Eibe? (1) ---> Taxus baccata

Ihr habt einen Nadelbaum/ Strauch (Konifere) in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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LCV
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Beitrag von LCV »

Es liegt mir fern, Dich belehren zu wollen. Ich wollte nur meine Meinung ausdrücken, dass man am Naturstandort grundsätzlich nichts entnimmt, außer vielleicht Samen, zumal es oft mit dem Tod der Pflanze endet, während sie sich im Wald hätte gut entwickeln können. Ich wollte auch auf das Risiko hinweisen, dass man u.U. hohe Geldstrafen aufgebrummt bekommt, die nicht immer verhältnismäßig sind. Bei Pflanzen und Tieren, die auf der roten Liste stehen, könnte es richtig teuer werden.

Wenn irgendwo etwas ohnehin plattgemacht wird, ist das natürlich etwas anderes.

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

ist schon alles in Ordnung.

Viele Grüße

quellfelder

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Wobei man natürlich noch einkalkulieren sollte, dass die ganz offensichtlich nicht von wilden Eiben abstammen, sondern von Gartenpflanzen.

In Neuhaus an der Weinstraße beispielsweise gilt kein anderer Nadelbaum als die Waldkiefer explizit auf Sandflächen als gebietsheimisch, ergo wird auch strikt nichts anderes an Nadelbaum zur Pflanzung im Außenbereich von offiziellen Stellen erlaubt.
Ich persönlich finde das, vor allem mit der Standorteinschränkung, ein bisschen sehr amts- schimmelig, denn wenn da die Eibe schon Jahrhunderte als Wildpflanze ausgestorben ist, und die wissen das nicht, labern die ganz schönen Käse.

Was ich damit sagen will: Ich glaube, im Falle von offensichtlich verwilderten Kulturpflanzen, müsste man, wenn man schon darauf pocht, erstmal ergründen inwiefern die unter naturschutzrechtliche Regeln fallen. Meines Wissens fallen auch Schneeglöckchen darunter...
Sehr oft findet man irgendwo im Wald oder nebendran so einzelne Tuffs von Schneeglöckchen, die auf ehemalige Siedlungsstellen hinweisen sollen. Diese Tuffs sind meistens ein Klon, können sich also nicht über Saat vermehren wie eine wirkliche Population, und fallen daher, soweit ich weiß, trotzdem nicht unter Wildpflanze. sondern verwilderte Kulturpflanze.
Und dass diese geschützt wären, wäre mir neu.
Wir haben versamende Schneeglöckchen auf dem Grundstück... Haben wir dann einige der letzten echten Wild- Schneeglöckchen Deutschlands?

Ich weiß nicht, das ist immer so eine Grauzone mit solchen Pflanzen, und irgendwie will jeder Recht haben- wobei dann keiner so wirklich Bescheid weiß.
Wilde Eiben, ganz klar, No Go, vor allem so große! Aber verwilderte? Den Waldbesitzer kümmert es doch auch nicht, ob die unter Artenschutz und auf der roten Liste stehen, wenn er die nicht im Bestand haben will...
Zack, ab, kräht kein Hahn nach, bei so jungen Pflanzen, die noch nicht besonders auffallen, wenn sie auf einmal fehlen...
Ich finde es immer doof, dass solche Schurken, die im Dunklen rummengen- Schwamm drüber- weil sie die Pflanzen nicht haben wollen, immer keinerlei Rüge erfahren, während Leute, die es ehrlich meinen und vorher nachfragen, umgehend rund gemacht werden...
Verkehrte Welt, irgendwie, wo man dann verstehen kann, wie beiden Leuten der Naturschutz nicht nahe zu bringen ist.
Dem einen ist es wurstegal, er will das nicht, fertig, Nacht- und Nebelaktion, aus die Maus, was kümmert mich die bedrohte Natur...
Dem anderen wird es verleidet, sich mit vielfältigen Elementen der heimischen Natur auseinander zu setzen- wie das Beispiel in meinem Eibenthread mit den Lurchen. Heimische darf man um Gottes Willen nicht fangen oder halten, stattdessen kaufen sich die Leute irgendwelche tropischen Frösche oder chinesische Unken, oftmals bzw. in der Regel Wildfänge, die sonstwas an Krankheiten mitbringen können...
So ist sowohl den Kindern mit der Vorenthaltung der heimischen, hoch interessanten Tierwelt noch den wildlebenden Beständen exotischer Lurche oder den heimischen geholfen, die meinethalben über Abwässer mit irgendwelchen Erregern der exotischen in Berührung kommen und so noch mehr in die Bredouille kommen, als sie es ohnehin schon sind :(...

Ist so ein klassisches Beispiel!
Wieviele fremdländische Arten erleben hier in den Gärten und Wohnzimmern einen Riesen- Run, weil man die heimischen offiziell nicht darf? Der ganze Ziervogelkram mit x exotischen Arten kam doch erst auf, als keiner mehr heimische Singvögel halten durfte, zB...
Bzw. schon darf, aber dafür komplizierteste bürokratische Hürden zu überwinden hat, und seien es nur Amseln...

Früher hielten sich die Leute heimische Reptilien und Lurche, jetzt sind es die wildesten Exoten... Dient man damit irgendwie dem Artenschutz?
In zweifacher Hinsicht Nein!
Für die heimischen Vertreter interessieren sich nur noch irgendwelche Randgruppen, die ja auch fortgesetzt mehr und mehr an Boden verlieren, und für die Exoten werden die Wildbestände geplündert, außer australische Arten, weil gleich große fangen allemal billiger ist und mehr Gewinn bringt, als langwierig selber nachzuziehen...
Da beißt sich irgendwas! Und bei Pflanzen ist das nichts anderes. Draußen in der Flur gibt es quasi keine nennenswerten Wildblumen, -stauden, -zwiebelpflanzen whatever mehr, und würde es welche geben, dürften die Leute sich höchstens ein paar Blumen pflücken. Stattdessen werden die Gärten mit dem exotischsten Kram vollgestopft, und dann wird sich gewundert, wenn die abhauen und zu invasiven Neophyten werden...

Die Erlaubnis, heimische Arten zu halten und zu züchten, würde dem Artenschutz in zweierlei Hinsicht viel mehr bringen als die aktuelle Handhabung.
Denn: Wo haben die Eiben denn ingesamt gesehen Populationsstärken wie zu ihren besten Zeiten? In der Natur ja nun nicht... Nein, im Garten, in der Kultur!
Wäre die heimische als Gartenpflanze verboten, hätten die Leute nur japanische und Hybriden. Und würden damit die heimischen Bestände vollends unterminieren...
Und wem würde das dann was bringen?
Die Leute hätten ihre Garten- Eiben, sicher. Aber die heimischen Wildeiben würden so hybridisieren und verkreuzen, dass sie irgendwann auf diesem Wege als Art ausgestorben wäre...

Von daher wäre ich eher froh, wenn sich einer eine heimische schiefe Sämlingseibe von relativ unerquicklichem Standort holt, um sie im Garten zu kultivieren, als dass er sich eine Japanische oder Hybrideibe reinstellt, die die heimischen Wildpflanzen genetisch unterwandert...

Gut, quellfelder will die Eibe nun ohnehin nicht mehr, aber das sind alles so Umstände, die in mir schon seit meiner frühen Jugend den dringenden Wunsch erwecken, meine Stirn mit Holzbrettern kollidieren zu lassen...
Da werden die heimischen Arten in der Natur lieber aussterben gelassen, als sie aus Nachzuchten breitenwirksam halten zu lassen. Und noch neue Generationen auf die heimische Natur zu eichen, und nicht auf irgendwelche tropische...
Muss man all nit verstehn :roll:.

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

:D Alles gut. :D

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Ich verstehe jetzt nicht so richtig, worauf du hinaus willst.
Geschützte Pflanzen (oder Tiere) sind nunmal aus wichtigem Grund geschützt und bleiben deshalb dort, wo sie hingehören, basta.

Eiben kann man sich nach Belieben aus Samen nachziehen oder halt kaufen.
Wenn man im Garten einen Tümpel hat, kommen Molche und Kröten von selbst.

Und Schneeglöckchen versamen bei mir im Garten reichlich. Warum sollten sie es auch nicht tun.

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

hier noch ein "schönes" Beispiel. Bei diesem idealen Holunder wäre ich wirklich fast schwach geworden. Habe aber nach langem Überlegen den Plan ihn umzupflanzen aufgegeben. Nun liegt er plattgefahren in der Flur!
Wem ist nun geholfen?

Viele Grüße

quellfelder
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AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Den hättest du ohne schweres Gerät niemals aus der Erde bekommen.

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Andreas:
Du machst es Dir ein bisschen einfach. Nicht jeder hat einen oder kann sich einen Teich anlegen, und sicher kann man sich alles kaufen.
Geschützte Pflanzen (oder Tiere) sind nunmal aus wichtigem Grund geschützt und bleiben deshalb dort, wo sie hingehören, basta.
Ja, basta ist gut! Aber was denn, wenn die nichts mehr haben, wo sie hingehören können? Was nutzt den ganzen Arten ihr Schutzstatus denn, außer vor dem Zugriff böser Privatpersonen auf Einzelindividuen bewahrt zu sein? Wenn da ein Gemeinderat meint, ein Neubaugebiet wäre einträglicher als die zwei/ drei Hektar Natur da am Ortsrand, ja, was nützt denn der Schutzstatus da?
Also lieber gleich die ganze Population tot als zumindest vorübergehend in Gefangenschaft weiter bestehend?
Worauf ich hinaus will: Heimische geschützte Arten wären weit besser dran, wenn man sie kontrolliert, aber relativ frei haben und händeln dürfte, als dieser Total- Bann, der das Papier nicht wert ist, auf dem er steht...

Quellfelder fragt es: Wem ist nun geholfen?
Holunder ist nun nicht die derart bedrohte Wildpflanze, aber mal ein anderes Beispiel, mit sogar hohem Schutzstatus.
Ich kannte in Brandenburg ein Magerrasengebiet, das wirklich artenreich war. Nachdem der Osten auf war, hat man da die Beweidung etc. eingestellt, und die ortsüblichen Kiefern etc. machten sich breit und breiter.
Binnen 12 Jahren war aus einem artenreichen Magerrasenbiotop ein florierender, dichter junger Kiefernwald geworden. Ist ja an sich auch was schönes, und auch der Lauf der Welt, aber!
Zufällig war dieser Magerrasen der überregional letzte Standort von Golddistel und Gemeiner Kuhschelle (um zwei speziell geschützte Arten zu nennen).
Die wenigen verbleibenden offenen Magerrasenareale wurden dann neu verpachtet, durch das Feuchterwerden des Klimas lohnte es sich nun, da zweimal im Jahr zu heuen und zwischendrin Rinder drauf zu stellen. Das war das Aus für die Golddistel.
Die Kuhschelle hatte sich an die Ränder des durch die Wiese führenden Fahrweges zurück gezogen. Da war es feuchter als auf dem Rasen, sie hatte mehr Konkurrenz und kam daher nur noch in wenigen Exemplaren vor.
Dann wurde der Fahrweg neu gemacht. Abgeschoben, planiert, Schotter drauf, weil für weiter hinten im Wald eine neue Forststraße gebraucht wurde.
Und zack, war es das für die Kuhschelle. 2001, als ich das letzte mal vor Ort war, fand ich noch ganze zwei Kuhschellen. Die inzwischen mit Sicherheit auch hinüber sind, weil das Klima ja nun spürbar feuchter wurde und damit die Konkurrenz für Magerrasen- Arten...

Was hat den beiden Arten denn der Schutzstatus genützt? Hätte ich die letzten Exemplare mal mitgenommen. In Berlin hatte ich einen mager- sandigen Garten, da hätten sie weiter leben und Samen produzieren können, die ich dann auf geeigneten anderen Standorten hätte ausbringen können.
Habe viele Samen von dem dortigen Magerrasen in meinen Garten verbracht, und das klappte, nahezu die gesamte Artenvielfalt konnte ich in meinen klimatisch und standortlich fast gleichen Garten übertragen. So hätte ich zwei weitere Arten schützen können, habe mich damals aber noch nicht getraut :roll: .
Wenige Jahre später habe ich mich getraut, und von einem Neubaugebiet auf ebenfalls trocken- sandigem Standort drei Pflanzen des Blutroten Storchschnabels gerettet- die Fläche war keine Woche später planiert und im Eimer...
Zuhause in meinen Garten gepflanzt, wurden aus den dreien innerhalb weniger Jahre fast 50 Exemplare- Sämlinge wie Ausläuferpflanzen. Wovon ich in meinem letzten Jahr in Berlin einige (mit Einverständnis) in ein Berliner Vogelschutzgebiet ausbrachte. Und somit die Wildpfanzen sowohl vor der Vernichtung rettete, als auch die Art wieder etwas verbreitete.

Sowas sollte man viel mehr dürfen, darauf will ich hinaus!, ohne schlimmste Restriktionen etc. befürchten zu müssen, denn die heutigen Habitate sind derart fragmentiert, dass es vielen Arten in tausend Jahren nicht mehr gelingt, auf ehemaligen Arealen wieder Fuß zu fassen, wenn nicht ein paar Einsichtige von uns, deren Artgenossen den ganzen Schlamassel überhaupt erst zu verantworten haben, die Sache in die Hand nehmen würden.

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LCV
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Beitrag von LCV »

Klarer Fall, wo natürliche Biotope zerstört werden, ist es durchaus legitim, vorher Pflanzen (und evtl. Tiere) zu retten. Trotzdem wäre es gut, sich die Rechtslage anzuschauen, damit man für seinen guten Willen nicht noch teuer bezahlt. Wie ich an anderer Stelle schon anmerkte (und dafür etwas Gegenwind bekam), ist der typisch deutsche Paragrafenreiter nicht unbedingt bereit, logisch und praktikabel zu denken, sondern stur nach den Paragrafen. Wenn sich dann noch die Möglichkeit ergibt, hohe Bußgelder zu verhängen, ist das ein zusätzlicher Anreiz. Dass es auch andere gibt, ist schön. Nur sollte man sich vorher vergewissern, mit wem man es u.U. zu tun bekommt.

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Es kann aber nicht jeder mit einem Spaten losziehen und geschützte Pflanzen mit der Begründung: "Bei mir im Garten haben sie es besser." ausgraben. Auf diese Weise wurden schon manche Frauenschuh- oder Türkenbundstandorte platt gemacht.
Sowas geht wirklich nur als Rettungsaktion.

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Beitrag von LCV »

Da können wir noch stundenlang das Für und Wider erörtern. Es wäre gut, wenn man sich vor einer Aktion schlau macht, um Ärger zu vermeiden. Es ist auch nicht wünschenswert, dass nun viele Leute plötzlich den "Naturschützer" markieren und ohne entsprechende Kenntnisse in der Natur herumpfuschen, ob sie nun etwas einbringen oder entnehmen.

Wer über das entsprechende Gelände verfügt, kann da kleine Biotope schaffen, statt 10 mm - Rasen, der kaum mehr Wert hat als eine betonierte Fläche.

Das damals von mir gemietete Haus mit dem Riesengrundstück ist natürlich eher die Ausnahme. Da war die Welt noch in Ordnung, bis ein Bürokrat auf die Idee kam, eine Straße quer durchzubauen, damit die Dorfbewohner auf dem Weg zur Arbeit ca. 5 min. sparen. Dabei war das Verkehrsaufkommen so gering (bei ca. 300 Ew.), dass man sich fragt, wer so etwas plant und genehmigt.

Später hatte ich in Südbaden einen Garten, der auf einer Seite an einen Hühnerhof grenzte, an der anderen an eine Wiese, die bis zu einem Bach von etwa 5 m Breite reichte. Forellengewässer, reines Schwarzwaldwasser. Ich legte einen Gartenteich an, wobei ich versuchte, den so naturnah wie möglich zu gestalten. Als ich das Wasser einließ, waren schon die ersten Wasserläufer da, bevor der Teich voll war. Nach 14 Tagen wurde bepflanzt und nach 4 oder 5 Wochen setzte ich 4 Barsche ein. Damit war ein Gleichgewicht hergestellt, das jeglichen Einsatz von Fischfutter erübrigte. Es kamen in kurzer Zeit Frösche, Libellen usw. Die Böschung war terrassenförmig angelegt, sodass man Pflanzen im tiefen, im flachen Wasser und im feuchten Randgebiet ansiedeln konnte. An einer Stelle war der Teich so tief, dass die Fische auch bei größerer Kälte überwintern konnten. Schilf an einer Ecke sorgte für den Druckausgleich, wenn der Teich zufrieren sollte. Es war erstaunlich, wie schnell alles mögliche Getier dieses Minibiotop entdeckte und nutzte. Es würde schon sehr helfen, wenn die Hausbesitzer nicht diese sterilen "Architektengärten" anlegen würden.

Wie offizielle Stellen manchmal ticken, erlebte ich mit "meinem" Turmfalken. Der ist bei seinen ersten Flugversuchen, jung und unerfahren, voll gegen eine Telegrafenleitung gedonnert und hatte den Flügel geprellt. Ich habe ihn eingefangen und mit heim genommen. Dann den Revierförster angerufen, was ich tun soll.
Der: Das wird sowieso nichts! Lass ihn ausstopfen!

Ich rief eine Tierärztin an, die mir die kostenlose Untersuchung und Behandlung zusagte (Ehrensache!!!), hätte aber auch bezahlt. Sie gab mir Salbe und ein paar Tipps. Dann baute ich eine Voliere im Garten an die Garagenrückwand. Der Metzger im Supermarkt gab mir jeden Abend eine Tüte Fleischabfälle. Mit einem Schaschlikspieß habe ich den Falken gefüttert. Als er reif für die Freiheit war, habe ich ihn vom Handschuh aus fliegen lassen. War noch zu früh, er saß nach ein paar m am Boden. Also habe ich ihn wieder in die Voliere gebracht. Eine Woche später ging es besser. Er flog auf den Giebel des Nachbarhauses und saß dort 3 Std. wie ein Denkmal. Dann flog er weg. Habe dann noch einige Tage Futter oben auf die Voliere gelegt, das er sich holte. Letzten Endes hat ihn das alles gerettet. Trotzdem war es gut, den Förster anzurufen. Man darf Falken nicht so einfach einsperren. Aber ich hatte sozusagen die Freigabe. Hochpäppeln und ihn freizulassen ist auf jeden Fall ein gutes Gefühl. Ausstopfen eher nicht.

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

nun Andreas, ich mag eine lange Leitung haben, verstehe ich: Du hast gestern abend nicht gescherzt, sondern es tatsächlich so gemeint. Ich darf daran erinnern, daß das Wort "Garten" von mir gar nicht zuerst gefallen ist und das Zitat "Bei mir im Garten haben sie es besser." von Dir völlig aus der Luft gegriffen ist. Also ,immer hübsch sachlich bleiben! Der Zorn legt sich wie ein dunkler Schleier auf Deine Gedanken. Habe nur vom Umpflanzen geschrieben. Die Gedanken sind immer noch frei oder billigst Du das anderen nicht zu?

Viele Grüße

quellfelder

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Das bezog sich nicht auf dich, sondern generell auf Leute, die mit dieser Begründung geschützte Pflanzen ausgraben (wollen)
Den Holunder hättest du meinetwegen mitnehmen können, der ist nicht geschützt und es gibt genug davon.

Ich verstehe sowieso nicht, wieso du so einen Narren am Holunder gefressen hast. Ich habe auch so ein Ding im Garten. Ist in meinen Augen nichts besonderes und erhält von mir ungefähr so viel Aufmerksamkeit wie die Johannisbeeren.

Äh falsch, Johannisbeeren schmecken wesentlich besser.

quellfelder
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Beitrag von quellfelder »

Hallo,

wollen wir die Angelegenheit nicht beenden?

...und endet doch alles mit Frieden. (Hölderlin)

Viele Grüße

quellfelder

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Beitrag von LCV »

Finde ich auch. Man muss generelle Betrachtungen eben auch als solche nehmen. Und jeden wirklichen Fall individuell beurteilen.

Was den Holunder angeht, mag ich die Produkte und den Anblick aus der Ferne. Aber der Geruch des Gehölzes verursacht bei mir Übelkeit. Ist so, kann ich nicht ändern. Leider.

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