ein Zufall bescherte mir gestern einen tierischen Phytoparasiten der nicht allzu häufig zu finden ist.
Die Gleditsie oder auch Lederhülsenbaum genannt ist ein sommergrüner, hochwüchsiger Laubbaum der eine Wuchshöhe von bis zu 20 m erreichen kann. Ursrünglich beheimatet im östlichen Nordamerika wird er heute als Zierbaum in Gärten und Parks angepflanzt. Mit dem Baum kam auch eine Gallmücke nach Europa die nur an der Gleditsie zu finden ist.
Dasineura gleditschiae - Gleditsia Gallmücke
Durch Blattfraß der Larven entstehen blasenartigen Gallen die auf den Bildern sehr schön zu erkennen sind. Sie sind zunächst grün, später deutlich rot und schließlich braun gefärbt. Stark befallene Triebe verformen sich und werden durch die Gallen verunstaltet. Die Verpuppung der Larven erfolgt in den Gallen. Bald darauf schlüpfen die adulten Mücken. Den ganzen Sommer hindurch werden so mehrere Generationen gebildet. Die Entwicklung vom Ei zur fertigen Mücke dauert je nach Witterung 3 - 4 Wochen.
Die Herbstlarven ziehen sich nach dem Laubfall in die Erde zurück und überwintern in unterirdischen Cocons. Eine Verpuppung erfolgt erst im darauffolgenden Frühjahr. Bei ungünstiger Witterung können die Puppen auch 1-2 Jahre in der Erde verharren bevor die Mücken schlüpfen. Hier 3 Fotos vom Befall.



Das 4. Foto zeigt die Gallen unter der Stereolupe. Das Bild ist aus 10 Einzelaufnahmen gestackt.

Eigenflug der Insekten spielt bei der Verbreitung keine große Rolle, vielmehr werden sie durch starke Winde zu anderen Wirtspflanzen geweht. Die Bekämpfung der Art wird als sehr schwierig bis unmöglich angesehen.
Gruß
Harry