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Blaufichte

Verfasst: 28 Nov 2006, 23:02
von Tanne
Schöne Grüsse an alle!

Ich schätze mal, Wolfgang könnte mir promt eine Antwort geben!?
Es geht mal wieder um einen Nadelbaum.Meine Mutter steht total auf
was nadeliges und blaues :D .Drum hat sie sich dieses Jahr als Weihnachts-
baum eine Blaufichte aus dem Baumarkt geholt.Die ist schon ca. 1,80m
groß und war in einem 20l Topf "eingepflanzt".Die freundliche Verkäuferin :D
hat die Frage,ob man das Bäumchen im Frühling auspflanzen könnte,mit JA
beantwortet,man müsse es nur schon jetzt in einen größeren Topf umpflanzen.Dementsprechend wurde mit großer Freude ein 40l Topf gekauft und man machte sich an die Arbeit. Dabei entpuppte sich "ach du Schreck", dass der Baum außer der kurzen Hauptwurzel ja fast keine andere
mehr hat!! Wollte die Mutter nicht enttäuschen und geschwiegen.Möchte jetzt aber genau wissen,hat denn das Bäumchen ja überhaupt eine Schanse? Jetzt ist es ja noch o.k.,aber wie siehts denn in ein paar Monaten aus? Wie oft und wie wieviel sollte es gegossen werden? Steht draußen am Balkon.

Viele Grüsse

Eduard

Verfasst: 29 Nov 2006, 10:15
von Andreas75
Hallo!

Ja, das ist das große Problem mit den Weihnachtsbäumen im Topf...
An sich ein netter Gedanke, ist der Unterschied zum abgesägten Baum aber nur gering, denn die Topfbäume werden wie diese in Plantagen kultiviert, und dann rausgerissen, und mit kaum Wurzeln in viel zu kleine Töpfe gestopft, wie du ja schon selbst gemerkt hast...
Deswegen allein sind die "Topf"bäume auch so günstig zu haben, im Topf angezogene wären um ein vielfaches teurer, wegen mehr Pflegeaufwand, Umtopfung etc. ...

In der Praxis sieht es denn auch so aus, daß aufgrund der abgehackten Wurzeln nur etwa 20- 30% der Topfbäume anwachsen und austreiben, wenn man sie auspflanzt...
Wenn dein Baum schon 180 cm hoch ist, und so wenig Wurzeln hat, daß sie in einen 20 Liter- Eimer passen, stehen die Chancen 50:50...
Wenn der Baum durchkommen soll, wäre es ein Fehler, in über Weihnachten in die Wohnung zu holen, weil er in der Wärme des Zimmers vermehrt verdunsten wird, man daher viel gießen muß, und der Baum aufgrund seiner fehlenden Feinwurzeln aber gar nicht genug Wasser nachsaugen kann, um einen guten Feuchtigkeitshaushalt einzustellen... Zudem wird er in der Wohnung wahrscheinlich anfangen, anzutreiben...

Kommt er nach Weihnachten/ Neujahr dann wieder raus in die Winterkälte, womöglich mit dicke Frost, wird das zuviel für ihn sein... Als Konifere verdunstet er ja auch im Winter Wasser, hier kommt dann aber zu den fehlenden Wurzeln die Tatsache, daß er aus dem dann gefrorenen Boden kein Wasser nachziehen kann...

Dann dürft ihr keinesfalls einen Stern auf die Spitze stecken, bzw, zum Sternanbringen diese einkürzen/ anspitzen, denn mit dem Verlust des Terminaltriebes verliert der ohnehin geschwächte Baum noch weiter an Vitalität...

Alles in allem ist das alles also ein heikles und weniger erfolgversprechendes Unterfangen, allzu viele über den Winter hinausgehende Hoffnungen in den Baum zu setzen... Wenn ihr ihn erhalten wollt, lasst ihn auf dem Balkon, verpackt den Ballen in Noppenfolie oder ähnliches, damit er nicht durchfriert, und wässert regelmäßig, so daß der Boden stets mild feucht ist, sowie schützt den Baum vor direkter Sonneneinstrahlung, die auch im Winter die Verdunstung ankurbelt...
Im frostfreien Klima des geschützten Topfes kann der Baum beginnen, neue Feinwurzeln zu bilden, was langsam geht, und dadurch unterstützt werden sollte, daß man ihn etwas aufastet/ auslichtet, sprich, man die Verdunstungsfläche reduziert...
Hierfür würde ich die untersten Äste bis auf 30/ 40 (50) cm Höhe entfernen, sowie etwa die Hälfte bis Drei Viertel der kleinen Zweige zwischen den Etagen entfernen, das hilft schon...
Nachbarn haben es so gemacht, daß sie den (60 cm hohen) Baum nach Weihnachten 40 cm hoch aufasteten, sprich also Drei Viertel des Astwerks entfernten, und nur die Terminale sowie die darunter liegende Astetage stehen ließen... Sah etwas stelzig aus, aber der Baum hat es geschafft, und ist nun seinerseits 180 cm hoch, und hat sich wieder gut aufgebaut...

Hauptziel muß auf jeden Fall sein, die Verdunstung des Baumes auf ein Minimum zu reduzieren, weil er durch die fehlenden Wurzeln nicht genügend Wasser nachziehen kann, sowie den Ballen frostfrei und immer leicht feucht zu halten, um die Neubildung von Feinwurzeln zu unterstützen...

Grüße, Andreas

Verfasst: 29 Nov 2006, 14:20
von Cryptomeria
Danke Eduard für dein Vertrauen,

Andreas hat alles super gesagt, das ist auch meine Meinung und meine Erfahrung.

Ich wünsche dir aber hiermit viel Erfolg bei der " Überwinterung ".

Viele Grüße

Wolfgang

Verfasst: 29 Nov 2006, 15:15
von Tanne
Danke an euch beide für die klare Antwort!

Mir bleibt aber nichts anderes übrig als zu schweigen, da der Baum ja schließlich fürs Zimmer gedacht war. Möchte die Weihnachtsstimmung nicht verderben :? . Vielleicht ist es eine starke Persönlichkeit und schafft es!! :D

Auf jeden Fall danke noch mal und mal sehen, vielleicht klappts.

PS: Der Tannensämling (der vom August/September) steht. Allerdings passiert überhaupt nichts, kein Millimeter vor oder zurück. Hat sieben blaugrüne bzw. dunkelgrüne Keimnadeln die an der Spitze Stacheln haben :shock: :?:
Sieht wie ein kleiner Stern oder vielleicht auch vie eine Spinne aus. Da bin ich aber wirklich gespannt ob daraus eine richtige "procera" wird!? :D

Viele Grüße

Eduard

Verfasst: 29 Nov 2006, 18:02
von Cryptomeria
Hallo Eduard,

das wird schon, du musst nur aufpassen, dass dein " Zögling " keinen Pilzbefall bekommt. Das sind die häufigsten " Kinderkrankheiten ".
Die Sämlinge machen jetzt bei so kurzer Tageslänge meist eine genetisch bedingte Ruhepause und legen ab Januar/Februar ( im Zimmer ), wenn die Sonne wieder intensiver wird und die Tageslänge zunimmt, wieder mächtig los. Letztlich genau wie draußen, nur dort natürlich später. Also kein Grund zur Beunruhigung.

Viel Erfolg!

Wolfgang

Verfasst: 29 Nov 2006, 21:24
von Tanne
Hallo Wolfgang!

Da du vom Pilzbefall sprichst, könntest du evtl. auch genauer darauf eingehen? Folgendes - an meinem Fensterbrett stehen: drei Robinien (eine wächst putzmunter, eine hat den Wuchs verlangsamt bzw. eingestellt und die dritte wift jetzt die Blätter ab); vier Birken (zwei sind eingegangen, eine ist an der Grenze ins Jenseits, die anderen(pfuj pfuj pfuj) schlagen sich tapfer);die Tanne habe ich schon erwähnt; ein Apfelbaum und ein Kirschbaum.Ein Apfel ist eingegangen.Die letzteren zwei machen mir Sorgen, da ich vermute,dass diese einen Pilz haben(sprich Mehltau).Habe diese auch schon vorsichtig abgewaschen :D ,denen gings ein paar Tage besser,weiß nicht wie lange das hält.Wo kommt dieser Pilzbefall her( die Erde war eigentlich o.k.) und was kann ich dagegen tun?Muß ich bei der Tanne besonders aufpassen?

PS: alle Samen waren aus reiner Neugierde im August in die Erde gesteckt worden und jetzt hab ich den Salat :D


Gruß

Eduard

Verfasst: 29 Nov 2006, 22:00
von Cryptomeria
Hallo!

Zunächst , bist du ganz sicher, dass alle Laubgehölze eingegangen sind, oder haben sie nur wie üblich im Herbst ihre Blätter abgeworfen.
Ich hatte vor vielen Jahren ca. 2oo Ginkgo - Sämlinge verschenkt und im Herbst haben sie, obwohl im Zimmer, natürlich ihre Blätter ( Nadeln ) abgeworfen und ganz viele Beschenkte dachten sie wären eingegangen.

Zu den Pilzen, meist sind sie schon in der Erde. Ich habe oft die Erde für kurze Zeit in den Backofen , dann war die Erde schon mal o.k.
Dann säe ich im Minigewächshaus aus, bzw. stülpe um gespannte Luft zu erhalten eine durchsichtige Plastiktüte darüber, das hält mir vielleicht auch etwas die Pilzsporen fern. Aber mir sind auch schon viele Sämlinge umgefallen. Ich bin aber überhaupt kein Pilz - oder Krankheitsexperte.
In div. Büchern wird empfohlen die Sämlinge jede
Woche mit Fungiziden zu behandeln. Das habe ich aber nie gemacht, ich bin kein Baumschuler. Vielleicht können die erfahrenen Landschaftsgärtner etc. auch etwas dazu sagen.
Wichtig ist, die Erde auf keinen Fall zu nass oder feucht, andererseits den Keimling nicht vertrocknen zu lassen. Je nach Baumart kann man natürlich die Haube nach erfolgreicher Keimung abziehen, dann wird es auch trockener. Pflanzen, die überwiegend im Nebel wachsen (z.B. Sequoia sempervirens ) behalten die Haube.
Beim Substrat kann man auch noch etwas machen, z.B. groberen , kleinen Kies, Sand oder Split einmischen, dann fließt das Wasser schneller ab.

Das war so aus der Lameng, wie der Hesse sagt, wenn du noch gezielt etwas brauchst, kann ich auch Diverses nachschlagen.

Viele Grüße

Wolfgang

Verfasst: 29 Nov 2006, 22:09
von Cryptomeria
noch kurze Ergänzung:

Mehltau sitzt ja auf den Blättern, es gibt echten und falschen Mehltau, die Sporen fliegen auch durch die Luft. Es gibt versch. Präparate, habe ich auch nie benutzt. Leider keine Erfahrung. Es gibt auch ein Pilzforum . Irgendwo hier gab es vor Monaten auch den Hinweis.

Viele Grüße


Wolfgang

Verfasst: 29 Nov 2006, 22:13
von Cryptomeria
Mir ist noch etwas eingefallen. Die winterharten habe ich immer draußen überwintert oder im hellen Keller, nie am Fensterbrett. Bei der trockenen Heizungsluft ( + Wasser ) kann auch ein erhöhtes Pilzrisiko bestehen.

Das wars erstmal

Viele Grüße

Wolfgang

Verfasst: 30 Nov 2006, 17:05
von Tanne
Hallo!
Für den Ofen ist es ja leider zu spät und winterhart sind die ja auch noch nicht, da überhaupt noch nicht ausgereift(verholzt).Und die Blätter können sie ja auch nicht abgeworfen haben,da viel zu klein und unausgereift sind. Im Keller ist es a....dunkel,also kann ich auch in diesem Fall nur zuschauen, was passiert.
War ja wohl ein ganz falscher Zeitpunkt zum pflanzen :oops: Na ja, mal sehen ob sie durchhalten. Last den Experiment beginnen! :D

Viele Grüße

Eduard

Verfasst: 30 Nov 2006, 17:06
von Tanne
Ups, sollte "laßt" heißen :oops:

Verfasst: 30 Nov 2006, 18:53
von Cryptomeria
Hallo Eduard,

ich sage immer, es hat nichts gekostet und ein Versuch ist es immer wert. Und meist überlebt ein Teil und auch bei besten Bedingungen klappt nicht alles. Ich hatte letzten Winter einiges im hellen Keller , wie jedes Jahr, bei günstigen Bedingungen, aber wenig kontrolliert. Was passierte: Ich muss 2/3 spanische Nacktschnecken übersehen haben,(die sich in den Töpfen eingegraben hatten ) und im wärmeren Keller sind sie aufgewacht und haben sich über viele Sämlinge hergemacht.
Es gibt immer Ausfälle, damit muss man leben. Nächstes Mal eben wieder neu aussäen. Man braucht Geduld Und wenn der Samen nicht zu selten war, ist der Verlust nicht zu groß.

In diesem Sinne viel Spaß und viel Erfolg weiterhin.

Viele Grüße

Wolfgang

Verfasst: 01 Dez 2006, 14:41
von Tanne
Hallo wieder mal!
Danke für die Aufmunterung.Jetzt aber noch mal die Frage zum Sämmling.und zwar bezüglich dieser komischen Stacheln am Ende der Keimnadel. Die sehen wie kleine Hacken aus, sind gelblich und viel dünner als die Nadeln selbst.Ist es denn üblich bei den Tannensämlingen allgemein üblich(der Sämling der Weißtanne sieht anders aus)? Oder kann man daran die Art der Tanne ermittrln( sprich conkolor oder procera)? Komme nicht dazu ein Foto von dem Mutterbaum zu machen :oops: (schäm,schäm), der wirklich wunderschön ist.
Solche Bäume mit ordentlichem (designermäßig :lol: ) Aufbau und leichter grün-blau-grau Färbung trift man selten.

Verfasst: 01 Dez 2006, 14:59
von Cryptomeria
Hallo,

ich habe vor ca.20 Jahren viele Tannen ausgesät, kann mich aber leider nicht mehr an die Sämlinge im Einzelnen erinnern. Einen Teil habe ich fotografiert. Wenn ich etwas gefunden habe , melde ich mich.


Viele Grüße

Wolfgang

Verfasst: 01 Dez 2006, 15:01
von Cryptomeria
Aber nochmal kurz zu deinem Mutterbaum.
Zwischen concolor und nobilis gibt es keine Verwechslungsmöglichkeiten. Die sehen zu verschieden aus.

Viele Grüße

Wolfgang