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Nachbarschaftsärger -- grosse Bäume

Verfasst: 05 Jul 2011, 18:56
von Gata
Hallo,
ich habe in Deutschland ständig Nachbarbarschaftsärger wegen meiner Bäume.
Aktuell geht es um einen Ahorn. Besagtem Nachbarn stören die Blätter, die Samen, der Schatten, etc.
Der Baum steht ca. 6 m von der Grenze entfernt, ist rund 25 Jahre alt und inzwischen ca. 15 m hoch.
Nun gibt es in Nds ein Gesetz, wonach Bäume ab 15 m Höhe mindestens 8m von der Grenze entfernt stehen müssen, andernfalls kann ein Nachbar verlangen, die Baumhöhe von 15 m zu erhalten, sprich ihn regelmässig kappen.
Kennt ihr solche Gesetze aus anderen Bundesländern auch? Wie soll ich einen Baum in der Höhe denn aussägen und wie sieht das aus?
Im Grunde läuft es wohl auf eine Fällung hinaus, was ich eigentlich verhindern will. Aber was machen? Habt ihr Einfälle? Reden ist keine Option, er will "sein Recht" juristisch erwingen.

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Verfasst: 05 Jul 2011, 19:10
von LCV
Hola Gata,

wenn das mit den 8 m so richtig ist, wird man den Baum wohl entfernen müssen. Verstümmeln ist auch keine Lösung. Ich würde es diesem Typen aber heimzahlen und im richtigen Abstand* mehrere Paulownia setzen. Dann hat er bald mehr Schatten als jetzt. Man könnte auch noch ein oder zwei Ailanthus dazwischen setzen. Die machen auch schön Dreck ;-)
Hoffentlich ist die Hauptwindrichtung günstig.

Gruß Frank

* Wo wird das gemessen? Stammmitte zur Grenze oder zwischen Stamm und Grenze? Natürlich dürfen die Äste nicht in sein Grundstück ragen. Beim Pflanzen muss man das berücksichtigen, sonst gibt es wieder Theater.

Verfasst: 05 Jul 2011, 19:48
von Gata
LCV hat geschrieben:
* Wo wird das gemessen? Stammmitte zur Grenze oder zwischen Stamm und Grenze?
Das weiss ich nicht, wahrscheinlich braucht man einen Gutachter, der das nachmisst und bewertet.
Ich habe auch schon überlegt, ihn klagen zu lassen, habe eine Rechtsschutzversicherung, aber wenn ich am Ende den Baum fällen muss, habe ich nichts gewonnen.
An unserem alten Kirschbaum stören auch 2 dicke Äste, die rüberhängen, die werden wir absägen, aber unsere Ulme ärgert ihn auch, die hat er auch schon auf dem Kieker, weil er dieses Jahr angeblich den ganzen Rasen voller Samen hatte. :lol:
So ein richtiger Querulant findet immer etwas. Unsere Hecke ist auch u hoch und zu breit. :roll:
Manchmal habe ich Lust alles platt zu machen, um endlich Ruhe zu haben.

Re: Nachbarschaftsärger -- grosse Bäume

Verfasst: 05 Jul 2011, 21:47
von babayaga
Gata hat geschrieben: Nun gibt es in Nds ein Gesetz, wonach Bäume ab 15 m Höhe mindestens 8m von der Grenze entfernt stehen müssen, andernfalls kann ein Nachbar verlangen, die Baumhöhe von 15 m zu erhalten, sprich ihn regelmässig kappen.
Kennt ihr solche Gesetze aus anderen Bundesländern auch?
Hi Gata,

erstmal kenne ich solch Gesetz von hier (Sachsen) nicht und stelle mir das grade anhand von Fichten/Tannen/Douglasien vor, das hiesse dann ja kappen ...

Mal andersrum gefragt, wie lange gibt es solch Gesetz schon?
Wenn Gesetz jünger als der Baum, kenne ich es nur so dass dann Bestandsschutz gilt, also keine rückwirkende Anwendung findet.
Übertrieben: Man könnte ja sonst verlangen, jede 100-jährige Eiche die weniger als 8m Grenzabstand hat, schnittmässig zu vergewaltigen.

Ist allerdings das Gesetz früher erlassen als der Baum gepflanzt, dann wäre es richtig, die 8m Abstand zu beachten bzw. die 15m Höhe einzuhalten.

(Aber Vorsicht - nur Laienmeinung)

Ist natürlich blöde, wenn Nachbar wegen solchem kleinkarierten Mist einen auf 'juristisch' macht, zumal es ja auch sein kann, du bist im Recht.
Dann wird der Nachbar aber nicht freundlicher werden.
Schau mal unauffällig, was du in die Waagschale werfen könntest, hat Nachbar immer alle Regeln eingehalten?

Hoffe dass ihr euch nicht vor den schwarzen Roben trefft, und wenn doch unvermeidlich, viel Glück & Nerven

lg Nancy

Verfasst: 05 Jul 2011, 22:41
von stefan
Hallo Gata,
das Nachbarschaftsrecht ist in jedem Land anders :(
Hier: http://www.haus-und-grund-nds.de/archiv ... lanzen.htm gibt's Infos zu Niedersachsen.

Eine solche Regel in Höhenstufen wie in Niedersachsen habe ich noch nie gesehen - danach sieht's nach meiner unmaßgeblichen Meinung schlecht aus. Du solltest Dir wohl am besten professionellen Rat holen!
Gruß, Stefan

Verfasst: 06 Jul 2011, 10:18
von Gata
Hallo,
da es für unsere Gemeinde eine Baumschutzsatzung gibt, habe ich beim Landkreis angerufen ( Amt für Umwelt, Abt. Naturschutz), ob hier Bäume unter Schutz stehen. Leider keine.
Die können mir auch nicht helfen: ein 30- jähriger Ahorn mit fast 80 cm Stammumfang gilt nicht als schützenswert. Schade.
Es bleibt nur der privatrechtliche Weg oder Fällen.
Das muss ich erstmal überschlafen. :(

Verfasst: 06 Jul 2011, 10:30
von Costa
Hi!


War auch geschockt, als ich dies hier gelesen habe.
Ich wohne ja auch in Niedersachsen (ca. 40km südlich von Hannover). Wenn meine Nachbarn es "durchziehen" würden, müßte ich ja mind. 5 Bäume völlig entfernen und ca. 10 Bäume kürzen.

Mein Vorteil ist natürlich, daß meine Nachbarn auch genug und sogar größere Bäume als ich, auf ihren Grundstück haben.

Interessant finde ich, daß sich die Gemeinde selbst hier garnicht daran hält.
Ein kleiner Streifen unten am Fluß gehört der Gemeinde und dort stehen ca. 8 Bäume die über 15m hoch sind nur ca. 5-7m weg von meinen Grundstück... :?

Verfasst: 06 Jul 2011, 13:01
von Gata
Wenn deine Bäume die 15 m erreicht haben, muss dein Nachbar innerhalb von 5 Jahren reklamieren, sonst kann er nicht mehr viel machen.
Als ich beim Umweltamt anrief, war ich erstaunt, dass die dort ein Register führen mit geschützten Bäumen auch auf Privatgrundstücken.
Als ich meinte, davon wüsste ich bestimmt, meinte die Frau: nein, nicht unbedingt. Ob ein Baum unter Schutz steht, wüssten die Besitzer oft gar nicht, weil sowas die Umweltbehörde festsetzt. Tolle Sache, wenn es die Besitzer nicht mal wissen. :roll:
Ich habe bei der Gelegenheit auch erfahren, dass ich einen 5 m breiten "Pflanzgebotsstreifen" zu meinem hinteren Nachbarn einhalten muss, also 2,5 m Baum- und Buschwerk er und 2,5 m bei uns.
Davon wusste ich auch nichts. :roll:

Also kläre deine Nachbarn nicht auf, die Zeit arbeitet für dich und dein Grün. Und wenn du Glück hast, verstreicht die 5-Jahres -Einspruchsfrist ungenutzt.

Verfasst: 06 Jul 2011, 15:36
von Costa
Zum Glück sind alle Nachbarn "Naturfreaks". Zumindest die direkt östlich und westlich dran wohnen. Nördlich und südlich sind Pferde- u. Kuhwiesen.

Ich stand ja schon 3mal vor der Tür und wollte die Äste kürzen, die von meinen Bäumen ausgehend, über die Grundstücksgrenze ragen. Was aber entschiedend zurückgewiesen wurde, da sie ebend wie ich das "Grün" einfach mögen.

Wäre nur gespannt, was bei einem evtl. Grundstücksbesitzer-Wechsel vonstatten gehen würde... :? (Zum Glück ist nichts geplant in der Richtung)

Verfasst: 06 Jul 2011, 20:29
von babayaga
Costa hat geschrieben:Wäre nur gespannt, was bei einem evtl. Grundstücksbesitzer-Wechsel vonstatten gehen würde... :? (Zum Glück ist nichts geplant in der Richtung)
Ich denke, sollten bei Kauf/Wechsel die Bäume deutlich über 15m Höhe haben, gilt dann 'gekauft wie gesehen' ;-)

(Überhang steht auf nem andren Blatt)

lg Nancy

Verfasst: 06 Jul 2011, 21:55
von biloba
Hallo Gata,
Gata hat geschrieben:Die können mir auch nicht helfen: ein 30- jähriger Ahorn mit fast 80 cm Stammumfang gilt nicht als schützenswert.
Gata hat geschrieben:Wenn deine Bäume die 15 m erreicht haben, muss dein Nachbar innerhalb von 5 Jahren reklamieren, sonst kann er nicht mehr viel machen.
Sofern der Baum wirklich dieses Alter hat, sollte die 5-jährige Einspruchsfrist doch längst verstrichen sein. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass eine solche Frist durch einen Eigentümerwechsel bei Nachbars wieder auflebt. Nancy hat es richtig bemerkt: Ein Baum dieser Grüße sollte ja bereits vor dem Grundstückskauf auch nicht zu übersehen gewesen sein.

Verfasst: 07 Jul 2011, 08:20
von Gata
biloba hat geschrieben:Hallo Gata,


Sofern der Baum wirklich dieses Alter hat, sollte die 5-jährige Einspruchsfrist doch längst verstrichen sein. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass eine solche Frist durch einen Eigentümerwechsel bei Nachbars wieder auflebt. Nancy hat es richtig bemerkt: Ein Baum dieser Grüße sollte ja bereits vor dem Grundstückskauf auch nicht zu übersehen gewesen sein.
Das Alter des Baumes weiss ich ziemlich genau, weil mein Sohn damals seinen Sandkasten bepflanzt hat. Aber die genaue Höhe müssen wir nochmal genau ! nachmessen.
Und wie sich die Sache bei Eigentümerwechsel verhält, ist eine Frage an Juristen. Letztlich hängt es dann vom Richter ab, was der für zumutbar hält.
Man kann Nachbarn natürlich auch Dauerärger machen, wenn man für die Beseitigung von Samen und Laub jemanden beschäftigt und Rechnungen schickt. Da überlegt man sich schon, ob man den Baum nicht besser fällt.
Unser Ahorn hängt noch nicht über die Grenze, zum Glück, aber angeblich stören die Wurzeln in seinem Rasen. Unsere Kirsche hängt 2 m rüber und dort sitzen angeblich immer Vögel drin, die seinen Rasen vollsch........etc.
Im Grunde mag er keine Bäume und Hecken, und nun hat er einen Anwalt gefunden, der guckt, wo er eine Gesetzeslücke findet. :roll:

Verfasst: 07 Jul 2011, 11:23
von babayaga
Gata hat geschrieben: Man kann Nachbarn natürlich auch Dauerärger machen, wenn man für die Beseitigung von Samen und Laub jemanden beschäftigt und Rechnungen schickt. Da überlegt man sich schon, ob man den Baum nicht besser fällt.
Autsch, sag' bloß das ist bei Euch so geregelt?
Bei uns sind Laubfall/Früchte etc. hinzunehmen. Mein Nachbar würde mir was, wenn ich ihm zusammengerechetes Eichenlaub in Rechnung stellen würde;-)

Aber letztendlich ist es wohl eine persönl. Ermessensfrage, wenn du um des lieben Friedens willen nachgeben willst, dann machs.
Ich würde aber eine klare Grenze ziehen, bis hierhin und nicht weiter, nicht dass du ihm den kleinen Finger reichst und irgendwann muss der ganze Arm dran glauben;-)

lg Nancy

Verfasst: 07 Jul 2011, 11:24
von kurt
Gibt es denn in Deutschland keinen Friedensrichter oder Schlichter? Dass es das in der Schweiz gibt, weiss ich ganz genau, denn ich habe ihn dort mal in Anspruch genommen und dann war die Sache gegessen. War übrigens kostenlos.

Gruss
Kurt

Verfasst: 07 Jul 2011, 11:36
von babayaga
Gute Idee, Kurt.
Heissen hier glaube 'Mediatoren'.

lg Nancy