Philosophie

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kurt
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Registriert: 22 Mai 2006, 19:31
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Philosophie

Beitrag von kurt »

Hallo zusammen,

Wer ein Stück Land hat, will es meistens irgendwie gestalten: Möglichst naturnah, Sammlung von einheimischen oder exotischen Gehölzen, Pflanzengruppen nach Farbe, Art, persönlicher Vorliebe, einen Park, Obstbäume, Alleen, Windschutz für das Haus oder was auch immer.
Was ist eure Philosophie, der rote Faden, das Leitmotiv? Mich würde die Vielfalt der Ideen interessieren.

Gruss

Kurt

Ich habe erst jetzt bemerkt, dass ich im falschen Thema gelandet bin, hätte den Beitrag unter "Sonstiges" einbringen sollen. Entschuldigung. Ich passe das nächste Mal besser auf.

Taxus
Beiträge: 271
Registriert: 23 Jun 2006, 23:56
Wohnort: Bad Endbach

Beitrag von Taxus »

Schönheit-Ruhe-eigenartiges-seltenes-Gelassenheit finden-entspannen-gestalten-Ideen haben und verwirklichen-träumen-schuften,bis das Kreuz zwickt und dann hineinsetzen,lächeln,glücklich sein,allein sein,oder zu zweit,manchmal auch ganz viele,aber auch Fluchtburg.Tausend Möglichkeiten.Wachsen lassen,beobachten,eins sein.Mann,was für ein schöner Baum,Landschaft,Büsche,Versteck,Weitsicht-hab' ich was vergessen? Gruß Uli

Cryptomeria
Beiträge: 9538
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Hallo kurt

Ich beschäftige mich seit Jahren mit ganz urtümlichen, alten, seltenen Nadelbaumfamilien ( praktisch die Dinos unter den Bäumen ) wie Araucariaceae, Taxodiaceae, Podocarpaceae u.a. Sie faszinieren mich am meisten durch ihr ungewöhnliches Aussehen ( viele Araucarien, Agathis, Dacrydium, Dacrycarpus, Neocallitropsis, Retropyllum, Phyllocladus ... ) oder durch andere Besonderheiten z.B. parasitisch lebend ( Parasitaxus ) oder riesige Ausmaße ( Sequoia, Sequoiadendon ) und Alter.
Was von diesen Pflanzen hier groß zu ziehen ist aus Samen oder winterhart, wird oder wurde von mir gesammelt und gepflanzt. Die allermeisten, nicht winterharten ( Araucaria, Agathis u.a.) habe ich mittlerweile wieder abgegeben, da sie die Deckenhöhe längst hinter sich gelassen haben. Einige wenige habe ich behalten.

Beim Auspflanzen der winterharten,d.h. der Gartengestaltung, da liebe ich die Vielfalt,d.h. ich pflanze viele Laubbäume und Sträucher ( auch noch andere Nadelbäume wie Zeder )dazwischen. Hier achte ich auf Blühzeiten, -farbe, Rinde im Winter, Herbstfärbung , Blattstruktur usw.
Ich habe viel einheimisches aber ich mag auch die Vielfalt aus aller Herren Länder, wenn die Pflanzen mir attraktiv erscheinen.

Draußen macht mir das Planen , Gestalten, Anlegen und Beobachten irren Spaß
( ich bin auch Zoologe und schaue nach jedem Tier und habe ganz viele Nistkästen für Vögel, Fledermäuse, Insekten...), mähen geht auch noch, Wildkraut jäten ist nicht mein Fall, Gemüsegarten macht meine Frau. Essen muss man schließlich auch etwas.

Mein Beitrag zur Philosphie in aller Kürze

Viele Grüße ins Burgund

Wolfgang

kurt
Beiträge: 3254
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Beitrag von kurt »

Hallo zusammen

Mit mir sind wir jetzt schon drei, die eine Philosopie haben. Hier meine:
Hintergrund:
Ich habe vor 12 Jahren hier im Burgund ein Stück Land gekauft mit zugehörender Bauernhausruine in Lehmbau. Das Land wurde schon mehrere Jahre nicht mehr bewirtschaftet, mannshohe Brennnesseln, undurchdringliche Brombeerwälder, alte Baumgruppen, Wiesen (eher Lichtungen), ein Teich, eine Quelle, eigentlich alles, was die Natur so hervorbringt.
Meine Frau und ich haben uns heftig überlegt, was wir tun sollen. Ein intensives Brainstorming, das nicht ohne grössere Meinungsverschiedenheiten ablief, hat folgende Prioritäten für die Umgebung gezeitigt:
1. Förderung der schon vorhandenen einheimischen Pflanzenwelt, möglichst wenig "Vergewaltigung".
2. Förderung der Eichen (Begründung später)
3. Schöne Aussicht vom Haus auf unser Land (Bild 4)
4. Einige Obstbäume und Beerensträucher zur Selbstversorgung, Gemüsegarten

Für die nähere Zukunft:
Züchtung von Schweinen, die sich freilaufend unter anderem von Eicheln ernähren.
Züchtung von schottischen Hochlandrindern, die auch den Winter im Freien verbringen.
Durch aus eigenem Holz ermöglichte Holzheizung, absolut unabhängig von Heizöl- und Strompreisen.

Für die fernere Zukunft:
Meinen Nachfolgern eine lebenswerte Umwelt zu überlassen, wenn es auch nur eine kleine Insel ist (3,7 ha).

Mich kürzer zu fassen, war nicht möglich, ich habe sogar darauf verzichtet, Bilder einzustellen.

Gruss

Kurt

Taxus
Beiträge: 271
Registriert: 23 Jun 2006, 23:56
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Beitrag von Taxus »

Ja,Kurt,das finde ich spannend,nicht nur daß du dein eigenes ding drehen willst,sondern auch,wie du's machst und ,natürlich,was dabei herauskommt.
Im ersten beitrag habe ich nur mein warum ich das mache,geschildert(habe ebenfalls ein haus mit grundstück in süd-west frankreich,-Aquitanien-gekauft.)Habe aber keinerlei scheu vor fremden,zumal es das meiste vor der eiszeit auch hierzulande gab.Jetzt möchte ich das wie schildern.
Zuerst-ich mache keinen plan.Wir hatten viel wildwuchs,meist weiden,an einem hang. Habe sie alle abrasiert.Sah erst mal schrecklich aus.Oben auf dem grundstück stehen 4 reihen a 130m riesige platanen. und das gesamte land wird von mächtigen,teils 500jährigen eichen locker umsäumt.Wir haben dann jeweils die entstandenen lücken mit pflanzengruppen besiedelt.Also div.acer,taxus,torraya,cephalotaxus etc,viele versch.kiefern,auch sehr seltene wie pinus bungeana. Leitmotiv sind entweder blätter,habitus o.rindenauffälligkeiten,oder herbstfärbung und ähnliches. Wichtig war mir,überall zwischendurch auch sitzplätze zu installieren.Habe extra schweißen gelernt und viele wunderbare(finde ich,jedenfalls)dinge produziert,wie pavillion,sitzmöglichkeiten,dinosaurier,riesige insekten,aus großen metalltafeln herausgechnittene figuren etc. Die größten bäume sind jetzt ca 4m hoch.Dazwischen werde ich später büsche pflanzen,sodaß sich wege und verstecke ergeben.Jedenfalls sind die vielen sitzgelegenheiten sehr wichtig,jeder hat seinen eigenen blickwinkel,seine eigene stimmug.Meine frau,wiederum hat seitlich des weges bis zum haus,neben den terrassen und auch im hinteren teil des grundstücks beete angelegt,.mit großen flußkieseln umsäumt und mit laubmulch bedeckt,die erde,denn davon haben wir wirklich genug.So ergeben sich richtige landschaften,teils mit lichtem schatten der platanen,teils mit dunklem der hainbuchen,für den essplatz.Jedoch auch immer ist ein blick in die weite,z.b.pyrenäengipfel möglich.es macht jedenfalls riesige freude,trotz der vielen arbeit,(meine frau wills immer ganz perfekt.)Danach fällt mir meine arbeit wieder leicht,kann wieder zuhören und habe keine ungeduld etc. Das problem eines berufs ist immer:du musst soviel von dir abschneiden,soviele talente,begabungen o.was auch immer verkümmern. Und da ist sie auf einmal,die große freiheit so viel zu tun,was du auch noch gerne machst.PS: einen riesigen kompost und einen brennplatz haben wir nat.auch.So viele grüße--Uli

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo kurt

ich empfehle dir auf jeden Fall noch Hühner. Wir hatten fast 20 Jahre welche, schöne, viele Rassen, Glucken, alle freilaufend, es macht sehr viel Spaß.Leider hat uns letztes Jahr eine Füchsin mit ihren Jungen alle geholt und dann kam die Vogelgrippe und einsperren gibts bei uns nicht. Deshalb haben wir z.Zt. keine. Aber bei dir, glaube ich, gibts die beschissenen Gesetze nicht.
Freunde haben jede Menge Enten, auch das ist ungeheuer unterhaltsam
und entfernte Nachbarn haben viele freilaufende Pfaue. Auch das ist für ein großes Gelände sehr faszinierend. Sie fliegen sehr hoch nachts, so dass sie vor Füchsen sicher sind. Die Hühner und Enten muss man natürlich nachts einsperren.

Viele Grüße ins Burgund

Übrigens auch meinen Respekt vor dem was du vorhast. Wir sind -Dank meiner Frau - auch fast Selbstversorger und wenn wir aufhören zu arbeiten, dann sowieso, da wir so gut wie kein Fleisch essen und sonst fast alles selbst anbauen bzw. Obst in Hülle und Fülle haben.

Wolfgang

kurt
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Beitrag von kurt »

Hallo Taxus und Crypto

Zuerst mal Dank an euch beide,
Ich habe mit meiner Frau gewettet, dass zumindest einer von euch beiden heute noch antwortet. Damit habe ich ein Nachtessen vom Feinsten gewonnen, leider kann ich euch auf Grund der räumlichen Entfernung nicht dazu einladen. Ich bin sicher, dass wir mal ein gemeinsames Treffen arrangieren können, auch weil mein Land ungefähr auf halber Entfernung zwischen euch beiden liegt. Ihr seid herzlich eingeladen.

auf gute Freundschaft

Kurt

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Ja, du siehst wir sind zuverlässig!!

Lass es dir schmecken.

Viele Grüße auch an deine Frau


Wolfgang

kurt
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Beitrag von kurt »

Hallo

Die Idee mit den Gänsen und Hühnern ist gut. Das fand ein Nachbar von mir auch. Seine zwei Hunde waren zusammen mit dem Federvieh aufgewachsen und alle haben sich prächtig vertragen. Dann ist ein Hund gestorben, mein Nachbar hat ihm einen neuen Kollegen besorgt. Da geschah etwas sehr seltsames: Die Anzahl der Federviecher nahm kontinuierlich ab, die Anzahl der herumligenden Federn nahm dagegen zu. Also Hunde und Federviecher? Entweder geht`s oder es geht nicht. Und immer aufpassen, Hund rein, Enten raus und umgekehrt, wird auf die Dauer etwas mühsam.
Das andere Problem ist eine mehrtägige oder -wöchige Abwesenheit. Den Hund kannich notfalls ins Heim geben, es gefällt ihm dort sogar, die drei Schweine und die 2 Hochlandrinder kann ich einige Tage sich selbst überlassen, die Gänse nicht. Fuchs du hast die Gans gestohlen.
Also lieber kein Federvieh.
Trotzdem vielen Dank für den Tip.

Grüsse

Kurt

Gibt es eigentlich sonst niemand mit einer Philosophie?

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Du hast recht

Bei unserem Nachbar ( 2 Hunde ) funktioniert es ohne Probleme seit Jahren, die anderen bekamen einen halbwüchsigen Golden Retriever und schon war der schönste Erpel weg.

Und wenn man wegfährt braucht man einen netten Nachbarn, der auch gerne die Tiere wenigstens morgens rauslässt und abends einsperrt.

Allerdings würde ich fast garantieren, wenn du einmal einige Hühner hast und eventuell glucken welche und dir begegnen morgens die Glucken mit ihrer Kükenschar, kommst du nicht mehr davon los.
Wir haben noch in unmittelbarer Nähe einen Hühnerfreak, der hat auf 2,5 ha ca.1oo Hühnerrassen, die er züchtet, da wird
man dann sowieso schwach bei dieser Schönheit. Einige sehen aus wie Gold- bzw. Silberfasan, wenn dir das etwas sagt. Er hat auch viele Enten und da sind auch Schönheiten dabei, wenn man dann noch einen Teich hat, kann man nicht widerstehen.

Aber mit Tieren wirst du immer abhängiger. Als wir mit Hühnern anfingen ( 5 Stück) haben wir sie einfach im Auto in den Urlaub zur See hoch mitgenommen. Allerdings schauten die Nachbarn etwas merkwürdig, denn sie waren den ganzen Nachmittag auf der Terrasse und wollten Kuchen.

Heute reisen nur noch 2 Katzen mit und manchmal aufzuziehende Vogelbabys.(Ich bin häufig Anlaufstelle für gestrandete bzw. verwaiste Tiere).

Leider gings auch nicht kürzer

Wolfgang

Taxus
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Beitrag von Taxus »

Hallo Kurt
Wolfgang hat anfangs seine Hühner im Karton mit in Urlaub genommen.
Du siehst,wo ein Wille ist,ist auch ein Weg!Mit dendrologischen Grüßen und einem langgezogenen Kikeriki,(denn ich bin auch dafür daß ihr Hühner habt), Uli.
Schreib' doch mal deine Adresse,ein Baumliebhabertreffen wäre natürlich was schönes.Und viel Spaß beim Pflanzen, Bauen und Kultivieren

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