Himalaja-Zeder 'Cedrus deodara' hart genug ab Zone 7b?, PICS ---> Cedrus deodara [Bilder fehlen]

Ihr habt einen Nadelbaum/ Strauch (Konifere) in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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Cryptomeria
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Re: Himalaja-Zeder 'Cedrus deodara' hart genug ab Zone 7b?, PICS ---> Cedrus deodara [Bilder fehlern]

Beitrag von Cryptomeria »

Du kannst deine 'Karl Fuchs ' in windexponierter Lage pflanzen. Sie wird gut gedeihen und groß werden. Mit dem Wind hat sie keine Probleme, ganz im Gegensatz z.B. zu Sequoiadendron . Das Bild deines familiären Dreiseithofes wird in einigen Jahrzehnten hoffentlich von einer schönen, blaunadligen Zeder geziert werden.
VG Wolfgang
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Teo
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Re: Himalaja-Zeder 'Cedrus deodara' hart genug ab Zone 7b?, PICS ---> Cedrus deodara [Bilder fehlern]

Beitrag von Teo »

Vielen Dank für deine Expertise. Vielleicht stelle ich ein Bild ein wenn ich sie verpflanzt habe.

Hier eins der Stammform bei mir im Garten. Im Sommer ca. 40 cm gewachsen. Mal sehen wie sie sich im Winter ausgepflanzt behauptet.

Beste Grüße
Teo
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Cedrus deodara
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Cryptomeria
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Re: Himalaja-Zeder 'Cedrus deodara' hart genug ab Zone 7b?, PICS ---> Cedrus deodara [Bilder fehlen]

Beitrag von Cryptomeria »

Sieht gut aus! Die letzten Winter waren vergleichsweise mild. Wenn es noch einige Jahre so bleibt, ist deine Zeder dann aus dem Gröbsten raus. Dann kann sie mal Nadeln verlieren, wird aber überleben.
Lass mal im Frühjahr hören, wie deine Stammform den Winter gemeistert hat.
Ich drücke dir die Daumen. Im Alter sind es herrliche Bäume und im Hinblick auf die Klimaerwärmung eine Überlegung wert, sie in Deutschland öfters zu pflanzen, da sie mit Trockenheit sehr gut zurechtkommen. Für rauere Lagen und wo kein Schutz möglich ist sind dann die blaunadligen deodaras und vor allem atlantica/libani robuster.
VG Wolfgang
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Teo
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Re: Himalaja-Zeder 'Cedrus deodara' hart genug ab Zone 7b?, PICS ---> Cedrus deodara [Bilder fehlen]

Beitrag von Teo »

Ich werde berichten. Das Exemplar wurde von mir aus einem Samen gezogen, den ich vor ein paar Jahren unter einer mächtigen Zeder in Meran fand.

Das stimmt. Und ich beobachte, dass diese Baumart mehr und mehr in Baummärkten etc. angeboten wird und in Gärten zu finden ist.

Anbei ein Foto einer prächtig gewachsenen Himmalya-Zeder in Weiden (Zone 6b).

Auch der Leiter des Ökologisch Botanischen Garten der Uni Bayreuth (Zone 6b) meinte, dass diese Baumart mehr und mehr in Deutschland/Bayern Fuß fassen kann und wird. Exemplare sollen im Garte demnächst ausgepflanzt werden.

Beste Grüße
Teo
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Cedrus deodara Zone 6b
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Teo
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Re: Himalaja-Zeder 'Cedrus deodara' hart genug ab Zone 7b?, PICS ---> Cedrus deodara [Bilder fehlen]

Beitrag von Teo »

Hallo zusammen,

meine gepflanzten Himmalyazeder weisen ein seltsames Symptom auf. Und zwar werden den gesamten Sommer über die Nadelspitzen braun und trocknen ein.

Könnt ihr mir hier helfen was ich dagegen machen könnte?

Beim Recherchieren habe ich dazu folgende Ursachen gefunden:

Anwachsschwierigkeiten:
Nach dem Stress des Umpflanzens ('Pflanzschock') vermögen die oft stark eingekürzten und/oder geschädigten Wurzeln noch nicht genügend Wasser aufnehmen. Da die Nadeln jedoch weiterhin transpirieren, entsteht in den Pflanzen ein Wasserdefizit, was zu deren Absterben führen kann.
Symptome: gleichmäßige, - an der Spitze beginnende Gelb- und Braunfärbung der Nadeln - und Nadelfall. Leider werden diese Symptome häufig erst viele Monate später sichtbar, so dass das Nichtanwachsen als Schadursache verkannt wird

Trockenheit:
Wie alle Pflanzen, so benötigen auch Koniferen eine mehr oder minder gleichmäßige Wasserversorgung. Anders als bei den meisten Laubgehölzen, welche nach Wassermangel recht bald schon gelbe und braune Blattränder bekommen, sind die Schäden bei Nadelgehölzen jedoch oft erst nach Monaten oder gar erst im Folgejahr sichtbar.
Als Folge von Wassermangel über einen längeren Zeitraum hinweg werden die Nadeln gleichmäßig – meist im Inneren der Pflanzen beginnend – gelb und braun und fallen schließlich ab.

Ballentrockenheit:
Trocknet der Wurzelballen einmal vollständig aus ist er nur sehr schwer wieder bis ins Innerste zu befeuchten. Die feinsten, für die Wasseraufnahme aber entscheidenden Haarwurzeln werden durch Trockenheit als erste geschädigt und können dann nicht mehr genügend Wasser aufnehmen. Die Gefahr der Ballentrockenheit ist insbesondere in der Anwachsphase gegeben (s. Anwachsschwierigkeiten).

Bodenverdichtungen:
Diese wirken sich im Untergrund besonders nachteilig aus: die Wurzeln vermögen derartige Schichten kaum zu durchdringen und bei starken Regenfällen oder unsachgemäßer Wässerung kommt es zu stauender Nässe und dadurch bedingtem Sauerstoffmangel. Dies führt dann dazu, dass die Wurzeln nicht ausreichend Wasser und Nährstoffe aufnehmen können. Die Folge sind - Nadelverfärbungen und Nadelfall -.

Oberflächliche Bodenverkrustungen haben einen versiegelnden Effekt: Wasser und Sauerstoff können nur schwerlich in den Boden eindringen, was insgesamt eine mangelnde Wurzelaktivität nach sich zieht. Folge: Die Wurzeln nehmen wenig Wasser und Nährstoffe auf, was zwangsläufig die bereits mehrfach erwähnten - Nadelverfärbungen und Nadelfall - nach sich zieht.

Beste Grüße
Teo
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Cryptomeria
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Re: Himalaja-Zeder 'Cedrus deodara' hart genug ab Zone 7b?, PICS ---> Cedrus deodara [Bilder fehlen]

Beitrag von Cryptomeria »

Kannst du den ganzen Baum zeigen? So ein paar Nadeln wären für mich noch kein Grund zur Sorge.
VG Wolfgang
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stefan
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Re: Himalaja-Zeder 'Cedrus deodara' hart genug ab Zone 7b?, PICS ---> Cedrus deodara [Bilder fehlen]

Beitrag von stefan »

Cryptomeria hat geschrieben:
25 Aug 2020, 21:07
Kannst du den ganzen Baum zeigen? So ein paar Nadeln wären für mich noch kein Grund zur Sorge.
VG Wolfgang
Ich halte allerdings trotzdem Trockenheit oder Hitze für die naheliegende Ursache!
Gruß
Stefan
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Teo
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Re: Himalaja-Zeder 'Cedrus deodara' hart genug ab Zone 7b?, PICS ---> Cedrus deodara [Bilder fehlen]

Beitrag von Teo »

Hallo,

danke für die schnellen Antworten. Gerne kann ich morgen noch weitere Bilder einstellen. Ich denke auch dass es sich um Trockenheit bzw. Ballentrockenheit handelt. Die Zedern werden zwar regelmäßig ausgiebig gewässert jedoch ist der umliegende Gartenboden staubtrocken. Bei uns hat es seit Monaten nicht mehr effektiv geregnet.

Die Spitzentriebe der Zedern sind dadurch bereits zweimal abgestorben. Die Zedern schieben umgehend vital wirkenden Ersatz nach, der jedoch nach kurzer Zeit wieder die gezeigten Symptome aufzeigt.

Beste Grüße
Teo

Cryptomeria
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Re: Himalaja-Zeder 'Cedrus deodara' hart genug ab Zone 7b?, PICS ---> Cedrus deodara [Bilder fehlen]

Beitrag von Cryptomeria »

Ich habe nochmal bei meinen Zedern geschaut. Ja, bei mir auch: Die Nadeln trocknen bei Trockenheit/starke Sonne von der Spitze her ein und fallen dann irgendwann ab. Nach Wassergaben treiben die Zedern wieder aus.
Also mit einigen eingetrockneten Nadeln kein Grund zur Sorge.
VG Wolfgang
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Teo
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Re: Himalaja-Zeder 'Cedrus deodara' hart genug ab Zone 7b?, PICS ---> Cedrus deodara [Bilder fehlen]

Beitrag von Teo »

Danke für die Info. Das beruhigt mich etwas. Dachte darüber nach, die Zedern eventuell an andere Stellen zu versetzen, obwohl der Standort recht gut ist (Kleinklima und Windschutz durch umliegende Hecken und Bäume).

Werde jedoch erstmal mehr wässern. Leider sind bei Beiden Pflanzen die Leittriebe bereits abgestorben.

Beste Grüße
Thomas

Cryptomeria
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Re: Himalaja-Zeder 'Cedrus deodara' hart genug ab Zone 7b?, PICS ---> Cedrus deodara [Bilder fehlen]

Beitrag von Cryptomeria »

Hoffentlich ist im Untergrund genug Wasser, denn wir werden zukünftig mit immer längeren heißen Phasen rechnen müssen. Die Zedern sollten das - einmal eingewachsen und etabliert - aufgrund ihrer Herkunft gut wegstecken können. Aber manche Baumart wird der Erwärmung weichen, vor allem, wenn der Grundwasserspiegel immer weiter absinkt.
VG Wolfgang
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Teo
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Re: Himalaja-Zeder 'Cedrus deodara' hart genug ab Zone 7b?, PICS ---> Cedrus deodara [Bilder fehlen]

Beitrag von Teo »

Ja. Ich werd erstmal in Trockenperioden weiter wässern bis die Zedern gut angewachsen sind.

Um zu dem eigentlichen Thema dieses Threads zurück zukommen:
Hat jemand die letzen Jahren C. deodara gepflanzt und wie entwickeln sich diese bei den trockenen Sommern und milden Wintern der vergangenen Jahre?

Gibt es Erfahrungen bezüglich Trockenheits- oder Spätfrostschäden?

Wolfgang du hast hier schon Einiges aus deinem Erfahrungsschatz erwähnt. Gab es hier Rückschläge oder Auffälligkeiten bei deinen Zedern?

Insbesondere interssieren mich dabei blaunadelige C. deodara. Ich will hierzu meine "Sammlung" um die Sorten 'Eisregen', 'Paktia', 'Blue Triumph', 'Robusta Glauca' und 'Bushes Elektra' erweitern und testen.

Beste Grüße
Teo

Cryptomeria
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Re: Himalaja-Zeder 'Cedrus deodara' hart genug ab Zone 7b?, PICS ---> Cedrus deodara [Bilder fehlen]

Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Teo,
ich habe in Hessen schon Zedern gepflanzt und in den ersten Jahren zeigten sie bei temps unter -15°C erhebliche Nadelschäden. Nun wohne ich in SH und habe weniger mit Trockenheit bzw.sehr tiefen temps als vielmehr mit starkem, böigem Ostwind im Winter zu tun. Bei uns hier oben ist es gar nicht so kalt ( normalerweise ), aber der Wind trocknet enorm aus und gefühlt ist es manchmal bis zu 1o Grad kälter . Auffällig ist, dass im Jugendstadium die grün- und gelbnadligen viel weniger robust sind als die Zedern aus der Paktia-Gruppe, die seinerzeit Karl Fuchs in Afghanistan gesammelt hat ( Eisregen,Polarwinter,Paktia,Karl Fuchs ). Diese scheinen unsere Winter hier überhaupt nicht zu beeindrucken. Aber , es kommt in den ersten Jahren auch aufs Kleinklima an und natürlich gibt es auch noch wesentlich raue Gegenden als die Ostseeküste. Letztendlich muss man selbst Auspflanzversuche wagen und Erfahrungen sammeln. Da die Temperaturen in den letzten Jahren im Winter viel moderater waren als noch in den 80-igern und 90-igern, dürften die winterlichen Ausfälle sicher geringer ausfallen. Im Sommer muss man halt wässern bis sie alt genug sind , mit Hitze sollten Zedern eigentlich später dann gut zurechtkommen.
VG Wolfgang
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Teo
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Re: Himalaja-Zeder 'Cedrus deodara' hart genug ab Zone 7b?, PICS ---> Cedrus deodara [Bilder fehlen]

Beitrag von Teo »

Danke für deine Erfahrungen. Es ist wirklich interessant, dass die blaunadeligen Deodaras so winterhart erscheinen jedoch kaum gepflanzt wurden bzw. werden.

Ich will deine Worte beherzigen, selbst Auspflanzversuche zu wagen und Erfahrungen zu sammeln. So habe ich vorgestern das C. deodara 'Blue Triumph' Exemplar im Baumarkt erworben, von dem ich in diesem Thread bereits berichtet habe. Gelegentlich sah ich dort vorbei. Die Deodara war den Sommer über wunderbar gewachsen wurde jedoch anscheiend etwas grob behandelt sodass zwei Ästchen abgebrochen sind. Zudem ist der Leittrieb etwas eingetrockent. Aufgrund dessen war die blaunadelige Zeder stark reduziert und ich konnte nicht wiedersehen.

Sofern sie gut anwächst kann ich hier im Forum über die Winterhärte dieser italienischen Sorte in Bayern - Zone 6b - berichten.

Beste Grüße
Teo

Cryptomeria
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Re: Himalaja-Zeder 'Cedrus deodara' hart genug ab Zone 7b?, PICS ---> Cedrus deodara [Bilder fehlen]

Beitrag von Cryptomeria »

Ich mache das auch manchmal. Stark reduzierte, arg ramponierte tun mir manchmal zu leid, so dass ich sie von ihrem Leiden erlöse und auspflanze. Viele wachsen sich schnell aus und man sieht schon bald nichts mehr. Wie sich natürlich eine italienische Sorte in 6b entwickelt, bleibt spannend. Nach einem harten Winter kannst du mal berichten. Ich erwarte da eher keine besondere Winterhärte, aber abwarten.
Viel Erfolg
Wolfgang
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