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Ich suche einen Nadelbaum?

Verfasst: 21 Jan 2007, 10:23
von quercus
Guten morgen,

ich brauche einen Nadelbaum mit großer Krone und der Standsicher ist. Nach ein bisschen Wind im Garten habe ich nun 7 Großgehölze weniger im Garten unter anderen eine 20 m hohe Schwarzkiefer die als Sichtschutz zur Autobahnbrücke diente. Diesen Platz würde ich gerne mit Cedrus libani bepflanzen, ca 7m an Haus. Wie sieht es da mit der Sicherheit aus?

bis dann quercus

Verfasst: 21 Jan 2007, 11:48
von Cryptomeria
Hallo Stefan.

nach Kyrill ist diese Frage nicht leicht zu beantworten. Am stabilsten sind bei mir solitär stehende, nicht zu schnell wachsende Bäume ( Picea breweriana, Cedrus deodara, Picea purpurea, Abies pinsapo ...) stehen geblieben und ohne Probleme auch Sequoiadendron. Viele die im Verbund standen und nur oben Zweige und Nadeln hatten sind gefallen. Allerdings auch große Kiefern wegen der breiten Angriffsfläche. Außerdem Fichten und Cryptomerien wegen der sehr flachen Tellerwurzeln. Douglasien haben sehr viel Grün verloren, stehen aber alle wie eine 1, auch im Verbund. Eiben ohne Probleme wegen ihres Wuchses.
Eine ca. 15 Jahre alte Cedrus atlantica Glauca hat mir letztes Jahr ein Bagger entfernt ( Gefahr wegen Hochspannungsleitung ), diese hatte nur sehr flache Wurzeln. Da würde ich evtl. auch abraten. Das könnte natürlich auch auf Cedrus libani zutreffen. ( Wie du weißt, hat man in den 70-igern die Gattung Cedrus intensiv untersucht und man zählt heute nur noch 2 Arten zu Cedrus: Cedrus libani und Cedus deodara. Cedrus atlantica und C. brevifolia werden heute als Unterart von C. libani angesehen. Es gibt dann leider etwas Probleme bei einigen Sorten, die 2 mal auftauchen, z.b. Cedrus atlantica pendula und C. libani pendula u.einige andere. Aber das ist ein anderes Problem).Es hängt sicher auch noch vom Standort und Untergrund ab.

Viele Grüße

Wolfgang

Verfasst: 21 Jan 2007, 16:06
von Cryptomeria
Hallo Stefan,

ich habe nochmal im Warda nachgeschaut. Dort besonders erwähnt:

Tiefwurzler: Abie alba, Abies nordmannia, Taxus
Herzwurzel: Cedrus atlantica/libani
extrem sturmsicher: Sequoiadendron

Viele Bäume bilden je nach Boden auch ein unterschiedl. Wurzelwerk aus. Bei Kyrill kam natürlich erschwerend dazu, dass der Boden komplett aufgeweicht war.

In 1991 ( Lothar, glaube ich ) wurde bei uns auch eine große Douglaie und eine Tsuga schräg gedrückt, die stehen aber heute noch.

Viele Grüße

Wolfgang

Verfasst: 21 Jan 2007, 18:47
von kurt
Hallo
Nach meinem Wissensstand: Nordmannstanne. Ich habe als Windschutz selbst zwei gepflanzt. Entwickeln sich prächtig.
Gruss
Kurt

Wer hat bei Kyrill umgestürzte oder entwurzelte Nordmannstannen gesehen?

Verfasst: 21 Jan 2007, 19:46
von Cryptomeria
Ich habe auch eine. Wächst schnell, schön grün, ohne Krankheiten, schöner Habitus, schön dicht.

Viele Grüße

Wolfgang

Verfasst: 23 Jan 2007, 21:41
von Piru
Hallo Wolgang,

wieso ist der Sequoia denn so Sturm sicher?

Anja

Verfasst: 23 Jan 2007, 22:06
von Cryptomeria
Hallo Anja,

um ganz genau beantworten zu können, müsste ich noch einmal nachlesen. Auf jeden Fall bilden sie in den ersten Jahren eine Pfahlwurzel, später Herzwurzeln mit einem sehr weitreichendes Ernährungswurzelsystem. So hat man bei einem 80 Jahre alten Baum ein Wurzelsystem bis über 30 m seitwärts vermessen. Ein 1000 - jähriges Exemplar hatte 6000 m2 durchwurzelt. Und wenn man diese Dicke auch schon von jungen Bäumen betrachtet und sieht , wie schwer das Holz ist dann scheinen sie sich mit diesem weitreichenden Wurzelsystem sehr gut zu verankern.
Aber ich habe sicherlich auch irgendwo noch wissenschaftliche Daten. Mal sehen, in den nächsten Tagen, wie ich Zeit habe.....

Viele Grüße

Wolfgang

Verfasst: 23 Jan 2007, 23:16
von Piru
Das wäre sehr lieb! Danke!

Verfasst: 24 Jan 2007, 14:56
von Taxus
Standsicher ist sowohl die europäische(Larix decidua),-als auch die japanische Lärche,Larix Kaempferi. Beide bilden im Freistand einen breiten,kompakten Habitus,weit weniger schlank und hoch als im Wald mit Konkurenzdruck.
Die Douglasie,Pseudotsuga menziesii wächst ebenfalls sehr schnell.-Herzwurzel-wird aber wohl zu groß für einen norm.Garten.Sie sind nach den Sequoias die wohl größten Bäume in Amerika.
Aber wie Wolfgang schon immer sagte:Für einen Mammut findet man immer ein Plätzchen!-Uli

Verfasst: 24 Jan 2007, 15:28
von Cryptomeria
Hallo Anja,

ich fasse hier kurz ein Ergebnis zusammen aus: Mitt.Dtsch.Dendrol.Ges. Nr 75 ( 1984 ) Thema: Wurzelausbildung des Mammutbaums S.g. auf zwei unterschiedl. Standorten am Niederrhein.

Bei dieser Wurzelfreilegung stellt man bei Baum 1 ( 33-jährig, 13,4 m hoch ) eine ausgeprägte Pfahlwurzel fest, die in 50 cm Tiefe noch 39 cm Durchm. hat. Diese teilt sich in 180 cm Tiefe in 3 jeweils 10 cm starke Wurzeln und geht bis 320 Tiefe. Ich denke das ist schon eine äußerst feste Verankerung.
Bei Standort 2 ( anderer Untergrund) gab es keine ausgeprägte Pfahlwurzel aber mehrere bis 170 cm Tiefe gehende Starkwurzeln ( leider ohne Durchmesserangaben).

Wenn ich diese Wurzeln mit denen meiner über 50-jährigen ( 25 bis 28 m hoch ) beim Sturm Kyrill gefallenen Blaufichte vergleiche ist das ein Riesenunterschied. Diese hatte eine oberflächennahe Starkwurzel und noch eine an der Oberfläche verlaufende in der anderen Richtung. Das wars so ziemlich. Aber wir kennen die Fichten.

Durch die vielen ganz feinen Ernährungswurzeln in Oberflächennähe gibt es laut meiner Literatur übrigens kaum Schäden an Gebäuden. Ich habe hier einen Artikel, da steht ein 100 - jähriger 60 cm vom Haus weg und es ist überhaupt kein Schaden am Mauerwerk feststellbar.

Das in Kürze zum Wurzelwerk. Ich denke das genügt dir. Ich habe auch noch irgendwo etwas über die Wurzelstrünke in Nordamerika, die herausgeholt und zu Stühlen und globigen Sesseln aufgearbeitet werden.
Dort waren auch Maße angegeben, aber das ist irgendwo verschollen.

Viele Grüße

Wolfgang

Verfasst: 24 Jan 2007, 19:17
von kurt
Hallo zusammen,
Warum Douglasien und Sequoias? Warum tut`s die Nordmann nicht?

Gruss

Kurt

Verfasst: 24 Jan 2007, 20:34
von Cryptomeria
Hallo Kurt,

ich habe lediglich versucht Anjas Frage zu beantworten, warum Sequoiadendron so sturmfest ist.

Viele Grüße

Wolfgang

Verfasst: 24 Jan 2007, 21:06
von Cryptomeria
Letztendlich muss Stefan selbst entscheiden mit welchen Bäumen er seine Lücke zur Autobahnbrücke schließt. Ich versuche, wenn ich eine Idee habe, Möglichkeiten aufzuzeigen.

Verfasst: 24 Jan 2007, 21:42
von Piru
hallo,

vielen Dank Wolfgang! Das beruhigt meine Sorge das es wohl einige Mammuts bei dem Sturm hingerissen hat!! :roll:
Das ist recht Interessant...ein wirklich starker Halt! Hat Mutternatur schön gemacht!
Wie sieht es eigentlich bei Metas aus und bei Sempervierens? Achja und Ginkgo biloba nicht zu vergessen :lol:

LiebenGruß, Anja.

Verfasst: 24 Jan 2007, 22:13
von Cryptomeria
Hallo Anja,

Ginkgo: Tiefgehende, kräftige Pfahlwurzel, später Herzwurzelsystem
Sequoia: hauptsächlich zahlreiche kräftige und weitreichende Seitenwurzeln, Pfahlwurzeln werden meines Wissens nicht ausgebildet.
Meta: tiefreichendes Wurzelsystem, zuerst die Seitenwurzeln, später Tiefenwachstum.

Genauere Daten müsste ich wieder heraussuchen, das könnte etwas dauern. Vielleicht reicht dir aber die obige Angabe.
Ginkgo wächst so langsam, dürfte bei Sturm keine Probleme haben.
Meta und Sequoia wachsen ja sehr schnell, da habe ich keine Angaben betreffs Sturmschäden im Kopf.

Viele Grüße

Wolfgang