und sie sind rundlicher.

Verfasst: 30 Okt 2017, 01:46
von Kiefernspezi
Und hier nun die Bilder einer älteren, 1967 gepflanzen Arizona-Zypresse. Es zeigt sich, dass auch diese Art in recht kurzer Zeit ordentliche Stammdurchmesser erreichen kann. Fundort dieses Baumes: Insel Mainau.

Verfasst: 30 Okt 2017, 09:26
von Cryptomeria
Ja, sie wachsen sehr flott und werden schnell groß. Nehmen aber Schnitt nicht übel. Allerdings werden sie durch Sturm auch leicht umgedrückt.
VG Wolfgang

seltsame Zypresse

Verfasst: 30 Okt 2017, 10:52
von trauermücke
Was heisst das jetzt im Schluß? Varietät der Arizona Zypresse oder intergenerische Hybride?
Die Arizona Zypresse sieht man in Berlin hier und da, meist im Kübel
als Hochstamm. Geschmackssache. Größere Exemplare wie hier vorgestellt, nur aus dem Botanischen Garten.

Verfasst: 30 Okt 2017, 16:37
von Kiefernspezi
Hallo, unter dem Strich heißt das immer noch: keine Ahnung. Es bleibt spannend. Ich muss wohl noch einmal hin und genauere Detailbilder schießen. Es ist wirklich heikel. Der Baum aus dem Palmengarten zeigt deutliche Merkmale der Monterey-zypresse (C. macrocarpa) und auch große Ähnlichkeiten mit der Arizona-Zypresse (C. arizonica). Daraus zu schlussfolgern, dass es sich um eine Hybride handelt, mhm... Man kann diese Option in die Überlegung mit einbeziehen.
Bin mal gespannt, was sich bei meinem nächsten Besuch rauskitzeln lässt.

Viele Grüße

Re: Seltsame Zypresse

Verfasst: 08 Feb 2018, 19:08
von ArmandsPinus
Hallo Andrè,
ich hab jetzt nicht die ganze Diskussion gründlich verfolgt. Die Zypresse ist mal sicher eine Nordamerikanische aus der Verwandtschaft von Cupressus arizonica und C. glabra. Die Borke spricht für arizonica, gegen glabra. Letztere hat gewöhnlich deutliche weiße Harztröpfchen auf den Schuppen, bei der eigentlichen arizonica könnte das stärker variabel sein, wie auch die blaue Färbung durch die Cuticula. Deshalb denke ich es ist C. arizonica im engeren Sinn, nicht C. glabra, syn. C. arizonica var. glabra. Werde noch einen bekannten britischen Dendrologen fragen der Cupressus genau studiert hat. Im westlichen Nordamerika gibt es freilich noch weitere Zypressenarten, wie auch Kreuzungen ohne Beteiligung der Nootka-Zypresse.
Der Wuchs selbst mit den langen, abstehenden Trieben erinnert schon an C. macrocarpa, deshalb kann ich vorab eine Hybride etwa mit arizonica und glabra nicht gänzlich ausschliessen. Es ist sicher nicht C. × leylandii, notabilis oder ovensii. Ich tippe auf C. arizonica, muss mich aber erst vergewissern.
Besten Gruß
Erwin

Re: Seltsame Zypresse

Verfasst: 09 Feb 2018, 10:12
von ArmandsPinus
Siehe hier meine Anfrage um Bestimmung https://www.monumentaltrees.com/en/discussion/3124/
Der gefragte Baumforscher sollte eine sichere Bestimmung finden, sofern alle Kennmerkmale sichtbar sind, und es keine Kreuzung ist.
Im letteren Fall kann es freilich schwierig werden, wie immer mit den Kreuzlingen, mal sehen!

Re: Seltsame Zypresse

Verfasst: 11 Feb 2018, 01:43
von Kiefernspezi
Ja, bin auch gespannt. Mittlerweile habe ich viele alte Arizona-Zypressen gesehen. Von der Rinde her könnte ich mich anfreunden. Gut, die Zapfen werden mit 4 cm ganz schön groß, dass kann aber passieren.
Was mich stutzig macht: keine andere Arizona-Zypresse hat diesen wilden Habitus. Das könnte natürlich sortenbedingt sein.
Und es gibt keine Arizona-Zypresse, die nicht die weißen Harztröpfchen zeigt.
Mal sehen, bestimmt fahre ich im Frühjahr noch mal zu diesem Baum.
Die getrockneten Zapfen muss ich auch noch mal eingehender mit anderen Arizona- und Macrocarpa-Zapfen vergleichen.

Viele Grüße