Wow, einwandfreie Arbeit, André, das sind tolle Belege.
Wie sieht es denn mit dem Geruch der Pflanze ('Drath') aus, hast Du da auch schon überprüft?
Wie ich erst zweimal diese Woche feststellen konnte, riechen die normalen lawsoniana und zB 'Wisselli' irgendwie total streng petersilienartig...
Ich werde auch nochmal an meiner Pflanze probeschnuppern, und erwarte da jetzt einfach mal, auch petersiliges zu riechen .
Ich bin leider ein schlechter Geruchs-Empath. Ich kann Geruchsempfindungen nicht nachvollziehen. Ich werde aber auch mal probeschnuppern. Mal sehen, was rauskommt.
Um noch einmal auf 'Lycopodioides' zu sprechen zu kommen. Wir reden hier - auch was auf den Fotos gezeigt wird - von obtusa ' Lycopodioides '. Eine alte bekannte Form. es gibt verwirrenderweise auch lawsoniana ' Lycopodioides'. Diese ist selten, sieht anders aus. Sicher auch Fotos im Internet. Hessekopp hat ja auch schon darauf hingewiesen.
Aber ich denke, auch da wird André bestimmt bald einen Baum mit Blüten und Zapfen "ausgraben" un die notwendigen Belege liefern.
Vg Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.
Ich halte mich zunächst an den Velberter Baum und schaue weiter oben in der Krone nach. Herr Prof. Dr. Schmidt findet es auch spannend. Mal sehen, ob die 'Drath' tatsächlich lawsoniana zugeordnet werden muss.
wie versprochen habe ich nach Blütenzapfen an dem Velberter Baum geschaut - und zum Glück welche gefunden!
Zum Vergleich noch einmal die Blüten von Chamaecyparis obtusa spec. und dann die von 'Drath' sowie Chamaecyparis lawsoniana spec.
Auffällig sind die schwarzen Schuppenspitzen bei Lawsons Scheinzypressen (innen etwas, außen sehr deutlich)
Nun bleibt nur noch abzuwarten, und die fertigen Zapfen zu vergleichen. Aber im Grunde ist die Richtung klar, oder?
@Kiefer: mit dem Petersiliengeruch bei Chamaecyparis lawsoniana stimmt. Allerdings finde ich, dass auch obtusa ziemlich riecht. Ich belasse es wohl lieber bei der Optik, wenn ich was bestimmen muss.
Hier ein update über die neueste Entwicklung der Zapfen im Vergleich.
Die Unterschiede sind nicht mehr so stark wie während der Blütezeit, aber immer noch deutlich.
Viele Grüße
Kiefernspezi
Dateianhänge
Chamaecyparis obtusa 'lycopodioides'
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Chamaecyparis lawsoniana 'Drath' mit bläulich bereiften Zapfen. Darunter zeigt sich der Nabel bläulich-schwärzlich gestreift und stark hervortretend.
ich habe mir noch einmal den großen Baum im Rombergpark angeschaut. Es handelt sich tatsächlich um eine Chamaecyparis !lawsoniana! 'Drath'.
Den Baum sollte man mal in der Höhe vermessen und die Pflanzdaten lasse ich mir auch noch mal schicken.
Zum Glück habe ich einen zurückgebliebenen Blütenzapfen gefunden, der die entsprechenden Merkmale zeigt.
Also kann die Drath doch recht groß werden.
Viele Grüße
Dateianhänge
8-10 m hoher Baum
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Zweig
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Blütenzapfen (zurückgeblieben)
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Zapfenschuppen zeigen die typischen dunklen Spitzen von lawsoniana
Ja, aber in Aktenordnern. Herr Reif schaut nach. Es ist eine Pflanze aus einer Baumschule.
Er hat mir auch schon Namen gesagt, habe ich aber schon wieder vergessen.
Ich gebe Bescheid, sobald ich Näheres weiß.
Hier mein erstes Foto von einem (nicht ganz reifen) Zapfen der Drath-Zypresse.
Deutlich erkennt man die dunklen Male an den Schuppenschilden, die typisch sind für eine Lawsons Scheinzypresse.
damit hast du doch jetzt die Belege geliefert, dass ' Drath ' eindeutig zuzuordnen ist. Damit hat sich eine längere Vermutung bestätigt, dank deiner akribischen Detailforschung.
Viele Grüße und tolle Arbeit!
Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.
ja, und nun bin ich mal gespannt, was aus den Samen der Bärlapp- und Drathzypressen wird. Herr Niehues war so freundlich, meine Samenlese zu säen - und siehe, sie sind in recht guter Quote gekeimt.
Leider habe ich es versäumt, parallel gewöhnliche Scheinzypressen zu säen. Auch weil ich davon ausgegangen bin, dass sich Bildmaterial einfach auftreiben lassen würde.
Leider ist dem nicht so. Deshalb kann ich nur die Sämlinge der beiden Abarten kommentieren.
Man sieht sofort gravierende Unterschiede zwischen den Sämlingen der beiden ähnlichen Arten. Die ersten Nadeln stehen in Wirteln zu vier. Doch bei Chamaecyparis obtusa zeigen sich bereits nach sehr kurzer Zeit schon schuppenförmige Blätter, die typisch kreuzgegenständig stehen und auf der Unterseite bereits die typische kräftige weiße Zeichnung tragen.
Auch wenn man davon ausgehen muss, dass das Saatgut durch andere Sorten der Selben Art konterminiert ist, so spricht diese Gleichförmigkeit der Zöglinge doch für eine Artreinheit, d.h., dass die Drath- und Bärlappzypressen keine Hybriden sind.
Wie sich die Sämlinge weiter entwickeln, also ob sie Ihren "Mutter-Sorten" gleichen oder der eigentlichen Art, wird abzuwarten sein.
Oh, sehr genial, dass Du das hier fortführst !
Hatte schon überlegt, ob ich Dich mal anschreibe, wie sich das Vorhaben weiter entwickelt hat, dachte aber, dass Du Dich zu gegebener Zeit sicherlich selber melden wirst- richtig gedacht ^^!
Ganz toll, somit ist der Nachweis wohl erbracht, dass es sich um lawsoniana handelt, ganz prima *hier einen Applaudiersmiley hindenken*! Bin vor allem auch gespannt, wie sie sich weiter entwickeln und in zwei/ drei Jahren aussehen.