Hallo,
ich bin Student der Architektur in Innsbruck und habe ein besonderes Anliegen.
Im Zuge eines Projektes über Raumstrukturen und - konstruktionen habe ich mich mit der Struktur der Borke der platanus acerifolia (Platane) beschäftigt, die hier in Innsbruck entlang des Innrains angepflanzt ist. In Zusammenhang mit der Rindenstruktur hat sich die Frage gestellt, wieso gerade bei dieser Pflanze die Rinde in dieser Form blättert. Irgendwie muss das mit dem Kambium der Plantane zusammenhängen...
Die Hintergründe, die bei diesem Baum die besonders interessante Struktur ergeben, würden mich also interessieren.
Vielleicht findet sich ja der ein oder andere Platanen-insider...
Thomas Niederberger
Rinde der Plantane
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Re: Rinde der Plantane
Hi Thomas,architektur hat geschrieben: Die Hintergründe, die bei diesem Baum die besonders interessante Struktur ergeben, würden mich also interessieren.
zur Vereinfachung des Findens (auch für die Nachwelt...
Damit ist das Entstehen der besonderen Struktur allerdings noch nicht erklärt. Zunächst aber sei gesagt, daß die Entstehung der Borke tatsächlich mit dem Kambium, welches für das sekundäre Wachstum oder auch ganz simpel Dickenwachstum verantwortlich ist, zusammenhängt.empire hat geschrieben:Es ist eine Schutzfunktion des Baumes.Dadurch, dass die Rinde abgestossen wird werden ungeliebte Parasiten ebenfalls mitabgestoßen.
toll oder?!
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/BorkeDie Borke ist die äußerste Schicht eines Baumes. Sie entsteht aus dem Phellogen (Rindenbildung) und bildet mit dem Bast zusammen die Rinde. Die Borke schützt die darunterliegenden Schichten des Baumstamms.*
Da die Borke nicht mehr mit dem Baum mitwächst, platzt sie durch dessen Wachstum auf und wird zum Teil abgeworfen.
Die Borke schützt den darunterliegenden Kambialbereich z.B. aber auch vor Überhitzung. Nun ist es aber so, daß Borke nicht gleich Borke ist und es somit unterschiedliche Borkentypen gibt. Bei der Platane handelt es sich um eine Schuppen-Steinzellborke.
Zur wissenschaftlichen Vertiefung empfehle ich folgende Lektüre:
Rindenkunde und Rindenverwertung von Andrea Kupferschmid
Dort findest Du noch mehr über die von Dir angefragten Hintergründe zur Struktur.
Hoffe, geholfen und nicht verwirrt zu haben...
Grüße, Arboretrix
* Anm.: Die Buche (Fagus sylvatica) übrigens besitzt keine klassische Borke, es handelt sich hier um ein Oberflächenperiderm. Bei freistehenden (und aufgeasteten) Buchen kann es zu erheblichen Kambiumschäden durch Überhitzung bei zu intensiver Sonneneinstrahlung kommen - sie schützen sich durch die Bildung eines geschlossenen Bestandes (Wald).
Natur, das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Gehalt bietet.
(Johann Wolfgang von Goethe)
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